
Grundlegend isolieren die Kopfhörer bereits mechanisch deutlich besser als ich angenommen hatte. Gute Grundvoraussetzungen für das solide agierende Active-Noise-Cancelling. Bei monotonen, rauschähnlichen Geräuschen ist es besonders effektiv. Ich würde mir wünschen, dass Gespräche noch besser gefiltert werden würden. Gerade im Bus oder Zug werden die meisten Hintergrundgeräusche gut unterdrückt und dann stechen weniger gut ausgefilterte Stimmen stärker hervor. Dafür fällt das Noise-Cancelling für meine Ohren sehr angenehm aus. Von einigen anderen ANC-Kopfhörern kenne ich eine Art unnatürliches Druckgefühl auf dem Ohren bei aktiviertem Noise-Cancelling. Das kann ich beim UX5000 nicht feststellen. Die Speerspitze des ANC machen für mich dennoch die Platzhirsche des Marktes unter sich aus. Rein klanglich dominieren für meinen Geschmack die mehr als doppelt so teureren Offerten von Apple (https://www.hifistatement.net/tests/item/3340-apple-airpods-max) oder Bowers & Wilkins. Wie sehr das ANC den Musikgenuss beeinflusst, lässt sich dank der Möglichkeit, die Kopfhörer gänzlich ohne zu betreiben, gut feststellen. Um es abzukürzen: in lauten Umgebungen hat das Noise-Cancelling in meinen Tests immer auch zu einem besseren musikalischen Ergebnis geführt. In sehr stillen Umgebungen kann es vorkommen, dass eingeschaltetes Noise-Cancelling ein Grundrauschen erzeugt. Aber genau in dieser Konstellation kann man es ja dankenswerterweise abschalten.

Nach dem Besprechen aller übrigen relevanten Punkte können wir uns jetzt endlich im Detail mit der akustischen Leistung befassen. Mit GoGo Penguins „Fallowfield Loops“ vom neusten Album Necessary Fictions beweist der Final für einen Bluetooth-Kopfhörer eine überraschend ausgewogene Wiedergabe. Wie bei anderen Bewerbern auch steht der Bassbereich im Vordergrund, ist dabei jedoch keinesfalls so absurd überbetont, wie es manchmal der Fall ist. Vor allem maskiert er andere Frequenzbereich nicht. Er ist gut kontrolliert, konturiert und detailreich. Es lässt sich beispielsweise wunderbar heraushören, dass im Stück zwei verschiedene Bass Drums, respektive Bass Drum Sounds eingesetzt werden. Zum Beginn des Stücks klingt die Bassdrum eher hoch gestimmt und knackig, wie es bei einer kleinen (Jazz- oder Fusion-) Bass Drum oft der Fall ist. Sobald das Stück Fahrt aufnimmt, wird die kleine Bass Drum von einer tieferen Bass Drum abgelöst. Zwei der meiner Meinung nach mindestens drei verschiedenen Snare Drums sind leicht voneinander zu unterscheiden, da sie deutlich unterschiedlich hoch gestimmt sind. Die anderen zwei liegen in ihrer Größe und Stimmung nah beieinander. Der vierte Sound gegen Ende des Stücks könnte durchaus eine der ersten drei Trommeln sein, lediglich mit gelockertem Teppich. Kurzum, mit dem UX5000 sind schon eine ganze Menge Details herauszuhören. Auch die Becken werden fein herausgearbeitet, ohne aufdringlich zu werden. Für meinen Geschmack dürfte hier zwar noch etwas mehr Hochtonglitzer im Spiel sein, aber unterbelichtet sind die Höhen dennoch auf keinen Fall. Überhaupt gefällt die Verteilung der verschiedenen Instrumente auf dem Stereopanorama. Die einzelnen Trommeln, Becken und auch der Bass und das Klavier sind klar positioniert und sehr gut voneinander differenziert. Die Bühne wird weniger tief dargestellt, als das beispielsweise mein Beyerdynamic dt 880 black edition vermag. Letzterer ist jedoch halboffen konzipiert. Auch wenn der Palma DHS-1 (https://www.hifistatement.net/tests/item/4105-palma-dhs-1) bewiesen hat, dass kaum Klangunterschiede zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern bestehen können, würde ich mal argumentieren, dass eine geschlossene Konstruktion es, besonders im unteren Preisbereich, schwerer hat, eine „luftige“ Wiedergabe zu erzeugen. Bühnentiefe hin- oder her, während der dt 880 eher etwas diffus spielt, zeichnet sich der UX5000 durch seine besonders präzise Instrumentenseparation aus. Gerade bei komplexer moderner Musik und dichten, weniger dynamischen Mischungen passt diese Präzision richtig gut ins Bild.

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