Norddeutsche HiFi-Tage 2020 – Teil 3

07.02.2020 // Finn Corvin Gallowsky

Gleich mehrere Geräte in einem Messeraum anzutreffen, die ausschließlich von ein und demselben Autor getestet wurden, ist auch nicht unbedingt häufig. Die Lautpsprecher Buchardt Audio S400 für einen Paarpreis von 2.000 Euro, Aperion Audio Novus T5 zum Paarpreis von 1.400 Euro und der Vollverstärker SA3 von IOTAVX (450 Euro) wurden allesamt bereits von unserem Kollegen Matthias Jung getestet. Fehlt eigentlich nur noch, dass er sich des jetzt lieferbaren Superhochtöners von Aperion Audio auch noch annimmt. Das kleine Gadget kostet 300 Euro pro Paar. Rückseitig kann die Übernahmefrequenz zwischen 8, 10, 12, 14 und 16 Kilohertz gewählt werden, eine Pegelanpassung von 1, 2 oder 3 Dezibel lässt sich rückseitig ebenfalls realisieren. Für den Einsatz des Superhochtöners muss man seine bestehenden Lautsprecher weder umbauen noch einen zusätzlichen Verstärker kaufen, sondern kann den kleinen Zusatzbaustein direkt an die am Hauptlautsprecher bereits genutzten Terminals mit anklemmen.

 

Fast eine ganze Tonne HiFi steht im Raum von Soundstein. Die einzelnen Treiber der beiden Lautsprechertürme besitzen nicht nur aus akustischen Gründen eigene Gehäuse, sondern schlicht und ergreifend, um keinen Kran für den Aufbau zu benötigen. Ein einzelnes Element aus Naturstein kann gerade noch verhältnismäßig angenehm von zwei Personen getragen werden. Firmengründer Hans-Otto Vollert ist quasi dauerhaft mit Vorführen beschäftigt, die Kette zieht nicht nur aufgrund ihrer ungewöhnlichen Größe und Optik mächtig Publikum an. Neben technischen Details erläutert er, dass ihm die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen wichtig ist. So stammen beispielsweise die Treiber von der Firma Kort Elektronik aus Ratzeburg, die, wie Herr Vollert in sympathisch norddeutscher Marktschreiermanier zum Besten gibt, auf Kirmesanlagen spezialisiert sind.

 

MP&S Klangwelten bietet elektrostatische Lausprecher und Dipolsubwoofer. Die Ausführung des Subwoofers als Dipol soll die Anregung von Raummoden begrenzen. Tatsächlich funktioniert das im kleinen Hotelzimmer extrem gut. Eine gewaltige Ladung präzisen Tieftons kommt an der Hörposition an, was Firmenmitgründer Knut Schürmann verständlicherweise stolz und mit Leidenschaft präsentiert.

 

Eine weitere Kette, die mir beim Durchstreifen der Hörräume auffällt, besteht überwiegend aus Komponenten von Thivan Labs aus Vietnam und Audes aus Estland. Gemessen an der hervorragenden klanglichen Performance bleibt mir besonders die moderate Preisgestaltung im Gedächtnis. Der P-10 Phono-Vorverstärker beispielsweise kostet 1.800 Euro. Der mächtige Röhrenvollverstärker 211 Gold Swan 5.000 Euro. Das Lautsprecherpaar S6 in Palisander 1.400 Euro. Der vergleichsweise schlichte Plattenspieler MoFi Ultra Deck, erhältlich ab 2.000 Euro, rundet den Gesamteindruck ab.

 


  • Audio Video Show Warschau 2026 – Teil 4

    Die Audio Video Show ist und bleibt eine Besuchsempfehlung. Ihr lebhafte Charakter, ihr Abwechslungsreichtum, die Dynamik des heterogenen Publikums, die drei unterschiedlichen Austragungsorte mit ihrem individuellen Flair, all dies befeuert meine Vorfreude auf die Show jedes Jahr neuerlich. Nicht zuletzt ist Warschau eine ungemein spannende, florierende Stadt. Warum also nicht beides miteinander verbinden? Eine Empfehlung, die ich nur immer wieder geben kann. Der Messeteil im Radisson Blu Sobieski lebt von der Vielfalt der verschiedenen Produkte.…
    30.10.2026
  • Audio Video Show Warschau 2026 – Teil 3

    Im dritten Teil des Messerberichts stelle ich ihnen einige weitere ausgesuchte Produkte in Wort und Bild vor. Wie üblich bei der Audio Video Show habe ich mich auf Neuheiten und vor allem auf Hersteller konzentriert, die in Deutschland selten oder gar nicht zu sehen sind. JL Audio, üblicherweise für Subwoofer bekannt, zeigte auf der AVS die Europapremiere ihres Primacy Systems. Es umfasst den Standlautsprecher T6 (110.000 Euro) und einen Kompaktlautsprecher S3 (75.000 Euro). Die gesamte…
    28.10.2026
  • Audio Video Show Warschau 2026 – Teil 2

    Jedes Jahr aufs Neue habe ich den Eindruck, dass die Audio Video Show nochmals besser besucht ist als im Vorjahr. Während das neu erschlossene zweite Stockwerk der Ostseite des Stadiums im letzten Jahr noch etwas steril und vom Publikum übersehen wirkte, wurde es dieses Jahr vollumfänglich angenommen. Auch das Interesse an den besonders teuren und großen Systemen erschien mir lebhafter als noch im letzten Jahr. Besonders mit der Acapella Sphäron Excalibur wollten sich viele Gäste…
    27.10.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.