In meinem Freundeskreis genießt Cardas für den eigenwilligen Humor ihres Youtube-Kanals Legendenstatus. Ein hervorragender Ruf eilt Cardas-Kabeln ebenso voraus. Dennoch hat es bis heute gedauert, dass sie ihren Weg in meinen Hörraum gefunden haben. Mit der Clear Sky Serie befinde ich mich im mittleren Preissegment des Portfolios.
Zur Einstimmung auf diesen Test habe ich mir selbst noch einmal „Soldering With Jesus“ von Cardas' Youtube-Kanal zu Gemüte geführt, um den Test amüsiert und in bester Laune anzugehen. Dass Cardas seinen Kunden Lötwissen näherbringt, halte ich für einen edlen Schachzug. So kann jeder nachvollziehen, was eine perfekte Terminierung erfordert und sich selbst daran versuchen, ein eigenes Kabel herzustellen. Alle, die sich das nicht zutrauen, können sich glücklicherweise auf Jesus und seine Terminator-Kollegen verlassen.
Die Firma Cardas wurde 1987 von George Cardas gegründet. Das Schneckenhaus, das zum Logo und Sinnbild der Marke geworden ist, kommt nicht von ungefähr. Als semi-professioneller Rennfahrer hat George mit seinem Mechaniker Mike Colver vielfach auf den goldenen Schnitt gesetzt. Die resultierenden Motor- oder Auspuffauslegungen sollen der Konkurrenz oft voraus gewesen und deshalb aus Rennserien verbannt worden sein. Dasselbe Prinzip liegt noch heute den Kabeln der Marke zugrunde. Sie bestehen aus feinen Kupferlitzen, die einzeln lackiert und somit isoliert werden. Vom Kern der Kabel nach außen werden nach dem goldenen Schnitt aufsteigende Materialstärken der Litzen gewählt und miteinander verseilt. Das Kupfer bezieht Cardas seit jeher aus derselben Quelle. Ein amerikanischer Hersteller fertigt nach Georges Spezifikationen besonders reines, höchstqualitatives Kupfer. Teilweise greifen andere Hersteller auf Cardas-Kupfer für ihre eigenen Produkte zurück, was für seine Qualität sprechen dürfte. Inzwischen lenkt Georges jüngste Tochter Angela die Geschicke der Firma. George bleibt weiterhin für Kabeldesigns verantwortlich. Familie bedeutet beiden viel, so werden auch die Angestellten als erweiterte Familie betrachtet und des Öfteren aus dem persönlichen Umfeld im Städtchen Bandon in Oregon für die Firma rekrutiert.
Für den Test hat mir Cardas' deutscher Vertrieb Sieveking Sound ein Interconnect mit Cinch-Steckern und ein Lautsprecherkabel mit Bananensteckern der Clear Sky Serie zur Verfügung gestellt. Beide Kabel sind mit eigenen Cardas-Steckern versehen. Die Cinch-Stecker sind sehr robust und weisen genau das richtige Maß an Spannkraft auf, um einen idealen Kontakt zur Buchse herzustellen. Die Bananenstecker bestehen aus zwei recht massiven, übereinanderliegenden Zungen, in deren Spalt eine Art Federelement für eine hohen Anpressdruck und somit möglichst geringe Übergangswiderstände sorgt. In Sachen Einspieldauer ist man bei Cardas recht pragmatisch. Die Kurzform lautet: „Die Kabel einfach einstecken und nutzen“. Dennoch ist die Materie komplexer, und wer es im Detail wissen möchte, findet eine umfangreiche Erklärung auf der Cardas-Website. Für meinen Test bleibt interessant, dass ein Kabeltausch die Einspieleffekte größtenteils zunichtemacht. Deshalb habe ich sowohl Testläufe mit Einspielzeiten für sowohl meine als auch die Testkabel durchgeführt, aber auch solche ganz ohne Einspielzeit. Wie üblich assoziiere ich mit längerer Einspielzeit eine stressfreiere Wiedergabe und weitere Betonung der positiven Eigenschaften. Da die wahrgenommenen Klangdetails in ihrer Tendenz, eingespielt oder uneingespielt, bestehen bleiben, unterscheide ich im Test nicht explizit.
„Rapid Calm“ der Band Between the Buried and Me von ihrem Album Coma Ecliptic macht den Anfang, da ich die Jungs gerade live gesehen habe und mich die verzwickte Rhythmik des Stücks neben der spannenden Instrumentenmischung wahnsinnig fasziniert. Viel Spaß beim Mitzählen. Mir ist es bisher nicht gelungen, den Code zu knacken. Ein ideales Interconnect-Kabel sollte für mich im Idealfall nichts tun. Es soll die verbundenen Geräte verbinden, ohne einen Eigenklang hinzuzufügen. Genau das habe ich auch vom Cardas Clear Sky erwartet. Die Veränderung der Wahrnehmung der Unterschiede zwischen meinem einfachen Sommer Epilogue, das aufgrund seiner für mich passablen Preis/Leistung noch immer in der Kette verblieben ist, ist besonders spannend. In erster Instanz höre ich beim Cardas besonders im Stimmklang des Sängers etwas rundere, „zahmere“ Mitten. Der Bass und die Höhen scheinen hingegen stärker betont. Nach einigem Hin- und Her-Vergleichen werden die initial wahrgenommen Unterschiede verschwindend gering. Das Sommer und Cardas scheinen sich tonal sehr nahe zu sein. Was ich eingangs als stärkere Betonung des Basses wahrgenommen habe, wirkt viel eher wie eine Erweiterung des Frequenzgangs nach unten. Die Höhen wirken nach dem Einhören eher geschmeidiger, dabei gleichermaßen einen Hauch feiner aufgelöst. Eine Veränderung in den Mitten kann ich nicht mehr unbedingt heraushören. Was beide Kabel aber wirklich unterscheidet, ist, wie sie in ihrer Gesamtheit wirken. Das Clear Sky schafft es, die Bühne etwas tiefer darzustellen. Die Instrumente sind etwas schärfer voneinander getrennt und scheinen greifbarer. Insgesamt herrschen ein höherer Realismus und Wohlklang.
Bei Loreena McKennits „La Serenissima“ vom Album THe Book of Secrets manifestiert sich dieser Eindruck nochmals mit einer insgesamt größeren musikalischen Sanftheit des Cardas. Tatsächlich wirkt es auf mich so, als würde mein Epilogue „noch weniger machen“, einzelne Töne wirken in sich schlichter, dafür bleibt die Wiedergabe aber, so wie ich es von meiner Kette gewohnt bin, eher technisch mit einem minimalen Anflug von Härte. Die Saiten der Harfe wirken etwas schimmernder, metallischer, tendenziell eher wie (umsponnene) Nylonsaiten. Sie scheinen leicht vom Klangkörper isoliert. Mit dem Clear Sky schmelzen Saiten und Klangkörper zu einer ausdrucksstarken und dennoch differenzierten Einheit zusammen. Die Saiten wirken jetzt eher wie Darmsaiten und verfügen über einen wunderbar weichen, komplexen Kernklang. Auch die Viola da Gamba wirkt lebensechter, so wie ich das Instrument hautnah erlebt kenne, und ihr besonderer, leicht nasaler Klang kann sich natürlicher entfalten. Bei diesem ruhigen Stück kristallisiert sich die Überlegenheit des Cardas heraus. So fein, einfühlsam, einfach nur schön, kenne ich das Stück auf meiner Anlage nicht. Sogar die Crescendi wirken mit dem Cardas-Cinch-Kabel etwas betonter und kraftvoller ausgeführt.
Für den Test des Lautsprecherkabels fällt mir die Entscheidung schwer, welches NF-Kabel als Grundlage dienen soll. Das Cardas spielt klanglich klar komplexer, feiner und einfühlsamer, mein Kabel kenne ich aber deutlich besser. Ich entscheide mich zunächst für das Cardas Interconnect, um die Synergie beider Kabel zu erleben, möchte dann aber zum Abschluss auch einmal testen, wie das Cardas-Lautsprecherkabel gemeinsam mit meinem Epilogue wirkt.
Beim Wechsel des Lautsprecherkabels nehme ich initial kaum tonalen Veränderungen wahr, so wie es beim Cinch-Kabel der Fall war. Das werte ich absolut positiv. Denn der Grund, weshalb ich auch an meinem Sommer SC-Dual Blue Lautsprecherkabel so lange festhalte, ist seine nicht verfärbende Eigenschaft. So würde ich also auch dem Cardas Neutralität attestieren, wenn überhaupt mit einem minimalen Hauch ins Warme. Dafür sticht es in einer anderen Disziplin deutlich hervor. Bei Borknagars „Voices“ vom Album True North ist mit dem Clear Sky viel mehr Dynamik im Spiel. Jeder einzelne Ton scheint leiser zu beginnen und lauter zu enden. Auch der Weg von leise nach laut scheint noch feiner abgestuft. Das manifestiert sich sowohl in kleinen Details von Sänger Lars Nedlands Stimme, aber auch im insgesamt vehementer wirkenden Schlagzeug und E-Bass. Die Begleitinstrumente profitieren ebenfalls deutlich, indem sie klarer abgegrenzt werden und viel leichter als einzelne Instrumente zu identifizieren sind. Insgesamt führt das zu einer deutlich differenzierteren Wiedergabe. Im Gegensatz zur größeren Bühnentiefe, die das NF-Kabel erzeugte, fällt das Lautsprecherkabel in dieser Disziplin nicht unbedingt übermäßig auf. Der Eindruck von Raum und Luftigkeit entsteht eher durch Präzision und Abgrenzung der Instrumente als durch eine überdurchschnittliche Bühnentiefe. Auch das werte ich positiv, denn die Raumgröße wirkt glaubwürdig und nicht künstlich aufgeblasen.
Abschließend möchte ich wie angekündigt noch testen, wie das Cardas-Lautsprecherkabel gemeinsam mit meinem Epilogue harmoniert. Dazu komme ich auf „La Serenissima“ zurück und es wird noch einmal besonders interessant für mich. Beide Cardas-Kabel gemeinsam erzeugen eindeutig die größere Plastizität, spielen ruhiger und geschmeidiger. Mein eigenes Cinch-Kabel profitiert allerdings auch vom Cardas-Lautsprecherkabel im Setup. Gemeinsam mit meinem Lautsprecherkabel wirkt mein Epilogue eher „technisch kalt“ und das Cardas Interconnect eher „musikalisch fließend“. Das Clear Sky Lautsprecherkabel lässt diese Unterschiede geringer werden. Beide Cardas-Kabel gemeinsam wirken wie gesagt plastischer und differenzierter, mein Epilogue mit Cardas' Lautsprecherkabel jedoch etwas lebendiger, spritziger. Seine technische Komponente fällt deutlich weniger negativ ins Gewicht als noch zuvor. Bei den eingangs gehörten Between the Buried and Me erzeugt die Kombination aus der Präzision und Dynamik des Clear Sky Lautsprecherkabels mit der durchschlagenden Klarheit meines Epilogues eine spannende, energiegeladene Wiedergabe. Es beweist, dass ein durchgängiges Cardas-Kabelsetup, durchaus ein Optimum darstellen kann, die Kabel aber auch sehr offen für experimentelles Mischen sind. Das ist für mich eine spannende Qualität, denn oft erlebe ich es, dass ein einheitliches Kabelupgrade eine bestimmte Kerneigenschaft bedient und ein fremdes Kabel in der Kette diese in Synergie erreichte Qualität wieder zunichtemacht. Damit ist das „Steuern“ übriger Faktoren oft schwierig und zwingt teilweise zum Austausch eines gesamten Kabelsatzes. Die Clear-Sky-Kabel jedoch scheinen ihre Kerneigenschaften in nahezu voller Qualität zu erhalten, auch wenn man mit einem anderen Kabel in eine leicht andere Richtung steuert.
Bei einem Wechsel zurück auf das reine Cardas Setup lässt sich mit „Everything Is Going to Be OK“ von GoGo Penguins gleichnamigem Album noch einmal wunderbar nachvollziehen, was insgesamt passiert. Der Raum wird tiefer, größer, die Separation, Tiefenstaffelung und Konzentration der einzelnen Instrumente nimmt zu. Die Wiedergabe wird gleichzeitig differenzierter, mit einigen kleinen Details mehr, aber auch etwas geschmeidiger, fließender und erzeugt natürlichere, glaubwürdigere Klänge. Die größere Dynamikfähigkeit der Cardas-Kabel macht die Wiedergabe ungleich spannender und anziehender.
Gehört mit
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Router & Zubehör | Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3) |
Server | PrimeCore Audio A7 |
Reclocker | Mutec MC-3+ USB |
DAC | Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+) |
Pre-Amp | Violectric Pre V630 |
Endstufe | NAD C 275BEE, IOTAVX PA3 |
Lautsprecher | Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A |
DAP | FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz) |
Smartphone | Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp, USB Audio Player PRO) |
Kopfhörerverstärker | iFi Micro iDSD Black Label |
Kopfhörer | Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition |
In-Ears & Zubehör | Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match, Final ZE8000 JDH |
Kabel | Audioquest, Chord Company, Belden, Boaacoustic, Furutech, Glockenklang/Eupen, Sommer |
Herstellerangaben
Cardas Clear Sky Interconnect RCA
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Technische Spezifikationen | 9,3 mm Außendurchmesser, 2 x 0,5 mm CLEAR-Sky-Leitermaterial, Geflochtene Abschirmung, Alcryn-Ummantelung |
Preis | 0,5 m: 630 € 1 m: 820 € 1,5 m: 1.010 € 2 m: 1.200 € 2,5 m: 1.390 € 3 m: 1.580 € 3,5 m: 1.770 € 4 m: 1.960 € 4,5 m: 2.150 € 5 m: 2.340 € + 0,5 m: 190 € |
Herstellerangaben
Cardas Clear Sky X4 Speaker
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Technische Spezifikationen | 1,8 cm Außendurchmesser, Cardas-Kupfer, PFA-Dielektrikum, 4 x 1,5 mm CLEAR Leitermaterial |
Preis | 0,5 m: 590 € 1 m: 810 € 1,5 m: 1.030 € 2 m: 1.250 € 2,5 m: 1.470 € 3 m: 1.690 € 3,5 m: 1.910 € 4 m: 1.130 € 4,5 m: 2.350 € 5 m: 2.570 € + 0,5 m: 220 € |
Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
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Ansprechpartner | Jan Sieveking |
Anschrift | Plantage 20 28215 Bremen |
Telefon | +49 421 6848930 |
kontakt@sieveking-sound.de | |
Web | www.sieveking-sound.de |
Mit dem MM-Tonabnehmer N1 beweist clearaudio eindrucksvoll, wie viel Leistung und Präzision auch im preislichen Einstiegssegment umsetzbar sind. Zum Marktstart ist der N1 zum besonders attraktiven Einführungspreis von 99 Euro erhältlich. Zusätzlich präsentiert clearaudio mit dem Stylus Cleaner Pad ein unverzichtbares Zubehör für die tägliche und besonders schonende Reinigung der Nadel.
Clearaudio präsentiert den neuen Maßstab für den Einstieg in die MM-Tonabnehmerklasse – reduziert auf das Wesentliche, aber kompromisslos in Klangqualität, Verarbeitung und Materialwahl. Ein Tonabnehmer, der klanglich weit über seine Preisklasse hinaus überzeugt. Das neu entwickelte, eloxierte Aluminiumgehäuse dient als extrem stabiler Konstruktionsrahmen und überzeugt durch ein optimal ausbalanciertes Gesamtgewicht von nur 12,6 Gramm. Dadurch ist er gleichermaßen für leichte wie auch schwere Tonarme geeignet. In klassischem Schwarz oder elegantem Silber erhältlich, lässt sich der Tonabnehmer optisch ideal auf Tonarm oder Plattenspieler abstimmen.
Ein besonderes Highlight ist das innovative Stecksystem für den Nadelträger: Es ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Wechsel – sogar im eingebauten Zustand. Ideal für unvorhergesehene Zwischenfälle oder regelmäßige Wartung. Ebenfalls brandneu eingetroffen ist das clearaudio Stylus Cleaner Pad. Das Gel-Pad ist eine ideale Ergänzung zu bestehenden Reinigungsmethoden wie Flüssigkeit und Bürste, insbesondere für die tägliche Reinigung oder den spontanen Einsatz. Seine Anwendung erfolgt schnell, unkompliziert und frei von mechanischen Belastungen.
Das Stylus Cleaner Pad basiert auf einem speziellen Silikonmaterial mit antistatischer Wirkung. Es zieht selbst feinste Staubpartikel zuverlässig an – ganz ohne den Einsatz von Flüssigkeiten und Reibung. Die Anwendung ist denkbar einfach: Der Abtaster wird zwei- bis dreimal vorsichtig auf das Pad abgesenkt – schon ist die Nadel mikroskopisch rein und bereit für ein unverfälschtes Hörerlebnis.
Der MM-Tonabnehmer N1 ist ab sofort für kurze Zeit zum Einführungspreis von 99 Euro im Fachhandel und im clearaudio Analogshop in den Farben Silber und Schwarz erhältlich. Das Stylus Cleaner Pad ist ebenfalls ab sofort zum Preis von 29 Euro im clearaudio Analagshop erhältlich.
Hersteller
clearaudio electronic GmbH
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Anschrift | Spardorfer Str. 150 91054 Erlangen |
Telefon | +49 9131 40300100 |
info@clearaudio.de | |
Web | www.clearaudio.de |
WOD freut sich, passend zum Weltkopfhörertag die renommierte US-amerikanische Marke 64 Audio in sein Vertriebsportfolio aufzunehmen. Das Unternehmen ist bekannt für seine fortschrittliche Technologie und seine Hingabe zur Klangqualität, die sowohl von professionellen Musikern als auch von Audiophilen weltweit geschätzt wird.
Mit einer Vielzahl von Produkten, wie In-Ear-Monitoren, die für Live-Performances, Studioaufnahmen und den persönlichen Gebrauch konzipiert sind, bietet 64 Audio-Lösungen, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. Jedes Produkt wird mit einem klaren Fokus auf Komfort und Benutzerfreundlichkeit entwickelt, um ein unvergleichliches Hörerlebnis zu garantieren. WOD freut sich, ab sofort die renommierten Produkte von 64 Audio in seinem Sortiment zu haben.
Ein besonderes Highlight ist die neue Apire Serie, die mit vier Modellen sowohl Einsteiger als auch anspruchsvolle Hörer anspricht. Jedes Modell bietet ein individuell abgestimmtes Klangprofil und richtet sich an unterschiedliche Bedürfnisse: von natürlichen Klangbildern bis hin zu professionellen Anforderungen an Präzision und Dynamik.
Die Produkte von 64 Audio sind ab sofort über WOD Audio oder ausgewählte Fachhändlern erhältlich. Weitere Informationen gibt es auf der WOD Webseite oder auf der World of Headphones (https://www.hifistatement.net/event/item/4163-world-of-headphones-in-essen).
Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
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Anschrift | Westendstr. 1a
61130 Nidderau |
Telefon | +49 6187 900077 |
info@wodaudio.de | |
Web | www.wodaudio.de |
Hersteller
SV-Audio by Storgaard & Vestskov
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Anschrift | Lillevangsvej 6 3700 Rønne Dänemark |
Telefon | +45 8844 8500 |
info@sv-audio.com | |
Web | sv-audio.com |
Frida von Storgaard & Vestskov hat mich bereits auf den Hamburger HiFi-Tagen 2024 derart verblüfft, dass ich lange im Raum der Dänen verweilte und der Vorführung gespannt zuhörte, strafte der Lautsprecher seine physische Größe offensichtlich Lügen. Nun hat diese Pretiose endlich den Weg von Bornholm zu mir nach Hause gefunden.
Für alte HiFi-Hasen wie mich werden lichte Momente auf Messen und Ausstellungen zunehmend seltener, damit spiele ich nicht auf meinen verblassenden persönlichen Geisteszustand an, sondern auf rare Neuerungen, die mich wirklich begeistern können. Aber was soll die arme Branche auch immer wieder Neues erfinden? Als ich am allerwenigsten damit rechnete, Anfang 2024 auf den Hamburger HiFi-Tagen, hat mich die Verführung des Messedebütanten SV-Audio by Storgaard & Vestskov umgehauen. Als Nordlicht ist diese jährliche Veranstaltung zu Jahresbeginn gefühltes Heimspiel und Pflichtprogramm für mich und alle regelmäßigen Aussteller sind mir wohlbekannt. Diese sympathischen Dänen jedoch kannte ich nicht: Storgaard & Vestskov.
Gepolt auf Analoges, Röhrenverstärker und Hochwirkungsgradlautsprecher, gehören Regallautsprecher mit mittelmäßigem Wirkungsgrad auch nicht gerade in mein Beuteschema. Aber was mich bereits beim Vorbeischlendern und einem ersten kurzen Hineinhören faszinierte, berichtete ich bereits in meinem Beitrag zu den Norddeutschen Hifi-Tagen 2024: „Diese junge Firma stellte ihre beiden Lautsprecher „Frida“ und „Gro“ vor, von denen gerade der kleinere Zweiweger spielte und mich nachhaltig begeisterte. Frida klang äußerst lebendig und die Musik löste sich sehr gut von den Lautsprechern, die akustisch quasi unsichtbar wurden. Sie spielten sehr klar und neutral, mit erstaunlich kräftigen, schön konturieren und knorrigen Bässen. Meine Frage, ob irgendwo ein versteckter Subwoofer Unterstützung leisten würden, wurde verneint, und wie jeder weiß: Dänen lügen nicht! Sehr beeindruckend, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die umfunktionierten Hotelzimmer ohnehin schwierige akustische Bedingungen bieten.“
Da saß ich nun, völlig fasziniert und verblüfft von der schlackenfreien, offenen, lebendigen und hochmusikalischen Darbietung und ich musste mir eingestehen, dass hier weder Röhrenverstärker noch Hochwirkungsgradlautsprecher am Werk waren. Ein wenig fühlte ich mich an den Charakter meiner altehrwürdigen und geliebten Dynaudio Contour 1.3 MkII erinnert (ebenfalls eine Dänin), welche ich vor drei Jahrzehnten besaß, nur spielte das hier auf einem ganz anderen Level. Eins war klar: Diese Lautsprecher mussten zum Test her!
Eineinhalb Jahre später steht sie also in meinem Hörraum, die Frida, zum Paarpreis von 15.500 Euro. Für einen Zweiweg-Kompaktlautsprecher, wohlgemerkt. Das ist schon eine Stange Geld, obwohl schwere Ständer mitgeliefert werden, die das Gesamtgewicht der großen Versandkiste aus Holz auf annähernd 100 Kilogramm hieven. Erwähnte ich, dass solche Testprobanden bei uns HiFi-Redakteuren besonders beliebt sind? Jedenfalls sind die Ständer integraler Bestandteil der Frida, da sie die kleinen Boxen auf Ohrhöhe positionieren und ihnen einen so stabilen Stand geben, so dass aus dieser Symbiose quasi ein schlanker Standlautsprecher entsteht.
Finish und Verarbeitung jedenfalls sind perfekt, wie man das eben für einen solchen Preis erwarten darf. Die fünflagig aufgebauten Gehäusewände von 26 Millimetern Stärke tragen eine CNC-gefräste Front aus Aluminium, das in der Luftfahrzeugindustrie verwendet wird. Das charakteristische Muster und die besondere Formgebung dieser Platte sollen das Reflexionsverhalten optimieren. Sie beherbergt die jeweils paarweise gematchten Treiber: Der Hochtöner ist ein Ringradiator mit 38 Millimetern Durchmesser und hohem Auflösungsvermögen, der trotz seiner Größe bis 38 Kilohertz hinaufsteigen können soll. Für den mit circa 13 Zentimetern Durchmesser vergleichsweise kleinen Treiber für die mittleren und tiefen Frequenzen verwendet Storgaard & Vestskov eine Mineralfasermembran mit hoher innerer Dämpfung und von Haus aus hohem linearen Frequenzgang, der wenig Korrekturen bedarf. Die Frequenzweiche trennt den Übertragungsbereich zwischen Hoch- und Tiefmitteltöner nicht allzu hart bei 2750 Hertz mit einer Flankensteilheit von zwölf Dezibel pro Oktave (Linkwitz-Riley-Filter). Die Angabe einer unteren Grenzfrequenz von 32 Hertz für einen derart kompakten Lautsprecher finde ich zwar etwas ambitioniert, gleichwohl bestätigte mein subjektiver Höreindruck, dass die Frida ziemlich tief in den Keller stieg.
Jedenfalls wurde der Frequenzgang ohrenscheinlich ordentlich glattgebügelt, um linear tief in den Keller zu steigen, freilich um den Preis eines recht geringen Wirkungsgrads von 87 Dezibel pro Watt und Meter. Die Kehrseite der Medaille ist damit eine hohe Anforderung an Leistung, Stabilität und Qualität des verwendeten Verstärkers. Storgaard & Vestskov empfiehlt mindestens 30 Watt, wobei ich es für genügend Headroom in Abhängigkeit von der Raumgröße eher mit mindestens 50 bis 80 Watt probieren würde und ein hoher Dämpfungsfaktor schadet ebenfalls nicht. Womit alle meine Röhrenverstärker von vornherein ausschieden: Ich borgte mir eigens für diesen Test einen generalüberholten Einstein „The Amp“ MkII Transistor-Vollverstärker eines Freundes aus, den ich selbst einmal besessen – und geliebt – hatte und der mir bestens bekannt ist. Der Lautsprecher ist wie bei dieser Größe nicht anders zu erwarten als Bassreflexgehäuse ausgelegt, das nach hinten strahlt. Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um eine hektische Luftpumpe, eine wandnahe Aufstellung ist damit ohne Dröhneffekte möglich und bei mir war schließlich ein Abstand von ungefähr einem halben Meter zur Rückwand optimal. Das Anschlussterminal verfügt über WBT-Anschlüsse, die hybride Innenverkabelung aus einem mit Silber beschichteten Kupferleiter stammt von Van den Hul.
Ich glaube, ich habe noch nie meinen Hörraum beschrieben, womöglich einfach deshalb, weil ich selten Lautsprecher teste. Jetzt halte ich es für geboten: Frida musste mit meinem etwas über 50 Quadratmeter großen, L-förmigen Raum klarkommen, wobei ich die Lautsprecher zunächst mit knapp einem Meter Abstand zur gut vier Meter breiten Rückwand „am Wohnzimmerende“ platzierte. Der Basisabstand der beiden Frida-Zwillinge zueinander betrug ungefähr zweieinhalb Meter (center-to-center), leicht eingewinkelt auf meinen drei Meter entfernten Hörplatz. Mein Haus hat ein Holzständerwerk, die inneren Wände sind mit Raufaser tapezierte OSB-Platten, der Fußboden ist Parkett, die durchgängige Holzdecke hat etliche Holzträgerbalken, die wie Diffusoren wirken. Auf dem Boden befinden sich unregelmäßig verteilt einige künstliche Schaffelle zum Rumtollen für unsere Hunde. So klingt mein durchschnittlich möblierter Raum mit seinen überschaubaren (mit leichten Vorhängen und Plissees versehenen) Glas- und Fensterflächen und einigen größeren Zimmerpflanzen auch ohne besondere akustische Maßnahmen verdammt gut, ausgeprägte Raummoden gibt es ebenso wenig wie Klangschälchen, das nur mal so am Rande. Gelebte Raumakustik halt. So positioniert, klang Frida bereits sehr offen und frei von jeglichen Kompressionseffekten, so dass ich mich von hier aus näher an die Rückwand herantastete, um noch etwas mehr Substanz im Tiefton zu bekommen. Bei ungefähr einem halben Meter Distanz klang es am besten, überhaupt zeigte sich diese Dänin sehr aufstellungsunkritisch.
Eine ausgeprägte Eigenschaft dieses Lautsprechers schien es zu sein, den Fokus stets auf die Musik an sich zu lenken. Das fiel mir beim Stück „New Dawn Fades“ von Joy Division auf (Unknown Pleasures, Factory, 1979). Ende der 1970er-Jahre war es üblich, dass Bands im Studio live aufgenommen wurden. Produzent Martin Hannett hingegen ließ Schlagzeug und Gesang getrennt voneinander aufnehmen, um einen möglichst sauberen und isolierten Klang zu generieren. Selbst die Schlagzeugaufnahme wurde zusätzlich fragmentiert, indem er das Drumset auseinanderbauen und für die spätere Bearbeitung jede Spur einzeln einspielen ließ. Der so erzeugte und als Martin-Hannett-Hall bekannt gewordene Effekt mit einer Art Übungsraum- oder Badezimmerhall ist auch bei diesem Stück sehr ausgeprägt und wurde von der Storgaard & Vestskov Frida unnachahmlich präsent in den Vordergrund gestellt. Der Sound dieser Lautsprecher war von kristalliner Klarheit geprägt, ohne dabei analytisch oder steril zu wirken, vielmehr schienen sich einfach keinerlei Störartefakte in den Weg zu stellen, sofern die Aufnahme es hergab. Faszinierend!
Eine weitere, bereits erwähnte Sahneseite dieses Lautsprechers war der Tiefton. Ich war völlig verblüfft, welches Bass-Fundament die Frida trotz ihrer überschaubaren Gehäusegröße in Verbindung mit dem Fünfzöller zu erzeugen vermochte. Und nein, sie trickste dabei nicht wie üblich mit einem um die 100 Hertz liegenden, überzogenen Bassbuckel, so wie viele Hersteller von Regallautsprechern es zur Vortäuschung falscher Tatsachen gerne tun. Der Tiefton war flink, sauber, präzise und dennoch tief. Voraussetzung: Der Verstärker musste von exzellenter Güte hinsichtlich Lautsprecherkontrolle (Dämpfungsfaktor) und Stromlieferfähigkeit sein, so wie der angeschlossene Einstein. Der angegebene Minus-drei-Dezibel-Punkt von 32 Hertz in Bezug auf den Wirkungsgrad von 87 Dezibel pro Watt und Meter erschien mir persönlich etwas optimistisch, gleichwohl ich es messtechnisch nicht überprüfen konnte es auch völlig wurscht war. Bei geschlossenen Augen hatte ich das Gefühl, dass hier eine ausgewachsene Standbox spielte. Diese Qualitäten im Tiefton schienen sich dabei vollkommen in den Dienst der Musik zu stellen: Mit feiner Diktion, korrektem Tempo und tollem Rhythmusgefühl konnte ich auch komplexesten Bassläufen mühelos folgen.
Eine Scheibe nach der anderen landete auf dem Plattenteller und ich konnte mich gar nicht satthören, sprich: Frida erlaubte mir nicht nur ermüdungsfreies Langzeithören, sondern sie bestach darüber hinaus durch einen unbändigen Spaßfaktor, was ich ihr hoch anrechnete. Damit meine ich, dass die Frida in der Lage war, subtile interpretatorische Nuancen zu Tage zu fördern, die sich mir nicht unmittelbar tonal, sondern erst indirekt durch die entstandenen Bilder im Kopf erschlossen. Als Morrissey „Everyday is like Sunday“ (Viva Hate, His Master´s Voice, 1988) sang, wurde mir sofort wieder die Brillanz dieses Songs bewusst. Der Hörer könnte ihn als Darstellung von Depression und Verzweiflung interpretieren, oder – viel richtiger – in Morrisseys distanzierter Beobachtungsgabe und seinen poetischen Bildern die Sehnsucht nach Flucht und damit eine gewisse düstere Schönheit oder einen Silberstreif am Horizont finden. Morrisseys trockener, schwarzer Humor kulminiert in der Textzeile Etch a postcard "How I dearly wish I was not here". Die Poesie eines künstlerischen Genies wie Morrissey derart eindringlich herausschälen und vermitteln zu können sowie fantasievolle Bilder im Kopf des Hörers zu erzeugen, vermögen nur waschechte High-End-Komponenten wie die Frida.
Wer nun von mir erfahren möchte, wie es denn um die Erfüllung des Pflichtenhefts HiFi-technischer Standardanforderungen aussieht, dem wollte ich am liebsten sagen: Alles schnöder Mammon, über solche Banalitäten werde ich mich nicht weiter auslassen. Das wäre Ihnen als Leser gegenüber aber vielleicht etwas unfair, also gut: Die Storgaard & Vestskov Frida besticht durch ein schnelles, kräftiges Tieftonfundament, das trotz (oder besser: wegen) der Bassreflexauslegung, die hier technisch perfekt gelungen ist, dem darüber liegenden Bereich des Frequenzbands zeitlich nicht hinterherhumpelt. Und das ist bei Bassreflex-Designs wahrlich keine Selbstverständlichkeit… Rhythmus, Tempo und Taktgefühl gewinnen dadurch ungemein. Der Stimmenbereich ist sehr homogen, Sibilanten klingen klar und sauber, ohne jedes Zischeln oder Lispeln. Das Obertonspektrum leuchtet brillant, die Frida steigt bis in Fledermausohr-Regionen hinauf und koloriert eher silbrig als golden, ohne jemals spitz oder hart zu klingen. Frida klingt auch niemals „boxy“ wie ein bündelnder Studio-Monitor, sondern verfügt über ein sehr gutes Abstrahlverhalten und ein holographisches Abbildungsvermögen. Etwaige Schwächen konnte ich keine ausmachen. In Sachen Ortungsschärfe und Kohärenz kommt sie in Nuancen vielleicht nicht an die allerbesten Koaxial-Lautsprecher oder Vollbereichsbreitbänder dieser Welt heran, aber das ist geschenkt und eigentlich keiner Erwähnung wert. Die wahre Stärke die Lautsprechers liegt jedoch im Vermögen, den Hörer musikalisch zu involvieren, in den Bann zu ziehen, Musik einfach spannend darzustellen. Storgaard & Vestskov Frida ist ein Lautsprecher für Musikliebhaber.
Gehört mit
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Phonovorverstärker | Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2 |
Plattenspieler | Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO |
Vollverstärker | Einstein The Amp MkII |
Zubehör | Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject, Connect-it RCA-E |
Möbel | Hi-Fi Racks Ltd |
Herstellerangaben
SV-Audio by Storgaard & Vestskov Frida
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Prinzip | passiver Zweiweglautsprecher mit Standfuß |
Empfindlichkeit | 87dB/W/m |
Nennimpedanz | 4-8Ohm |
Frequenzbereich | 32Hz-38kHz |
Empfohlene Verstärkerleistung | 30-200Watt |
Empfohlener Abstand zur Rückwand | 30-80cm |
Empfohlene Raumgröße | 15-30m2 |
Abmessungen (BxTxH) | 21 x 33 x 105cm inklusive Standfuß |
Gewicht | 33kg inklusive Standfuß |
Farbe / Ausführung | schwarz/weiß, Lack Hochglanz, diverse Furniere möglich |
Preis | 15.750 Euro |
Hersteller
SV-Audio by Storgaard & Vestskov
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Anschrift | Lillevangsvej 6 3700 Rønne Dänemark |
Telefon | +45 8844 8500 |
info@sv-audio.com | |
Web | sv-audio.com |
Am 30. August 2025 lädt die World Of Headphones zum dritten Mal in Folge ins Oktogon auf der Zeche Zollverein in Essen ein. Die Messe für Kopfhörer und portables Audioequipment versammelt rund 50 Marken, die ihre aktuellen Modelle zum Ausprobieren präsentieren. Ergänzt wird das Angebot durch Kopfhörerverstärker, D/A-Wandler und Streaminglösungen.
Ob unterwegs, im Homeoffice oder beim Sport – Kopfhörer sind heute für viele Menschen ständige Begleiter. Die Modellauswahl der zahlreichen Anbieter ist groß und vielfältig – von In-Ears über Over-Ears bis zu kabellosen High-End-Modellen. Die World Of Headphones bietet Musikliebhabern, Technikbegeisterten und audiophilen Besucher:innen die ideale Gelegenheit, verschiedene Modelle unter realen Bedingungen zu testen und direkt zu vergleichen. Ein echtes Messe-Highlight für alle, die auf der Suche nach dem perfekten Klang sind.
Das Oktogon auf dem Gelände der Zeche Zollverein bildet mit seiner markanten Architektur den stimmungsvollen Rahmen für die Veranstaltung. Die ehemalige Kohlenwäsche ist nicht nur ein UNESCO-Welterbe, sondern gilt auch als eine der schönsten Industrieanlagen der Welt. Durch die zentrale Lage in Essen ist die World Of Headphones aus dem gesamten Ruhrgebiet, Rheinland und Westfalen hervorragend erreichbar.
Auch in diesem Jahr findet parallel auf dem Zechengelände die Gourmetmeile Metropole Ruhr statt, bei der namhafte Spitzenköche der Essener Gastroszene die Besucher mit kulinarischen Leckerbissen verwöhnen.
Als Sonderausstellung hat sich die WORLD OF HEADPHONES während der internationalen Audiomesse HIGH END als wahrer Publikumsmagnet bewiesen. Aufgrund des großen Erfolgs präsentiert die High End Society die Spezialmesse als ausgekoppeltes Event auch in Heidelberg und Essen. An beiden Standorten bieten außergewöhnliche Eventlocations der Veranstaltung einen attraktiven Rahmen.
Der Eintritt zur Messe ist kostenlos.
Veranstaltungsort
Oktogon auf der Zeche Zollverein
UNESCO-Welterbe Zollverein
Bullmannaue 11
45327 Essen
Öffnungszeiten
10:00 bis 18:00 Uhr
Alle Infos
www.worldofheadphones.de
Der Veranstalter
Die HIGH END SOCIETY Service GmbH ist ein eigenständiges Tochterunternehmen des Interessenverbandes für hochwertige Ton- und Bildwiedergabe HIGH END SOCIETY e. V. Seit die Gesellschaft 1995 gegründet wurde, wickelt sie alle wirtschaftlichen Projekte des Verbandes ab. Hierzu zählen insbesondere die Planung, Organisation und Durchführung der HIGH END Munich und der FINEST AUDIO SHOW sowie weiterer Ausstellungen, Verkaufsveranstaltungen, Tagungen und Fachvorträge.
Veranstalter
HIGH END SOCIETY Service GmbH
Vorm Eichholz 2g
42119 Wuppertal
Telefon: +49 202 702022
E-Mail: info@highendsociety.de
www.highendsociety.de
On a trip to the West German Ruhr region, I stopped off in Meschede, where Finite Elemente is located. Luis Fernandes and Werner Moehring presented the new Pagode Signature MKII entry-level series, Carbofibre° shelves for optimizing the sound of USM Haller furniture, and an ultimate component platform called Statement.
The acoustic characteristics of my listening room were discussed here not too long ago, but without very much going into detail about the tiled floor, which proved to be quite problematic when setting up the Goebel Epoque Aeon Fine and the Kaiser Kawero! Classic. Another indication that the coupling to the floor, which is quite uneven due to the built-in underfloor heating, was the insight that the Andante Largo Silent Mounts which replaced the supplied spike plates under the Stenheim Alumine FIVE LX, recently presented with the Statement in High Fidelity award, resulted in a significant improvement.
Of course, Einstein's The Poweramp isn't just resting on the tiles. Some time ago, I kept swapping SSC's Big Magic Base for the Finite Elemente Carbofibre° HD to fine-tune the sound of the system when changing components. At the moment, I'm leaving the power amp on the Finite Elemente base and using the two SSC bases when I switch to mono power amps in the system. When introducing the HD version of his bases, Luis Fernandes explained that the polymer plastic honeycomb core material used for the component shelves in the pagode° MKII racks had brought such a significant sonic advantage that he decided to develop isolation bases from it as well. In these, the honeycomb core material is encased on all sides by carbon fibre plates, resulting in extreme torsional rigidity. Together with the ultra-light honeycomb layers, this ensures controlled resonance damping and dissipation.
The positive effects on the sonic performance of positioning power amplifiers and turntables – in the latter case, for reasons of usability, only on a piece of supporting furniture – could certainly be enhanced, thought Luis Fernandes, and so he designed the Statement version, placing no restrictions on himself in terms of materials and costs: Four honeycomb cores are used, with carbon fibre layers between them. The upper and lower cover layers are added to these three. In addition, a reinforcing structure is incorporated into the second layer of honeycomb core material from the bottom, to which the four – or, on request and at extra cost, five – Cerabase classic feet are attached. A version with an even more precise spirit level is designed specifically for the use with turntables, as perfectly horizontal alignment is even more important here than with power amplifiers.
Now, one could argue at length about whether it makes sense to place a power amplifier on a base that costs about a third of the price of the amplifier itself. What's more, I'm not inclined to present hi-fi components in such a way that they vaguely resemble an altar. But you can also simply listen to a conclusive track such as the first movement of Mahler's Symphony No. 3 with the Bavarian Radio Symphony Orchestra conducted by Mariss Jansons two or three times while the Einstein amp still rests on the Carbofibre° HD, then swap it for the Carbofibre° Statement, start the file again – and remain completely perplexed in your listening chair! This is not about marginalia, no, it really isn’t. If someone had done a blind test with me and told me that they had integrated an even higher-class power amplifier into the chain during the last listening run, I would have believed them without question: The sonic image is now significantly larger and extends beyond the base width of the speakers. Impulses leave an even stronger impression, and transients impress with their immediacy. The image is now even more precisely defined. The depth gradation on the stage, which now extends a good deal further into the room, gains in three-dimensionality. And all this just because of a base—albeit an extremely elaborate and rather expensive one? Almost unbelievable, and yet true!
Of course, I listened to a whole range of my relevant test tracks, but not to rave about which of the disciplines I just mentioned the Einstein performs better in than on the HD version thanks to the Carbofibre° Statement. I was simply curious to see whether more and better in so many criteria could not also be too much of a good thing. So far, I have not found anything to dampen my enthusiasm. As long as that remains the case, Finite Elemente's Carbofibre° Statement will have its place at the top of my “must-have list.”
Listened with
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Turntable | Brinkmann LaGrange with tube power supply, Einstein Aerolit |
Tonearms | Einstein The Tonearm 12” and 9“, AMG, Thales Symplicity II |
Cartridges | Einstein The Pickup, Lyra Olympos, DS Audio DS-W3 |
Phono preamp | Einstein The Turntable's Choice, WestminsterLab w/ DS-Audio phono module |
NAS | Melco N1-S38 and N1Z H60/2 with external Audiaz linear power supply |
Streaming bridge | Auralic G2.2 |
Up sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler with Ferrum Hypsos |
D/A converter | Chord Electronics DAVE with linear power supply |
LAN switch | Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature |
Preamp | WestminsterLab Quest |
Power amp | Einstein The Poweramp |
Loudspeakers | Børresen 05 SSE |
Cables | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) and NRG-Z3, Dragon XLR, ForceLines, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature and Mainz D2 |
Accessories | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 and 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS wall sockets, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella bases, Acoustic System feet and Resonators, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre° HD, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, Degritter MKII, ADOT media converter (2x) with KECES P6 and SBooster MKII, Single-mode Duplex optical fibre cable, Ansuz Sparkz, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x), English Electric EE1 Plus |
Manufacturer's Specifications
Finite Elemente Carbofibre° Statement
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Manufacturer
Finite Elemente GmbH
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Address | Am Heimekesberg 11 33106 Paderborn Germany |
Phone | +49 5254 64557 |
info@finite-elemente.eu | |
Web | www.finite-elemente.eu |
In den letzten 20 Jahren wurde der Name „Tube Box“ mit einigen der erfolgreichsten Produkte auf dem Markt für Phono-Vorverstärker in Verbindung gebracht. Es war der Klang von Röhren, der die Produkt dieses Namens so erfolgreich machte. Heute ist Pro-Ject stolz darauf, zwei neue Modelle vorstellen zu können: die Tube Box E und die Tube Box S3 B.
Mit der Einführung der neuen Modelle ist die Produktpalette der Tube Box um vier verschiedene Modelle erweitert worden, die unterschiedlichen Kundenwünschen gerecht werden:
Die Einführung der neuen Phono-Vorstufen Tube Box E und Tube Box S3 B festigt die Position von Pro-Ject als führender Anbieter von HiFi-Phono-Vorverstärkern. Zusätzlich zu unserer Phono Box-Produktreihe bietet die Tube Box-Reihe Kunden eine große Auswahl zu erschwinglichen Preisen, so dass jeder Musikliebhaber eine musikalische Entdeckungsreise unternehmen kann, die seinem Geschmack und seinem Budget entspricht.
Die Tube Box E erweitert Pro-Jects erschwingliche E-Line-HiFi-Elektronikserie um den satten Klangcharakter von Röhren. Trotz ihrer kompakten Größe und ihres erschwinglichen Preises verfügt die Tube Box E über eine vollständig diskrete Dual-Mono-Schaltung ohne Verwendung von Operationsverstärkern (OpAmps). Dies führt nicht nur zu einer rauscharmen Verstärkung mit sauberen Messwerten und einer präzisen RIAA-Entzerrung, sondern gewährleistet auch eine lange Lebensdauer des Produkts, da Wartung, Service und Reparaturen auch in den kommenden Jahren problemlos gewährleistet sind. Die Tube Box E wird außerdem mit austauschbaren Röhren geliefert, so dass man sein Klangerlebnis weiter personalisieren und das Produkt bei Bedarf aufrüsten oder erneuern können.
Die Tube Box E unterstützt dank ihrer umfangreichen Auswahl an Gain-Einstellungen auf der Vorderseite eine Vielzahl von Moving-Magnet- und Moving-Coil-Tonabnehmern. Außerdem können die Kapazität (MM) und die Impedanz (MC) über die deutlich gekennzeichneten DIP-Schalter auf der Unterseite des Geräts angepasst werden, so dass man den Klang präzise einstellen und anpassen kann. Der frontseitig schaltbare Subsonic-Filter ermöglicht eine weitere Anpassung an die Anlagen-Umgebung.
Das Gehäuse der Tube Box E ist vollständig aus Metall gefertigt, um sie wirksam vor elektromagnetischen Störungen und Vibrationen zu schützen, die zu unangenehmen Hörerlebnissen führen können. Die Frontplatte und die Bedienelemente sind aus präzise bearbeitetem Aluminium gefertigt, und die vergoldeten Cinch-Buchsen sorgen für ein zusätzliches Gefühl von Qualität. Im Inneren kommen durchgehend Polystyrol-Kondensatoren und andere hochwertige Komponenten und Technologien zum Einsatz, darunter mehrere interne Stromversorgungen, um den bestmöglichen Klang zu gewährleisten. Wenn die Tube Box E vollständig eingerichtet und in die Anlage integriert ist, liefert sie einen vollen und entspannten Klang mit satten Mitten, wie man es von einem viel größeren High-End-Gerät erwarten würde. Sie ist ein echtes Schnäppchen für Audiophile.
Die Tube Box S3 B ist ein röhrenbasierter Phono-Vorverstärker, der auf echte High-End-Audiotechnologien zurückgreift. Mit seinen umfangreichen Einstellungs- und Anschlussmöglichkeiten setzt dieses stilvolle, kompakte Gerät einen neuen Standard im Premium-Analogmarkt. Die vollständig symmetrische und diskrete Verstärkerstufe der Tube Box S3 B ist ein echtes Highlight dieses Modells. Wenn man einen symmetrischen Plattenspieler an den 5-poligen Mini-XLR-Eingang anschließt, profitiert man von einem symmetrischen Signalweg, bei dem alle Störgeräusche, die einem normalen unsymmetrischen Signal hinzugefügt werden könnten, entfernt werden – so bleiben nur die ursprünglichen Musikinformationen perfekt erhalten. Diese Art der symmetrischen Konfiguration ist im Markt unter 1.000 Euro selten, da sie zwei separate Verstärkerteile im Inneren und eine komplexere elektrische Schaltung erfordert. Bei korrekter Umsetzung gewährleistet sie jedoch die bestmögliche Vorverstärkung. Die Tube Box S3 B wird außerdem mit austauschbaren Röhren geliefert, mit denen man sein Klangerlebnis weiter personalisieren und das Produkt im Laufe der Zeit aufrüsten oder erneuern kann.
Dank des größeren Gehäuses der Tube Box S3 B sind alle umfangreichen Lastoptionen auf der Vorderseite zugänglich. Dank des internen symmetrischen Designs ist eine große Bandbreite an Verstärkungsoptionen von 40 bis 65 Dezibel möglich. Es gibt auch eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten für die Kapazität (MM) und Impedanz (MC) sowie Schalter zum Umschalten des Eingangs und zum Aktivieren des Subsonic-Filters. Dank all dieser Optionen lässt sich die Tube Box S3 B problemlos in fast jedes HiFi-System integrieren. Das Aluminiumgehäuse der Tube Box S3 B schützt ideal vor unerwünschten Störungen und ist in Silber oder Schwarz erhältlich. Dank der beiden hochwertigen Eingangsoptionen können zwei Plattenspieler gleichzeitig angeschlossen werden – einer symmetrisch und einer unsymmetrisch – und das Gerät speichert sogar die gespeicherten Einstellungen, wenn man zwischen den Eingängen umschaltet.
Die vollständig in Europa hergestellte Tube Box S3 B setzt neue Maßstäbe im Bereich der erschwinglichen Audiogeräte. Ihre umfangreichen Einstellmöglichkeiten, ihre außergewöhnliche Verarbeitung und ihr satter, röhrenverstärkter Klang verbinden sich zu einem einzigartigen Angebot, das flexibel genug ist, um das HiFi-System jedes Musikliebhabers zu ergänzen.
Die Tube Box E & Tube Box S3 B sind im August 2025 für 300 respektive 600 Euro bei Pro-Ject-Händlern verfügbar.
Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
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Dieser Test hatte eine lange Vorlaufzeit, war jedoch nicht von langer Hand geplant. Ich hatte mir den Eversolo DMP-A10 ausgeliehen, da man mit ihm zwei Festplatten direkt vergleichen kann, wobei es aber allein um die kältebehandelten SSDs ging. Dann weckte das enorm günstige Preis/Klangverhältnis des Luxsin X9 aus demselben Konzern mein Interesse.
Als ich plante, eine ganz normale, eine mit Musik bespielte und dann kryogen behandelte sowie eine tiefgefrorene und daraufhin mit Daten bespielte SSDs im NVMe-M2-Format zu vergleichen, suchte ich nach einem Streamer, bei dem sich die Speicherplatinen leicht und schnell wechseln ließen. Da kam mir der Eversolo DMP-A10 gerade recht, verfügt über er doch über zwei Schächte für NVMe-M2-Disks: Man konnte nicht nur durch ein wenig Tippen in der App die Files von zwei Speicherkarten klanglich miteinander vergleichen, sondern der Wechsel der Einschübe in die beiden Schächte ging auch einfach und ohne Werkzeug vonstatten. Nach einer angemessenen Einspielzeit machte es der Eversolo DMP-A10 dann leicht, die Unterschiede über eine gut auflösende Kette herauszuhören. Dabei agierte er allerdings nur als Renderer oder Streaming Transport, das heißt, er gab die Daten an seinem speziell für D/A-Wandler optimierten USB-Ausgang aus, die integrierte DAC-Sektion blieb ungenutzt. Da das klanglich in der Kette im Arbeitszimmer, in der ansonsten der deutlich kostspieligere Auralic Aries G2.2 diese Aufgabe übernimmt, ganz vorzüglich funktionierte, erfüllt der DMP-A10 diese Funktion nun seit einiger Zeit in der Anlage im Wohnzimmer, unter anderem auch, weil sich die Streaming-Bridge-Kombination aus Chord Electronics' 2GO und 2YU wegen Software-Unpässlichkeiten beim Service befindet.
Von einem Test des Eversolo hatte ich aber Abstand genommen, weil ich in letzter Zeit fast ausschließlich Erfahrungen mit Streaming Transports, nicht aber mit Streamern mit integrierten Wandlern gesammelt habe. Andererseits agierte der DMP-A10 als Datenlieferant auch in der Wohnzimmerkette so überzeugend, dass er es durchaus verdient hätte, in hifistatement.net ausführlich vorgestellt zu werden. Letztlich gab die Beschäftigung mit dem Luxsin X9 – die Marke ist ebenso wie die Eversolo Audio Technology Co., Ltd, eine Tochterfirma der Zidoo Technology Co., Ltd – den Ausschlag: Beim Vergleich des X9 mit dem rund doppelt so teuren Phonitor x ließ ersterer nicht die geringster klangliche Schwäche erkennen und stellte sein Können auch an extrem schwierigen Lasten unter Beweis: Ich kenne keine andere Kopfhörerverstärker/Wandler-Kombination mit einem derart kundenfreundlichen Preis/Klangverhältnis. Da wäre es ja nach den ersten Indizien für ein ebensolches beim DMP-A10 fast schon fahrlässig, sich nicht intensiver mit ihm zu beschäftigen.
Schon beim Auspacken des DMP-A10 fällt das recht hohe Gewicht für einen Streamer auf. Mit den Kühlrippen auf beiden Seiten des Gehäuses könnte der Eversolo glatt als Vollverstärker durchgehen. Er beinhaltet auch eine hochwertige, vollsymmetrische analoge Vorstufe mit einem symmetrischen XLR- und zwei unsymmetrischen Cinch-Eingängen. Die Lautstärke regelt ein Netzwerk aus Präzisionswiderständen und Relais. Im Knopf zur Pegeleinstellung ist ein Display integriert, das in verschiedenen Farbkombinationen die Lautstärke und den gewählten Eingang, das Cover des wiedergegebenen Albums auf Wunsch mit oder ohne verbleibende Restlaufzeit des Titels oder auch nur eine Uhr in verschiedenen Designs anzeigen oder komplett ausgeschaltet werden kann. Nette Spielereien, zu denen für einen konservativen Audiophilen wie mich auch der parametrische und der grafische Equalizer sowie die per optional erhältlichem Messmikrofon oder Smartphone mögliche Raumkorrektur zählen. Keine Spielerei hingegen sind die beiden temperatur-kontrollierten Quarzoszillatoren, die Isolierung der einzelnen Baugruppen voneinander zur Vermeidung von hochfrequenten Störungen und die iCoupler®-Technologie, mit deren Hilfe sowohl der Takt als auch die Daten des USB-Signals in der richtigen zeitlichen Reihenfolge an die isolierte Seite übertragen und anschließend neu synchronisiert werden, um einem am dafür vorgesehene Ausgang angeschlossenen, externen D/A-Wandler beste Arbeitsbedingungen zu garantieren.
Der DMP-A10 verfügt auch über konfigurierbare Ausgänge für ein oder zwei Subwoofer und die bereits erwähnten Steckplätze für zwei NVMe-M2-SSDs mit jeweils bis zu vier Terabyte sowie einen für ein SFP-Modul. Natürlich bietet der Eversolo auch Zugriff auf eine Vielzahl von Musikdiensten und Bluetooth 5.0-Konnektivität für drahtloses Streaming. Die Bedienung kann über den 6,5-Zoll großen Touchscreen am Gerät, die funktionale Eversolo Control App, die es auch erlaubt, das berührungsempfindliche Display zu spiegeln, und den mitgelieferten Intrarot- und Bluetooth-Geber erfolgen. Natürlich gibt es für das Display eine Reihe von VU-Meter-Simulationen. Sie merken schon, dass es schier unmöglich sein dürfte, alle Funktionen und Ausstattungsmerkmale des DMP-A10 zu erwähnen – aber das war ja schon beim Luxsin X9 nicht anders.
Die Entwickler von Eversolo griffen für den D/A-Wandler des DMP-A10 ins obere Regal von ESS Sabre und spendierten ihm einen achtkanaligen ES9039 Pro, der den gleichen Fremdspannungsabstand wie der bekannte 9038 Pro erreicht und darüber hinaus noch die Möglichkeit des MQA-Renderings bietet. Unter „Settings“, „XLR/RCA-Ausgang“ findet man auch den Menüpunkt „DAC-Filtereigenschaften“ in der sieben Filter zu Wahl stehen. Nach ein wenig Herumprobieren bin ich wieder zur Werkseinstellung „Minimum Phase“ zurückgekehrt, die bei mir bei der Nutzung des Wandlers und der XLR-Ausgänge am besten gefallen hat.
Doch bevor ich mich intensiver dem Wandler des DMP-A10 widme, betreibe ich den Streamer wieder lediglich als Renderer, um zu hören, ob es auch beim Eversolo besser klingt, wenn er seine Files über das lokale Netzwerk vom Melco statt von der eingebauten NVMe-M2-SSD bezieht: Es könnte ja sein, dass die schnellere Datenübertragung von dieser Art von Disk und/oder ihre Kryo-Behandlung die bisherigen Rangfolge verändert: Auch wenn ich mich auf auf meinen nächsten Lautsprecher zum Test, die Acapella Harlekin, noch ein wenig einhören muss, wird beim Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks schnell klar, dass auch beim Eversolo der Melco als netzwerkgebundener Speicher der besser klingende Datenlieferant ist: Die Blechbläser klingen freier, eine Spur brillanter, und die Reflexionen an der gegenüberliegenden Seite des Saales sind differenzierter wahrzunehmen. Insgesamt übertreffen Feinzeichnung, Raumdarstellung und Präzision im Tieftonbereich beim über Ethernet bezogenen File die der Musikdatei von der internen Festplatte. Bei Ravi Shankars „West Eats Meat“ von der SSD bin ich erst einmal positiv überrascht, wie nah Acapellas Einstiegsmodell dem kommt, was ich von den Göbel Aeon Fine gewohnt bin. Doch wenn dann der Melco der Speicherort der Musikdaten ist, macht die Wiedergabe noch ein wenig mehr Spaß: Die Musiker wirken bei ihrem Tun einen Tick stärker motiviert, die Vielzahl der Klangereignisse wird besser voneinander separiert, und der virtuelle Raum wirkt ein gutes Stück größer.
Nach ein wenig Feintuning an der Aufstellung der Harlekin spielen sie derart hochauflösend und präzise, dass ich mir sicher bin, dass ich mich auch für den weiteren Test hundertprozentig auf sie verlassen kann. Das Schönste dabei ist, dass sie trotz penibler Auflösung jede Menge Spaß machen. Doch zurück zum Eversolo: Der verfügt auch – wie bereits erwähnt – über einen Schacht für ein SFP-Modul für Lichtwellenleiter. Über einen solchen wird das Ethernet-Signal vom Router und vom Melco auch ins Wohnzimmer übertragen. Daran sind allerdings – anders als bei der Strecke ins Arbeitszimmer – keine ADOT-Medienkonverter beteiligt, sondern lediglich solche von 10Gtec. Von einem von diesen geht es dann per Göbel-LAN-Kabel zum ifi Silent Power Lan iPurifier und von dort zum Ethernet-Eingang des DMP-A10.
In dieser Konfiguration ist Charlie Haden und Antonio Forciones „La Pasionaria“ vom Album Heartplay ein Genuss: Ken Christiansen hat die Gitarre und den Kontrabass sehr puristisch mit seiner Nagra IV S aufgenommen. Die Instrumente erklingen recht nah, natürlich und dynamisch. Hier stimmt wirklich alles. Das Highlight ist für mich das fast dreiminütige recht emotionale Bass-Solo, bei dem in intensiveren Passagen auch mal heftige Griffgeräusche und das Schnarren der Saiten zu hören sind. Die Umgehung des Medienkonverters und des Lan Purifiers, also die direkte Verbindung des Finisar-SPF-Moduls mit dem DMP-A10 mindert zwar nicht die Menge der Details wie etwa das Atmen des Bassisten beim Solo, nimmt der Wiedergabe aber einen Teil ihrer Luftigkeit. Natürlich sollte ich den Einfluss von Medienkonverter und Filter nicht nur mit einem Track bewerten: Bei Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonikern stimmen zwar Tonalität, Dynamik und rhythmischer Fluss, die Raumdarstellung habe ich aber sowohl von der Kette im Wohnzimmer als auch von der Anlage im Hörraum weiter ausgedehnt und besser fokussiert in Erinnerung. Dieser kommt die Wiedergabe schon ein gutes Stück näher, wenn das SFP-Modul wieder im 10Gtek Medienkonverter steckt und dieser per Göbel Kabel direkt mit der LAN-Buchse des Eversolo verbunden ist. Auf dem vertrauten, hohen klanglichen Niveau lässt sich die Symphonie wieder erleben, sobald auch der Lan Purifier zurück im Signalweg ist. Auch der DMP-A10 mit seinem Schacht für ein SFP-Modul kann keine Wunder bewirken: In einer digitalen Kette ist es von Vorteil, die verschiedenen Aufgaben auf möglichst viele Geräte zu verteilen.
Um die Qualitäten des in denn DMP-A10 integrierten Wandlers zu beurteilen, habe ich seine XLR-Ausgänge mit denen von Einsteins The Preamp verbunden. Zum Vergleich werde ich aber nicht wie bisher die vom USB-Ausgang des Eversolo angesteuerte Kombination aus Chord Electronics' M-Scaler und Hugo TT2 verwenden, sondern auf den Upscaler verzichten: Schon der Preis für Chords DAC allein liegt nicht unbeträchtlich über dem des Eversolo. Rein zum Vergnügen höre ich über den Wandler des DMP-A10 Bassinstincts Butterfly. Nicht gerade mit schmetterlingshafter Leichtigkeit kommt das österreichische Septett daher: Gina Schwarz, Georg Breinschmid, Peter Herbert, Thomas Huber, Herbert Mayr, Gerhard Muthspiel und Ernst Weissensteiner sind hier auf ihren Kontrabässen zu hören. Für Tiefton-Fans ist diese Kooperation von Jazzern und Mitgliedern der Wiener Philharmonikern einfach ein Muss. Das perkussive „YAK 52“ zeichnet der Eversolo sehr fein durch und bringt auch die rhythmische Spannung hervorragend rüber.
Das ist beim Gianluigi Trovesis „Hercap“ vom Album Dedalo auch nicht anders. Der Drive des Songs macht es einfach unmöglich, stoisch und unbewegt auf dem Sofa sitzen zu bleiben. Klangfarben und Raumdarstellung bieten ohne direkten Vergleich nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Wenn der Chord dann die Wandlung übernimmt, verwöhnt er mit einem Hauch mehr Luft um die Instrumente und einem Tick mehr Tiefe in der Abbildung. In Sachen stimmiger Tonalität, Rhythmik und Spielfreude kann der DAC im Eversolo erstaunlicherweise aber gut mithalten: Klasse! „Der Ritt der Walküren“ aus Wagners Symphonischem Ring mit den Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington lässt mich über den Hugo TT2 erst einmal ein wenig den M-Scaler – und das heißt vor allem Bühnentiefe – vermissen. Über den integrierten DAC des DMP-A10 wirkt der „Ritt“ eine Spur weniger ungezügelt, dafür wollen mir die Dimensionen des Raumes stimmiger erscheinen. Mit dem, was der DMP-A10 zu bieten hat, kann man auch ohne beträchtliche Investition in einen externen Wandler rundum zufrieden Musik genießen.
Dass der Eversolo dank seines speziell isolierten USB-Ausgangs auch als reiner Renderer gute Dienste leistet, hatte ich beim Test der kryogen behandelten SSDs und in der Kette im Wohnzimmer bemerkt. Nicht ausprobiert hingegen habe ich bisher, wie er sich im direkten Vergleich mit dem Auralic Aries G2.2. macht. Deswegen räume ich für den DMP-A10 ein Plätzchen im Artesania Rack im Arbeitszimmer frei, höre dort aber erstmal über den G2.2 den „Wrong Blues“ des Keith Jarrett Trios vom Album Standards Live. Es ist einfach eine Freude, den früher bestens vertrauten Track über meine digitale Kette in der jetzigen Ausbaustufe zu hören: Gary Peacocks knarzender und dennoch voluminöser Kontrabass, Jack DeJohnettes filigranes Spiel auf den farbig schimmernden Becken und Keith Jarrets perlende vom seinem „Gesang“ begleiteten melodiösen Läufe auf dem Flügel – ein Genuss.
Der wird auch nicht geschmälert, wenn der Eversolo die Daten von der Festplatte des Melco für den M-Scaler aufbereitet. Natürlich klingen G2.2 und DMP-A10 nicht komplett gleich: Ersterer beeindruckt ein wenig mehr mit seiner Dynamik, letzterer spielt ein bisschen luftiger und fließender. Rhythmisch und tonal überzeugen beide. Ich höre mit beiden voller Freude Musik.
Gehört mit (Wohnzimmer)
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Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
D/A-Wandler | Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos |
NAS | Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil |
Vorverstärker | Einstein The Preamp |
Endstufe | Einstein The Poweramp |
Lautsprecher | Göbel Epoque Aeon Fine, Acapella Harlekin |
Kabel | Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement |
Zubehör | Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, ifi Silent Power Lan iPurifier, Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter |
Gehört mit (Arbeitszimmer)
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NAS | N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil |
Streaming Bridge | Auralic G2.2 |
Up-Sampler | Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos |
D/A-Wandler | Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil |
LAN-Switch | Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature |
10-MHz-Clock | SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8 |
Vorverstärker | WestminsterLab Quest |
Endstufe | Einstein The Poweramp |
Lautsprecher | Børresen 05 SSE |
Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2 |
Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x), English Electric EE1 Plus |
Herstellerangaben
Eversolo DMP-A10
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Gehäusematerial | Aluminiumlegierung |
Display | 6,5 Zoll LCD-Touchscreen |
DAC-Chip | ES9039 Pro |
Audio-Prozessor | XMOS XU316 |
Speicher | 4 GB DDR4 + 64 GB eMMC |
SSD-Protokoll | M.2 2280 NVMe-Schnittstelle (2x); jeder Steckplatz unterstützt bis zu 4 TB SSD |
USB-Anschlüsse | USB 3.0 (2x) |
Ethernet | RJ-45 (10/100/1000 Mbit/s) |
SFP-Glasfasernetzwerk | SFP-Module müssen separat erworben werden; unterstützt Single-Mode-Single-Fiber-, Single-Mode-Dual-Fiber-Glasfasermodule sowie SFP-Elektroanschlussmodule |
Wi-Fi 6 | 2,4G und 5G |
DAC-Decodierung | bis zu PCM 768kHz und 32 Bit, DSD512 native |
Musikdateiformate | MP3, APE, WAV, FLAC, AIF, AIFF, AAC, NRG, CUE; DSD (DSF, DFF, SACD ISO DST bis zu DSD512) |
Musikdienste | Tidal, Qobuz, Highresaudio, Deezer, Amazon Music etc. |
Musik-Streaming | Tidal Connect, WebDav, UpnP, DLNA etc. |
Bluetooth-Eingang | BT 5.0, unterstützt SBC/AAC |
USB-B-Audioeingang | bis zu PCM 768kHz und 32 Bit, DSD512; kompatibel mit Windows (10, 11), Mac, Android, IOS |
Analoger Audioeingang | XLR (symmetrisch), Cinch (Vorverstärkereingang) |
Eingangsspannungen | max. 2,5Vrms (Cinch), max. 5Vrms (XLR) |
Optischer/Koax-Eingang | bis zu PCM 192kHz und 24 Bit, DSD64 DOP |
ARC-Eingang | bis zu PCM 192kHz und 24 Bit |
Optischer/Koax.Ausgang | bis zu PCM 192kHz und 24 Bit, DSD64 DOP |
USB-Audioausgang | bis zu PCM 768kHz 32 Bit, bis zu DSD512 Native, (nur DAC, die den UAC-Standards entsprechen) |
Analoger Audioausgang | XLR (symmetrisch) + RCA (Vorausgang) |
Steuerungsmethoden | Touchscreen-Steuerung, Android/iPhone/iPad-App, Fernbedienung |
Ausgangspegel | 4,2V (XLR), 2,1V (Cinch) |
Frequenzgang | 20Hz bis 20kHz (XLRCinch ±0,15 dB) |
THD+N | <0,000078% oder 122dB (XLR), <0,00009% oder -121 dB (Cinch) |
Dynamikbereich | >130dB (XLR), >129dB (Cinch) |
SNR | >130dB (XLR), >129dB (Cinch) |
Übersprechen | > -123dB (XLR), >-122dB Cibch |
Stromversorgung | 110~240V Wechselstrom, 50/60Hz |
Leistungsaufnahme | 30W |
Lieferumfang | Netzkabel, Triggerkabel, Fernbedienung, Antennen (3x), Bedienungsanleitung |
Preis | 3.800 Euro |
Vertrieb
audioNEXT GmbH
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Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
Telefon | 0201 5073950 |
info@audionext.de | |
Web | www.audionext.de |
Perlisten hat sich durch kompromisslose Lautsprechertechnik einen festen Platz in der internationalen High-End-Szene erarbeitet: Die Lautsprecher der S-Serie gelten als technischer Benchmark. Die etwas zugänglicher positionierte R-Serie überträgt viele dieser Technologien in ein vielseitigeres Format, ohne die klanglichen Tugenden zu verwässern.
Mit der A-Serie öffnet Perlisten nun ein neues Kapitel: Der Fokus liegt klar auf dem Einstieg in die Welt der Marke, jedoch ohne Abstriche bei Entwicklung, Fertigung oder akustischer Performance. Vielmehr wurde die A-Serie von Grund auf als eigenständige Plattform konzipiert. Sie richtet sich an anspruchsvolle Musikliebhaber und Cineasten, die höchste klangliche Präzision erwarten.
Charakteristisch für die A-Serie ist der vollständig neu entwickelte Hochtöner mit 38 Millimeter großer Teteron-Kalotte, der in einen speziell geformten Waveguide eingebettet wurde. Diese Kombination sorgt für eine breitbandige, kontrollierte Abstrahlung, die sowohl bei klassischen Stereo-Anwendungen als auch in komplexen Mehrkanalsystemen eine gleichmäßige und flexible Klangverteilung ermöglicht.
Im Tieftonbereich kommen bei allen Modellen der Serie 215-Millimeter-Treiber mit Carbonfaser-Membranen zum Einsatz. Das geringe Gewicht bei gleichzeitig hoher Steifigkeit dieser Membranen trägt entscheidend zur Impulstreue und tonalen Präzision bei.
Auch die Gehäusekonstruktionen der A-Serie zeigen den kompromisslosen Ansatz: Je nach Modell kommen entweder Bassreflex- oder geschlossene Konzepte zum Einsatz, wobei alle Gehäuse akustisch präzise abgestimmt wurden. In Verbindung mit einer vollständigen Klippel NFS-Vermessung – inklusive Direktivitätsanalyse, Power-Response und Verzerrungsmessung – ergibt sich eine herausragende Konsistenz und Linearität über das gesamte Wiedergabespektrum.
Die vier Modelle der A-Serie decken ein breites Spektrum an Anwendungen ab. Im Zentrum steht der A4t, ein Standlautsprecher mit drei Carbonfaser-Tieftönern in Bassreflex-Abstimmung. Er bietet eine beeindruckende Dynamik, kontrollierten Tiefbass bis unter 20 Hertz und eignet sich hervorragend für große Hörräume oder cineastische Setups mit hoher Präzision.
Eine kompaktere Alternative bietet der A3t, der ebenfalls auf die Kombination aus Carbonfaser-Treibern und Teteron-Waveguide setzt, jedoch mit zwei statt drei Tieftönern arbeitet. Trotz der reduzierten Baugröße erreicht auch dieses Modell erstaunlich tiefe Frequenzbereiche und lässt sich dank seiner Bauform sowohl in klassischen Stereo-Konfigurationen als auch als LCR-Speaker in Mehrkanalsystemen einsetzen.
Der A3m ist ein geschlossener Kompaktmonitor, der sich ideal für den Einsatz auf dem Desktop, im Regal oder auf Lautsprecherstativen eignet. Durch seine geschlossene Bauweise liefert er eine besonders trockene und präzise Basswiedergabe und empfiehlt sich als zentrale Komponente in hochwertigen 2.1-Systemen ebenso wie als Monitorlautsprecher für kleinere Räume.
Abgerundet wird die Serie durch den A2s – ein speziell für Surround-, Rear- oder Height-Anwendungen konzipierter Lautsprecher. Durch das flache, geschlossene Gehäuse und die optionale V120-Halterung eignet er sich besonders gut für Wand- oder Deckenmontage in immersiven Heimkino-Installationen.
Die A-Serie ist kein Kompromissprodukt, sondern eine bewusste Erweiterung des Perlisten-Portfolios. Trotz ihres Einstiegscharakters profitieren alle Modelle von den gleichen Prinzipien, die bereits S- und R-Serie geprägt haben: Eigenentwickelte Treiber, klanglich optimierte Waveguide-Geometrien, akribische Gehäuseabstimmung und vollständige Klippel-Vermessung.
Die Perlisten A-Serie steht ab sofort zur Verfügung. Die Paarpreise:
Vertrieb
Audio Reference GmbH
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Anschrift | Alsterkrugchaussee 435 22335 HAMBURG |
Telefon | +49 40 53320359 |
Fax | +49 40 53320459 |
Web | audio-reference.de |
ramar aus Berlin bringt frischen Wind in die Welt des High-End-Zubehörs: kompromisslos gestaltet, funktional durchdacht – eine Entdeckung, die audiophiles Zubehör zu einem echten Erlebnis werden lässt.
Manchmal beginnt eine Geschichte aus einer Kombination von Leidenschaft und Frust – so auch im Fall von Rangel Vasev, dem Gründer und Kopf von ramar. Auf der Suche nach einer Plattenbürste fand er nichts, was sowohl qualitativ als auch optisch seine Erwartungen erfüllte. Auch der Besuch von Messen und Händlern brachte keine Lösung, sondern zeigte vielmehr die Unstimmigkeit zwischen Anspruch und Realität: Selbst neben unerschwinglich teuren Plattenspielern fand sich eine banale Plastikbürste. Diese offensichtliche Diskrepanz ließ ihn nicht mehr los. Und so begann die Geschichte von ramar – einer Berliner Manufaktur, die audiophiles Zubehör neu denkt.
Musik hatte im Leben von Rangel Vasev immer einen besonderen Platz. 2002 kam er nach Berlin, studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Humboldt Universität und arbeitete danach im Bereich Politikkommunikation für den Deutschen Bundestag. Mit der Geburt seiner Tochter 2016, kam seine Leidenschaft für den häuslichen Musikgenuss zurück ins Leben der Familie. Die analoge Schallplatte war dabei das Ausdrucksmittel seiner Wahl, verbunden mit der Leidenschaft und Wertschätzung für Vintage-Komponenten. Seine Sansui-Anlagen aus den 70-er Jahren beschreibt er dann auch so: „Diese alten Geräte sehen – zumindest für mich – nicht nur unglaublich gut aus, sondern spielen auch hervorragend, und was für mich sehr wichtig ist, sie fühlen sich auch sehr gut an. Damit meine ich die verwendeten Materialien: viel Holz, Aluminium, Edelstahl. Die Haptik der Knöpfe und Regler – da bekomme ich einfach Lust, die Knöpfe zu drücken und die Schalter zu bewegen.“ Wie es weiter ging, wissen Sie ja bereits. Als er „die“ passende Plattenbürste suchte, fand er – nichts. Zumindest nichts, was seinem Anspruch an Qualität, Ästhetik und Funktion genügte. Der Rest ist Berliner HiFi-Geschichte.
Rangel Vasev baute Prototypen, experimentierte mit Materialien, lernte die Unterschiede zwischen Carbonfasern und Ziegenhaar und verband sie letztlich. Er entwickelte das erste Produkt von ramar – die Bürste – nicht nur als Werkzeug, sondern als gut gestaltetes Objekt. Fast zwei Jahre hat es gedauert. Heute gilt genau dieses Design als stilprägend für die Marke. Schlicht, quadratisch, aus massivem Holz gefräst, minimalistisch, aber funktional auf höchstem Niveau. Begonnen hat es mit der Bürste, mittlerweile sind noch weitere Produkte hinzugekommen. Die Schallplattenbürste und die Plattenauflage „JEWEL“ haben wir uns näher angesehen.
Die ramar Schallplattenbürste ist alles andere als ein Zubehör von der Stange – gutes Design und gekonntes Handwerk sind zu Funktion mit Qualität verbunden. Die Form der Schallplattenbürste erinnert an das Bauhausdesign mit klaren Proportionen und Linienführung. Entsprechend ist der Körper kompakt und auf das Notwendigste reduziert. Gefräst werden sie aus einem massiven Stück Holz aus Nussbaum, Kirschbaum und Esche – alle mit individueller Maserung, ist jede für sich ein Unikat. Jede Bürste trägt eine Seriennummer – ein Detail, das eher an Manufakturuhren erinnert als an Reinigungswerkzeug. Die obere Abdeckung der Box schließt magnetisch und dient gleichzeitig als Bürstengriff, der die chemisch vernickelte und leitfähige Aluminiumabdeckung der Borsteneinheit aufnimmt. Der Clou: Griff und Etui entstehen aus einem einzigen Rohling. So entsteht ein Objekt aus einem Guss, das präzise schließt und die Borsten unkompliziert schützt. Am Boden hat Rangel Vasev eine mit gleicher Qualität und Anspruch gefertigte Nadelbürste integriert, magnetisch haftend, rundet sie zusammen mit einem Reinigungspad aus Naturfilz das Set perfekt ab.
Technisch bietet die Bürste ein Hybrid-Konzept, das die Vorzüge zweier Welten vereint: Sechs Doppelreihen feinster Kohlenstofffasern übernehmen die elektrostatische Ableitung, während zwei Reihen Ziegenhaar dafür sorgen, dass Staub zuverlässig aufgenommen wird. Die spezifische Anordnung und Dichte des Borstenbesatzes sind das Ergebnis zahlreicher Tests und Prototypen, die eine sanfte und gleichzeitig effiziente Reinigung ermöglichen sollen. Die elektrostatische Ableitung via Kohlenstofffasern kennen Sie vielleicht auch von ihrem Drucker. Bei der Bürste von ramar funktioniert es natürlich etwas anders: Die Kohlenstofffaserborsten nehmen die elektrostatische Aufladung von der Platte auf und geben sie über die Borstenabdeckung im Griff aus sehr leitfähigem mit Nickel beschichteten Aluminium über die Hände in den Körper ab. Das Prinzip „form follows function“ wurde hier klug umgesetzt.
In der Anwendung ist die ramar Schallplattenbürste so schlicht wie durchdacht – und wird schnell zur festen Routine. Die Anleitung und auch Videos beschreiben die optimale Nutzung: Die Bürste wird leicht schräg zur Plattenoberfläche angesetzt und dann in einer rotierenden Bewegung in die plane Lage zur Plattenoberfläche geführt und umgekehrt. Alles anders als gewohnt – ohne viel hin und her. Zur Reinigung der Bürsten selbst, liegt jeder ein Reinigungspad aus Naturfilz bei. Damit lassen sich Staubreste und mögliche gebrochene Fasern entfernen, bevor die Bürste wieder im Etui verschwindet. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Sekunden und schafft die Voraussetzung für konstant gute Ergebnisse über lange Zeit. Das Reinigungsergebnis überzeugt bereits im ersten visuellen Eindruck: ausgezeichnete Staubaufnahme, tiefgehende Rillenreinigung, ohne elektrostatische Aufladung. Auch ein Vergleich mit herkömmlichen Bürsten zeigte schnell die Leistungsfähigkeit der Bürste, ganz gleichgültig, ob manipuliert stark oder nur gering mit Staub belegt, ob mit oder ohne Lupe oder unter einem Mikroskop betrachtet. Letztlich zeigt der gesammelte Schmutz an der Nadel und die hörbaren oder eben nicht vorhandenen Nebengeräusche, was Qualität und Erfindergeist ausmachen. Obwohl ich eine Schallplattenwaschmaschine besitze, könnte ich mir schon deshalb das tägliche Hören ohne die flotte und effiziente Reinigung via ramar Bürste nicht mehr vorstellen.
Mit einem Startpreis von rund 360 Euro hebt sich ramars Bürste preislich deutlich von den Mitbewerbern am Markt ab. Doch gemessen an Materialeinsatz, Verarbeitungsqualität, gestalterischer Qualität und nicht zuletzt ihrer funktionalen Qualität, halte ich diese Investition für gerechtfertigt und für jeden, der seine Platten liebt, für sinnvoll. Sie macht aus einer Pflicht eine Kür – aus einem Reinigungsakt ein bewusstes, stilvolles Ritual und bringt audiophiles Zubehör auf Augenhöhe mit den Komponenten. Dass ramar mit dieser Bürste beim German Design Award 2021 eine Auszeichnung erhielt, überrascht kaum – eher, dass solch ein unscheinbares Objekt so viel Aufmerksamkeit verdient. Aber genau das ist Rangel Vasevs Ansatz: den Blick auf die vermeintlichen Nebensächlichkeiten zu lenken – und sie durch Design mit perfekter Funktion zu adeln.
Kommen wir zu einem weiteren Produkt von ramar, dem Resonanzkontrollkonzept JEWEL: Wer sich mit Plattengewichten beschäftigt, stellt schnell fest: die meisten folgen einem funktionalen Standard: zylindrisch, massiv, symmetrisch. Mit dem JEWEL Resonanzkontrollkonzept ist ramar im Design und Funktion neue Wege gegangen – technisch anders gedacht, gestalterisch absolut eigenständig. Der erste Eindruck überrascht: statt eines gewohnten Rundkörpers zeigt sich JEWEL in einer markanten, asymmetrischen Form, fast schon floral anmutend – gefräst aus massivem Edelstahl, mit fließenden Kanten, präzisen Ebenen und ungewöhnlicher Dynamik. Trotz dieser optisch asymmetrischen Formensprache erreichte das ramar-Team eine vollkommen gleichmäßige Gewichtsverteilung. Möglich wurde das durch aufwendige Computersimulationen – und durch die konsequente Anwendung eines Drei-Punkte-Ansatzes im Inneren des JEWEL.
Motivation und konzeptioneller Ansatz für die Entwicklung waren, unerwünschte Vibrationen und Resonanzen von der Schallplatte und somit die Einflüsse auf die Wiedergabe zu neutralisieren. Es ging ramar also nicht allein um eine stabile Planlage der Platte, sondern auch um die gezielte Kompensation von Vibrationen. Betrachten wir den Mikrokosmos bei der Abtastung und die relevanten Wechselwirkungen mit Platte, Untergrund, Laufwerk, wird schnell klar: Da wird an zu vielen Stellen tüchtig mitmusiziert und letztlich für uns hörbar. Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie wollen extrem Kleingedrucktes auf einem stark vibrierenden Untergrund sitzend lesen – es wird Ihnen schwerfallen.
Nun aber mehr zum Drei-Punkte-Ansatz im Inneren des JEWEL: Das Herzstück der Konstruktion ist ein speziell entwickelter Wellendichtring, der die Tellerachse des Plattentellers solide umschließt. Gefertigt aus NBR-Kautschuk, passt sich die dehnbare Ummantelung flexibel an und dämpft gleichzeitig die durch die Spindel übertragenen Mikrovibrationen – ein Effekt, der oft unterschätzt wird, aber akustisch spürbar sein kann. Eine zusätzlich integrierte Schlauchfeder sorgt für Vorspannung und Stabilität auch bei unterschiedlichsten Tellerachsen. Ein weiterer Punkt im Ansatz sind die im Inneren des Metallkörpers der JEWEL arbeitenden acht Messingstäbe – einzeln und damit unabhängig aufgehangen. Beim Aufsetzen gleiten sie sanft auf die Plattenoberfläche hinunter, gleichen Höhenunterschiede auch unterschiedlichster Labelhöhen aus und führen die über die Platte ankommende Energie unerwünschter Schwingungen ins Gehäuse weiter, wo sie letztlich wirksam absorbiert werden. Verantwortlich für den letzten Punkt respektive den Dämpfungsschritt ist ein maßgefertigter Ring aus Sorbothane, deinem viskoelastischen Polymer, das gleichzeitig elastische und flüssige Eigenschaften vereint. Sorbothane isoliert, puffert und eliminiert Vibrationen auf einer Materialbasis, die in ihrer Leistung kaum vergleichbare Alternativen kennt. ramar entwickelte den Ring in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller Sorbothane – ideal angepasst für die Masse, Funktion und Form des JEWEL. Durch das minimalistische Kontaktkonzept – Spindel, Stäbe, Dämpfungsring – reduziert sich die direkte Verbindung zur Schallplatte auf ein absolutes Minimum. So entsteht eine gezielte, differenzierte Resonanzkontrolle anstatt einer pauschaler Bedämpfung – mit klanglichen Auswirkungen, die sich subtil bis deutlich bemerkbar machen.
Betrachtet man das Design und den konzeptionellen Ansatz gemeinsam, erklärt sich auch der Name Resonanzkontrollkonzept JEWEL. Mit einem Gewicht von 379 Gramm sollte der JEWEL an vielen Laufwerken funktionieren, trotzdem ist es grundsätzlich ratsam, das maximal zusätzliche Gewicht für sein Laufwerk zu prüfen. Und es gibt noch eine kleine, aber wichtige Einschränkung: Voraussetzung für den Einsatz des JEWEL ist eine sichtbare Plattentellerachse mit einer Höhe zwischen sechs und zwanzig Millimetern. Bei kürzeren oder überstehenden Dornen kann die optimale Platzierung nicht garantiert werden. Was allerdings jeden freuen dürfte, der zum Lieferumfang gehörende „ramar Record Stand“ fungiert nicht nur als eleganter Präsentationssockel für LPs, sondern auch als schützende Transportverpackung für das JEWEL. Eine nachhaltige Lösung, die Funktion, Ästhetik und Ressourcenschonung auf intelligente Weise verbindet. Alles zusammen kostet 800 Euro, den im Design von den Walzen des Edison-Phonographen inspirierten ramar Record Stand gibt es auch unabhängig von der JEWEL für 90 Euro.
Wie klingt es nun, das Resonanzkontrollkonzept JEWEL? Formgebung und Konzept sind ja überzeugend: minimale Kontaktpunkte, gezielte Resonanzableitung und Absorption – alles im Dienste eines von Störungen befreiten Abtastvorgangs. Die Hörtests wurden von mir allein und gemeinsam mit Dirk Sommer durchgeführt – auch weil sein Equipment noch tiefere Einblicke erlaubt. Nun, egal mit welchem Laufwerk und in welcher Anlagenkonfiguration JEWEL seine Wirkung beweisen durfte, es war nicht zu überhören: Unter audiophilen Gesichtspunkten bekommen Sie „von allem mehr“: mehr Raum, Bühne, Luft, mehr Trennung und Durchhörbarkeit, Klangfarben bleiben authentischer, der Bass wirkt definierter, Transienten sind fokussierter und kraftvoller, bei gleichzeitig mehr Ruhe in der Gesamtreproduktion. Deutlich weniger gibt es von ungeliebten Dingen, wie beispielsweise den Rillengeräuschen. Letztlich ist es so wie im richtigen Leben: Verzichtet man auf das Unnötige, gewinnt das Wesentliche den Raum, den es verdient.
Sie möchten es konkreter? Jacinthas „Georgia on My Mind“ auf der LP Here's To Ben: A Vocal Tribute To Ben Webster (Groove Note, GRV 1001-1): Bereits die ersten Takte offenbaren die Fähigkeiten der JEWEL: Sie lässt Musik atmen. Jacinthas Interpretation dieses Klassikers lebt von Nähe, Ruhe und tonaler Wärme. Die Stimme steht – auch dank exzellenter Mikrofonierung und gutem analogen Mastering – intim und stimmig greifbar im Raum, leicht nach vorne versetzt, mit genau dem Maß an Luft, das emotionale Tiefe entstehen lässt. Der Raum wirkt offener, die Instrumente definierter als ohne JEWEL. Das Klavier, das in diesem Stück nur sparsam begleitet, kommt mit mehr Präsenz, ohne jedoch das Gesamtbild aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und auch das Tenorsaxophon, durchaus weich, aber mit substanzieller Kraft, erscheint freier zwischen den Lautsprechern. Der akustische Kontrabass gewinnt an Tiefe, das Spiel wirkt pointierter, der Holzkörper verliert aber dabei nichts von seinem tonal warmen Charakter. Was diese Aufnahme ohnehin zu einer geschätzten Vocal-Jazz-Platte macht, wird durch die JEWEL noch verständlicher: Der Hintergrund wirkt dunkler, das Timbre der Stimme gewinnt an Reinheit, Rauminformationen treten subtiler, aber selbstverständlicher in Erscheinung. Erwarten Sie keinen lauten Wow-Effekt, sondern eine klangliche Entschlackung, die nichts subtrahiert – sondern genau die Stille schafft, in der Musik ihre Kraft entfalten kann.
Ein weiteres gehörtes Stück „Everybody Loves the Sunshine“ des Japanischen Trompeters Takuya Kuroda findet sich auf seinen 2014er Album Rising Son (First Word / 2LP). Auf dieser klanglich wie musikalisch dichten Neuinterpretation des Roy-Ayers-Klassikers verschmilzt Soul, Jazz, Funk und Clubästhetik zu einer fließenden Einheit – getragen von pulsierenden Rhythmen, einem satten E-Bass und der warmen Präsenz von Kurodas Trompete. Eine Produktion, die sowohl Groove als auch Struktur verlangt. Mit der JEWEL auf dem Plattenteller fällt zuerst die definiertere Abbildung auf. Der Mix bleibt geschlossen, aber gewinnt an Luft. Die tiefen Bassläufe – üppig gemischt und potenziell etwas ausladend – behalten ihre Energie, wirken aber gestraffter, definierter, sauberer konturiert. Kurodas Trompete profitiert ebenfalls spürbar – die Ansätze wirken etwas agiler, die Klangfarben wärmer, ohne zu verwaschen. Was bleibt, ist ein Klangbild mit mehr innerer Ordnung und rhythmischer Klarheit, das die Wärme dieser Aufnahme bewahrt, sie dabei aber hörbar strukturiert.
Hören wie das Nocturne Nr. 20 in cis-Moll von Frédéric Chopin, großartig interpretiert von Menahem Pressler auf der LP Menahem Pressler – Beethoven / Schubert / Chopin (BIS 2023). Ein Werk, das viel Fingerspitzengefühl braucht – auch von der Wiedergabekette. Die fein nuancierten Anschläge Menahem Presslers, der Wechsel zwischen Linienführung und harmonischer Fläche, der Atem zwischen den Phrasen – all das offenbart, wie empfindlich störende Resonanzen die Wiedergabe subtil verändern und Qualität verloren geht. Mit der JEWEL klingt der Flügel freier, aber nicht größer. Der Nachhall wird deutlicher, aber bringt keine akustische Unruhe. Akkorde erhalten mehr Struktur, zarte Ornamentierungen und aufsteigende Linien profitieren. Besonders bei Presslers Interpretation wird deutlich, wie sehr der musikalische Ausdruck von Zwischentönen und Pausen lebt und wie das mehr an Stille in der Wiedergabe einen auch emotional und hörbar näher an den Kern des Stücks bringen. Die JEWEL zeigt bei dieser audiophilen 45-rpm-Seite ihre Qualität im leisen, kontrollierten Ausdruck. Sie macht nichts lauter, nichts spektakulärer – sondern lässt die Musik fließen und öffnet ein Stück mehr ihre tiefe intime Wirkung. Erwarten Sie von der JEWEL keine plakativen Effekte. Sie ist ein sinnvolles Zubehör, das Sie tiefer in die Musik blicken lässt – und genau das kann den Unterschied machen.
Gehört mit
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Laufwerk | Reed Muse 1c Reibrad |
Tonarm | Reed 5A |
Tonabnehmer | Xquisite Fire |
Streamer | DCS Bartok |
LAN-Switch | Ansuz PowerSwitch/Netzwerkswitch A3 |
CD-Player | Mark Levinson ML39 |
Vorstufe | Westminster Quest, Nagra Classic |
Endstufe | Pass XA25 Stereoendstufe |
Lautsprecher | Wilson Audio Sabrina X |
Kabel | Ansuz Speaker Cable D3, Signalz C2, Digitalz D2 und Mainz D3, D2, C3, A1, Vovox Fortis IC Balanced |
Zubehör | AHP Klangmodul, Ansuz Sparkz Harmonizer TC3, Darkz Control T2, Sortz Signatue Anti Arial Resonance Coil undAnsuz Mainz8 C3, Degritter Mk2, SBooster Netzteil Mk2 |
Herstellerangaben
ramar Schallplattenbürste
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Gewicht | 116g (Bürste),166g (Bürste und Etui) |
Abmessungen (H/B/T) | 44/121,5/44mm mit Etui |
Körper | Esche (geölt) |
Besatz | sechs Doppelreihen Kohlenstofffasern sowie zwei Reihen Ziegenhaar |
Borstenabdeckung | Aluminium (AW 6082), Chemisch-Nickel-Beschichtung |
Stylus Brush | Edelstahl (gebürstet), Kohlenstofffasern, Nussbaum |
Stabmagnete | Neodym (vernickelt) |
Lieferumfang | Schallplattenbürste, Etui, Stylus Bürste, Reinigungspad, Aufbewahrungsbox |
Lieferzeiten | ca. vier Wochen) |
Preis | ab 360 Euro |
Herstellerangaben
ramar Resonanzkontrollkonzept JEWEL
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Gewicht | 379 g |
Größe | 7/7/2,2cm |
Lieferumfang | JEWEL Resonanzkontrollkonzept, Aufbewahrungsbox, ramar Record Stand |
Lieferzeiten | Der Versand erfolgt 3 bis 5 Tage nach Erhalt der Bestellung. |
Körper | Edelstahl |
Preis | 800 Euro |
Hersteller
ramar | Rangel Vasev
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Anschrift | Hauptstr. 13 10317 Berlin Deutschland |
Telefon | +49 30 76231247 |
info@ramar.berlin | |
Web | ramar.berlin |
Hersteller
ramar | Rangel Vasev
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Anschrift | Hauptstr. 13 10317 Berlin Deutschland |
Telefon | +49 30 76231247 |
info@ramar.berlin | |
Web | ramar.berlin |
High-End-Streaming und -Verstärkung, Raumkorrektur und Multiroom in einem eleganten und kompakten Gerät: Mit dem Amp Ultra präsentiert WiiM seine bislang ambitionierteste All-in-One-Lösung. Und das für einen unschlagbaren Preis von 600 Euro.
WiiM hat sich in kürzester Zeit als ernstzunehmender Anbieter für netzwerkbasierte Audiolösungen etabliert – erst mit erschwinglichen Streamern, dann mit vollwertigen Verstärkern mit und ohne Streaming-Modul. Der neue WiiM Amp Ultra führt den Weg, den WiiM mit dem Amp und dem Amp PRO eingeschlagen hat, konsequent fort. Als digitale Quelle und smarter Verstärker macht er alle passiven Lautsprecher reif für das Streamingzeitalter – mit dem bisher anspruchsvollsten Klang, den WiiM je kreiert hat.
Trotz seines Mini-Fußabdrucks von nur 20 mal 20 Zentimetern bietet der WiiM Amp Ultra klanglich und funktional erstaunlich viel. Zwei kraftvolle Class-D-Endstufen liefern bis zu 200 Watt an 4 Ohm – genug Leistung für ausgewachsene Standlautsprecher. Für die Wandlung ist ein ESS ES9039Q2M SABRE DAC an Bord, unterstützt von sechs OPA1612-Operationsverstärkern. Die Post-Filter-Feedback-Technologie sorgt für eine maximal dynamische Wiedergabe und stabilen Klang unabhängig von der Lautsprecherlast, die sich über die Frequenz stetig ändert.
Besonders interessant für designaffine Nutzer: Das präzise gefräste Aluminiumgehäuse beherbergt ein 3,5-Zoll-Touchdisplay aus Glas – modern, intuitiv, hochwertig. Albumcover, Lautstärke, Equalizer, Eingänge: alles direkt erreichbar. Auch bei den Anschlüssen zeigt sich der Amp Ultra vielseitig: Neben analog und digital gibt es HDMI ARC, Bluetooth 5.3, Subwoofer-Out und Wi-Fi 6E.
Klanglich ist das Ergebnis überzeugend: klar, dynamisch, fein aufgelöst, mit präziser Raumabbildung und souveräner Kontrolle. Die integrierte RoomFit-Kalibrierung passt den Klang automatisch an die räumlichen Gegebenheiten an. Dazu gibt’s eine flexible Multiroom-Funktion, Smart-Presets, eine Weckfunktion und – bald – auch Roon-Zertifizierung.
Dass all das per App oder Sprachbefehl steuerbar ist, versteht sich fast von selbst. Und dass der Hersteller regelmäßige Firmware-Updates verspricht, macht den Amp Ultra zukunftssicher – gerade für Nutzer, die ihr System nicht alle zwei Jahre erneuern möchten.
Der WiiM Amp Ultra ist ein schlicht-elegantes, stark klingendes All-in-One-Gerät für Streaming, Musik und TV – ein echter Geheimtipp zum attraktiven Preis und mit einem überraschend audiophilen Anspruch.
Der WiiM Amp Ultra ist ab sofort in den Ausführungen Space Grey und Silver zum Preis von 600 Euro erhältlich.
Highlights & Features
Herstellerangaben
WiiM Amp Ultra
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Vertrieb
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
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Anschrift | Villa Belvedere Wallufer Straße 2 D-65343 Eltville am Rhein |
Telefon | +49 6123 9258956 |
info@audiotra.de | |
Web | www.audiotra.de |
Die intensive Bemühung um besten Klang aus digitalen Wiedergabeketten und die Beschäftigung mit Servern, DACs, Switches, Kabeln und Filtern haben ihre Spuren hinterlassen: Vor Jahren hätte ich eine Kopfhörerverstärker/DAC-Kombination wie den X9, der eingespeiste analoge Signale digitalisiert, einem Kollegen zugeschanzt. Jetzt finde ich ihn spannend.
Dafür gibt es nicht nur einen Grund: Zum einen haben die inzwischen ausgesprochen positiven Erfahrungen mit digitalen Quellen – wie oben angedeutet – die alten Ressentiments eines Analogfans fast gänzlich zum Verstummen gebracht. Zum anderen hat audioNEXT Mitinhaber Carsten Hicking auf der World of Headphones in Heidelberg eher beiläufig erwähnt, dass der Luxsin X9 einer der ganz wenigen Kopfhörerverstärker sei, der meinen aktuellen Lieblingskopfhörer, den extrem leistungshungrigen Dan Clark Audio Stealth angemessen treiben kann. Dafür habe ich zwar einen SPL Phonitor x, aber bei Aufnahmen, bei denen wir keine Monitorlautsprecher verwenden können, verlassen sich meine Gattin und ich gerne auf die Stealth/SPL-Kombination, wobei wir uns eine davon ausleihen müssen. Da wäre es schon hilfreich, wenn der relativ erschwingliche Luxsin zumindest das Hin- und Hergeschicke eines Phonitors zukünftig unnötig machen würde – soviel zu meinem eigenen Interesse am X9.
Luxsin ist eine Firma unter dem Dach von Eversolo, dessen Streamer schon seit einiger Zeit vor allem wegen ihres günstigen Preis/Klang-Verhältnisses hervorragende Kritiken einheimsten, wie Carsten Hicking erzählte. Auch der Eversolo DMP-A10, der in der Wohnzimmeranlage als Streaming Bridge agiert, erfüllt seine Aufgabe zu meiner vollsten Zufriedenheit. Doch zurück zum Luxsin X9. Das ist – wie gesagt – eine Kopfhörerverstärker/Wandler-Kombination, die dank ihrer symmetrischen und unsymmetrischen Hochpegel-Ausgänge auch Aktiv-Boxen und Endstufen ansteuern kann. Die Lautstärkeregelung erfolgt auf analoger Ebene über ein Widerstandsnetzwerk. Das nährte bei mir anfangs die Hoffnung, dass die am Cinch-Eingang anliegenden Analog-Signale ohne Wandlung zu den beiden Analogausgängen durchgeschleift würden, wenn die Entzerrungen für die verschiedenen Kopfhörermodelle nicht aktiv sind. In einem kurzen FaceTime-Gespräch und einigen E-Mails erfuhr ich von Luksin-Produktmanager Terry Jiang dann Genaueres über den X9: Die anliegenden analogen Signale werden vom AKM 7739 DSP in einen Datenstrom mit einer Abtastrate von 192 Kilohertz gewandelt und dann dort und im AK4191EQ bearbeitet, bevor sie der AK4499EX in Musiksignale zurückverwandelt.
Ein Alleinstellungsmerkmal dürften die im Luxsin hinterlegten 2500 Entzerrungskurven für verschiedene Kopfhörermodelle sein. Natürlich haben die Entwickler nicht alle Frequenzgangkurven an den entsprechenden Schallwandlern selbst ermittelt. Laut Terry Jiang gibt es drei Quellen für die vom X9 verwendeten Daten: Da wären zuerst eigene Messung von Luxsin. Darüber hinaus habe man auch Daten aus frei zugänglichen Quellen und von Nutzern bereitgestellte Frequenzgang-Daten verwendet. Anders als beispielsweise bei Daniel Weiss' DAC502, der ja auch ein Reihe von Korrekturkurven für verschiedene Kopfhörer anbietet – wenn auch deutlich weniger als der X9 –, muss sich der Nutzer des Luxsin nicht mit einer Entzerrung für sein Modell begnügen: Der Chinesische Hersteller bietet neun verschieden Zielkurven an. Terry Jiang übermittelte mir folgende Tabelle, in der zumindest sieben der neun Entzerrungen ein wenig genauer beschrieben sind.
Ich habe darauf verzichtet, noch Informationen zu „oratory1990 over-ear“ und „Harman over-ear 2013“ einzuholen, da ich davon ausgehe, dass nur ein verschwindend kleiner Anteil von Ihnen an Details zu verschiedenen Messmethoden interessiert ist und Sie die verschiedenen Entzerrung eher als Klangregler für Ihren Kopfhörer verwenden. Wer noch stärker und direkter den Sound beeinflussen möchte, findet unter „Effect“ einen Regler zur Einstellung der Stereobreite, einen klassischen dreibandigen Klangregler sowie 16 Klangpresets, darunter „Hall“, „Headphone“ und „Party“. Da sollte jeder fündig werden können. Dazu kommen dann noch drei unterschiedliche Crossfeed-Einstellungen. Obwohl der Touchscreen des X9 recht groß und das Menü sehr benutzerfreundlich gestaltet ist, bietet es sich bei der Fülle der Möglichkeiten, die der X9 zur Anpassung seines Klangs an die Vorlieben seinem Besitzer offeriert, vor allem bei der Auswahl der Entzerrungen an, ihn über die Luxsin-App per Smartphone oder Tablet oder per Internet-Browser zu bedienen.
Das Display kann aber nicht nur zur Bedienung des Luxsin genutzt werden. Mit VU-Meter-Simulationen in unterschiedlichen Designs informiert es auch über den Eingangspegel, die Wiedergabelautstärke und die Intensität verschiedener Frequenzbereiche im Musiksignal. Der Eingangspegel des analogen Signals kann unter dem Menüpunkt „Audio Settings“ um plus/minus zwölf Dezibel variiert werden. Schade, dass die virtuellen VU-Meter eine Übersteuerung nicht mit Werten im roten Bereich anzeigen, sondern man nur darauf schließen kann, wenn die Zeiger an der Null-Dezibel-Markierung zu kleben scheinen. Der Grad der Verstärkung lässt sich in drei Stufen an die Empfindlichkeit des angeschlossenen Kopfhörers anpasst. Das kann manuell über das Menü passieren. Wenn man das Kabel eines Schallwandlers aber mit der unsymmetrischen 6,3-Millimeter-Klinken- oder der symmetrischen Pentaconn-Buchse verbindet misst der Luxsin kurz die Impedanz des angeschlossen Kopfhörers. Das soll laut Terry Jiang bald auch bei der vierpoligen XLR-Buchse funktionieren.
Kurz hatte ich mich gewundert, dass für alle fünf verwendeten Kopfhörer entweder ein Innenwiderstand von 16 oder 32 Ohm gemessen wurde. Dann fiel mir auf, dass Luxsin den Verstärkungsstufen High, Medium und Low Gain die Werte 300, 32 und 16 Ohm zuordnet. Nach der Messung des Kopfhörers wird also nicht der gemessene Innenwiderstand des Kopfhörers angezeigt, sondern die Verstärkungsstufe, die der X9 für ihn ausgewählt hat. An den symmetrischen Ausgängen kann der Luxsin in der höchsten Verstärkungsstufe einem 32-Ohm-Modell maximal 3.000 Milliwatt zur Verfügung stellen, an der 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse sind es dann noch 1.700 Milliwatt und an 16 Ohm 2.650 respektive 2.100 Milliwatt. Dabei kann es vorkommen, dass man zum Erreichen der genannten Werte eine andere Verstärkungsstufe wählen muss als die, auf die sich der X9 eingemessen hat.
Da Digital-Equipment erfahrungsgemäß sehr positiv auf eine längere Einspielzeit reagiert, habe ich den X9 über seinen Analogeingang fast eine Woche lang laufen lassen, so dass der A/D- und der D/A-Wandler gleichzeitig aktiv waren. Als Zuspieler diente der Lotoo Mjölnir, der ja sowohl über einen unsymmetrischen Analog-, als auch über einen S/PDIF-Ausgang verfügt, und dessen USB-C-Ausgang nach einer Freigabe per Menü auch Musikdaten ausgeben kann. Die USB-C- und die S/PDIF-Schnittstelle sowie den Bluetooth-Empfänger des Luxsin habe ich natürlich ausprobiert: Auch sie lassen keine Wünsche offen. Für den Test habe ich aber fast ausschließlich die analoge Verbindung zwischen Mjölnir und Luxsin verwendet. Dritter im Bunde bei diesen reduzierten Testanordnung war übrigens der SPL Phonitor x, mein Bezugspunkt in Sachen Kopfhörerverstärker.
Während des Dauerbetriebs mit dem Dan Clark Audio Noire und dem Sendy Audio Peacock habe ich mich nur kurz mit einigen Funktionen des X9 vertraut gemacht, nicht aber kritisch gehört. Danach habe ich dann den Stealth angeschlossen, um zu sehen, ob der Luxsin ihn problemlos treiben kann. Mittels Adapter habe ich den Kopfhörer an die Pentaconn-Buchse angeschlossen, um die Impedanz-Messung zu starten. Der X9 zeigte 32 Ohm an, der Dan Clark Audio wird also mit mittlerer Verstärkung betrieben. An einer Last von 32 Ohm stehen hier genauso wie bei der höchsten Verstärkungsstufe 3.000 Milliwatt zur Verfügung. Kein Wunder, dass selbst bei eher leisen ECM-Alben und recht hoher Lautstärke noch eine Pegelreserve von über zwölf Dezibel verfügbar war.
Dann habe ich begonnen, ein wenig mit den Entzerrungen zu experimentieren. Als puristisch denkender Audiophiler habe ich für den Stealth erst einmal „Flat“ gewählt und war schon vor dem Hören beim Blick auf die verwendete, in der App dargestellte Entzerrungskurve leicht geschockt: Unterhalb von 100 Hertz gab es eine Absenkung um bis zu fünf Dezibel und bei 20 Kilohertz eine Anhebung um über zwölf Dezibel. Dabei halte ich den Stealth für einen ungemein ehrlichen und verlässlichen – oder anders: linearen – Schallwandler. Bei „Diffuse Field“ ist die Kurve viel weniger wellig und bei „Harman Over-Ear 2018“ lagen die höchsten Anhebungen und Absenkungen bei zwei Dezibel. Des Rätsels Lösung: Natürlich orientiert sich Dan Clark – wie wohl die meisten Entwickler – an einer der bekannten Entzerrungskurven und die folgen eben nicht dem Ideal der Linearität.
Deutlich entspannter höre ich nun den Stealth ohne und mit Harman- respektive Diffusfeldentzerrung: Der Anfang des ersten Satzes von Mahlers Symphonie Nr. 6 mit den Duisburger Symphonikern unter der Leitung von Jonathan Darlington klingt über den Stealth kraftvoll, rhythmisch akzentuiert und geschmeidig. Mit der Harman-Kurve geht ein Hauch Druck im Tieftonbereich verloren, tonal ist die Wiedergabe dennoch stimmig. Die Snare scheint hier von noch mehr Luft umgeben zu sein und wirkt ein wenig präsenter. Dabei sind die Unterschied mit ohne Equalizer ausgesprochen gering. Die Diffusfeldentzerrung allerdings lässt die Balance zwischen Höhen und Bässen ein wenig kippen. Für meine Ohren klingt diese Equalizer-Einstellung ein wenig zu dünn. Um der im Kopf-Lokalisation entgegenzuwirken bietet X9 drei Crossfeed-Varianten an: „default“, „popular“ und „relax“. Mir erscheint die Version relax am offensten und räumlichsten, gerade in Verbindung mit der Harman-Entzerrung. Für das reine Genusshören größerer Klangkörper ist diese Kombination ideal.
Wenn der X9 bei einer Aufnahme eingesetzt werden soll, ist eine noch so angenehm klingenden Manipulation des Stereoeindrucks ebenso tabu wie tonale Veränderungen. Deswegen höre ich eine eigene Aufnahme, Michel Godards „Trace Of Grace“, das Sie hier kostenlos herunterladen können, mit dem Stealth einmal über den Luxsin und danach über den Phonitor x: Die Unterschiede sind marginal, der X9 wirkt auf mich ein wenig zupackender und klingt eine Spur knackiger, während der x die Instrumente mit ein wenig mehr Luft zu umgibt. Da geht es allerhöchstens um Geschmacksfragen, keinesfalls aber um Qualitätsunterschiede. Mit einem Luxsin im Monitorweg kann ich jedenfalls ganz hervorragend leben – und das ist mit Blick auf das Preisschild des X9 ein sehr großes Kompliment!
Nach den Erfahrungen mit dem Weiss 502 machte mir der Audeze LCD-X nur noch mit der entsprechenden Entzerrung Spaß. Was liegt also näher als den LCD-X mit der Entzerrung des Luxsin zu hören? Doch schon bei der Auswahl der richtigen Kurve komme ich ein wenig ins Schwimmen, bietet Luxsin für den Audeze doch zehn Entzerrungen an. Einige von ihnen sind mit Seriennummern gekennzeichnet, andere mit einem Baujahr und wieder andere mit ihren Verkaufsjahr und eine sogar durch das Material der Earpads. Da nehme ich von einem Test lieber Abstand. Ähnlich wie mit dem LCD-X ging es mir mit dem EL-8 Titanium: Auch ihn konnte ich nach der Erfahrung mit dem Weiss 502 ohne Korrektur nicht mehr wirklich genießen. Selbst wenn der Luxsin nur die Entzerrung für den EL-8 Closed Back anbietet, probiere ich diese mal aus, und zwar mit den Stück, dass sich damals als recht kritisch erwies: Van Morrisons „Big Time Operators“. Ich weiß noch, dass sich der Schritt vom EL-8 Closed Back zum Titanium recht positiv bemerkbar machte. Das dürfte der Grund dafür sein, dass er mit der Entzerrung des Closed Back nicht harmoniert. Oder technisch ausgedrückt: Die Anhebung der Frequenzen zwischen fünf und zehn Kilohertz um neun Dezibel ist einfach zu viel des Guten.
Eine völlig stimmige Kombination hingegen ist die des X9 mit dem Dan Clark Noire X, auch wenn der Kopfhörerverstärker/Wandler keine Entzerrung für den günstigen Noire anbietet, dessen Klangcharakteristik dem Stealth schon unverschämt nahe kommt. Für Aufnahmen könnten der X9 und der Noire X ein unwiderstehliches Angebot sein – wenn es nicht um die letzten paar Prozent Auflösung und Wohlklang geht. Ein anderer meiner Favoriten ist der Sendy Audio Peacock – von seinem Erscheinungsbild einmal abgesehen. Schon ohne Entzerrung vermag er beispielsweise bei etwa bei Mahlers Symphonie Nr. 3 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks voll und ganz überzeugen. Natürlich ist der Raumeindruck nicht so intensiv wie bei der Wiedergabe über Lautsprecher, aber in Sachen Dynamik und Feinzeichnung bleiben keine Wünsche offen. Dennoch gelingt die Auflösung noch einen Tick feiner, sobald man die Frequenzgangkorrektur aktiviert. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann die relaxt-Variante des Crossfeeds: Nun vermitteln Peacock und X9 sogar eine Ahnung von der Höhe des Aufnahmeraums: Es kann sich also durchaus lohnen, einige Instrumente zur Klangformung auszuprobieren.
Gehört mit (Minimal-Setup)
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Digitaler Audio Player | Lotoo Mjölnir |
Kopfhörerverstärker | SPL Phonitor x |
Kopfhörer | Dan Clark Audio Noir und Stealth, Sendy Audio Peacock, Audeze LCD-X und EL-8 |
Kabel | Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest NRG Z und Wild, Audiaz NF |
Zubehör | AHP Klangmodul IV G, Sun Leiste |
Herstellerangaben
Luxsin X9
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Anzeige | 4-Zoll-LCD-Touchscreen |
DAC-Chipsatz | AK4191EQ+AK4499EX |
Audioprozessor | AKM 7739 DSP |
Operationsverstärker | OPA1612 |
Stromversorgung | hochwertiges, rauscharmes lineares und digitales Doppelnetzteil |
W-LAN WLAN | 2,4GHz / 5Ghz |
DAC-Dekodierung | Stereo DSD512 und PCM 768kHz und 32-Bit |
Bluetooth | BT 5.0, unterstützt AAC/SBC |
USB-B-/USB-C-Eingang | unterstützt Windows (10, 11), MacOS, Android, iOS; DSD512, PCM 768 kHz 32-Bit |
USB-/SPDIF-Eingang | Stereo PCM 192kHz und 24 Bit |
HDMI ARC | Stereo PCM 192kHz und 24 Bit |
Analogeingang | Cinch (unsymmetrisch), Max. Verstärkung +12 dB |
Analoge Ausgänge | XLR (symmetrisch), Cinch (unsymmetrisch), Subwoofer-Ausgang |
Ausgangspegel (XLR) | 4,2Vrms bei 0dBFS |
THD+N (XLR) | <0,000096% (-120,3dB) ungew. |
Signal To Noise (XLR) | >128dB ungew. |
Frequenzgang (XLR) | 20Hz ~ 2 kHz (± 0,25dB) |
Übersprechen (XLR) | <-117dB bei 1kHz |
Dynamikbereich (XLR) | @No-wt: >128dB |
Ausgangspegel (Cinch) | 2,1Vrms bei 0dBFS |
THD+N (Cinch) | <0,00010% (-119 dB) |
Signal To Noise (Cinch) | >125dB |
Frequenzgang (Cinch) | 20Hz–20kHz (±0,25dB) |
Übersprechen (Cinch) | <-114dB |
Dynamikbereich (Cinch) | >125dB ungew. |
Ausgangspegel (Kopfhörer) | 4–16Vrms bei 0dBFS |
THD+N (Kopfhörer) | < 0,00016 % (-116dB) ungew. |
Signal To Noise (Kopfhörer) | >128dB ungew. |
Frequenzgang (Kopfhörer) | 20Hz ~ 20kHz (±0,25 dB) |
Dynamikbereich (Kopfhörer) | >128dB |
Steuerung | Touchscreen, Infrarot-Fernbedienung, mobile App (Android, iOS), Browser |
Stromversorgung | Wechselstrom 110–240 V, 50/60 Hz Nennleistung 25 W |
Lieferumfang | Stromkabel, Fernbedienung, USB-B-Kabel, Typ-C-OTG-Kabel, Benutzerhandbuch, 3,5 mm auf 1/4 Zoll Adapter |
Gewicht | 3729g |
Maße (L/B/H) | 206/300/65mm |
Preis | 1.200 Euro |
Vertrieb
audioNEXT GmbH
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Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
Telefon | 0201 5073950 |
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Web | www.audionext.de |