Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren.
Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit und das Gewicht des gesamten Abtasters sind etwas geringer, und die Spulen bestehen hier anders als etwa beim MC Diamond aus hochreinem Silber. Selbstverständlich besitzt aber auch das MC Vertex ein Gehäuse, das im Selective-Laser-Melting-Prozess entsteht, bei dem Titan-Partikel mit einem Laser in einer Art 3D-Druck miteinander verschmolzen werden. Dabei werden die Partikel an der Außenseite so stark erhitzt werden, dass sie eine Metallgitterstruktur ausbilden. An bestimmten Stellen im Inneren führt weniger Hitze dazu, dass die Struktur amorph bleibt. Man erhält ein Gehäuse mit sehr hoher Festigkeit und starker innerer Dämpfung. Das ist für Resonanzen weitaus weniger anfällig als ein aus einem massiven Stück Metall mit CNC-Maschinen herausgearbeiteter Körper.

Natürlich kommt beim neuen Topmodell auch das Wide Range Damping (WRD)-System zum Einsatz, eine Kombination von zwei Dämpfungsgummis unterschiedlicher Härte, zwischen denen eine dünne, aber schwere Platinscheibe verhindert, dass Schwingungen von einem Dämpfer auf den anderen übertragen werden. Das WRD-System sorgt für eine möglichst gleichmäßige Kontrolle der Bewegung des Nadelträgers über einen großen Frequenzbereich. Dazu merkt Dovydas Vaitkus, der das MC Vertex zusammen mit Pawel Wozniak in Kooperation mit Leif Johannsen, Ortofons ehemaligem Chief Officer Acoustic & Research, entwickelte, in einer E-mail an: „Die Formen der Dämpfer sind dieselben wie beim MC Diamond, jedoch unterscheidet sich die Gummimischung. Die Gummimischung wurde entwickelt, um die Dämpfung und die allgemeine Stabilität des Tonabnehmers zu verbessern. Wie üblich wurden die Dämpfer im eigenen Haus bei Ortofon entwickelt, und nach Tests mit mehreren Iterationen wurde die beste Gesamtlösung ausgewählt.“
Auf die Frage, warum man den bewährten Generator geändert habe, schrieb Dovydas Vaitkus: „Der neue Generator basiert auf seinem MC-Diamond/Anna-Vorgänger, der für den Einsatz mit einem nichtmagnetischen Spulenträger ausgelegt ist. Dies erfordert jedoch ein recht großes und schweres Magnetsystem. Für das MC Vertex konnten wir mithilfe von Magnet-Simulationssoftware die Gesamtmasse des Generatorsystems reduzieren und gleichzeitig die gewünschte Ausgangsleistung bei verbesserter Kanaltrennung beibehalten.“ Die verbesserte Kanaltrennung werde durch die Erzeugung eines homogeneren Magnetfelds im Luftspalt erreicht. Dafür sei die Anbringung eines kleinen Schlitzes an einer idealen Position am vorderen Joch verantwortlich. Die Position des Schlitzes sei durch mehrere Optimierungssimulationen ermittelt worden, bis das bestmögliche Ergebnis gefunden worden sei. Die reduzierte Gesamtmasse des Tonabnehmers biete eine bessere Kompatibilität mit verschiedenen Tonarmen und Plattenspielern. Ein Teil der Gewichtsreduzierung sei durch die Verwendung eines leichteren und moderneren Neodym-Magneten höherer Qualität im Vergleich zu dem im magnetischen System des MC Diamond erreicht worden.
© 2026 | HIFISTATEMENT | netmagazine | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Datenschutz
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.