tests/26-07-31_msb
 

MSB Technology The Sentinel DAC

31.07.2026 // Dirk Sommer

Links oben der Wandler des Sentinel, daneben die dazugehörige Stromversorgung. Darunter der Cascade Wandler (links) mit seinem Netzteil
Links oben der Wandler des Sentinel, daneben die dazugehörige Stromversorgung. Darunter der Cascade Wandler (links) mit seinem Netzteil

Beim den DAC-Modulen ist es mit einer schlichten Verdopplung nicht getan: Während im Cascade acht Hybridmodule PCM- respektive DSD-Datenströme wandeln, sind es beim Sentinel ingesamt 32. Da die Module symmetrisch aufgebaut sind, könnte man auch zurecht von 32 Wandlern pro Kanal sprechen. Die große Zahl von Modulen verbesserte nicht nur die Präzision des Signals, sondern inspirierte Dustin Symanski – wie oben erwähnt – auch zur Entwicklung von MSBs proprietärer Bit Diffusion Technology. In der Nähe der Wandler befinden sich beim Sentinel die vollständig maßgeschneiderten und diskret gefertigten Clocks, die man in direkter Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Quartzwafer entwickelte. Laut Produktinformation liefere jeder ofengeheizte Quartz eine in der Audiotechnik bisher unerreichte Leistung. Der Quartz reagiere auf mechanische Schwingung so empfindlich, dass MSB für jedes Gerät eine speziell abgestimmte, isolierte Plattform zur Energieableitung habe entwickeln müssen. Das Powerbase genannte Netzteil beherbergt drei getrennte, lineare Stromversorgungen: je eine für die beiden Wandlerkanäle und ein spezielles, ultra-rauscharmes für die Clock – und das für jeden der beiden Stereokanäle!

Das Anschlussfeld des Sentinel Wandlers
Das Anschlussfeld des Sentinel Wandlers

Dass ich im Sonic Sanctuary Showroom Musik ganz anders – mitreißender, berührender und dennoch detailreicher – erleben kann als im heimischen Hörraum, wird schon beim ersten meiner Test-Stücke klar. Das liegt natürlich erst einmal an den großartigen Schallwandlern mit ihren schier unbegrenzt wirkenden dynamischen Fähigkeiten und der ausgesuchten Elektronik. Beim akustischen Akklimatisieren des Autors an die Umgebung übernimmt, wie zuvor angedeutet, der Cascade die Wandlung. So genussvoll ich in meinem Arbeitszimmer Files, Platten und Tonbänder auch hören kann, hier im Penthouse wird deutlich, dass bei sehr guten Komponenten auch das schiere Volumen des Raums erheblich zum Endergebnis beiträgt. Ganz abgesehen davon, dass die Hyperion wegen der Dachschräge bei mir nicht aufzustellen wären, verhindert schon die geringe Breite des Zimmers, die Lautsprecher für ein so großes Bühnenbild wie im Penthouse voneinander entfernt zu platzieren.

Die Anschlüsse der Sentinel Powerbase
Die Anschlüsse der Sentinel Powerbase

Bei Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem bayrischen Radio-Symphonieorchester erklangen die Blechbläser etwas besser definiert als gewohnt, aber auch einen Hauch weniger spektakulär. Ein kurzer Rechtsdreh am Lautstärkerad auf der Fernbedienung sorgt aber sofort für – vermeintlich – mehr Engagement der Musiker. Das Schöne dabei: Dank des Raumes und der Schallwandler bleibt das Klangbild auch bei höheren Lautstärken jederzeit angenehm und entspannt – von Kompressionseffekten keine Spur. Aber nicht nur der mögliche Pegel, das satte Bassfundament und die realitätsnahe Größe faszinieren mich. Dass bei sehr guten Schall- und D/A-Wandlern die Reflexionen der rechts zu ortenden Blechbläser an den linken Wand des Saales zu hören sind, habe ich ja schon mehrfach beschrieben. Mit der Kette im Acapella Showroom nimmt man das aber nicht als zwei voneinander eher unabhängige Ereignisse wahr, sondern kann dem Schall auf seinem Weg von rechts nach links folgen: Das mag unter musikalischen Gesichtspunkten eine Marginalie sein, lässt die Wiedergabe aber natürlicher und echter wirken. Immer wieder erstaunlich, wie viele Details in einer Aufnahme vorhanden sind und nur von den allerbesten Wandler zu Gehör gebracht werden können – eine entsprechend hochauflösende Kette natürlich vorausgesetzt.


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