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Galion Audio TS34

26.05.2026 // Carsten Bussler

Der kanadische Hersteller Galion Audio hat seinen KT88-bewehrten Vollverstärker TS120 SE als Basis für die Entwicklung eines günstigeren Modells mit EL34-Röhren genommen, den TS34. Ein interessantes Feature ist die Möglichkeit, zwischen Class A und Class AB umzuschalten, was ihn von vielen anderen EL34-Designs unterscheidet.

Mir war Galion Audio bis zum Test des Röhrenvorverstärkes „Navy“ im Herbst des letzten Jahres noch nicht bekannt. Das junge Unternehmen aus Québec in Kanada wurde von Thomas Tan gegründet, der vielen Audiophilen bereits über seinen YouTube-Kanal „Thomas & Stereo“ bekannt sein dürfte. Tan versteht es dabei hervorragend, technische Kompetenz mit einer ausgesprochen emotionalen Sicht auf die Musikwiedergabe zu verbinden. Genau dieser Ansatz spiegelt sich auch im TS34 wider, einem Röhrenvollverstärker, der sich ausdrücklich nicht bloß möglichst neutral messen soll, sondern vor allem Musik lebendig und involvierend transportieren möchte.

Die charakteristische Optik vieler Galion-Geräte mit den gerundeten Gehäuseecken findet sich auch beim TS34. Die Verarbeitungsqualität hinsichtlich Stabilität, eingesetztem Material sowie der Spaltmaße ist ausgezeichnet und bietet keinen Anlass zur Kritik
Die charakteristische Optik vieler Galion-Geräte mit den gerundeten Gehäuseecken findet sich auch beim TS34. Die Verarbeitungsqualität hinsichtlich Stabilität, eingesetztem Material sowie der Spaltmaße ist ausgezeichnet und bietet keinen Anlass zur Kritik

Optisch bleibt Galion seiner inzwischen bekannten Designsprache treu. Das massive Gehäuse wirkt ausgesprochen hochwertig verarbeitet, die charakteristisch gerundeten Seitenelemente erinnern sofort an den bereits von uns getesteten Vorverstärker Navy. Die Verarbeitung bewegt sich insgesamt auf erfreulich hohem Niveau: Sauber gefräste Aluminiumteile, präzise eingepasste Bleche und eine hochwertige Haptik vermitteln bereits beim ersten Kontakt echtes High-End-Feeling.

Die Röhrensteckplätze sind mit einer kobaltblauen Platte optisch abgesetzt. Links die als Treiber- und Phasenumkehrstufe fungierende 12AT7-Röhre, rechts die 12AX7-Röhre, eingesetzt als Eingangsstufe und Spannungsverstärker
Die Röhrensteckplätze sind mit einer kobaltblauen Platte optisch abgesetzt. Links die als Treiber- und Phasenumkehrstufe fungierende 12AT7-Röhre, rechts die 12AX7-Röhre, eingesetzt als Eingangsstufe und Spannungsverstärker

Der TS34 verwendet eine 12AX7-Röhre pro Kanal als Eingangsstufe und Spannungsverstärker. Sie übernimmt die erste Verstärkung des Musiksignals und prägt den Klangcharakter des Verstärkers besonders stark. Aufgrund ihrer hohen Verstärkung eignet sie sich ideal für diese Aufgabe. Die 12AT7 (ebenfalls eine pro Kanal) arbeitet dagegen als Treiber- und Phasenumkehrstufe. Sie bereitet das Signal für die EL34-Endröhren auf und erzeugt die beiden gegenphasigen Signale, die für die Push-Pull-Endstufe benötigt werden. Gleichzeitig liefert sie genügend Strom, um die EL34 sauber und kontrolliert anzusteuern. Die vier EL34 bilden schließlich die eigentliche Leistungsendstufe des Verstärkers und verstärken das Signal auf Lautsprecherniveau. Die mitgelieferten Exemplare gehen klanglich vollkommen in Ordnung. Wer jedoch feine NOS-Kolben besitzt, der merkt schnell: Dieser Verstärker ist so gut, dass er die qualitativen Unterschiede hochwertiger Röhren hör- und erlebbar macht; Tube Roller wird das freuen. Für die späteren Hörsessions habe ich allerdings wieder die Originalröhren eingestöpselt.


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