tests/26-08-11_oladra
 

Oladra Presence

11.08.2026 // Wolfgang Kemper

Nun könnte man durchaus einwenden, dass mein Testbericht möglicherweise etwas Schieflage hat, da mein D/A-Wandler für gut 6000 Euro kein adäquater Spielpartner sei und die Vorzüge des Presence nicht ausreichend ans Licht bringt. Okay. Mein Freund T. hat vor kurzem einen Lampizator Horizon 360X erworben. Diesen steuert er mit einem Lampizator Gulfstream Roon-Musikserver an. Sein Problem liegt also eher anders herum und T. freut sich, den Oladra Presence am Horizon probieren zu können. Obwohl seine sehr aufwändige Anlage mit selbstgebauten Feldspulen-Lautsprechern nach Wolf von Langa und vier Klipschhorn-Nachbauten für den Tiefstbass auf seine Tonquelle Gulfstream mit Roon abgestimmt ist, kann der Oladra Presence hier sehr schnell seine Überlegenheit beweisen. Schon mit Roon erleben wir nicht nur bei natürlichen Instrumenten, Solostimmen und Chor wie Händels Giustino mehr Auflösung. Die Abbildung gewinnt bei dieser Musik ebenfalls an räumliche Tiefe Das überlegene Timing des Presence vermittelt Lebendigkeit und Rhythmus. Der Wechsel zu Lyrion bringt im Vergleich zu Roon eine Veränderung, die aber nicht immer eine Verbesserung bedeutet. So klingt „You Look Good to Me“ vom Oscar Peterson Trio-Album We Get Request mit Roon überzeugender. Das Bassspiel von Ray Brown wirkt dreidimensionaler. Vor allem das Klavier begeistert, weil es so authentisch zu hören ist, dass ich meine, den schwarz lackierten Flügel-Deckel zu sehen. So habe ich diesen seit 50 Jahren immer wieder gehörten Test-Dauerbrenner auch über noch kostspieligere Anlagen nie erlebt. Es schien also so, als hätte T. mit seiner Feinabstimmung Roon optimal integriert. Als wir danach jedoch mit Jplay hörten, war alles andere vergessen und zweitklassig. Beim Giustino erklangen die Stimmen großartig plastisch, die Streicher spielten zarter, seidiger. Zur einzigartigen Auflösung des Presence gesellte sich nun eine authentische Fülle der Klänge, die mein Freund mit „unglaublich“ kommentierte. Das Händel-Werk klang frappierend detailliert und gleichzeitig homogen und voller Schönheit. Zwar spielte in „You Look Good to Me“ Ray Brown den Bass jetzt nicht mehr ganz so knurrig und wuchtig; aber das war auch der einzige Titel unter vielen, wo Roon nicht zu schlagen war. Denn der E-Bass auf Lee Ritenour Rio spielte mit Jplay wieder wesentlich glaubwürdiger und schöner konturiert, während er mit Roon schlichtweg zu dick auftrug und die tonale Balance bei „Rio Funk“ kippen ließ. Jplay ist in diesem Anlagen Setup zusammen mit Minimserver der optimale Spielpartner. Das von Antipodes Audio gepflegte Angebot, verschiedene aufeinander abgestimmte Server- und Player- Software zur Verfügung zu stellen, und zwar jederzeit über die App abrufbar, beweist sich auch hier als ein Segen.

Ich wage mal, meinen Gesamteindruck so zu formulieren: Wenn der Oladra G4 bereits mehr als 30.000 Euro kostete, halte ich den Mehrpreis des Oladra Presence mit seinem minimalistischen, geradlinigen, im Detail präzise abgestimmten Konzept nicht nur für vertretbar sondern für fair. Diese ganzheitliche Optimierung bestätigt sich auch bei dem kurzen, zugegeben praxisfremden Versuch – jetzt wieder in meiner Anlage –, den Presence als reinen Server für meinen Eversolo-T8 als Lyrion Player einzusetzen. Das klangliche Ergebnis ist weit, weit unterhalb des Presence als in sich geschlossenes, harmonisches Gesamtkonzept.

STATEMENT

Mit dem Oladra G4 bot Antipodes Audio bereits eine hervorragende Musikmaschine. Weil der Oladra Presence klanglich so viel mehr zu bieten hat, spielt er in der obersten Liga und womöglich auf Platz Eins weltweit.
Gehört mit
Streamer Eversolo T-8
Netzwerk AVM 5590 Fiber mit Ferrum Hypsos, Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2
CD-Transport Cayin Pearl 30c
Digital/Analog-wandler HoloAudio May Ketsuné Edition oder Gold Note HP-10 deluxe
Vorverstärker Audio-gd Master 1 Vacuum
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100 auf Isoacoustics
Equalizer LA-Audio EQ231G für Bass
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Kopfhörer- Verstärker Gold Note HP-10 deluxe
Kopfhörer HEDD D1, Denon AH-D2000
Zubehör Audioquest Dragon 48 HDMI, Audioquest Diamond, USB, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, JIB, Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Evolution Black, S/PDIF, Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Aquaeus Aureus Luminist Rev.,Elementa, Advance und Alzirr XLR, Silversmith, Fidelium Speaker und QED Genesis Silver Spiral mit Enacom, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, AHP, Reinkupfer Sicherungen, Synergistic Research Quantum Orange, Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Franck Tchang, Klangschalen, Levin Design Vinylbürste
Geräte-Erdung Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis
Herstellerangaben
Oladra Presence
Geräteart Musik-Server und Streamer
Musik-Speicher 4 Terabyte SSD integriert und bis zu 20 TB über zwei integrierte Einschübe für SATA SSDs sowie externe Zuspieler wie NAS
Betrieb Soft-Start und umfassender Schutz
Ausgang USB Audio Class 2.0 (UAC2) – vollständige Konformität über USB A
Wiedergabe Lyrion, Roon, DLNA
Stromversorgung Universalspannung mit weltweiter Konformität, optimiert für schnelle Stromabgabe bei Transienten
Gehäuse CNC-gefrästes 3-teiliges Gehäuse
Breite 491 mm
Tiefe 402 mm
Höhe 114 mm
Gehäusefarbe Schwarz oder Silber eloxiert
Gewicht 18,9 kg
Garantie 3 Jahre, mit Registrierung 5 Jahre, bei Kauf über CM-Audio lebenslänglich
Preis 58.000 Euro

Vertrieb
CM-Audio - Flöter Technology Service
Ansprechpartner Torsten Fink
Anschrift Kölner Straße 46
41464 Neuss
Telefon +49 2161 6782451
E-Mail info@cm-audio.net
Web www.cm-audio.net


  • MSB Technology Cascade DAC – aktuelle Version

    Die Bilder könnten zwar den Anschein erwecken, aber ich recycele hier nicht den Cascade-Test von vor zwei Jahren – auch wenn das bei den Temperaturen im Hörraum ein verlockender Gedanke wäre. Der aktuelle MSB-Wandler unterscheidet sich rein äußerlich nicht von dem, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe, in Sachen Technik und Klang aber sehr wohl. Ich habe Jürgen Sachweh, den Inhaber des deutschen MSB-Vertriebs gefragt, was mein damaliges Testmodell von der neuen Version unterscheidet, und…
    04.08.2026
  • MSB Technology The Sentinel DAC

    Hier geht es um einen D/A-Wandler, der zum Aufwändigsten zählt, das in dieser Gerätegattung gebaut wurde – vergleichbar höchstens noch mit dCS' Varèse. Hören konnte ich das Ausnahmegerät zwar nicht in meinem Hörraum, allerdings in einer bereits etwas vertrauten Umgebung. Reicht das, um meine Eindrücke in der Rubrik Tests zu veröffentlichen? Üblicherweise finden Sie die Schilderung meiner in fremden Gefilden bei Firmenbesuchen gemachten Erfahrungen unter dem Menü-Punkt Feuilleton. Aber diesmal ging es nicht um eine…
    31.07.2026
  • SPL Crossover Mk2

    SPL ist nach meinen Informationen der einzige Audiogeräteproduzent, der überhaupt eine aktive Analogfrequenzweiche im Portfolio führt. Mit der Mk2 steht inzwischen eine Überarbeitung der Ur-Version in den Startlöchern. Höchste Zeit, sich dieses HiFi-Einhorns einmal anzunehmen. Der Funktionsumfang der zweiten Generation ist immens angewachsen. Während das Crossover erster Generation lediglich bei der optimalen Einbindung eines Subwoofers in die Stereokette helfen konnte, eröffnet die Mark 2 gänzlich neue Möglichkeiten. Statt der Trennfrequenzen von 50, 60, 70, 85,…
    28.07.2026
  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.