Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen?
Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau das gleiche kostet unser Testkandidaten-Paar Veritas M4.2 SE, ein kompaktes Zwei-Wege-Bassreflex-Design mit rückseitiger Ventilieröffnung. Will man dieses kleinvolumige, sauber verarbeitete Juwel frei aufstellen, sind noch ein paar Hunderter in angemessene Ständer zu investieren, die so bemessen sein sollten, dass sich der hochkarätige Scan-Speak-Illuminator-Hochtöner idealerweise in etwa auf Ohrhöhe befindet. Diese Möglichkeit zur optimalen Anpassung an die individuelle Hörsituation darf man gegenüber Standlautsprechern bereits als Vorteil so eines kompakten Lautsprechers sehen, denn nicht selten passt die Anordnung des Hochtöners bei Standboxen nicht zu Raum und zur Entfernung vom Hörplatz.

Auch aus diesem Grunde bietet Phonar für seine Standboxen als Zubehör verschraubbare Sockel an. Mit solchen habe ich unlängst auch meine Veritas P9.2 SE optimiert. Bleiben wir beim Preis. Alle Phonar Veritas SE-Modelle basieren auf dem jeweiligen Basis-Modell Veritas Next. In diesem Falle also auf der Veritas M4.2 Next für einen Paarpreis von gerade mal 1200 Euro. Bei der Verdopplung des Preises darf man, so denke ich, Einiges erwarten, zumal die M4.2 Next in der Fachpresse bereits mächtig Beifall findet. Die Preisunterschied von 100 Prozent mag erstaunen, lässt sich aber leicht erklären. Der wesentliche Mehraufwand besteht in der Verwendung des Scan-SpeakIlluminator-Hochtöners. Der wurde hier nicht einfach aus dem obersten Regal genommen, sondern sogar nach Phonar-Spezifikationen angepasst. Das bekommt man nicht geschenkt. Der Illuminator-Hochtöner ist exzentrisch auf der Montageplatte nach unten versetzt, so dass er akustisch bestmöglich mit dem Mitteltieftöner korrespondiert. Hinzu kommt der Aufwand für die höherwertige Frequenzweiche mit kostspieligen Bauteilen. Interne Veränderungen am Gehäuse bestehen bei der SE darin, dass das Gehäuse durch einen Sandwichaufbau zusätzlich Resonanzen-mindernd gedämmt ist. Details will man nicht verraten. Der Tief-Mitteltöner und das Bi-Wiring geeignete Anschlussterminal der SE sind identisch mit der Next-Version. Für Letzteres hätte ich mir eine andere Lösung als die Messingbrücken zwischen den beiden Anschlusspaaren für Bass und Hochton gewünscht. Ich habe im Laufe des Hörtests an deren Stelle In-Akustik Kabelbrücken oder einen Phonosophie Biwiring-Zobel-Adapter eingesetzt. Dies führte jeweils zu einem hervorragend auflösenden, doch helleren Klangbild und war letztlich musikalisch nicht zwingend vorteilhaft. Man darf also hier gerne die Messingbrücken belassen oder mit hochwertigen Kabelbrücken oder Bi-Wiring experimentieren. Der Tiefmitteltöner stammt, wie auch bei den großen Modellen, von Peerless. Die leichte 17-Zentimeter-Membran aus unbeschichtetem Papier-Nomex soll sich durch einen sehr natürlichen Klang auszeichnen. Die 33 Millimeter große Schwingspule schafft mehr als zehn Millimeter linearen Hub. Die Gehäusefront verläuft schräg, was der Zeitrichtigkeit im Abstrahlverhalten der beiden Treiber dient. Dass auch die Rückwand schräg verläuft, sorgt für die Vermeidung stehender Wellen im Inneren.

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