Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie.
Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu mir nach Hause. Auspacken und am Linn Ittok Tonarm installieren war schnell erledigt. Nun begann die eher langweilige Einspielphase. In der Zwischenzeit trug ich einige technische Details über das System zusammen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Das Starling ist ein Low-Output-MC-Abtaster mit einer Ausgangsspannung von 0,5 Millivolt und einer Innenimpedanz von 28 Ohm. Mit dieser Impedanz ist es kompatibel mit den meisten MC-Phonovorverstärkern am Markt. Auf den aus massivem Bor bestehendem Nadelträger ist der Abtastdiamant aufgeklebt.

Der Diamanten des Starling besitzt einen MicroRidge-Schliff. Hierzu gibt man dem Diamanten zunächst eine stark elliptische Form, aus der dann ein umlaufender Kontakt-grat herausgearbeitet wird. Hierdurch entsteht zur Rillenflanke hin ein lediglich 3-4µm betragender Verrundungsradius. Viel feiner geht‘s nicht und man könnte sich angesichts eines so scharfen Stichels Sorgen um seine Platten machen. Muss man aber nicht, da die Kontaktfläche des MicroRidge-Schliffs durch ihre lange vertikale Ausdehnung im Vergleich zum klassischen sphärischen Schliff ungleich größer ist – zur feinen Abtastung kommt also bei korrekter Justage ein besonders schonender Umgang mit dem Vinyl und hierdurch eine deutlich höhere Lebensdauer.
Dieser besondere Nadelschliff erfordert allerdings eine erheblich präzisere Montage als bei normalen elliptischen oder konischen Nadeln. Wegen der langen vertikalen Ausdehnung der Kontaktfläche sorgen bereits kleine Azimuthfehler – also ein von vorne betrachtet verkantetes Eintauchen der Nadel in die Rille – für hörbare Asymmetrien und Verzerrungen. Auch der durch die Tonarmhöhe beeinflussbare vertikale Abtastwinkel (VTA) macht sich bei falscher Einstellung bemerkbar. Trotzdem ist die korrekte Justage kein Hexenwerk. Zum einen helfen die geraden und zum Teil rechtwinkligen Flächen des Gehäuses und der gut sichtbare Nadelträger bei der Montage. Zum anderen bekommt man während der Justage eine direkte akustische Rückmeldung, man hört sofort, wenn was nicht stimmt. Und weiß sofort, wenn alles passt. Die offene Bauweise des Systems hat leider auch Nachteile, denn da die gesamte Generator-Baugruppe ungeschützt frei liegt braucht es nicht viel, um die empfindliche, exponierte Hardware unwiederbringlich in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Also ist Vorsicht bei jeglicher Handhabung während der Installation des Tonabnehmers geboten.
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