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Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

10.03.2026 // Wolfgang Kemper

Nur wenig ist am Pearl 30d selber einzustellen. Die meisten Funktionen werden per Fernbedienung gewählt oder gesteuert
Nur wenig ist am Pearl 30d selber einzustellen. Die meisten Funktionen werden per Fernbedienung gewählt oder gesteuert

Ich will mich nun komplexerer, großorchestraler Musik widmen und wähle Prokofievs Romeo and Juliet mit dem Oslo Philharmonic Orchestra und Vasily Petrenko in der originalen Aufnahme-Auflösung DXD, Flac-verpackt von der Oladra Festplatte. Das klingt bei den ersten Takten in Akt 1 etwas lichter und feiner als ich es von meinem HoloAudio kenne. Sehr schnell erschließen sich dank der überlegenen Auflösung und Raumdarstellung mehr Details als gekannt. Diese gesteigerte Vielfalt macht das Hinhören wieder spannender und bietet weit mehr Vergnügen. Die Feindynamik im Orchester ist exorbitant und emotional geradezu mitreißend. Wie die Violinen beispielsweise bei „The Fight“ durch den Raum fegen, ist unglaublich packend. Der Cayin besitzt eine Souveränität, die ihn jedwede Dynamik, sei sie fein oder ausgeprägt, mit überlegener Energie verarbeiten lässt. Ich vermute, dieses Können verdanken wir seiner aufwändigen externen Stromversorgung. Dabei klingt es nie aufdringlich oder schneidend, was bei fein aufgelösten Streichern an anderer Stelle schnell mal passiert. Egal, wo im groß gezeichneten Orchester ein Instrument spielt, der Cayin Pearl 30d gibt ihm Raum und Freiheit, zeichnet es wie angenagelt und verbindet wieder alles harmonisch miteinander. Er zeigt in der Raumtiefe oder am Rand keine Schwächen. Jeder Ton erhält seine Wertigkeit. Diese Fähigkeiten kenne ich sonst nur vom weit mehr als zehntausend Euro teureren Lampizator DAC meines Freundes.

Die Rückseite des CD-Transport-Duos
Die Rückseite des CD-Transport-Duos

Nun kombiniere ich den Pearl 30d mit dem CD-Transport 30c, und zwar mit einem Habst DIII über die AES/EBU Schnittstellen. Etliche andere wie S/PDIF per Cinch oder BNC, optisch ST Glasfaser oder Toslink und I2S wären weitere Möglichkeiten zur Verbindung der beiden Geräte. Die Verbindung der 10-Megahertz-Clock vom DAC zum CD-Laufwerk lasse ich erst einmal weg. Ich wähle in beiden Geräten die interne gleichwertige Ocxo-Clock. Das Philip-CD-Pro2-Top-Lader-Laufwerk befindet sich unter einem massiven Aluminium-Deckel mit üppigem Griff. So lässt sich diese schwere Abdeckung sicher handhaben. Darunter befindet sich der zum Laufwerk gehörende Magnetpuck, der die CD auf der Spindel arretiert. Ist der Alu-Deckel mit Hilfe seiner ebenfalls magnetischen Arretierung wieder aufgelegt, wird die CD eingelesen, was mit „READ TOC“ – das steht für „lese table of content, also Inhaltsverzeichnis – im Display angezeigt wird. Die in den technischen Daten angegebene CD-Spielzeit darf gerne deutlich überschritten werden. Dies verifizierte ich unter anderem mit Beethovens Neunter mit Bernard Haitink und dem London Symphony Orchestra: Die Spielzeit 68:10 absolvierte der 30c anstandslos und versetzte mich vielmehr mit seinen klanglichen Fähigkeiten in Erstaunen, die vor allem wegen der grandiosen Transparenz und feinen Dynamik faszinierten. Um die mächtige Abdeckung des Philips Laufwerkes ist ein Glasring eingelassen, unter dem im eingeschalteten Zustand vier weiße Lichtringe eine plastische Tiefe suggerieren. Das macht Eindruck und unterstreicht den optisch opulenten Auftritt des Cayin Pearl. Dezent sind diese Jubiläums-Geräte nicht, sondern gediegen gestaltete Technik. Vor dem Musikhören gilt es, eine Wahl zu treffen, nämlich ob der 30c im OS-Modus mit Oversampling arbeiten soll oder als NOS mit Non-Oversampling. In der Praxis bedeutet dies bei OS eine Konvertierung von 44,1 Kilohertz / 16-Bit PCM zu 192 Kilohertz / 24-Bit. Ich persönlich favorisiere bis auf wenige Ausnahmen NOS. Auch dies lässt sich, wie beim 30d die digitalen Filter, bequem während des Hörens über die auch hier zum Lieferumfang gehörende System-Fernbedienung umschalten.

Den digitalen Ausgängen hier am CD-Laufwerk entsprechen die Eingänge des D/A-Wandlers. Der DAC besitzt zudem noch einen USB-B Eingang. Eine Seltenheit ist der Anschluss für optische Glasleiter, wie wir sie bei Wadia finden. Als Ausgänge offeriert der DAC symmetrisch XLR oder unsymmetrisch Cinch
Den digitalen Ausgängen hier am CD-Laufwerk entsprechen die Eingänge des D/A-Wandlers. Der DAC besitzt zudem noch einen USB-B Eingang. Eine Seltenheit ist der Anschluss für optische Glasleiter, wie wir sie bei Wadia finden. Als Ausgänge offeriert der DAC symmetrisch XLR oder unsymmetrisch Cinch


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