Die neue Vollverstärker und Digital/Analog-Wandler der Canor Foundation Line erfreuen nicht allein wegen ihrer eleganten Optik, sondern auch dank ihrer Preise. Die kostspieligeren Komponenten aus dem Hause Canor verwöhnten stets mit beeindruckender Musikalität und waren daran gemessen preiswert. Profitiert die Foundation Line von deren Genen?
Auf der Canor Website findet man in der Beschreibung des Virtus-I4S-Vollverstärkers gleich als Überschrift den Hinweis, dass mit „modernsten, teilweise aus der Referenzserie adaptierten Technologien und Konzepten für ein überzeugendes Klangerlebnis“ gesorgt wurde. Es gibt die Foundation-Line in drei Ausführungen: Schwarz, Silber und Bronze. Zum Test erhielt ich die Variante Bronze. Diese Farbgebung bezieht sich auf die Abdeckung und die Einfassung der schwarzen Front aus echtem Glas. Die Rückseiten, wie auch die mit einer Vielzahl senkrechter Lüftungsschlitzen versehenen Seitenwangen, sind schwarz eloxiert. Dank der flachen Bauweise trägt die Abdeckung erheblich zum Gesamtbild bei. Die Farbgebung Bronze wirkt nicht wirklich metallisch. Eine Beschreibung als ocker-farbige Lackierung finde ich alternativ angemessen, was auf hellen Möbeln, wie meinem zum Hören benutzten Audio-Möbel in Buche, auf dem sie nebeneinander Platz fanden, sehr elegant und nobel wirkt. Ich freue mich jedenfalls über den Mut der Canor-Designer zur Farbe.

Bei der ersten von Neugier getriebenen Hörprobe diente mein Eversolo T8 Streamer als Quelle und meine Qobuz-Favoritenliste als Musik-Lieferant. Rossinis „Sonata a quattro No.1 in G-Dur“ brachte über meine Phonar Veritas sofort Spaß beim Hören. Das Klangbild des Canor-Duos gefiel durch ein feines, geschmeidiges, beinahe seidiges Klangbild, das angenehm unaufdringlich aber durchaus nuanciert daherkam. Da konnte ich mich ein wenig einhören, wurde aber durch das Frontpanel des D/A-Wandlers provoziert, die Auswahl der acht zur Verfügung stehenden digitalen Filter durchzuprobieren. Denn neben der Anzeige der Auflösung – hier PCM 44,1 Kilohertz – links im 18 Zentimeter großen Display und der Angabe des Eingangs in der Display Mitte – hier AES/EBU –ist rechts davon eine orange-farbige Grafik mit darunter beschriebenem Filtertyp zu bestaunen. Die Grafik stellt die Wirkung des ausgewählten Filters dar. Derartiges ist mir noch nie begegnet. Zugegeben, diese Darstellung half mir nicht bei der Auswahl, denn die vollzog ich selbstverständlich nach Gehör über die jedem der beiden Geräte beiliegende System-Fernbedienung. Erstaunlich deutlich waren die Auswirkungen der Filter wahrnehmbar, so dass man sich in der Praxis darüber freuen darf, mal eben schnell den zur Musikart passenden Filter-Charakter zu wählen. Den muss man sich dann nicht unbedingt namentlich merken, sondern kann dies auch anhand der optischen Darstellung tun. Das Display ist in mehreren Stufen dimmbar und auch ganz auszuschalten, so dass man allein die schwarze Glasfront sieht. Es bietet als Touchscreen den Zugriff auf sämtliche Einstellungs-Optionen. Dazu gehört auch, die Darstellung der Schriftzüge von Weiß auf Orange umzustellen. Man hat also die Wahl zwischen komplett orange oder Grafiken und Piktogrammen in Orange mit Beschriftung in Weiß. Das Bedienen des Verto D4S ist intuitiv und auch dank der Filter-Wahl ein Vergnügen.

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