Dienstag, 21 April 2026 08:45

WestminsterLab Omne

Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht.

Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort auf die Frage, was geschieht mit einer kompromisslos gedachten Verstärkerarchitektur, wenn man sie in einem einzigen Gehäuse verdichtet. Das gesetzte Ziel formulierte er klar: Die Entwicklung soll „das ganze WestminsterLab Erlebnis“ in einem einzigen Gerät bündeln, ohne die Architektur zu vereinfachen, die Stromversorgung zu verkleinern oder die Kanaltrennung zu verschlechtern. Wer WestminsterLab kennt versteht, wie hoch und kompromisslos dieser Anspruch ist. Vom Entwicklungsstart bis zur Marktreife hat es dann auch fast drei Jahre gebraucht. Es wundert also nicht, wenn Angus Leung die Entwicklung als das bislang ambitionierteste Projekt von WestminsterLab bezeichnet. Mit dem Omne bringt das Unternehmen nun nicht einfach einen Vollverstärker auf den Markt, er ist die Umsetzung einer bereits klar umrissenen klanglichen und konstruktiven Unternehmensphilosophie in konzentrierter, kompakter Form.

Das typische WestminsterLab-Design wurde auch beim Omne konsequent umgesetzt
Das typische WestminsterLab-Design wurde auch beim Omne konsequent umgesetzt

Will man die bemerkenswerte Haltung und Philosophie von WestminsterLab besser verstehen, lohnt ein Blick auf die Menschen und die Entwicklung des Unternehmens. WestminsterLab wurde 2007 in London gegründet und hat sich bis heute zu einer Marke mit international hohem Ansehen, heute mit Sitz in Hongkong, entwickelt. Der Weg begann nicht gleich mit dem Bau von Verstärkern, sondern mit der Entwicklung von Kabeln und dem ersten USB-Kabel speziell für die Audioanwendung. Erst später folgte die Elektronik, beginnend mit der Endstufe Unum, die auf der Münchner High End 2015 vorgestellt wurde, 2020 der Mono-Endstufe Rei, der Vorstufe Quest und 2023 die separate Phonostufe Monologue. Wer sich mit diesen Geräten beschäftigt, erkennt eine klare Linie sowohl in der Entwicklung als auch in der Arbeitsweise von WestminsterLab. Es ist ein Denken, das kontinuierlich auch Bewährtes in Frage stellt, ohne den Kern und die Philosophie der Marke aus den Augen zu verlieren. Die Geräte variieren schon deshalb nicht im Wesen und ihrer substanziellen Qualität. Dabei geht es WestminsterLab um die Reinheit der Signalführung, um Reduktion auf das Essentielle, um saubere Energieversorgung, oder um die mechanische und elektrische Ruhe. Letztendlich geht es aber im Kern darum, Musik als Ganzes und ohne irgendeine Präferenz zu vermitteln. Alles, was getan und gedacht wird, folgt somit glaubhaft dem Leitmotiv und Arbeitsansatz des Unternehmens „Rediscovering your music“.

Im Zentrum dieser Philosophie steht Angus Leung. Er ist Gründer, Gestalter und Entwickler und sichtbar die prägende Figur hinter der Marke. Dass er in Großbritannien Architektur studiert hat, ist mehr als eine biografische Fußnote. Es erklärt vielleicht sogar den Kern dessen, was WestminsterLab so anders und aus meiner Sicht so besonders macht. Angus Leung denkt und entwickelt in Zusammenhängen und versteht Elektronik, Gehäuse, Fertigung und ästhetische Wirkung als eine zusammenhängende Disziplin. Er schafft so eine stimmige und sichtbare innere Ordnung, die auch das Äußere bruchlos in eine klare Form bringen lässt. Man sieht es seinen Komponenten an, dass hier jemand am Werk ist, der Gestaltung nicht nur als äußerliches Marken-Stilmittel versteht. Bei der Weltpremiere des Omne in Hamburg beschreibt Angus genau diese Synergie, die sein architektonisches Verständnis in die Produktarchitektur und dem Produktdesign einfließen lassen. Sowohl seine Arbeitsweise als auch die Ergebnisse erinnern mich schon deshalb an das Bauhaus von Walter Gropius, das ohne Grenzen verschiedenste Disziplinen zu einem neuen Denken und zu neuen Formen gebracht hat. Oder an Dieter Rams, der in den 60-er Jahren für Braun Elektrogeräte in eine moderne Form gebracht hat. Heute sind sie allesamt Klassiker, die in den Museen der Welt zu sehen sind.


Was das Unternehmen WestminsterLab angeht, beschreibt es Angus Leung als ein bewusst kleines Unternehmen, das Handwerk, Hörtests, Messungen und Computersimulationen miteinander verbindet und zudem möglichst viel mit den eigenen Händen herstellen möchte. Dieser Verzicht ist mehr als ein sympathisches Selbstporträt, sondern er macht viele WestminsterLab eigene Herstellungsschritte erst möglich. Die Form der Herstellung und die vielseitigen Fähigkeiten im Team charakterisieren das Unternehmen. Und sie erklären, mit welcher Sorgfalt Produkte vom Entwurf bis zum fertigen Produkt mit den Menschen und dem Geist im Unternehmen verbunden sind. Auf der WestminsterLab-Seite heißt es dazu, man suche nicht nach einzelnen Fragmenten des Musikerlebnisses, also nicht nur nach Details, Bass, Bühne, Klarheit oder Emotion, sondern nach dem Ganzen, nach dem vollständigen Erlebnis von Musik. Ein solcher Satz könnte schnell nach wohlklingender Esoterik klingen. Bei WestminsterLab ist er jedoch glaubhaft, weil er sich in den Produkten wiederfindet.

Birgit Hammer-Sommer und Dirk Sommer waren bei der Weltpremiere des Omne im Februar 2025 in Hamburg mit dabei und hatten die ersten Informationen und Bilder mitgebracht. Jetzt kamen Angus Leung und Krey Baumgartl, vom Deutschland-Vertrieb IAD, zu Besuch nach Gröbenzell und hatten den nun spielbereiten Omne mitgebracht. Die ersten Höreindrücke waren gleich so vielversprechend, dass Dirk Sommer den möglichen Zugewinn an Qualität erwartungsvoll auf die Einzelkomponenten projizierte. Es bleibt weiter spannend mit WestminsterLab. Doch bleiben wir beim Ome. Er repräsentiert die aktuell fortschrittlichste Entwicklungsstufe von Westminster und somit bereits die Weiterentwicklung der renommierten Vorstufe Quest und den Endstufen Rei. Das lässt aufhorchen!

Die gut strukturiere Rückseite besitzt zwei Steckplätze für optional erhältliche Eingangsmodule
Die gut strukturiere Rückseite besitzt zwei Steckplätze für optional erhältliche Eingangsmodule

Der erste Blick auf den Omne macht deutlich, er ist unverkennbar ein WestminsterLab. Ohne effektheischende Elemente, ist die Form insgesamt ausgewogen und zeigt das gestalterische Können von Angus Leung. Die Frontseite besitzt das charakteristische, reduzierte Frontlayout mit dem dezent integrierten Display. Auch der Omne folgt damit in jedweder Hinsicht dem puristischen Konzept und verzichtet auf jegliche äußere Bedienoption wie Lautstärkenregler oder Umschalter. Dass der Omne mit nur 14 Zentimetern Höhe und 35 Kilogramm Gewicht als Class-A-Vollverstärker realisiert wurde, ist konstruktiv bemerkenswert. Das Chassis ist entsprechend aus mehreren massiven Blöcken Flugzeugaluminium gefertigt, um so die optimale strukturelle Steifigkeit und Wärmeableitung zu bieten. Der Omne wird sowohl in Silber als auch in Schwarz erhältlich sein, der Preis wird bei 40.000 Euro liegen. Ein Preis, der sich zum einen aus dem erheblichen Entwicklungsaufwand erklärt, zum andern aus der Tatsache, dass im Inneren Quest und Rei in verdichteter Form zu finden sind.

Blicken wir auf die Rückseite, findet sich auch hier der gewohnt aufgeräumte Aufbau. Der Onme bietet drei symmetrische Eingänge und einen symmetrischen Pre-Ausgang. Den kann man nutzen, will man mehr Leistung für seine Lautsprecher und möchte ein Paar Rei Endstufen zusätzlich hinzufügen. 12-Volt Trigger Ein-und Ausgänge machen dann auch deren Bedienung unkompliziert möglich. Wünscht man sich mehr Eingänge, so bietet WestminsterLab zwei optionale Modul-Steckplätze, die man mit einem weiteren XLR, Cinch, Phono MC/MM und einem DS Audio Equalizer bestücken kann. Mit dem Test der separaten Phonovorstufe, WestminsterLab Monologue, hat Dirk Sommer im Juli 2024 bereits die Qualität der Phonomodule beschrieben. Seine klanglichen Erwartungen wurden klar übertroffen. Sie brauchen sich also keine Sorgen in Hinblick denkbarer Erweiterungen aus der WestminsterLab-Familie machen. Perspektivisch wäre sogar ein DAC denkbar. Lassen wir uns überraschen.


Nun zum Inneren des Omne: Er ist ein vollständig symmetrischer Vollverstärker in Doppelmono-Manier, in dessen Gehäuse eine komplette Vorstufe und zwei Class-A-Monoblöcke arbeiten. Die Ausgangsleistung der Endstufen liegt bei 50 Watt an acht Ohm, 100 Watt an vier Ohm und 200 Watt an zwei Ohm – die Spitzenstromleistung beträgt 12 Ampere. Eine Leistung, mit der meine Wilson Audio Sasha V mit ihren 88 Dezibel Wirkungsgrad und der unteren Impedanz von 2,36 Ohm bei 82 Hertz, ihre Qualität entfalten kann. Ich konnte auch die Verbindung Ome – nur Vorstufensektion – und den Rei-Monos probieren (Dank an meinen fränkischen Händler). Die Rei-Monos haben mehr Leistung und bringen etwas mehr Lockerheit, die dynamischen Schattierungen wirken noch impulsiver und kraftvoller, das Geschehen wird noch einen Tick prominenter. Diese Tatsache schmälert aber keineswegs die Qualität des Omne, sondern unterstreicht das Konzept der Ausbaufähigkeit mit den Rei-Monos. Natürlich stand der Onme in seiner Gesamtheit im Fokus, ich konnte es aber nicht lassen, auch meine Quest-Vorstufe mit der Vorstufe im Omne zu vergleichen. Kurz gesagt: der Zugewinn an Klangqualität war unüberhörbar.

Der Blick von oben in das Gehäuse zeigt die sauber strukturierte obere Etage des Omne
Der Blick von oben in das Gehäuse zeigt die sauber strukturierte obere Etage des Omne

Dass WestminsterLab bei der Verstärkung auf Class A setzt, ist auch beim Omne Mittel zum Zweck. Die Betriebsart soll souveräne Kraft mit einer glaubhaft stimmigen natürlichen Wiedergabe verbinden und hat das von WestminsterLab beschriebene, typische Klangbild als Ziel: „Ruhe im Klangbild, hohe Transparenz, feine Durchzeichnung und eine sehr natürliche, unangestrengte Art der Wiedergabe“. WestminsterLab beschreibt auch sehr deutlich, wie hoch der technische Aufwand war, um diese Entscheidung in einem kompakten Gehäuse zu realisieren. Die Kühlkörper werden aus einem einzigen Aluminiumblock gefräst. WestminsterLab verweist dazu auf umfangreiche thermische Simulationen und darauf, dass die Kombination aus Kühlkörpern und eigener Schaltungstopologie stabile Betriebstemperaturen und Langzeitkonstanz sichern soll. Das ist keine Ingenieursromantik, sondern eine Prämisse, um die klanglichen Eigenschaften einer Schaltung unter realen Bedingungen zu bewahren. Bemerkenswert finde ich auch den strukturellen Aufbau, der die Kühlkörper der Endstufen zur Frontseite hin orientiert. Ein Aufbau, den ich mir auch bei der Rei wünschen würde, um die Mono-Endstufen aneinanderstoßend und somit als Einheit, ohne thermische Probleme, betreiben zu können. Von außen betrachtet ergibt sich durch das optische Zusammenspiel der Lüftungsschlitze in der Abdeckung und den davorliegenden, leicht abgesenkten Kühlkörpern, ein stilistischer Eyecatcher, der dem Verstärker seine kraftvolle Note verleiht.

Was den Aufwand und den Anspruch an die aktiven Bauteile angeht, hebt WestminsterLab besonders hervor, dass die Transistoren nicht nur innerhalb eines Prozentpunkts gematcht, sondern über mehrere Arbeitspunkte hinweg gepaart und anschließend viele Stunden unter Last geprüft werden. Hier spürt man eine Beharrlichkeit in der Entwicklung, die nichts als belanglos einstuft. Beim Kunden kommt diese Sorgfalt in Form von Betriebssicherheit, Stabilität in der Wiedergabe und letztlich in einem hörbaren klanglichen Gewinn an.

Auch typisch für WestminsterLab ist der überlegte und konsequente Aufbau der Stromversorgung. Vier O-Core-Transformatoren und 18 separate lineare Versorgungsstränge versorgen jeden Abschnitt im Omne. WestminsterLab ist überzeugt, dass nur mit einem sauber aufgebauten Netzteil eine verfärbungsfreie und authentische Wiedergabe erreicht werden kann. Deshalb werden auch der Steuerungsmikroprozessor und das Display durch ein eigenes, nur für diesen Zweck bestimmtes, lineares Netz versorgt, um das Rauschen auf ein Minimum zu beschränken. Das insgesamt smarte Versorgungskonzept, das die Abschnitte von Vorverstärker und Leistungsverstärker trennt, behält somit die volle Audioleistung auch dann, wenn der Omne nur als Vorverstärker genutzt wird. In diesem Fall lässt sich die Endstufe via Fernsteuerung komplett abschalten. Auch hier wurde musikalische Performance bis ans Ende gedacht.


Was aber die akribische Arbeit und die Entwicklungstiefe bei WestminsterLab dann völlig von jeglicher Norm abhebt, sind Dinge wie die „Power-on-Demand“-Funktion, die das Netzteil für optionale Module nur dann mit Strom versorgt, wenn es benötigt wird – alles für einen Betrieb ohne störende Einflüsse auf die aktiven Teile. Oder es wird, um die Lebensdauer des Systems zu verlängern, der DS Audio Equalizer abgeschaltet. Oder beim Display-Auto-off wird sogar die Prozessorgeschwindigkeit reduziert, um das interne Störniveau zu senken. Selbst solche scheinbaren Nebensächlichkeiten ordnet WestminsterLab dem Klang unter.

Bemerkenswert konsequent ist auch die Nähe der Vorstufensektion zur Vorstufe Quest: der Omne nutzt dieselbe Architektur und dasselbe Schaltungsschema wie der größere Bruder, bei maximal lediglich sechs Dezibel Verstärkung. Alles folgt dem Konzept der kurzen Wege mit möglichst wenig Zwischenstufen, um das Signal so unbeeinflusst wie nur irgend möglich zu halten. Bei der Premiere sprach Angus Leung von nur 22 Bauteilen, die ein Signal vom Eingang bis zum Ausgang im Omne durchlaufen. Was die Funktionalität und Bedienbarkeit angeht, sind nun viele von Kunden gewünschte Komfortfunktionen integriert – zu steuern über die optisch passende Fernbedienung. Möglich wurde dies durch die vollständige In-House-Entwicklung eines Audio-Controllers, mit einer 99-stufigen Lautstärkeregelung, einer dimm- oder abschaltbaren Anzeige im Display, und einer kanalgetrennten Balance-Einstellung. Auch ist es nun möglich, einen der Eingänge als Heimkino-Bypass zu wählen, was den Omne zu einem erstklassigen Partner für Home-Entertainment-Systeme macht.

Das Design der Fernbedienung wurde ebenfalls überarbeitet
Das Design der Fernbedienung wurde ebenfalls überarbeitet

Mit dem eingebauten Pre-Out kann der Verstärker später zudem mit einem zusätzlichen Rei-Paar zum horizontalen Bi-Amping erweitert werden. Genau diese Tatsache macht seine Stellung im Portfolio für mich verständlich. Er ist weder nur der Einstieg in die Marke noch eine vereinfachte Alternative zu Quest und Rei, noch ersetzt er Quest und Rei. Er ergänzt das Programm sinnvoll und erfüllt Kundenwünsche und Anforderungen. Für den einen mag es die kompakte Erscheinung sein, für den anderen ist es die Wahlmöglichkeit und Ausbaufähigkeit durch ein Paar externer Rei, oder die Anforderungen eines Heimkinos. Das Entscheidende ist doch, dass er sich von seinen Geschwistern nicht durch geringeren Anspruch unterscheidet, sondern primär durch die höhere Integrationsdichte und den Vorteilen kürzerer Wege einer integrierten Verstärkung.

Nun stellt sich die Frage, erfüllt er die gestellten hohen Anforderungen und Zielsetzungen auch in musikalischer Hinsicht, und trägt er die bekannten WestminsterLab-Tugenden in sich. Jene besondere Mischung aus Musikalität, Ruhe, Transparenz und Authentizität, die ich an der Quest so schätze. Meine klangliche Beschreibung des Omne möchte ich mit Prince' „One Nite Alone“ aus dem gleichnamigen Album (NPG Records, 2002) beginnen. Das Album erschien ursprünglich exklusiv über den NPG Music Club und wurde nicht regulär im Handel vertrieben. „One Nite Alone“ ist eine ungewöhnlich intime, reduzierte Aufnahme – nur Stimme und Klavier, sonst nichts. Gerade daraus bezieht dieses Stück seine besondere Spannung und Kraft. Prince zeigt hier keine große Pose, sondern eine spürbare Nähe zu seinem musikalischen Empfinden. Seine Stimme wirkt unmittelbar, verletzlich, dann wieder nachdrücklich. Genau dieses Wechselspiel aus Zartheit, Präsenz und zurückgenommener Intensität macht den besonderen Charakter aus. Das Klavier begleitet mit Substanz, führt ein, begleitet, akzentuiert und schafft die verbindende Linie. Das Spektrum reicht von perlend und leicht, bis kraftvoll, mit Wucht in die Tiefe. Genau aus diesem Wechsel bezieht das Stück einen guten Teil seiner inneren Spannung. Stimme und Klavier lassen Raum und verdichten ihn wieder. Der WestminsterLab Omne zeigt hier sein Können. Er folgt mühelos der Inszenierung, lässt der Stimme ihre geschmeidige Nähe und bewahrt zugleich die feinen Schattierungen in Phrasierung und Tongebung. Ebenso überzeugend zeigt er das Klavier in seiner ganzen tonalen Spannweite: leicht und fließend, dann wieder mit kraftvollem, energischem Zugriff und spürbarer Substanz in den verdichteten Passagen. Der Omne macht die Dramaturgie und Spannung wunderbar hörbar: Zartheit und Druck, Intimität und Ausdruck, fließen zu einer glaubhaften Nähe zusammen. Das Stück ist kein leichter Tobak und schon von daher ein Prüfstein, der eine Komponente qualifiziert.


Wenn Sie Tiefbass und treibende Kraft mit dem Omne erleben möchten, dann hören Sie mal in Bernhard Schimpelsberger / Chris Gall Myriad (GLM Music, 2022) und dort beispielsweise in das Stück „Interlude II“. Percussionsinstrumente – vermutlich Kanjira oder Mridangam – füllen den Raum mit purer Energie. Oder Sie mögen den psychedelischen Rock von The Doors „Riders On The Storm“ (L.A. Woman, 50th Anniversary Deluxe Edition, 2021 Remaster, Rhino Entertainment, 2021). Diese Aufnahme lebt von der schwebend rhythmischen, dunklen Atmosphäre, die The Doors so unverwechselbar machen. Das Remaster 2021 klingt offener, feiner gestaffelt und in den Details luftiger. Mit dem Omne perfekt durchhörbar und genau mit der so wichtigen treibenden Energie, die dieses Stück zum Klassiker macht.

In der unteren Etage des Omne befindet sich die Stromversorgung
In der unteren Etage des Omne befindet sich die Stromversorgung

Ein klassisches Stück das ich sehr liebe ist von Jacqueline du Pré – „Haydn: Cello Concerto No. 1 in C-Dur, Hob. VIIb:1: II. Adagio“ (EMI, 1967). Diese Aufnahme entstand 1967 in London mit Jacqueline du Pré, dem English Chamber Orchestra und Daniel Barenboim. Das Album koppelt Haydns C-Dur-Cellokonzert mit dem Boccherini-Konzert in B-Dur und gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden du-Pré-Aufnahmen im klassischen Repertoire. Auch in späteren Wiederveröffentlichungen wird gerade diese Aufnahme immer wieder als Referenz genannt, nicht zuletzt wegen der Verbindung aus technischem Können, Klangschönheit und der unverwechselbaren Präsenz du Prés. Dieses Adagio verlangt vor allem Ruhe, eine natürlich geführte Melodie und einen warmen, kultivierten Ton. Jacqueline du Pré begegnet dem mit einer Phrasierung, die unangestrengt wirkt und dem Satz genau jenes Maß an Fluss und innerer Spannung verleiht, die Haydns langsame Sätze auch für mich so besonders machen. Der WestminsterLab Omne begegnet dieser Aufnahme mit genau der richtigen Mischung aus Ruhe und kraftvoller Präsenz. Das Cello behält seinen warmen, leuchtenden Charakter, ohne ihn zu verdicken, und bewahrt zugleich jene feinen dynamischen Abstufungen, die du Prés Spiel so besonders machen. Auch das Zusammenspiel mit dem Orchester bringt der Omne mit genau der richtigen Balance an Durchhörbarkeit und Geschlossenheit – ein wichtiges Kriterium, will man diese besondere Interpretation und das Können von Jacqueline du Pré entdecken. Ist die Wiedergabe authentisch, erlebt man den Zauber, der diese Aufnahme so besonders macht. Der Ome leistet genau das.

Giovanni Ceccarelli – „The Windmills of Your Mind“, aus Le Grand Michel – A Journey With Michel Legrand (Bonsaï Music / Kuroneko, 2025) ist ein akustisches Bild kreisender Gedanken, wie der Titel bereits verrät. Michel Legrand komponierte ihn Ende der sechziger Jahre für den Film „The Thomas Crown Affair“. Die Melodie folgt keiner linearen Dramaturgie, sondern ist vielmehr ein kreisender innerer Monolog, der kein Ende findet. Ein Stück mit hoher emotionaler Kraft. In dieser Interpretation wird dieser Charakter vor allem durch die Stimme getragen, die wie ein leises Nachdenken erzählt. Die Linien der Interpretation sind weich geführt, stets mit einem feinen Gespür für das Ineinander von Text und der instrumentalen Begleitung. Der WestminsterLab Omne zeigt hier seine bemerkenswerte Sensibilität, lässt tief in die Musik blicken und macht sie in ihrer Gesamtheit hörbar. Mal sind es die feinen Nuancen – ein leichtes Anrauen der Stimme, das Zurücknehmen einzelner Silben, das kaum hörbare Atmen zwischen den Phrasen, mal ist es diese faszinierende Begleitung der Band, die den tragenden Klangteppich aufspannt und zur Stimme akzentuiert, mal ist es das prägnante Klavier das träumerische Räume öffnet. Die Instrumente und die Stimme sind greifbar nah und präsentieren sich glaubhaft im Raum – einfach fantastisch! Kleine Verzögerungen, minimale rhythmische Verschiebungen – all das verlangt nach einer Wiedergabe, die nicht glättet, sondern differenziert. Der Omne folgt diesen Nuancen mit beeindruckender Selbstverständlichkeit und jener unaufdringlichen Souveränität, die man bereits von Quest und Rei kennt. So wird diese Interpretation zu einem leisen, aber umso eindringlicheren Statement: Nicht die große Geste entscheidet, sondern die Fähigkeit, Feinheiten zuzulassen – und genau darin offenbart der Omne seine Zugehörigkeit zur klanglichen Familie der großen Westminster-Komponenten.

Neben den Modul-Steckplätzen bietet der Omne einen Pre-Out und einen 12-Volt Trigger-Ausgang
Neben den Modul-Steckplätzen bietet der Omne einen Pre-Out und einen 12-Volt Trigger-Ausgang


Der Klang des Omne ist beeindruckend. Der Omne schafft realistische, dreidimensionale Bilder, kann Kraft und ebenso Stille und er besitzt die für Westminster typische Musikalität, Selbstverständlichkeit und Authentizität. Da stimmt nicht allein die Tonalität, oder das Timing – das die Füße mitwippen lässt, es ist diese besondere Fähigkeit des emotionalen Einbeziehens, die diesen Verstärker besonders kennzeichnet. Passen die Rahmenbedingungen in einer Anlage, lässt sich mit dem Omne echtes High End erleben, ohne die zusätzlichen Kosten, die durch separate Komponenten entstehen – denken Sie nur an adäquate Stromkabel, oder NF-Kabel.

STATEMENT

WestminsterLab steht für kompromisslose High-End-Audioqualität und für ein modernes Design. Mit dem Omne zeigt Angus Leung, dass ein Vollverstärker kein Kompromiss sein muss. Klug gedacht, beeindruckend konsequent konstruiert und vollkommen auf eine musikalische Glaubwürdigkeit hin entwickelt, gelingt dem Omne eine in jeder Hinsicht überzeugende Vorstellung. Er fügt sich sinnvoll in die WestminsterLab-Familie ein und trägt genau jene Qualität in sich, die diese Marke und ihre Geräte so besonders macht.
Gehört mit
Laufwerk Reed Muse 1c Reibrad
Tonarm Reed 5A
Tonabnehmer Xquisite Fire
Streamer DCS Bartok
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch/Netzwerkswitch A3
CD-Player Mark Levinson ML39
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe WestminsterLab Rei, Pass XA25 Stereoendstufe
Lautsprecher Wilson Audio Sasha V
Kabel Ansuz Speaker Cable D3, Signalz C2, Digitalz D2 und Mainz Power D3, D2, C3, A1, Vovox Fortis IC Balanced, Westminster Speaker und NF
Zubehör Ansuz Sparkz Harmonizer TC3, Darkz Control T2, Darkz Control Serie 3, Sortz Signatue Anti Arial Resonance Coil, Ansuz Mainz8 C3 Power Distributor, Asuz Mainz8 D-TC3 Power Distributor, Degritter Mk2, SBooster Netzteil Mk2, AHP Klangmodul, JPLAY Streaming App
Herstellerangaben
Omne - Class-A Verstärker
Eingänge 3 symmetrische XLR-Eingänge, 2 optionale Eingangs-Module
Eingangsimpedanz 51 kΩ
Eingangsspannung 6 Vrms
Pre-Out 1 Satz symmetrischer XLR-Ausgänge
Pre-Out Frequenzgang 2 Hz bis 100 kHz, ± 0,1 dB
Pre-Out Spannung 12 Vrms
Pre-Out Verstärkung 6 dB
Gesamt System Verstärkung 32,5 dB
Lautstärkeregelbereich 99 Schritte 0 bis -63dB / Stummschaltung | 0-32 pro 1dB | 33-99 pro 0,5 dB
Leistungsverstärker Class-A, 50 Watt @ 8Ω | 100 Watt @ 4Ω | 200 Watt @ 2Ω
Frequenzgang 5 Hz bis 40 kHz, ± 0,1 dB | 2 Hz bis 52 kHz, -1 dB
Dämpfungsfaktor >300 (5 Hz bis 20 kHz)
Ausgangsimpedanz 0,030Ω
Abmessungen Breite 470 x Höhe 140 x Tiefe 447 mm
Gewicht 35 KG

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail hifi@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-04-21_westminsterlab
  • Social Introtext Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht.
Freitag, 17 April 2026 08:57

SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert.

Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als Datenlieferant mit Streamern oder Streaming Bridges hatte sich in allen bisherigen Tests als bestklingende Konfiguration erwiesen. Der Zugriff auf externe Festplatten per USB konnte klanglich nie überzeugen und selbst die Wiedergabe von auf internen SSDs abgelegten Musik-Files erreichte nicht hundertprozentig das Niveau der von einem NAS bezogenen. Bei der ersten Beschäftigung mit dem SOtM bin ich schlicht davon ausgegangen, dass das auch für diesen gilt. Dazu kam, dass es mir zwar gelang, eigene Files auf die serienmäßig in Geräten mit Intel i7-9700 Prozessor verbaute 500-Gigabyte-Platte zu überspielen, nicht aber, diese dann in Verbindung mit der JPLAY-App abzuspielen – was aber nicht an letzterer lag. In einer E-mail erklärte mir SOtMs Chefentwickler Il Won Lee dann später, wie ich die SSD in der Eunhasu-App aktivieren kann, was mit telefonischer Assistenz von Roland Dietl auch ohne Komplikationen gelang.

Auf der Hauptplatine ist Platz für eine zusätzliche NVMe-M2-Disk. Sie zu aktivieren erfordert bisher aber einige Linux-Kenntnisse. Bald soll das aber bequem in der Eunhasu-App möglich sein
Auf der Hauptplatine ist Platz für eine zusätzliche NVMe-M2-Disk. Sie zu aktivieren erfordert bisher aber einige Linux-Kenntnisse. Bald soll das aber bequem in der Eunhasu-App möglich sein

Ich hatte auch schon eine der beiden kryogen behandelten SSDs auf dem freien Platz für NVMe-M2-Disks im sMS-2000 eingesetzt. Doch dann musste ich von hifistatements Digitalspezialist, der ja schon länger SOtMs Motherboard sMB-Q370, das auch das Herzstück des sMS-2000 bildet, in seiner Kette benutzt, hören, dass es ihn eine Menge Zeit gekostet habe, die auf der Platine installierte SSD in Betrieb zu nehmen. Il Won Lee hatte angeboten, eine Platte per Chrome Remote Desktop zu konfigurieren, was jedoch eine halbe bis zu einer ganzen Stunde in Anspruch nehmen würde. In Kürze werde er aber eine Funktion zur Einbindung einer neuen SSD in Eunhasu integrieren. Ich werde mich also noch ein wenig gedulden und inzwischen eine größere Festplatte als Vorbereitung auf den Einbau kryogen behandeln lassen.

Aber welche Qualität die Wiedergabe der Files von einer integrierten Festplatte hat, kann ich ja auch mit ausgewählten Titeln von der kleinen 500-Gigabyte-Platte ausprobieren. SOtM setzt hier auf einen Speicher von Crucial. Übrigens stammen die SSDs, mit denen ich die Hard Disk meines Melco ersetzt habe, vom selben Hersteller. Da Unterschiede ja nicht nur bei Test-Tracks zu hören sein sollten, die besondere Anforderungen an die Wiedergabekette stellen, beginne ich einfach mit toller Weltmusik: „Houdouth“ von Anouar Brahem, John Surman und Dave Hollands Album Thimar. Die Klänge von Oud, Bassklarinette und Kontrabass ziehen einen sofort in ihren Bann, vor allem durch den ruhigen, aber intensiven Rhythmus und die Feindynamik der Bassklarinette: ein Genuss. Wenn der Track vom in den SOtM integrierten Speicher kommt, ändert sich – vertraut man seinem ersten Eindruck – so gut wie nichts. Nach dreimaligem Hin- und Herschalten kann ich aber wahrnehmen, dass der Kontrabass einen Hauch harmonischer rüberkommt, wenn das File vom Melco bezogen wird: Hier verbinden sich der Grundton des Kontrabasses und die Griff- und leicht schnalzenden Saitengeräusche zu einem homogeneren Ganzen. Die Klarinette umgibt ein ganz leichter Hauch mehr Luft. Aber wie oben erwähnt, sind das keine ohrenfälligen Differenzen, sondern Marginalien, die sich einem nur über eine extrem hochauflösende Kette erschließen.


Oben im Bild sieht man die zum Lieferumfang gehörende NVMe-M2-Disk mit einer Kapazität von 500 Gigabyte
Oben im Bild sieht man die zum Lieferumfang gehörende NVMe-M2-Disk mit einer Kapazität von 500 Gigabyte

Mit JPLAY ist es übrigens sehr einfach, Tracks aus zwei unterschiedlichen Bibliotheken zu vergleichen: Oberhalb der Cover-Ansichten werden die Server angezeigt, die auf die jeweiligen Daten zugreifen. In diesem Fall sind das „Minimserver(Eunhasu)“ und „Minimserver(N-184C)“. Durch Tippen auf die ebenfalls in der Zeile eingeblendeten beiden Server-Symbole kann man wählen, ob nur die Alben eines oder beider Server dargestellt werden. Das schließt Verwechselungen aus und ist ausgesprochen komfortabel. Natürlich kann ich die Qualität der Wiedergabe von der internen Festplatte nicht nur mit einem Musikstück beurteilen. Deshalb wechsle ich zu einem meiner Teststücke, dem Anfang des ersten Satzes von Schostakowitschs Symphonie Nr. 15. Die hatte ich bisher nicht über den sMS-2000 gehört und bin erstaunt, wie unverrückbar und präzise die Instrumentengruppen auf der ungewohnt großen Bühne platziert sind. Auch rhythmisch und tonal stimmt alles. So gut wird die Aufnahme von meiner üblichen Digitalkette jedenfalls nicht wiedergegeben. Aber vielleicht geht ja noch ein wenig mehr, wenn die Daten vom Melco kommen.

Ein Blick in JPLAY: Über den Alben findet man zwei Buttons zum Ein- oder Ausblenden der Inhalte der beiden Server und etwas weiter rechts ihre Bezeichnung
Ein Blick in JPLAY: Über den Alben findet man zwei Buttons zum Ein- oder Ausblenden der Inhalte der beiden Server und etwas weiter rechts ihre Bezeichnung

Nein, tut es nicht. Auch wenn ich hin und wieder glaube, einen hauchfeinen Unterschied entdecken zu können, erweist sich der Eindruck bei der Gegenprobe als nicht verifizierbar. Selbst wenn ich bei anderen Titeln noch minimale Unterschiede entdecken könnte, steht jetzt schon für mich fest, dass es sich bei etwaigen kleinsten klanglichen Differenzen keinesfalls um Qualitätsunterschiede handelt. An dieser Stelle reicht die Auflösung meiner in dieser Hinsicht gewiss nicht schlechten Kette einfach nicht aus, um präzise Aussagen zu machen. Auch die oben beschriebenen klanglichen Unterschiede bei der Wiedergabe von „Houdouth“ vom Melco und der internen SSD waren weniger stark ausgeprägt als die, die beispielsweise zwischen demselben Stück auftraten, wenn es einmal von einer „normalen“ NVMe-M2-Disk und einmal von einer kryogen behandelten Variante auf dem Eversolo DMP-A10 abgespielt wurde. Daher kann ich nur empfehlen statt in eine Streaming Bridge und einen netzwerkgebundenen Speicher zu investieren, lieber gleich einen sMS-2000 zu erwerben und ihn mit einer großen SSD auszustatten. Wer sicher gehen möchte, das Optimum aus dieser Konfiguration herauszuholen, sollte den Datenspeicher vor oder nach dem Aufspielen von Musik-Daten tiefgefrieren lassen.


Hier werden die Cover der Alben angezeigt, die auf der im SOtM integrierten SSD liegen
Hier werden die Cover der Alben angezeigt, die auf der im SOtM integrierten SSD liegen

Als ich Il Won Lee meine Erfahrungen mitteilte, merkte er an, dass für die sehr gut klingende Wiedergabe von Dateien von der internen Festplatte eine ganz besondere Technologie zur internen Rauschunterdrückung verantwortlich sein. Bei den „System Tune“-Einstellungen favorisiert er übrigens „Latency Performance“, eine Konfiguration, die sich für meinen Geschmack nach „Network Throughput“ zusammen mit „Network Latency“ den zweiten Platz teilt. Darüber hinaus empfahl er, unbedingt einmal mit dem Diretta Protokoll für die Ethernet-Verbindung zu experimentieren. Nach der High End, wenn die dazu nötige Hardware eingetroffen sein sollte, werde ich seiner Anregung gerne nachkommen.

In meiner Kette würde der Verzicht auf den Melco bedeuten, dass auch die beiden Aries Mini in der Küche und im Schlafzimmer ihre Daten von der internen Festplatte im sMS-2000 beziehen müssten. Da es an beiden Orten vorrangig um Hintergrundbeschallung geht, mache ich mir um etwaige Qualitätseinbußen dadurch nicht groß Gedanken. Das sieht im Wohnzimmer, wo Daten aus dem Netzwerk über Medienkonverter und Lichtwellenleiter angeliefert werden, schon ganz anders aus. Deshalb werde ich kurz ausprobieren, ob der lediglich als Streaming Bridge verwendete Eversolo DMP-A10 und in der Folge der Hugo M-Scaler und der Hugo TT2 klangliche Unterschiede zwischen Files vom Melco und den internen Speicher des SOtM erkennen lassen. Zuerst läuft „If You Look“ vom Arild Andersens Album If You Look Far Enough von der Festplatte des sMS-2000, dann vom Melco: In beiden Fällen bin von der hohen Auflösung, dem Klangfarbenreichtum und Schnelligkeit der Göbel Epoque Aeon Fine begeistert, der ich lange nicht so konzentriert zugehört habe – das sollte ich unbedingt wieder öfter tun. Obwohl ich den Song von beiden Quellen insgesamt sechs Mal abgespielt habe, konnte ich keinen Vorteil für einen der beiden Speicher entdecken.

Die Daten dieser Alben sind auf dem Melco zu finden
Die Daten dieser Alben sind auf dem Melco zu finden


Wenn es minimale klangliche Differenzen gibt, sollte Patrice Herals „Improvisation“ vom Album Le Concert des Parfums sie aufzeigen: Trotz mehrmaligen Hörens konnte ich keine eindeutigen Unterschiede festmachen. Mal schien es mir, dass das Klangbild beim Track vom Melco minimal heller timbriert sei, dann wieder, dass die Bühnen beim File vom Melco eine paar Zentimeter weniger weit in die Tiefe reichte. Bei abermaligen Anhören ließen sich die Eindrücke dann doch nicht bestätigen. Der Wille, klangliche Differenzen aufzuspüren, scheint seine autosuggestiven Folgen zu haben… Hier muss ich einfach aufgeben: Für mich sind beider Speicherorte absolut gleichwertig.

STATEMENT

Wer einen SOtM sMS-2000 sein eigen nennt oder mit dessen Anschaffung liebäugelt, braucht keinen Etat für einen netzwerkgebunden Server mit einzuplanen. Dank der speziellen Rauschunterdrückung im Server klingt die Musik von einer dort montierten NVMe-M2-Disk genauso gut. Man braucht nur etwas Geduld, bis Il Won Lee die Funktion zur Aktivierung in der Eunhasu-App programmiert hat.
Gehört mit
NAS N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Streaming Bridge Auralic G2.2
Streaming App JPLAY for iOS 1.0.21
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Vorverstärker WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen T5 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC, Tornado (HC) und NRG-Z3, Dragon XLR, Swiss Cables, Ansuz Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2
Zubehör

AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD und Statement, Harmonix Room Tuning Disks, Audio Exklusiv Silentplugs, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P6 und SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME, Thixar Silent Feet 20, Waversa WLAN-Isolator-EXT-1 (2x), English Electric EE1 Plus

Gehört mit (Wohnzimmer)
Streamer Eversolo DMP-A10
Up-Sampler Chord Electronics Hugo M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics Hugo TT2 mit Ferrum Hypsos
NAS Melco N1Z H60/2 mit externem Audiaz Linearnetzteil
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Göbel Epoque Aeon Fine
Kabel Audioquest Dragon Bi-Wiring, Swiss Cables Reference (Plus), Goebel High End Lacorde Statement
Zubehör Einstein The Octopus, HighEndNovum Multivocal Resonator, Sieveking Quantum Noise Resonator, Silent Power Lan iPurifier, 10Gtek-Medienkonverter mit SBooster MK II, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter

Die Herstellerangaben zum getesten Gerät finden Sie im Test des SOtM sMS-2000.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-04-17_sotm
  • Social Introtext Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert.
Dienstag, 14 April 2026 08:56

Soulnote A-2 ver.2

Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett?

Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also gut zwanzig Prozent. Da kann man sich fragen, ob wir es hier mit einer gut versteckten Preiserhöhung zu tun haben. Die Antwort ist eindeutig: Nein. Vor gut zwei Jahren kaufte ich meinen A2, nachdem ich den kleineren A1 gehört und als sehr musikalisch empfunden hatte. Vom erheblich aufwändigeren A2 erwartete ich mehr Detailreichtum und großzügigeres Leistungsverhalten, was sich erfreulicherweise auch bewahrheitete. Ich stellte schnell fest, dass A1 und A2 sich tonal nicht unerheblich unterscheiden. Der A1 bietet mehr Grundtonwärme und zeigt sich weit weniger leichtfüßig im Ausarbeiten der feinen Nuancen in der Musik. Der A2 generiert mit seiner schnellen Kraftentfaltung stets ein sauber gezeichnetes, aber auch leicht ins Helle tendierende Klangbild. Dieser fein auflösende Charakter macht zwar ungemein Spaß beim Hören, ist jedoch in Kombination mit dem einen oder anderen Test-Gerät oder Kabel nicht unproblematisch, weil diese Tonalität kontraproduktiv sein kann, wenn der Rest der Kette nicht dazu passt. So ist die Kombination auch mit meinen Analysis-Audio Epsylon Vollbereichs-Bändchen schwierig. An den Phonar Veritas P9.2 SE hingegen klingt der A2 hervorragend, nachdem ich mir bei der Feinabstimmung mit der Verkabelung die gebührende Mühe gab. Inzwischen benutze ich bevorzugt das neue HMS Armonia Carbon Speaker Kabel, was seinerseits sogar auch eher den Diskant betont. Dennoch bereitet dieses Setup Hörvergnügen, gerade weil es nuancenreich und konturiert, niemals basslastig und aufgedunsen spielt. Räumlichkeit und Präzision gehören ebenfalls zu den Stärken des Soulnote A2. Was macht der A2 in der neuen Version nun anders?

Der A2 ver.2 zeigt sich in neuem Gewand. Die mitgelieferte Fernbedienung ist gänzlich anders, scheint edler und besitzt einen etwas breiteren Abstrahlwinkel
Der A2 ver.2 zeigt sich in neuem Gewand. Die mitgelieferte Fernbedienung ist gänzlich anders, scheint edler und besitzt einen etwas breiteren Abstrahlwinkel

Erst einmal sieht er anders aus. Wie jetzt bei allen neuen Soulnote Geräten der 2-er Linie ist sein Design mit dem der 3-er Linie identisch. Das mag auch begrüßenswert sein, denn 2-er und 3-er Linie werden gern miteinander kombiniert, wie auch im Testbericht meines Kollegen Roland Dietl über den Soulnote D-2 mit X-3. Den Klang beeinflusst das neue Gehäuse-Design nicht. Es wirkt auch nicht mehr oder weniger wertvoll und ist ebenfalls erstklassig verarbeitet. Das Prinzip des losen, schwingenden Deckels wird auch beim Neuen in gleicher Weise angewandt. Die Abdeckung besteht wieder aus zwei Lagen, einer gelocht schwarzen, und darüber einer mit großen rechteckigen Aussparungen in der Gehäusefarbe Schwarz oder Silber. Die lose Deckelkonstruktion hat nur an drei Stellen durch puffernde Verbindungen mit dem Boden Kontakt. Diese einzigartige Gehäusekonstruktion wählte Entwickler Hideki Kato zur Optimierung des Resonanzverhaltens. Auch wenn beim Antippen des Deckels Geräusche entstehen, bei denen man üblicherweise sagen würde: „Hier stimmt was nicht“, ist im Spielbetrieb keinerlei Vibration vernehmbar. Vielmehr vermeidet Hideki Kato auf diese Weise die sonst übliche starre Gesamtmasse, was hier im Zusammenwirken mit dem soliden Gehäuse aus Aluminium der Resonanzvermeidung dient. Einziges Manko: Man darf nichts auf den Verstärker stellen, was Puristen ohnehin nicht tun. Ergänzt wird diese Gehäuse-Konzeption durch die Aufstellung auf drei harten Standfüßen, die gegen mitgelieferte Spikes ausgetauscht werden können – je nach Untergrund.

Die mit dem Gehäuse nicht starr verbundene Abdeckung ist ein Konstruktionsmerkmal aller Geräte der hochwertigen Soulnote-Linien
Die mit dem Gehäuse nicht starr verbundene Abdeckung ist ein Konstruktionsmerkmal aller Geräte der hochwertigen Soulnote-Linien


Sämtliche Ausstattungsmerkmale des bisherigen A2, sei es auf der Front oder auf der Rückseite, finden sich genau so bei der Version 2 angeordnet. Nur die roten Zahlen der Lautstärke-Anzeige im Display strahlen etwas dezenter. Auch der Mono-Betrieb für vertikales Bi-Amping oder die Option zur Verwendung als reinen Endverstärker sind geblieben. Bei letzterem werden Eingangswahl und die Pegelreglung, die mit per Relais gesteuerten symmetrischen Widerständen präzise und kanalgleich arbeitet, aus dem Signalweg genommen, was dem Rauschabstand zugute kommen soll. Beim Studium der technischen Daten fällt auf, dass der A2 ver.2 jetzt weniger Ausgangsleistung zur Verfügung stellt. Mit 80 Watt an acht Ohm und 160 an vier Ohm ist das auf dem Papier klar weniger als beim Vorgänger mit 100 und 200 Watt. Begründet wird dies damit, dass nun weniger Wert auf die maximale Ausgangsleistung gelegt wird, sondern die Stromlieferfähigkeit bei niedrigen Impedanzen optimiert wurde, was bei Lautsprechern mit wenig linearem Impedanzverlauf zu deutlich verbesserter Kontrolle führen soll. Ein wesentlicher Unterschied der Ver.2 liegt in der Transistor-Bestückung. Treiberstufe und Leistungsstufe nutzen nun TO-3P-Transistoren und ähneln dadurch dem Spitzenmodell A3. Das stand ohnehin Pate für den neuen A2 und man darf es, so Krey Baumgartl vom Soulnote Vertrieb IAD, dessen kleinen Bruder nennen. Die Spannungsverstärkung wurde vereinfacht und die Vorspannungsschaltung neu konzipiert. Zugunsten der Rauscharmut gibt es beim A2 ver.2 keine LED-Widerstände mehr. Deshalb leuchtet es auch nicht mehr Rot durch die gelochte Abdeckung. Der Soulnote ist ein Vollverstärker ohne Gegenkopplung. Der Vorteil liegt in einer schnellen Signalverarbeitung. Spart man die Fehler kompensierende Gegenkopplung, ist entsprechender Aufwand bei den verwendeten Bauteilen und deren Selektion von Nöten. Der Soulnote A2 ver.2 wurde dadurch optimiert, dass um die 800 neue Bauteile zum Einsatz kommen. Einen optisch auffälligen Unterschied gibt es aber doch: Die Fernbedienung des Ver.2 mutet wesentlich hochwertiger an, ist nun länger und schlanker und strahlt etwas breiter ab.

Auf der Rückseite des neuen A2 hat sich nichts geändert: je drei Eingänge in Cinch und XLR
Auf der Rückseite des neuen A2 hat sich nichts geändert: je drei Eingänge in Cinch und XLR

Zum Hörtest wurden alle Verbindungskabel, inklusive des Audioquest Hurricane HC Netzkabels stets umgesteckt, der jeweils nicht spielende Verstärker wurde mit einer Mudra Netzleitung warm gehalten. Der Hörtest fand ausschließlich als Stereo-Vollverstärker statt, zuerst an den Phonar Veritas P9.2 SE. Erfreulicherweise hatte man mir ein eingespieltes Exemplar geschickt. Sehr schnell wird offenkundig, dass der A2 ver.2 sich deutlich vom Vorgänger abhebt. Letzterer ist und bleibt ein erstklassiger Vollverstärker und soll hier keineswegs in Misskredit gebracht werden. Doch der Neue führt eindeutig zu Gehör, wo seine Stärken liegen. Bereits der Beifall, bevor das Live-At-Shanghai-Jazz-Konzert vom Marian McPartland Trio mit „Scratchin´In The Gravel“ startet, eine Aufnahme von 2001, gestreamt in CD-Qualität von Qobuz, klingt voller und eindeutig realistischer nach Händeklatschen. Mehr Grundtonwärme ist sofort und mühelos als angenehme Klangsignatur des A2 ver.2 herauszuhören. Dank des deshalb schlankeren Klangbildes wirkt der alte A2 erst einmal spritziger, was dieser Musik keineswegs schadet. Die wärmere Diktion des A2 ver.2 verleiht dem Piano aber angemessen mehr Substanz und Körper. Auch das Schlagzeug klingt farbiger, die einzelnen Trommeln geben ihren typischen Sound deutlicher zum Besten. Hinsichtlich der räumlichen Darstellung wirkt die Musik mit dem ver.2 homogener, wobei McPartlands Flügel über die gesamte Stereobreite abgemischt ist. Von einer virtuellen Bühne mag ich hier nicht sprechen, auch wenn die Instrumente konturiert und plastisch wiedergegeben werden. Sehr wohl ist das Ambiente des Jazz Clubs in Madison, New Jersey, gut eingefangen und spürbar. Mein A2 klingt lichter, offener, wirkt dadurch eine Spur frischer, lässt es jedoch im Vergleich an der Authentizität der Klangfarben mangeln. Beim Umstecken muss ich mich jedes Mal einige Takte lang eingewöhnen, da der Charakter meines A2 etwas effekthascherisch scheint. So funkeln die Becken im zweiten Albumtitel „For All We Know“ eine Spur schillernder, was ja auch seinen Reiz hat. Der A2 ver.2 zeigt aber eine ehrlichere Spielweise, die einer kurzen Gewöhnung bedarf. Das Klangbild ist beim Neuen ruhiger und gefällig, sicher dichter an der Wahrheit und einfach musikalisch richtiger, und, wie mir scheint, sogar ein wenig dreidimensionaler in den tiefen Tonlagen.

Geblieben sind auch die Optionen, den Verstärker als reine Endstufe oder mono für Bi-Amping zu nutzen
Geblieben sind auch die Optionen, den Verstärker als reine Endstufe oder mono für Bi-Amping zu nutzen


Übrigens spielen beide Verstärker bei gleicher Pegelanzeige (24) gleich laut. Nun mal ganz andere Musik: Das Quintet für Oboe, zwei Violinen, Viola & Cello No. 1 in B-Dur vom bedauerlicherweise wenig bekannten böhmischen Komponisten Josef Mysliveček mit dem Doležal Quartet und Michaela Hrabánková an der Oboe (Qobuz Stream 96/24). Dies stellt mein A2 konturiert und wahrheitsliebend, mit feinen Details wohl aufgefächert, nicht diffus auf eine nicht sehr tiefe imaginäre Bühne. Das gefällt, bis dann sein Nachfolger aufzeigt, was mehr geht. Bei dieser Musik ist der ver.2 klar überlegen. Er malt die Instrumente nicht nur nuancenreicher, sondern gleichzeitig wärmer und plastischer. Auch gestaltet er den Raum leicht offener nach vorne, was mehr Nähe zur Darbietung vermittelt. Die Musik klingt ein wenig unspektakulärer. Aber gerade das scheint mir hier angemessen und der Authentizität dienlich. Hier besteht kein Interesse, wieder zurück zu wechseln, denn bei dieser Art Musik überzeugt der neue A2 auf Anhieb. Die Musik klingt wunderschön, voller Feinheiten, klar strukturiert und mit sensibler Dynamik. Da höre ich erst einmal weiter zu und genieße. Jetzt möchte ich ein großes Orchester erleben und wähle meinen Test-Standard von der Oladra Festplatte: Scheherazade von Rimsy-Korsakov mit L'Orchestre de la Suisse Romande und Ernest Ansermet. Beachtlich, mit welcher Wucht und feiner Strukturierung der A2 ver.2 bei „The Sea and Sindbad´s Ship“ beginnt. Die Schwärze bei den tiefen Streichern ist grandios. Und erst der Schmelz und das Körperliche der Solo-Violine, die nach einigen Takten einsetzt. Nichts wirkt überzeichnet, sondern überzeugend wirklichkeitsnah. Den gewaltigen, grundtonintensiven Orchesterklang seziert der ver.2 nicht, zeichnet ihn aber facettenreich und dreidimensional geordnet, homogen mit glaubhafter Bindung zur Solo-Violine. Das Auf- und Abschwellen des Orchester-Pegels hat er im Griff und zeigt auch bei maximaler Lautheit kein Limit in Sachen Dynamik. Unspektakulär und ehrlich, beeindruckend gewaltig musiziert dieser Verstärker. Auch Satz zwei der Scheherazade „The Story of the Calender Prince“ beginnt mit einer eindrucksvoll körperhaften Violine und der zart gestreichelten Harfe, gefolgt zuerst von den Holzbläsern aus der Tiefe des Raumes und einem fein gesponnenen Teppich der Celli. Das klingt wunderschön.

Der technische Aufbau ist beim A2 ver.2 ebenso aufgeräumt wie mit selektierten, hochwertigen Bauteilen bestückt und ähnelt auf den ersten Blick seinem Vorgänger
Der technische Aufbau ist beim A2 ver.2 ebenso aufgeräumt wie mit selektierten, hochwertigen Bauteilen bestückt und ähnelt auf den ersten Blick seinem Vorgänger

Was macht mein alter A2 daraus? Der erste Satz eröffnet ebenso beeindruckend mit etwas plakativerer Darbietung und weit weniger Schwärze im Orchester. Für sich genommen durchaus gelungen, nur doof, wenn man vorher den Nachfolger hörte. Auch mein A2 spielt mit glaubwürdigen Klängen, jedoch fehlt es an Grundton-Energie, was bei dieser Musik eine Menge ausmacht und ihre emotionale Wirkung wesentlich mitbestimmt. Die Pauken kommen kräftig und artikuliert, aber der Orchesterkörper wirkt vergleichsweise blass. Im zweiten Satz klingt die Violine zu Anfang weniger plastisch, allerdings scheinen die Holzbläser aus noch tieferem Raum zu kommen. Dieser Effekt überrascht mich nicht, weil die hellere Abstimmung meines A2 dies begünstigt. Dafür klingt aber die Solo-Violine ebenso wie das gesamte Orchester weniger intensiv und kraftvoll sowie auch ein bisschen flächiger. Jetzt wechsele ich bei dieser Musik am A2 vers.2 das HMS Armonia Carbon Lautsprecherkabel gegen ein deutlich preisgünstigeres QED Genesis Silver Spiral und wundere mich über den geringen Unterschied. Denn der ist mit meinem A2 ausgeprägter. Zwar klingt die Solo-Violine einen Hauch weniger aufgelöst und das vom Orchester geprägte gewaltige Klangbild etwas gedrungener und weniger luftig, aber der neue A2 bringt seine musikalischen Fähigkeiten ansonsten voll umfänglich zur Geltung. Das Orchester imponiert auch hier mit seiner Kraftentfaltung und der Schwärze der tiefen Streicher. Mit dem A2 ver.2 harmoniert auch das günstige QED an den Phonar ausgezeichnet. Wieder zurück zum HMS Armonia Carbon höre ich das Ramsey Lewis Trio mit dem Live-Album The In Crowd von der Festplatte des Servers. Wieder ist es bereits der Beifall zu Beginn, der klar macht, dass der neue Soulnote in puncto Ehrlichkeit und Wirklichkeitsnähe die Nase vorn hat. Die Club-Atmosphäre ist jederzeit spürbar, das Trio musiziert unmittelbarer im Raum als es mein A2 darzustellen vermag. Die noch bessere Dynamik, vor allem im Feinen, und der gesteigerte Reichtum an Nuancen beim Ver.2 untermauern diese Direktheit, die das Hörvergnügen fraglos steigert. Auch mein A2 inszeniert dieses Album mit großem Spaßfaktor, aber der Neue malt die Klangfarben, hier auch wieder gut beim Schlagzeug erkennbar, noch echter und keinesfalls weniger plastisch. Dem A2 vers.2 gelingt es besser als meinem A2, den musikalischen Fluss und damit auch mehr Emotion zu vermitteln. Beim nächsten Album, Eric Clapton Unplugged Live, sind die Unterschiede zwischen den beiden Amps überraschend klar ausgeprägt. Die Überlegenheit des neuen im Grundton hinsichtlich Energie und Feinzeichnung wirkt sich hier sehr deutlich aus. Claptons Gesang wie auch seine Gitarre überzeugen mit gesteigerter Körperlichkeit, die sie „optisch“ wahrnehmbar macht. Trotz dieses wärmeren Timbres liegt auf der Musik kein Schleier oder gar eine Verdunkelung. Der Rhythmus springt über, und das Fußwippen ist unvermeidlich. Jetzt soll der A2 ver.2 noch kurz zeigen, wie er mit meinen Analysis Audio Vollbereichsbändchen zurechtkommt, mit denen mein A2 ja nicht so recht harmonieren will, weil diese Kombination einfach zu cool und emotionsarm klingt. Auch an diesen Lautsprechern beweist der ver.2, dass er mit seiner Tonalität musikalisch mehr zu bieten hat und realistischer und schwungvoller agiert. Mit ihm bekommen Instrumente und Stimmen weitaus mehr realistische Größe und Dreidimensionalität.

Beim genauen Hinsehen sind etliche Veränderungen zu sehen: Links oben: obere Ebene alt - Rechts oben: obere Ebene neu Links unten: untere Ebene alt - Rechts unten: untere Ebene neu
Beim genauen Hinsehen sind etliche Veränderungen zu sehen: Links oben: obere Ebene alt - Rechts oben: obere Ebene neu Links unten: untere Ebene alt - Rechts unten: untere Ebene neu


Nach all dem sind die in der Einleitung gestellten Fragen leicht zu beantworten, denn der Soulnote A2 ver.2 klingt besser als sein Vorgänger. Er spielt eindeutig musikalisch ausgewogener und damit richtiger. Ob man seinen alten A2 verkaufen muss, kann ich nicht eindeutig bejahen. In einer Anlage, wo sein vergleichsweise schlankes Timbre kompensatorisch wirkt, kann er durchaus stimmig sein. Ich glaube dennoch, dass die Grundtonqualitäten des A2 ver.2 sich stets positiv auswirken müssten. Ganz sicher ist und bleibt der ursprüngliche A2 ein prima Verstärker. Als ich damals meinen A2 aufgrund der Hörerfahrung mit dem A1 bestellte, hatte ich eigentlich genau das erhofft, was der A2 ver.2 jetzt klanglich darstellt. Er scheint mir die perfekt gelungene Synthese aus den jeweiligen Stärken und Vorzügen des A1 hinsichtlich dessen Timbres und des alten A2 hinsichtlich Lebendigkeit, Spielfreude und großartigem Auflösungsvermögen zu sein. Für meinen Geschmack ist der Mehrpreis für den A2 ver.2 fair und klanglich gerechtfertigt. Wenn man den Vergleich wagen will, sollte man mit der Konsequenz rechnen, den Neuen kaufen zu wollen.

Das gediegene Äußere passt zum hervorragenden Klang des A2 ver.2
Das gediegene Äußere passt zum hervorragenden Klang des A2 ver.2

STATEMENT

Der Soulnote A2 war zu recht einer der meist gelobten Vollverstärker der letzten Jahre. Der Soulnote A2 ver.2 demonstriert nun, wie es noch besser geht. Seine Musikalität hebt den neuen dank seiner klanglichen Ehrlichkeit, seiner Grundton-Intensität und seines lebendigen, nuancenreichen Spiels auf ein höheres Niveau.
Gehört mit
CD-Laufwerk Wadia WT 3200
Reclocker Mutec M-3+ Smartclock USB
Streamer Eversolo T8, PS Audio BridgeII
Server Antipodes Audio Oladra G4
Switch Chord Company English Electric 8
Netzwerk Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 mit Darkz-Resonance-Control C2T, Digitalz Ethernet Cable A2
DA-Wandler PS Audio Direct-Stream-DAC mit Trafo-Tuning und Plixir Elite BDC Linearnetzteil für die Analog-Platine oder Antelope Zodiac plus oder Sonic Frontiers SFD-1
Vollverstärker Soulnote A-2, Pier Audio
Lautsprecher Analysis-Audio Epsylon, Phonar Veritas P9.2 SE mit Sockel
Zubehör Audioquest Diamond USB, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, JIB Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Black Edition Digital S/PDIF, Wireworld Eclipse 8 Silver Cinch, Audio-gd NF Cinch und XLR, HMS Armonia Carbon Speaker oder QED Genesis Silver Spiral oder Real-Cable HD-TDC oder Shunyiata Constellation Andromeda Speaker, MudraAkustik Max Netzleiste und Netzkabel, AHP Reinkupfer- und Synergistic Research Quantum Blue Sicherungen, Raum-Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Audioquest Fog Lifters
Herstellerangaben
Soulnote A2 ver.2
Gerätekonzept Vollverstärker
Nennleistung 2 x 80 Watt an 8 Ohm; 2 x 160 Watt an 4 Ohm
Gesamte harmonische Verzerrungen 0,16% (1 W, 8 Ω)
Frequenzgang 3 Hz bis 240 kHz (± 1,0 dB), Lautsprecher 8 Ohm, 1 Watt
Eingangsempfindlichkeit Line 1, 2, 3, 4: 700 mV
Eingangsimpedanz Line 1: 16 kΩ; LINE 2, 3, 4: 8 kΩ
Signal/Rausch Verhältnis 110 dB (IHF A Netzwerk)
Mögliche Betriebsarten Stereo-Vollverstärker, Bi-Amp Mono-Vollverstärker, Stereo-Endstufe, Bi-Amp Mono-Endstufe
Netzspannung 230 V Wechselstrom, 50 Hz
Leistungsaufnahme 210 Watt, 70 Watt (Leerlauf)
Maximale Außenabmessungen 430 mm (Breite) x 160 mm (Höhe) x 423 mm (Tiefe)
Gewicht 20 kg
Zubehör Fernbedienung, Spikes und Netzkabel
Preis 8.490 Euro

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail hifi@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett?
Montag, 13 April 2026 08:21

POWERGRIP PowerRail

Das POWERGRIP PowerRail-System ist ein modulares System, das entwickelt wurde, um Geräte vor Überspannungen und Störgeräuschen zu schützen und so höchste Ton- und Bildqualität zu gewährleisten. Das Hauptmerkmal von PowerRail ist seine Modularität, wobei jedes Modul über zwei geschützte Hochleistungssteckdosen verfügt.

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Das System unterstützt die Verkettung von bis zu 20 Modulen, was eine schrittweise Erweiterung des Hifi- oder AV-Systems des Anwenders bei steigender Geräteanzahl ermöglicht. PowerRail kann maximal 40 Geräte mit einer Gesamtleistung von 3,6 Kilowatt filtern. Jedes Modul ist vollständig autonom, da es mit einem eigenen Schalter, Filter und Schutzsystem ausgestattet ist. Selbst wenn die Module zu einem einzigen System verbunden sind, bleibt die Autonomie erhalten, und jede Einheit kann einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Der Parallelbetrieb der Filter verstärkt die reinigende Wirkung auf die Stromversorgung, so dass die Filtereffizienz mit der Anzahl der Module sogar zunimmt.

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PowerRail bietet zuverlässigen Schutz für alle Audio und Videokomponenten. Das System arbeitet dabei durch das parallele Filtersystem gleichermassen effektiv mit leistungsstarken Verstärkern und empfindlichen Schwachstromkomponenten. Die Klangqualität der angeschlossenen Geräte wird konsequent verbessert.

Wichtigste Vorteile

  • geeignet sowohl für kleine als auch für anspruchsvolle Systeme mit begrenztem Platzangebot.
  • Hochstrom-HiFi-Filterung ohne dynamische Einschränkungen.
  • Modularität: Bis zu 20 Einheiten (40 Steckdosen) zusammenschaltbar.
  • Schwellenwert: <190 V und >256 V.
  • hergestellt aus strapazierfähigem Aluminium

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Merkmale

  • 2 Steckdosen (CEE 7/3 Schuko).
  • unterstützt Lasten bis zu 16 A (3680 W).
  • Spannungs- und Phasen-/Erdungsanzeige.
  • Kippschalter zum Ein- und Ausschalten sowie 12-V-Triggereingang.
  • 19-Zoll-Rackmontage (im Lieferumfang enthalten).
  • Abmessungen: 75 x 166,5 x 65 mm.
  • Gewicht: 0,6 kg.
  • Optionales Zubehör: CPPC 19-2 Hochleistungs-Netzkabel
  • Preis: 320 Euro

Seit der Markteinführung der ersten YG-1-Konsole im Jahr 2015 entwickelt POWERGRIP innovative Lösungen zur Optimierung der Stromversorgung und zum Schutz von Audio- und Videogeräten. Powergrip ist einfach ein „Muss“ für alle, die von ihrer HiFi- oder AV-Anlage die bestmögliche Musik- und Filmwiedergabe erwarten. Weitere Informationen gibt es unter powergrip.com.

Vertrieb
Phonar Akustik GmbH
Anschrift Industriestr. 8 – 10
24963 Tarp
Telefon +49 4638 89240
E-Mail info@phonar.de
Web www.phonar.de

Weitere Informationen

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Wir bei Göbel High End freuen uns sehr, die Vorstellung unseres neuen Ultra-High-End-Standlautsprechers Divin Monarque bekannt zu geben. Die offizielle Weltpremiere unseres neuen Divin Monarque-Lautsprechers findet auf der Vienna High End 2026 vom 3. bis 7. Juni 2026 im ACV Wien statt.

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Seit langer Zeit haben wir an diesem neuen Standlautsprechermodell innerhalb unserer Divin-Serie gearbeitet, um Kunden anzusprechen, die unsere Spitzenmodelle der Divin Majestic-Serie nicht in ihren Hörräumen unterbringen können, aber nach der absolut besten Lautsprecherlösung für ihre Anlagen suchen. Daher ist es uns gelungen, die fantastischen, einzigartigen Klangeigenschaften, die herausragenden und einzigartigen Technologien sowie die Designmerkmale unseres Divin Majestic Lautsprechers in eine kleinere Bauform zu übertragen. Beim Divin Monarque haben wir nicht an Qualität gespart, Darüber hinaus ist der Divin Monarque ein Lautsprecher in einteiliger Gehäusekonstruktion: Nichts muss beim Kunden vor Ort gestapelt oder montiert werden. Einfach auspacken und sich begeistern lassen!

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Wie jedes einzelne Produkt von Göbel High End ist auch der neue Divin Monarque ein Produkt feinster deutscher Ingenieurskunst, mit absoluter Leidenschaft in allen Details ausgeführt und vollständig auf dem Gipfel der Perfektion gefertigt.

Herstellerangaben
Göbel High End Divin Monarque
  • Prinzip: 3-Wege-Lautsprecher mit hoher Empfindlichkeit und symmetrischem Bassreflex
  • Treiber: 2 x Göbel® High End-eigene Langhub-Tieftöner (15 Zoll), 2 x Göbel® High End-eigene Mitteltöner (8 Zoll), 1 x deutlich verbesserter AMT-Hochtöner, gekoppelt über einen massiven Aluminium-Wellenleiter mit eigens entwickelter Kurvenprogression
  • Gehäuse: Akustisch optimiertes Constrained-Layer-Damping-Design aus harzgebundenen Verbundwerkstoffen mit umfangreichen inneren Versteifungen, Helmholtz-Resonatoren und entkoppelter Frontschallwand aus einer speziellen Aluminiumlegierung mit variierenden
  • Wandstärken bis max. 105 mm. Alle Materialien sind tropentauglich!
  • Standardausführung: Echter Klavierlack schwarz, Aluminiumteile in schwarzem, ultramattem Velours-Finish mit Akzenten aus echtem 24-Karat-Gold. Jede Ausführung ist auf Kundenwunsch möglich!
  • Empfindlichkeit: 96dB / 1W / 1m
  • Frequenzgang: 21 - 24.000Hz
  • Impedanz: 4 Ohm
  • Minimalimpedanz: 3,2 Ohm bei 64Hz
  • Abmessungen: 194cm Höhe x 54cm Breite vorne / 68cm Breite hinten x 84cm Tiefe
  • Gewicht: 380 kg pro Stück ohne Verpackung
  • Verpackung: professionelles Flightcase mit Rollen für einfachen Aufbau und maximalen Schutz
  • Preis: I In Europa ab 470.000 Euro pro Paar inkl. 19 % MwSt.

Hersteller
Göbel High End
Anschrift Roedersteinstr. 9
84034 Landshut
Telefon +49 87197511657
E-Mail info@goebel-highend.de
Web www.goebel-highend.de

Weitere Informationen

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Donnerstag, 09 April 2026 09:23

Vincent PF-3 Netzfilter mit DC-Blocker

Ärgerlich ist, wenn „schmutziger“ Strom, sich auf die Performance der Anlage auswirkt und den Spaß am Musikhören verdirbt. Gerade in der heutigen Zeit, in der im Haushalt in der Regek viele Verbraucher am Stromnetz betrieben werden, kann es vermehrt zu Strom- und Spannungsschwankungen und sogenannten Netzrückwirkungen kommen.

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Auch können Photovoltaikanlagen unerwünscht Gleichspannung ins häusliche Stromnetz einstreuen, die dann im schlimmsten Fall ein mechanisches Trafobrummen verursachen kann. Der PF-3 von Vincent eliminiert Störeinflüsse, die vom Stromnetz verursacht werden und gibt stabilen und sauberen Strom and die angeschlossenen Verbraucher weiter. Gleichspannungsanteile (DC-Offset) werden konsequent durch den eingebauten DC-Blocker entfernt. Insgesamt ist der PF-3 mit sechs Schuko-Steckdosen ausgestattet. Alle Dosen sind EMI und DC gefiltert. Zwei Steckdosen sind speziell für Digitalquellen ausgelegt. Vier weitere Steckdosen stehen für Geräte mit hohem Stromverbrauch zur Verfügung. Ein automatischer Überlastschutz sichert den Filter ab.

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Herstellerangaben
Vincent PF-3 Netzfilter mit DC-Blocker
  • Max. Schaltleistung: 2200 Watt
  • Eingang: 220-240 Volt AC (max. 10 A / 2200 Watt)
  • Ausgänge: 2 x Schuko-Steckdosen für Digital (300 Watt), 4 x Schuko-Steckdosen für Analog (1900 Watt)
  • Farbe: Schwarz / Silber
  • Gewicht: 2,8 kg
  • Abmessungen: (BxHxT) 173 x 82 x 346 mm
  • Preis: 600 Euro

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Vertrieb
Sintron Vertriebs GmbH
Anschrift Christian Fröhling
Südring 14
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Mittwoch, 08 April 2026 09:42

Saisonstart im HiFi-Museum

Das Norddeutsche Museum für HiFi- und Studiotechnik auf dem Gelände des Hannoverschen Straßenbahnmuseums im Sehnder Ortsteil Wehmingen zeigt auf 640 Quadratmetern Ausstellungsfläche knapp eintausend Exponate rund um die Wiedergabe von Sprache und Musik.

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Das Spektrum reicht vom Walzenphonographen über Grammophone und Schallplattenspieler bis hin zum CD-Spielern und hält auch einige Exoten wie beispielsweise ein Librophon bereit. Aber auch Tefifone, Tonbandgeräte, Radios und Verstärker sowie Lautsprecher gehören selbstverständlich zu den Exponaten.

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Zum Saisonstart Anfang April wurde die Ausstellung neu arrangiert. Dabei gibt es gleich mehrere wesentliche Änderungen. In einer Sonderausstellung werden über 40 Exponate rund um das Thema Röhrenradios vorgestellt. Weiterhin wurde die UHER-Ecke neugestaltet. Hier werden Geräte der Marke UHER präsentiert, wobei diese Saison der Schwerpunkt auf der synchronen Vertonung mittels Tonbandgeräten von Bildwiedergabe mittels Dia- und Filmprojektoren liegt.

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Unverändert sind dagegen das beliebte „Oma’s Wohnzimmer“, das zum Verweilen einlädt, sowie der Revox-Raum, der Geräten der Marke Revox gewidmet ist. Ein besonderes Highlight ist sicherlich nach wie vor die liebevolle und fundierte regelmäßige Vorführung im Hörraum. Hier erleben die Besucher eine akustische Reise durch die Zeit. Dabei werden anhand ausgewählter Musikstücke und Wiedergabeketten (beispielsweise vom Tonband über den Verstärker bis zum Lautsprecher) die Entwicklung und die Vorzüge beziehungsweise Leistungsmerkmale aber auch Grenzen und Einschränkungen der vorgeführten Geräte aufgezeigt. Für viele HiFi-Enthusiasten ein Highlight sind nach wie vor die aufgrund ihrer Größe auch „Telefonzelle“ genannten Quadral Titan IV Lautsprecherboxen. Die Referenzlautsprecher der 1990er Jahre waren für viele damals unerschwinglich, kosteten sie doch so viel wie ein Mittelklasse-Pkw. Nun können sich Titan IV-Verliebte von der Klangqualität der Lautsprecher persönlich überzeugen. In dieser Saison können Besucher im Hörraum auch erstmals Quadrofonie live erleben. Die Vierkanaltechnik ist der Vorläufer der insbesondere aus Kinosälen bekannten Surround-Sound-Technik.

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Das Museum ist bis Ende Oktober jeden Sonntag sowie zusätzlich am Maifeiertag (01.05.) und am Samstag vor Muttertag (09.05.) in der Zeit 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der letzte Öffnungstag ist der Reformationstag (31.10.) mit geänderten Öffnungszeiten (14-20 h). Der Eintritt beträgt zwei Euro (ermäßigt ein Euro) zuzüglich Eintritt in das Straßenbahnmuseum. Weitere Informationen und Details sind auf www.hifimuseumnord.de zu finden.

Darüber hinaus ist es möglich, exklusive Termine im Museum zu buchen, um beispielsweise eigene Tonträger mit Lieblingsstücken mitzubringen und im Hörraum anzuhören. Außerdem bietet das Museum außerhalb der regulären Öffnungszeiten die Möglichkeit für Workshops oder anderweitige Veranstaltungen und eignet sich auch als Ziel für Teamausflüge. Entsprechende Anfragen können an info@hifimuseumnord.de gerichtet werden.

Norddeutsches Museum für HiFi- und Studiotechnik e.V.
Am Straßenbahnmuseum 2 | 31319 Sehnde

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Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn.

Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der schwarzen Ausführung, die von der Marketing-Abteilung Midnight Black getauft wurde. Passenderweise gibt es auch noch eine goldene Variante, die auf den Namen Velvet Gold hört. Wer sich vor dem Weiterlesen ein wenig mit Hintergründen zur Firmengeschichte von Unison Research einstimmen möchte, dem empfehle ich Vorab den Artikel Ein Besuch bei Unison Research und Opera.

Vorverstärker PRE v2 und Endverstärker DM v2 sind hier für das Foto schön aufeinandergestapelt. Mit über 300 Watt Ausgangsleistung im Stereobetrieb kann die Endstufe einiges an Wärme produzieren. Nicht zuletzt deshalb gehört jedes Gerät auf eine eigene Rack-Ebene
Vorverstärker PRE v2 und Endverstärker DM v2 sind hier für das Foto schön aufeinandergestapelt. Mit über 300 Watt Ausgangsleistung im Stereobetrieb kann die Endstufe einiges an Wärme produzieren. Nicht zuletzt deshalb gehört jedes Gerät auf eine eigene Rack-Ebene

Die Unico-Produktfamilie, die erstmals offiziell mit Unico PRE und Unico DM eingeführt wurde, bewegt sich äußerlich deutlich weg von den bisweilen etwas bieder anmutenden Holzausführungen vergangener Tage. Dafür gibt es von mir ein erstes Chapeau! Die Frontplatten der Geräte sind aus 15 Millimeter dicken Aluminiumblöcken gefräst, die Gehäusedeckel bringen es immerhin noch auf eine Stärke von zwei Millimetern. Nicht kleckern, sondern klotzen scheint hier die Devise. Diese solide Haptik punktet bei mir. Die Gehäuse sind robust, verwindungssteif und erstklassig verarbeitet, Spaltmaße sind genau, insgesamt ist die Verarbeitung auf Top-Niveau. Ein sehr schönes, gelungenes Design-Gimmick sind die in Holz eingefassten Firmenlogos, die als Ein-Aus-Schalter fungieren. So bleibt Unison Research seiner Holz-Tradition auf dezente Weise treu und erhöht den Wiedererkennungswert der Marke.

Das gut auflösende Display des PRE v2 informiert über alle Eingänge, Modi und Betriebszustände
Das gut auflösende Display des PRE v2 informiert über alle Eingänge, Modi und Betriebszustände

Das Unsion Research Logo ist in ein rundes Holzplättchen eingefasst und fungiert als Ein-Aus-Schalter. So simpel diese Lösung auch anmutet, so elegant und schön ist sie
Das Unsion Research Logo ist in ein rundes Holzplättchen eingefasst und fungiert als Ein-Aus-Schalter. So simpel diese Lösung auch anmutet, so elegant und schön ist sie


Preislich greifen wir bei Unison Research für dieses Pärchen ganz oben ins Regal: Der Vorverstärker Unico PRE v2 kostet 5900 Euro, der Endverstärker Unico DM v2 sogar 8900 Euro. Dafür darf der potenzielle Kunde Einiges erwarten und in technischer Hinsicht werden auch diverse interessante Lösungen geboten. So verfügt die Lautstärkeregelung des PRE v2 statt über ein übliches Potentiometer über ein diskretes Widerstandsnetzwerk mit einzelnen hochintegrierten Widerständen. Auf diese Weise entledigt Unison sich etwaiger Schleifkontakte oder sich ändernder Ausgangswiderstände, eng tolerierte Einzelwiderstände liefern kanalgleiche, definierte Pegel. Die Auflösung in 0,5 Dezibel Pegelstufen ist sehr fein gerastert, zudem wird die Pegelkurve der sonst bei Unsion Research verwendeten ALPS-Lautstärkepotentiometer in Abhängigkeit von der Position des Lautstärkereglers simuliert.

Die sehr solide Metallfernbedienung ist für den vollen Bedien- und Funktionsumfang ein Muss. Fernbedienungsmuffel bekommen beim Unico PRE v2 schnell ihren Zahn gezogen
Die sehr solide Metallfernbedienung ist für den vollen Bedien- und Funktionsumfang ein Muss. Fernbedienungsmuffel bekommen beim Unico PRE v2 schnell ihren Zahn gezogen

Die LED auf der Front der Endstufe zeigt den symmetrischen oder asymmetrischen Betrieb an
Die LED auf der Front der Endstufe zeigt den symmetrischen oder asymmetrischen Betrieb an

Schaltungstechnisch handelt es sich beim PRE v2 um einen vollsymmetrischen Hybrid-Vorverstärker in Class A. Eingangsseitig kommt eine Röhrenstufe mit zwei ECC83 zum Einsatz. Hier konnte ich meinen Spieltrieb übrigens nicht bändigen und ich habe verschiedene NOS-Derivate ausprobiert. Wer Flöhe husten hört oder sich einfach besser dabei fühlt – so wie ich –, der stöpselt hier teure New Old Stock Röhren statt der mitgelieferten Originalröhren ein, sofern gerade zur Hand. Das ist natürlich kein Muss: Die mitgelieferten Röhren sind hochanständig und die klanglichen Unterschiede bewegen sich im marginalen Bereich, sind aber vernehmbar, was für die Qualitäten dieses Verstärkers spricht. Die Ausgangsstufe des PRE v2 dagegen ist klassisch mithilfe von Transistoren realisert.

Volles Brett: Die große Anschlussvielfalt des Unico PRE v2 lässt keine Wünsche offen. Die Ein- und Ausgänge auf der Rückseite sind sehr übersichtlich gestaltet und informativ beschriftet
Volles Brett: Die große Anschlussvielfalt des Unico PRE v2 lässt keine Wünsche offen. Die Ein- und Ausgänge auf der Rückseite sind sehr übersichtlich gestaltet und informativ beschriftet

Sehr interessant und gelungen ist die Umschaltung zwischen Phono MM und MC sowie die jeweilige Pegelanhebung um plus 10 Dezibel per Mäuseklavier
Sehr interessant und gelungen ist die Umschaltung zwischen Phono MM und MC sowie die jeweilige Pegelanhebung um plus 10 Dezibel per Mäuseklavier


Ein kleines Display in der Mitte des Vorverstärkers informiert über alle Betriebszustände und den gerade anliegenden Eingang. Und von denen gibt es jede Menge: Der PRE v2 verfügt über drei Line-Eingänge, wahlweise via RCA oder symmetrisch als XLR, Phono MM und MC und diverse digitale Eingänge aller gängigen Formate, kurzum: Es gibt kein Signal, das der Unico nicht verarbeiten könnte. Wer zum Beispiel den Bedarf sieht, zusätzlich noch einen DSP einzuschleifen, der nutzt dafür die Funktion „Line Loop“. Dafür sind die Anpassmöglichkeiten für Vinylfans etwas überschaubarer, über ein Mäuseklavier lassen sich folgende vier Optionen einstellen: MC High Output (100 Ohm, 40 Dezibel Verstärkung), MC Low Output (100 Ohm, 50 Dezibel Verstärkung), MM (47 Kiloohm, 33 oder 44 Dezibel Verstärkung). Für MM geht das ja noch in Ordnung, für MC Tonabnehmer bedarf es in aller Regel exakterer Anpassungen, was im Zweifel eine sparate Phonovorstufe erfordert, die dann einfach über einen der Line-Eingänge läuft. In meinem Setup habe ich den MM-Tonabnehmer Pro-Ject Pick it PRO direkt über den Unico PRE v2 laufen lassen und das funktionierte ganz prima.

Die Endstufe Unico DM v2 lässt sich durch Parallelschalten beider Kanäle auch als Monoendstufe betreiben und kann dann gewaltige 650 Watt Ausgangsleistung bereitstellen. Mir persönlich fehlt allerdings die Phantasie für den Bedarf derartiger Leistungsreserven
Die Endstufe Unico DM v2 lässt sich durch Parallelschalten beider Kanäle auch als Monoendstufe betreiben und kann dann gewaltige 650 Watt Ausgangsleistung bereitstellen. Mir persönlich fehlt allerdings die Phantasie für den Bedarf derartiger Leistungsreserven

Im rückwärtigen Bereich des Verstärkers (im Bild oben) sitzen die beiden ECC82/12AU7 Doppeltrioden, welche die erste Class-A-Verstärkerstufe bilden. Im vorderen Bereich des Verstärkers (im Bild unten) sitzen die beiden gewaltigen, gekapselten Ringkerntrafos
Im rückwärtigen Bereich des Verstärkers (im Bild oben) sitzen die beiden ECC82/12AU7 Doppeltrioden, welche die erste Class-A-Verstärkerstufe bilden. Im vorderen Bereich des Verstärkers (im Bild unten) sitzen die beiden gewaltigen, gekapselten Ringkerntrafos

Die Endstufe Unico DM v2 wirkt beim Blick auf die technischen Daten schon fast furchteinflößend und hat nur noch wenig gemein mit den typischen Röhrengeräten von Unison Research, vergleiche hierzu zum Beispiel meinen Bericht über den Vollverstärker Unison Research Simply Italy Black Edition. Keine Ausgangsleistungen im niedrigen zweistelligen Wattbereich, sondern 220 Watt an acht Ohm oder 340 Watt an vier Ohm werden hier angegeben, damit gibt es im Grunde keine Einschränkungen bei der Wahl der Lautsprecher mehr. Dies wird erneut durch Hybrid-Technologie ermöglicht: Die Eingangsstufe ist als Doppeltrioden-Stufe mit zwei ECC82 Röhren in Class A ausgelegt, die Ausgangsstufe dagegen im kombinierten Class A / Class AB Betrieb als MOSFET-Endstufe.

Die beiden ECC82 stammen aus russischer Produktion von Genalex/Golden Lion. Tuberoller, die zum Beispiel gerade ein NOS Pärchen Mullard M8136 zur Hand haben, holen damit noch eine Nuance mehr Feinstauflösung heraus
Die beiden ECC82 stammen aus russischer Produktion von Genalex/Golden Lion. Tuberoller, die zum Beispiel gerade ein NOS Pärchen Mullard M8136 zur Hand haben, holen damit noch eine Nuance mehr Feinstauflösung heraus


Unison Research hat für die Endstufe Unico DM v2 eine neue Schaltung konzipiert: die so genannte A.S.H.A. Technologie. Diese kombiniere die klanglichen Vorteile einer reinen Class A Schaltung mit der Effizienz einer Class AB Schaltung. Dabei steht die Abkürzung A.S.H.A. für Analog Snychronized Hybrid Amplification und funktioniert im Wesentlichen wie folgt: Die Endstufe nutzt eine spezielle Variante der Push-Pull-Technik mit zwei MOSFETs, nämlich einem „Leader“-MOSFET, der in Class A läuft und durchgehend die Ausgangsspannung steuert sowie den positiven Signalanteil liefert. Ein „Follower“-MOSFET in Class AB unterstützt nur beim Stromfluss und übernimmt den negativen Anteil der Signalhalbwelle. Der entscheidende Unterschied zu klassischem Push-Pull: Es gibt kein Umschalten der Spannungssteuerung zwischen den beiden Transistoren. Ohne dieses Umschalten werden klassische Übernahmeverzerrungen nahezu eliminiert. Dadurch, dass also ein Transistor führt (Spannung) und der andere unterstützt (Strom), funktioniert diese Schaltung quasi wie eine Class-A-Verstärkung, ist aber effizienter.

Das Innere des Vorverstärkers PRE v2 ist aufgrund der hochintegrierten Bauteile und der vergleichsweise kleinen Hauptplatine kaum ausgefüllt. Die Gehäusegröße ist wohl eher aus optischen Gründen der Endstufengröße angeglichen; hier wäre noch ausreichend Platz gewesen für die Kapselung des Ringkerntrafos
Das Innere des Vorverstärkers PRE v2 ist aufgrund der hochintegrierten Bauteile und der vergleichsweise kleinen Hauptplatine kaum ausgefüllt. Die Gehäusegröße ist wohl eher aus optischen Gründen der Endstufengröße angeglichen; hier wäre noch ausreichend Platz gewesen für die Kapselung des Ringkerntrafos

Bei meinen Hörtests verwendete ich die unterschiedlichsten Lautsprecher, wobei ich mit meinen DIY-Teilen startete, die durchweg über hohe Wirkungsgrade zwischen 93 und 98 Dezibel pro Watt und Meter verfügen. Ich würde nicht soweit gehen zu sagen, dass es sich dabei um ein Mismatch handelte. Aber die Endstufe tuckerte lediglich im Standgas und war derart unterfordert, dass schnell der Wunsch erwuchs, komplexere Lasten an die Klemmen zu hängen. Mit meiner altehrwürdigen Dynaudio Contour 1.3 MK II wurde es schon deutlich besser. Endlich konnte die Unico-Kombi befreit aufatmen und sich aller Fesseln entledigen. Die Dynaudios sind Stromsäufer und devote Zicken, die viel Kontrolle benötigen, und der Uncio DM v2 gab sie ihnen. Im Tiefton agierte der italienische Verstärker wie ein Schraubstock, der mit strengem Regiment den Takt vorgab, und die dänischen Lautsprecher folgten willig. Mit klarer Linie zeichnete diese italienisch-dänische Liaison scharfe Tieftonkonturen, ohne dass es dabei zum für Dynaudio-Lautsprecher typischen honigartigen Durchzug im Tiefton kam, der Klangfarben bisweilen verschmiert und das Tempo verschleppt. Zur richtigen Einordnung möchte ich klarstellen, dass ich seit über drei Jahrzehnten bis heute Fan der Lautsprecher von Dynaudio bin und genau um ihre Schwächen weiß. Nur wenige mir bekannte Verstärker vermögen, diese Schwäche der Lautsprecher auszumerzen, insofern ist es als Riesenlob zu verstehen, dass sich die Unico-Kombi nun in diesen illustren Kreis gesellen darf. Jetzt hatte ich endgültig Blut geleckt und schleppte die beiden Unico-Verstärker zu meinem Bekannten mit seinen Dynaudio Confidence 30 Lautsprechern.

Wie auch in der Endstufe sitzen auf der Vorverstärkerplatine zwei Doppeltrioden, hier allerdings ECC83/12AX7 von Genalex/Golden Lion. Deren Vorteil ist wieder die gute Verfügbarkeit; Klang-Connaisseure tauschen diese Röhren wie auch in der Endstufe gegen gute NOS Derivate und heben so das volle Potential des Verstärkers
Wie auch in der Endstufe sitzen auf der Vorverstärkerplatine zwei Doppeltrioden, hier allerdings ECC83/12AX7 von Genalex/Golden Lion. Deren Vorteil ist wieder die gute Verfügbarkeit; Klang-Connaisseure tauschen diese Röhren wie auch in der Endstufe gegen gute NOS Derivate und heben so das volle Potential des Verstärkers

Was soll ich sagen? All meine (augenzwinkernden) Frotzeleien vergangener Tage gegenüber meinem Kumpel musste ich heuer kleinlaut einpacken. Der ach so selig machende hifidele Königsweg aus Single-Ended-Triode und Hochwirkungsgrad-Breitbänder ist beileibe nicht der einzig richtige, das wurde mir schnell klar. Was Unison Research Unico PRE v2 und DM v2 im Verbund mit den dänischen Lautsprecherboliden in den Hörraum zauberten, verschlug mir den Atem. Diese kontrollierte Tieftonwucht kombiniert mit bruchloser Kohärenz über das gesamte Frequenzspektrum in Kombination mit korrektem, hochpräzisem Tempo- und Rhythmusgefühl war schon süchtig machend. Silbrige, feinstoffliche Auflösung im Hochton ohne jeden Anflug analytischer Härte, an ihrem Platz fest zementierte Musiker ohne nervöse Wandereffekte, das hatte schon was. Plastisch und körperhaft spielten die Streichinstrumente bei Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985), wieder eher silbrig strahlend als golden glänzend, mit enormem Auflösungsvermögen, jedoch weit entfernt davon, dabei kühl oder steril zu wirken.


Volle Rechenpower: Die DAC-Einheit mit allerhand Chips realisiert alle gängigen Digital-Standards
Volle Rechenpower: Die DAC-Einheit mit allerhand Chips realisiert alle gängigen Digital-Standards

Auch Rockiges ging mit diesem Verstärker faszinierend gut: „Downbound Train“, „I‘m On Fire“ oder „Dancing In the Dark“ von Bruce Springsteen (Born in the U.S.A., Columbia Records, 1984) bestachen durch schon an Perfektion grenzende Darstellung feinster Nuancen von Beckenanschlägen, Hi-Hats oder Anreißgeräuschen von E-Gitarrensaiten. Negative Kritik an dieser Verstärkerkombi von Unison Research gibt es von mir keine, lediglich den kleinen Hinweis, dass ich mir auf der Ebene meines persönlichen Geschmacks eine Spur mehr Wärme im Hochton gewünscht hätte, was gewiss auf Kosten des letzten Fitzelchens Auflösungsvermögen gegangen wäre. Abschließend noch der rein praktische Tipp von mir, dass Sie sich für Ihre Hochwirkungsgradlautsprecher ab circa 94 Dezibel (pro Watt und Meter) doch lieber einen schwachbrüstigeren Röhren-Amp zulegen, von denen Unison Research ja etliche im Portfolio hat.

STATEMENT

Die italienische Edelschmiede Unsion Research liefert mit der Vor-/Endverstärkerkombination Unico PRE v2 und Unico DM v2 High-Tech-Geräte reinsten Wassers ab. Wer zukunftssichere Anschlussvielfalt, technische Innovation und fette Ausgangsleistung für die freie Lautsprecherwahl sucht, der höre sich diese Hybrid-Verstärker an. Superben Klang gibt es quasi als Kirsche auf die Sahne obendrauf.
Gehört mit
Phonovorverstärker Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2
Plattenspieler Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO
Tonabnehmer Pro-Ject Pick it PRO
Lautsprecher Dynaudio Contour 1.3 MK II, Dynaudio Confidence 30, diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmissionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quarter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En)
Zubehör Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject Connect-it RCA-E
Möbel Hi-Fi Racks Ltd
Herstellerangaben
Unison Research Unico Pre v2
Geräteart vollsymmetrischer Hybrid-Vorverstärker mit DAC
Schaltung Betriebsart Class A; Röhren-Vorstufe mit 2x ECC83/12AX7 Gold Lion; Ausgangsstufe Transistor (Solid State)
DAC Sabre ES9018K2M
Netzspannung 230V AC/50 Hz
Eingänge 2x S/PDIF (bis 192kHz); 1x USB-B (PCM bis 384kHz, native DSD bis 256kHz, DoP bis 128kHz); 2x Toslink (bis 192kHz); 1x Line In; 3x Line In (RCA); 3x Line In (XLR); 1x Phono MM/MC
Ausgänge 2x Line Out (RCA); 1x Line Out (XLR); Dual-Subwoofer-Ausgang
Ausstattung Infrarot-Fernbedienung
Gehäusefarben Midnight Black, Gold Velvet
Abmessungen (B x T x H) 45 x 43 x 14cm
Gewicht 11kg
Leistungsaufnahme 50W
Preis 5900 Euro
Herstellerangaben
Unison Research Unico DM v2
Geräteart Endverstärker
Netzspannung 230V AC/50 Hz
Schaltung Eingangsstufe: Class A, Doppeltrioden Stufe mit ECC82 / 12AU7 Gold Lion; Ausgangsstufe: A.S.H.A. Technologie (Analog Synchronized Hybrid Amplification), Class A-AB Betrieb, drei komplementäre MOSFET Paare
Eingänge 1x Line (XLR); 1x Line (RCA); 1 × Remote Power On Eingang
Ausgänge 4 + 4 Lautsprecherklemmen (für Bi Wiring geeignet); 1 × Remote Power On Ausgang
Ausgangsleistung 220 W RMS an 8 Ohm (Stereo Betrieb); 340 W RMS an 4 Ohm (Stereo Betrieb); 370 W RMS an 2 Ohm (Stereo Betrieb, durch Schutzschaltungen begrenzt); 670 W Spitzenleistung an 2 Ohm (Stereo Betrieb); 650 W RMS an 8 Ohm (Mono Betrieb); 650 W RMS an 4 Ohm (Mono Betrieb)
Gehäusefarben Midnight Black, Gold Velvet
Abmessungen (B x T x H) 46 x 42 x 21cm
Gewicht 33kg
Maximale Leistungsaufnahme 900W
Preis 8500 Euro

Vertrieb
TAD Audiovertrieb GmbH
Anschrift Hallwanger Strasse 14
83209 Prien am Chiemsee
Telefon +49 8052 9573273
E-Mail hifi@tad-audiovertrieb.de
Web www.tad-audiovertrieb.de

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  • Social Introtext Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn.
Montag, 06 April 2026 09:21

AVM Inspiration

Zum 40. Jubiläum präsentiert AVM drei Inspiration Komponenten in der exklusiven Bronze-Edition, die sich auf Wunsch und wahlweise zu einem kompletten System kombinieren lassen – limitiert und nur für kurze Zeit erhältlich.

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Die kompakten Musik-Spezialisten AS 2.3, CS 2.3 und die Lautsprecher Audition: CB 2.3 kombinieren elegantes Design, hochwertige Verarbeitung und kinderleichte Bedienung mit einem überraschend großen Klang. Ohne aufwendige Einrichtung, Kabelsalat oder komplizierte Installationen lässt sich im Wohnzimmer ein Musikerlebnis wie im Konzertsaal genießen – zeitlos, elegant und emotional überzeugend. Musik macht das Leben frischer, gibt Energie, weckt Erinnerungen und sorgt für besondere Momente. Warum dieses Erlebnis nicht in imposanter Qualität Zuhause genießen? Zum 40. Firmen-Jubiläum verbinden die Inspiration Komponenten im luxuriösen Bronze-Edition-Design: Komfort und Klang auf höchstem Niveau. Die kompakt eleganten Komponenten liefern einen erstaunlich großen Sound, der selbst anspruchsvollste Musikliebhaber tief berührt und Emotionen spürbar transportiert. Das Highlight: die kinderleichte Bedienung und der minimale Installationsaufwand garantieren sofortige Einsatzbereitschaft. Kein Kabelsalat, keine komplizierten Einrichtungsschritte – einfach Strom und Lautsprecher verbinden, und schon eröffnet sich die Welt der Musik in voller Pracht. Egal, ob Streamingdienst, Bluetooth oder klassische Medien: AS 2.3, CS 2.3 und Audition CB 2.3 liefern jederzeit einen voluminösen, detailreichen Sound, der Emotionen transportiert und das Wohnzimmer in Sekunden in einen Konzertsaal verwandelt. So wird Musik zum Erlebnis.

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Inspiration AS 2.3: Der Inspiration AS 2.3 ist ein Verstärker mit Streaming-Funktion, der auf den ersten Blick durch sein zurückhaltend elegantes Design besticht. Zeitlos, stilvoll, klar strukturiert und perfekt proportioniert, fügt er sich harmonisch in jedes Wohnzimmer ein, ohne aufdringlich zu wirken. Obwohl gerade einmal 34 Zentimeter breit, liefert der AS 2.3 einen überraschend großen, dynamischen Sound, der Musik lebendig, emotional und detailreich transportiert. Angefangen beim gefühlvollen Jazz bis zur vollen Orchesteraufnahme, und selbst komplexe Arrangements werden klar und kraftvoll wiedergegeben. Die Steuerung ist simpel, zugleich aber auch komfortabel: Egal, ob Smartphone, Tablet, beigelegte Fernbedienung oder direkt am Gerät – jeder Befehl wird intuitiv und schnell umgesetzt. Für Fans brachialer Blockbuster ein zusätzlicher Vorteil: Der AS 2.3 kann direkt per HDMI mit dem Fernseher verbunden und mit der TV Fernbedienung gesteuert werden, so dass Filme und Serien klanglich zu einem großen Erlebnis werden. Keine komplizierte Verkabelung, keine zusätzlichen Geräte – einfach anschließen, einschalten und genießen.

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Inspiration CS 2.3: Der Inspiration CS 2.3 richtet sich an Musikliebhaber, die ihre umfangreiche CD- Sammlung nie aufgeben möchten, ohne auf modernste Streaming-Möglichkeiten zu verzichten. Technisch eng verwandt mit dem AS 2.3, bietet er zusätzlich ein integriertes CD-Laufwerk, so dass alle musikalischen Quellen – angefangen bei Spotify Connect und Qobuz Connect über Musik vom Server oder Smartphone bis hin zur geliebten CD – jederzeit zugänglich sind. Wer möchte, kann zudem direkt einen Plattenspieler anschließen, so dass klassische und digitale Medien nahtlos kombiniert werden. Design, Materialgüte und Verarbeitung sind hier selbstverständlich auf höchstem Niveau: Zeitlos, elegant und klar strukturiert fügt sich der CS 2.3 perfekt in jedes Wohnambiente ein. Kinderleichte Bedienung, minimaler Installationsaufwand und direkter Anschluss an Lautsprecher machen ihn sofort einsatzbereit. Auch hier lässt sich der Verstärker direkt mit dem Fernseher verbinden, so dass auch Filme und Serien klanglich aufgewertet werden und Dialoge, Effekte und Musik emotional reproduziert werden.

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Audition CB 2.3: Die Audition CB 2.3 sind kompakte Lautsprecher, die mit Eleganz, Präzision und erstaunlicher Klangfülle überzeugen. Klein, unaufdringlich und formschön entfalten sie in Verbindung mit AS 2.3 oder CS 2.3 eine beeindruckende, stabile räumliche Bühne, die das Wohnzimmer in ein Musik-Studio verwandelt. Jede Aufnahme wird lebendig, Stimmen und Instrumente detailliert wiedergegeben und selbst komplexe Arrangements wirken klar, offen und emotional intensiv, ohne dass die Lautsprecher viel Raum beanspruchen. Die leicht überstehende Schallwand ist ein Highlight. Sie sorgt für zusätzliche Flexibilität bei der Aufstellung, so dass die CB 2.3 selbst in anspruchsvollen Raumsituationen optimal positioniert werden können. Hochwertige Materialien, erstklassige Verarbeitung und das exklusive Bronze-Finish der Jubiläumsedition unterstreichen die Wertigkeit und fügen sich stilvoll in jedes Wohnambiente ein. Trotz kompakter Größe liefern die Audition CB 2.3 kraftvollen, detailreichen Klang, der Musik emotional transportiert und eine überraschende Räumlichkeit erzeugt – ideal für Designliebhaber, die großen Klang im Wohnzimmer genießen möchten. Ach ja, AS 2.3, CS 2.3 und Audition CB 2.3 sind nach vor auch in Schwarz, Silber und Chrom (wir nennen es Cellini) verfügbar.

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Hersteller
AVM Audio Video Manufaktur GmbH
Anschrift Daimlerstraße 8
76316 Malsch
Telefon +49 7246 4285
E-Mail info@avm.audio
Web www.avm-audio.com

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Freitag, 03 April 2026 08:37

SendyAudio Egret

Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis.

Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt mit einem ausgewogenen und für langes, ermüdungsfreies Hören ausgelegten Klang. Für einen Magnetostaten dieser Größe ist er recht leicht und daher angenehm zu tragen. Inzwischen gibt es eine Version 2, weshalb der Ur-Aiva aktuell für 600 Euro angeboten wird. Beide Versionen verfügen wie der Egret über eine ovale Membran. Die ist beim neuen Modell in der Breite jedoch noch einen und in der Höhe acht Millimeter größer als die der beiden Aivas. SendyAudio bezeichnet die Membran des Egret als innovative Sandwichkonstruktion von weniger als 800 Nanometern Dicke. Sie soll die Ansprechgeschwindigkeit und die Auflösung verbessern und im Vergleich zu herkömmlichen Membranen für geringe Verzerrungen und eine naturgetreue Detailwiedergabe sorgen. Die Aluminium-Leiterbahnen werden durch Elektronenstrahl-Verdampfung (E-Beam-PVD) auf die Membran aufgebracht. Das ist ein hochenergetisches physikalisches Gasphasenabscheidungs-Verfahren im Hochvakuum, bei dem ein fokussierter Elektronenstrahl Material in einem Tiegel zum Schmelzen und Verdampfen bringt. Das Resultat ist eine gleichmäßige Beschichtung. Die aufgebrachte atomare Kristallstruktur soll für eine präzise Schwingungskontrolle und letztlich zu einem gradlinigen Frequenzgang führen.

Egret steht für Silberreiher und dessen Silhouette im Flug diente als Inspiration für die Gestaltung des schwarzen Gitters
Egret steht für Silberreiher und dessen Silhouette im Flug diente als Inspiration für die Gestaltung des schwarzen Gitters

Mehr technische Details verrät SendyAudio nicht. Auch die patentierte Quad-Former Technology, bei der sich auf jeder Seite der Membran zwei Spulen befinden, um die Membran über ihre gesamte Fläche gleichmäßig zum Schwingen anzuregen, erwähnt man in der Beschreibung des Egret nicht mehr. Die kommt beim Topmodell Peacock und beim Apollo mit seinem großartigen Preis/Klang-Verhältnis zu Einsatz. Bei diesen beiden Modellen erzeugen aber auch runde Membranen den Schall, während die des Egret – wie bereits erwähnt – oval sind. In Sachen Anschlusskabel gibt sich man sich ein wenig auskunftsfreudiger: Es besteht bei diesen Kopfhörermodell aus 30 Adern sauerstofffreien Kupfers von Furukava, zehn Adern silberplattierten Kupfers und zehn Adern goldbeschichteten Kupfers. Die Dimension einer einzelnen Ader beträgt 0,05 Millimeter, wobei nicht klar ist, ob es sich dabei um den Durchmesser oder die Fläche handelt. Jedenfalls ist das geflochtene Anschlusskabel rund zwei Meter lang und mit einem Pentaconn- und zwei 3,5-Millimeter-Klinkensteckern konfektioniert. Ein Pentaconn-auf-Mini-Klinke- und ein Mini-auf-6,3-Millimeter-Klinke-Adapter liegen bei. Das Gehäuse wird aus hochdichtem Amerikanischen Nussbaum gefertigt.

Die Earpads bestehen wie das Kopfband außen aus Lamm-Leder umgeben. Den Kontakt zum Ohr stellt ein Auflagefläche aus Velours her. Die Form der Pads ist recht außergewöhnlich, aber sehr komfortabel
Die Earpads bestehen wie das Kopfband außen aus Lamm-Leder umgeben. Den Kontakt zum Ohr stellt ein Auflagefläche aus Velours her. Die Form der Pads ist recht außergewöhnlich, aber sehr komfortabel


Eingespielt wurde der Egret in über 50 Stunden Dauerbetrieb am Lotoo Mjölnir. Zum ersten mal reingehört habe ich, als er mit Chord Electronics' Mojo verbunden war, der die Files mittels Audirvana von einem MacBook Air bezog. Die Daten waren auf einer SanDisk Extreme Pro gespeichert, sicherlich keine High-End-Kette. Dennoch macht Abdullah Ibrahims und Ekayas Album Sotho Blue über den Egret einfach Spaß. Der Bass kommt druckvoll, bestens definiert und immer mal wieder mit einem kernigen Knarzen rüber. Die Klangfarben der verschiedenen Bläser sind enorm variantenreich, jedoch eher auf der warmen Seite. Das heißt aber nicht, dass einen die Musik wohlig einlullt. Das Blech besitzt den nötigen Biss, Transienten wirken sehr realistisch, und auch der Groove der Combo lässt einen nicht unbeteiligt. Der kleine Mojo reicht völlig aus, um mit dem SendyAudio eine Menge Freude zu haben.

Auch hier sieht man die ungewöhnliche Form der Earpads
Auch hier sieht man die ungewöhnliche Form der Earpads

Wie der Egret – der Name bedeutet übrigens Silberreiher und deren Silhouetten im Flug sollen das Muster der Gitter auf den Ohrmuscheln inspiriert haben – auf die Qualität seines Zuspielers reagiert, lässt sich leicht mit Hilfe des Mjölnir ermitteln, der sowohl über eine Pentaconn-Buche für eine symmetrische Verbindung als auch einen 3,5-Millimeter-Anschluss verfügt. Ich beginne mit Letzterem und Ravi Shankars „West Eats Meat“ vom Album Tana Mana. Da fehlt mir ohne Vergleich gar nichts, ich kann den vertrauten Song einfach nur genießen. Und das ist auch gut so, denn die Unterschiede zur Wiedergabe im symmetrischen Modus sind relativ gering, aber dennoch eindeutig: Nach der notwendigen Lautstärkeangleichung ist im symmetrischen Betrieb ein etwas größerer imaginärer Raum wahrzunehmen. Die Instrumente werden von ein bisschen mehr Hall umgeben, und auch die nun noch minimal entfernter in der Tiefe der Bühne stehende Pauke kommt mit etwas mehr Druck rüber. Da sind keine riesigen klanglichen Verbesserungen – die sind beim bisher rundum überzeugenden Egret ja auch nicht nötig. Aber wenn man die Gelegenheit hat, den SendyAudio symmetrisch anzusteuern, sollte man dies auch tun.

Der Egret wird wie alle SendyAudio-Kopfhörer mit einem solchen Travel Case geliefert
Der Egret wird wie alle SendyAudio-Kopfhörer mit einem solchen Travel Case geliefert

Um dem Egret ein noch besseres Signal anzubieten, verbinde ich die Ausgänge des DAVE mit dem SPL Phonitor x und bemerke erst da, dass ich dem Egret nur das zweitbeste Signal anbieten kann. Denn der SPL bietet nur einen symmetrischen vierpoligen XLR- sowie einen 6,3-Millimeter-Klinkenausgang. Da ich weder über ein SendyAudio-Kabel mit einem XLR-Stecker verfüge noch über einen Pentaconn-auf-6,3-Millimeter-Adapter, muss ich den Egret mit den beiden mitgelieferten Adaptern verwenden, um ihn unsymmetrisch an den Phonitor anzuschließen. Aber das macht trotz aller audiophilen Bedenken wegen der Zwischenstücke und den minimal höheren Übergangswiderständen zwischen den eigentlich unnötigen zusätzlichen Kontakten nichts: Der SendyAudio dankt die Integration in meine große Kette mit einer deutlich besseren Durchzeichnung, einer fast dreidimensionalen Abbildung, mehr Drive und druckvolleren und gleichzeitig knackigeren Bässen. Da macht „West Eats Meat“ so viel Spaß, dass ich mich fast zu der Aussage hinreißen lassen könnte, einen teureren und besseren Kopfhörer als den Egret braucht kein Mensch.

Das zwei Meter lange Anschlusskabel wurde mit einem Pentaconn- und zwei Mini-Klinken-Steckern konfektioniert
Das zwei Meter lange Anschlusskabel wurde mit einem Pentaconn- und zwei Mini-Klinken-Steckern konfektioniert


Gegen solche leicht euphorisierte Schwärmereien hilft nur eins: der Vergleich mit anderen Kopfhörern und ein bekannter Test-Track wie der erste Satz von Schostakiwitschs Symphonie Nr. 15 mit dem Duisburger Philharmonischen Orchester unter Jonathan Darling. Dabei macht der Egret eine ausgesprochen gute Figur: Er differenziert die Instrumentengruppen sehr fein, verwöhnt mit einer reichen Palette an Klangfarben, ohne den nicht immer zurückhaltenden Hochtonbereich der Einspielung zu verrunden, bringt den rhythmischen Verve der Einspielung ansprechend rüber und lässt den Aufnahmeraum erahnen: von einer störenden Im-Kopf-Lokalisation keine Spur, und das, obwohl die Matrix des SPL noch gar nicht aktiviert ist. Beim Wechsel zum Peacock, SendyAudios Topmodell, fällt erst einmal auf, dass er ein gutes Stück schwerer ist als der Egret, der Tragekomfort ist dennoch bei beiden ähnlich hoch. Etwas Gewicht bringt der fast doppelt so teure Peacock auch ins Klangbild. Er verwöhnt mit etwas mehr Tieftonenergie und noch etwas geschmeidigeren Höhen. Dennoch lässt er den Aufnahmeraum minimal größer erscheinen. Trotzdem wirkt das Klangbild des Egret eine Spur offener. Abgesehen von der etwas ausgedehnteren Bühnendarstellung des Peacock, die ich als klaren Gewinn erachte, dreht es sich hier eher um Geschmacksfragen. Der Egret braucht sich hinter seinem großen Bruder keinesfalls zu verstecken.

Diese beiden Adapter gehören zum Lieferumfang
Diese beiden Adapter gehören zum Lieferumfang

Kurz sollte sich der Egret noch mit dem Dan Clark Audio Noire X messen, der aktuell mit 1250 Euro in der Preisliste steht. Dazu habe ich mal wieder Tord Gustavsens Album Changing Places und daraus „Deep In Love“ ausgewählt. Und das macht schnell klar, dass sich die beiden Kopfhörer an verschiedene Zielgruppen wenden. Auch wenn der Egret im Bassbereich keinesfalls übertreibt, wurde er wohl für Genießer angestimmt, die er mit angenehmen Klängen umschmeichelt, ohne irgendwelche Informationen zu unterschlagen. Der Noire X hingegen lässt einen keine Sekunde über die Qualität einer Aufnahme im Unklaren. Er ist ein perfektes Arbeitsgerät, der Egret eignet sich für hedonistische Zweck. Er macht einfach mehr Spaß.

STATEMENT

Der Egret erfüllt alle meine gewiss nicht bescheidenen Erwartungen. Wer nicht das Gras wachsen hören möchte, sondern seine Musik auf einem nicht nur für den Preis ungemein hohen Niveau erleben möchte, dem sei dieser SendyAudio nachdrücklich ans Herz gelegt: rundum überzeugend.
Gehört mit
Laptop MacBook Air (M3)
NAS Melco N1Z/2EX-H60 mit externem Audiaz-Linearnetzteil
Streaming Bridge SOtM sMS-2000
Upsampler Chord Electronics M-Scaler mit Ferrum Hypsos
D/A-Wandler Chord Electronics DAVE mit Linearnetzteil
Kopfhörerverstärker SPL Phonitor x
LAN-Switch Ansuz PowerSwitch D-TC Gold Signature
10-MHz-Clock SOtM sCLK-OCX10 mit Keces P8
Kopfhörerverstärker mit DAC Chord Electronic Mojo, Lotoo Mjölnir
Kopfhörer Dan Clark Noire, Sendy Audio Peacock
Kabel Audioquest Dragon HC, Tornado (HC), Ansuz Digitalz D-TC Supreme und Mainz D2, Audioquest Cinnamon USB und WEL Signature SPDIF, Habst USB Ultra III
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, ADOT Medienkonverter (2x) mit Keces P3 und SBooster BOTW P&P Eco MKII, Singlemode-Duplex-Lichtwellenleiter
Herstellerangaben
SendyAudio Egret
Bauart offen, ohrumschließend
Treiber planarmagnetisch (Magnetostat)
Treibergröße 98 x 84mm
Membran Nano-Compound / mehrschichtiger Sandwich-Aufbau
Frequenzgang 20Hz - 40kHz
Empfindlichkeit 95dB ±3dB
Impedanz 24Ω ±15%
Kabellänge 1,8 - 2m
Kabelaufbau Hybrid-Leiter (Furukawa OFC, versilbertes und vergoldetes Kupfer)
Anschluss 4,4mm Pentaconn, Pentaconn auf Miniklinke Adapter
Gewicht 430g
Preis 880 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-04-03_sendy
  • Social Introtext Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis.
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