
Glücklicherweise konnte ich mich bisher mehr als ein halbes Jahr mit Børresens T5 SSE beschäftigen – und mich vielleicht auch daran gewöhnen. Oder sollte der unterste Bassbereich der Schallwandler nach der Ankunft in Gröbenzell einfach nur eine längere Einspielzeit gebraucht haben? Ich kann jedenfalls außer dem ersten Satz von Mahlers Symphonie Nr. 3 konkret kein anderes Musikstück benennen, bei dem ich tieffrequente Wucht vermisste, dafür aber einige, die mir nicht zuletzt wegen ihres besonders überzeugenden Bassbereichs nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Bei zweien war eine weitere Ausnahme-High-End-Komponente beteiligt, Wilson Beneschs Prime Meridian System. In dessen Test hatte ich erwähnt, dass ich mit Krey Baumgartl vom deutschen Wilson-Benesch-Vertrieb „Radioaktivität“ von der seltenen deutsche Ausgabe des Vierfach-Albums Minimum – Maximum von Kraftwerk hörte und die Bass Drum und die tieffrequenten Synthie-Sounds enorm viel Druck im Tiefton-Bereich entfachten – und das mit einer ungeheuer exakten Definition: Bässe wie in Marmor gemeißelt!

Wie oben beschrieben, kann man mit den T5 SSE in meinem Arbeitszimmer auch zu zweit Musik hören. Für einen Freund und Led-Zeppelin-Fan und seine Gattin hatte ich „Bring It On Home“ vom Album Led Zeppelin II aufgelegt und wollte gerade den Raum verlassen, damit die beiden den Song ungestört genießen konnten, blieb dann aber doch kurz stehen: Den Elektrobass hatte ich in diesem Song noch nie so präsent, energiegeladen und treibend gehört wie mit der Kombination aus Prime Meridian und Børresens Fünfer. Aber der Tieftonbereich der T5 SSE war jetzt lange genug Gegenstand der Betrachtung – und wird es erst wieder sein, wenn die Audio Group Denmark ein Pärchen BM3 liefern kann. Es war geplant, dass Roland Dietl die Bass Module in Kombination mit seinen Børresen 01 Cryo testet, jedoch ich bin einfach zu neugierig, um sie nicht auch einmal mit den T5 SSE auszuprobieren… Es dürfte klar geworden sein, dass meines Erachtens nach Børresens Fünfer das Beste sind, was meiner Kette und meinem Raum passieren konnte. Das sehen übrigens die Kollegen Roland Dietl, Thomas Heinemann und Achim Schneider genauso. Ersterer war schon direkt nach der Ankunft der Børresens in meinem Arbeitszimmer davon überzeugt, dass sie das Niveau des Vorgängermodells klar übertrifft. Thomas Heinemann verbrachte einige Zeit mit Qobuz und dem iPad vor den T5 SSE, da man Alben mit Frauenstimmen ja weder in meinem Plattenregal noch auf irgendeiner Festplatte finden kann. Da wir bei anderem Programmmaterial in unserer Bewertung nahezu hundertprozentig übereinstimmen, kann ich jetzt ruhigen Gewissens behaupten, dass die Fünfer auch Liebhaber von Stimmen rundum glücklich machen können. Achim Schneider war schon bei der digitalen Quelle davon begeistert, dass die T5 SSE völlig aus dem Klangbild verschwindet, man einfach nur Musik hört und keine Lautsprecher. Dabei würden die Dimensionen des realen Aufnahmeraumes oder der imaginären Bühne plastisch erfahrbar.

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