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Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

17.07.2026 // Dirk Sommer

MB: Ja. Die T-Serie verfügt über ein Parallel-Filter, während die M-Serie mit einer seriellen Frequenzweiche arbeitet. Es handelt sich jedoch nicht um ein normales Parallel-Filter, denn wir haben das übliche Parallel-Filter – bei dem man eine Spule und dann eine Masse hat – aufgeteilt. Was wir gemacht haben, ist, dass wir die Spulen aufgeteilt haben. Wir haben also eine Spule für den Eingang zum Treiber und eine Spule für den Ausgang. Man erhält sozusagen eine Art Push-Pull-Filter, ein symmetrisches Filter. Das Gleiche machen wir für den Hochtöner. Messtechnisch ist es dasselbe, klanglich jedoch ganz anders. Und die Herstellung ist doppelt so teuer, da man die Anzahl der Bauteile verdoppeln muss: zwei Spulen statt einer, zwei Kondensatoren statt eines.
DS: War es in der 0-Serie auch ein Parallel-Filter?
MB: Nein, in der 0-Serie war es ein serielles Filter.
DS: Was ist Deiner Meinung nach das Wichtigste für die höhere Auflösung des T5?
MB: Es ist der bessere Treiber: Er hat einen Titankorb, einen sehr guten Korb. Er verfügt über ein sehr gutes Magnetsystem mit sehr geringer Induktion und einen Titan-Schwingspulenkern. Wir wickeln die Spulen mit einer Innen- und einer Außenwicklung. Das bedeutet, dass die auf die Schwingspule einwirkende Kraft immer zu 100 Prozent parallel verläuft, anstatt Biegemomente auszuüben. Wenn man nur die Außenwicklung hat, kommt es zu einer Verbiegung und man erhält zudem eine Resonanz an der Schwingspule. Es gibt also viele kleine Details, die wirklich in diese Richtung wirken. Aber das Wichtigste ist die unterschiedliche Steifigkeit der Membran. Das ist wirklich der Hauptgrund für die höhere Auflösung.
DS: Haben nur die Mitteltöner einen Titankorb?
MB: Ja, bei den 8-Zoll-Treibern haben wir keinen. Der Titankorb ist nur für die Mitteltöner des T5 vorgesehen.
DS: Kommen wir noch einmal auf das serielle Filter zurück. Durchläuft das Signal jeden Treiber?
MB: Bei einem seriellen Filter wird der Übergangsbereich gemeinsam genutzt. Bei einem seriellen Filter wird das Signal zum Hochtöner über einen Kondensator geleitet. Die höchsten Frequenzen des Hochtöners durchlaufen weder den Bass- noch den Mitteltöner. Aber im Übergangsbereich gibt es eine gewisse Impedanz im Kondensator und eine gewisse Impedanz in der Spule. Dort teilen sie sich also den Strom.
DS: Würdest Du sagen, es handelt sich um ein Zwei-Wege-System?

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MB: Es ist ein Zweieinhalb-Wege-System, da die Mitteltöner im unteren Bereich nicht ausgeblendet werden. Sie sind über den gesamten Frequenzbereich aktiv. Sie werden aber konstruktiv oder durch das Gehäuse ausgeblendet. Wenn man ein geschlossenes Gehäuse hat, drückt der Treiber Luft hinein, wodurch ein Druck entsteht, der die Membran wieder nach außen drücken will. Wir haben es so gelöst, dass beim Einfedern der Membran das Gehäuse ein wenig Luft entweichen lässt. Und wenn sie sich dann in die andere Richtung bewegt, saugt sie ein wenig Luft an. Man hat also ein belüftetes Gehäuse, aber in der Belüftungsöffnung gibt es einen gewissen Strömungswiderstand. Die Luft strömt also nicht einfach ungehindert hinein und hinaus. Sie bewegt sich nicht frei. In der Konstruktionsphase haben wir durch Messungen sichergestellt, dass es im Inneren des Gehäuses keine Resonanz gibt, die eine Spitze erzeugt. Aber wir haben einen Widerstand eingebaut, so dass es wie ein geschlossenes System wirkt, obwohl es offen ist. Man erhält also diesen Strömungswiderstand. Und das bedeutet, dass wir den Treiber passiv ab 100, vielleicht 80 Hertz ausklingen lassen können. Er fällt einfach ab und hat einen Q-Faktor von 0,5, was bedeutet, dass er in ein Filter zweiter Ordnung übergeht. Und dann haben wir die Frequenzweiche so abgestimmt, um das zu kompensieren. Die Sache ist die: Wenn man das mit elektrischen Bauteilen macht, fügt man dem Treiber eine elektrische Phasenverschiebung hinzu. Die lässt sich unmöglich vermeiden. Und dann erhält man ein Drei-Wege-System, das wie ein Drei-Wege-System klingt. Das wollen wir nicht. Wir wollen etwas, das wie ein Zwei-Wege-System klingt, aber mit erweitertem Bass. Und genau das kann man erreichen, wenn man Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher baut.
DS: Ein offensichtlicher Unterschied zwischen dem 05 und dem T5 in Sachen Mechanik ist der Fuß. Was habt ihr dort verändert?
MB: Zunächst einmal haben wir bessere Materialien verbaut, und jetzt haben wir die Möglichkeit, darin Darkz zu verwenden, und die Höhe ist verstellbar. Da Sandwich-Materialien in der Regel sehr gut klingen, besteht die Fußplatte aus einem Sandwich. Und auch hier handelt es sich um winzige Details, bei denen man keine Veränderungen im Frequenzgang messen kann. Aber man kann es hören.
DS: Handelt es sich beim Sandwich um Euer Verbundmaterial und zwei Schichten Titan?
MB: Es ist Verbundmaterial und Edelstahl. Es gibt Materialien, mit denen wir hier gerne arbeiten und die klanglich immer zur Spitzenklasse gehören. Edelstahl ist ein sehr gutes Material. Auch Titan, Zirkonium – das sind Materialien, die wirklich gut klingen. Eine Sache, die wirklich seltsam oder ein Zufall ist, ist, dass diese Materialien auch Materialien sind, die auch unser Körper mag. Man kann sie in der Chirurgie verwenden. Man nutzt sie für Implantate und ähnliches.
DS: Das weiß ich von Titan und Edelstahl. Aber kann man Zirkonium auch für Implantate verwenden?
MB: Ja, es ist sehr inert.
DS: Hast du auch die Verkabelung im Inneren des Lautsprechers geändert?
MB: Ja, sie wurde geändert. Ich kann dir aber nicht genau sagen, wie sie geändert wurde. Ich glaube, im Kabelbaum kommen mehr Tesla-Spulen zum Einsatz. Außerdem gibt es in der Frequenzweiche der T-Serie bessere Kondensatoren als zuvor.

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DS: Warum benutzt ihr Vorspannung für die Kondensatoren?
MB: Warum wir das tun? Weil wir Übergänge vermeiden wollen. So hat man keine Platte, die man vollständig füllen und wieder leeren muss. Wenn man die Vorspannung erhöht, arbeitet das System ohne jegliche Übergänge. Wenn man etwas vollständig entladen und wieder aufladen muss, entsteht dabei immer so etwas wie – ich weiß nicht, ob man es so nennen kann – Reibung. Es ist wie bei einem Elektroauto: Ein Kondensator ist wie eine Batterie. Es ist immer schwierig, ihn vollständig zu entladen, aber es ist auch schwierig, ihn vollständig aufzuladen. Mit der Vorspannung bewegt man sich in einem mittleren Bereich. Dadurch erzielt man eine viel bessere Linearität.
DS: Ich habe keine weiteren Fragen. Möchtest du noch etwas hinzufügen?
MB: Ich finde das wirklich lustig, das die alten 05er wirklich sehr, sehr gut mit Deinem Raum harmonieren. Aber wir hatten in anderen Räumen einige Probleme mit diesem Lautsprecher, weil er im Bassbereich ziemlich kräftig war. Das ist eben seine klangliche Signatur. Deshalb ist die Abstimmung des Basses beim T5 ein wenig anders. Sie reicht tatsächlich etwas tiefer. Und das führt dazu, dass es im Bass keine Ausbuchtung, keinen Buckel, keine Spitze, oder wie auch immer man es nennen mag, gibt. Man hat also das Gefühl, dass der Tieftonbereich zurückgenommen ist, aber tatsächlich reicht er tiefer. Es gibt jedoch keine Resonanz bei etwa 50 oder 60 Hertz, da wir die Reflexabstimmung nach unten verschoben haben.
DS: Du hast gesagt, dass ihr die Impedanz der Tieftöner geändert habt.
MB: Im Modell 05 haben wir vier Tieftöner verwendet, und das waren hochohmige Treiber, die wir alle parallel geschaltet haben. Jetzt schalten wir jedoch zwei in Reihe, zwei in Reihe und diese dann parallel. So erhält man eine Nennimpedanz von sechs Ohm. Die hatten wir vorher auch schon. Aber die Kopplung ist jetzt anders. Und das hat zwei Vorteile: Wir können überall dieselbe Schwingspule verwenden. Das ist natürlich eine gute Sache. Aber es scheint auch dazu zu führen, dass sich die Basssysteme besser verhalten. Der M8, den Du gestern gehört hast, wurde auf dieselbe Weise aufgebaut: in Reihe, in Reihe, in Reihe, parallel, in Reihe, in Reihe, in Reihe, parallel. Das bedeutet, dass man beim M8 auf vier Ohm kommt, und bei Deinem Lautsprecher mit vier Treibern auf sechs Ohm. Wir kombinieren sie also und verwenden sie sowohl in Reihe als auch parallel.
DS: Glaubst du, es wäre sinnvoll, in meinem Zimmer Subwoofer hinzuzufügen?
MB: Ja, natürlich.
DS: Welche?
MB: Die nebenan. Ich weiß nicht, ob sie gerade laufen. Aber wir können hingehen und sie zum Laufen bringen. Ich kann dir zeigen, was die Subwoofer leisten.
DS: Ich bin gespannt.


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