Norddeutsche HiFi-Tage 2026 – Teil 2

06.02.2026 // Finn Corvin Gallowsky

Progessive Audios Extreme I sind seit 2014 ein Aushängeschild der Marke. Dieses Jahr haben sie ein Update erfahren. Vollaktiv kosten sie 8.800 Euro und überraschten mich im Hörraum mit extrem tiefer, präziser Basswiedergabe, die nicht künstlich antrainiert oder erzwungen, sondern homogen und natürlich klang. Generell spielte das System ungemein geschmeidig. Dass Ralf Koenens Power Station dabei eine zentrale Rolle spielte, ist alles andere als unplausibel. Erhältlich in 1 (10.000 Euro) und 3 Kilowatt (14.000 Euro) Ausführung stellt das Gerät an den acht Ausgängen 230 Volt mit einer Toleranz von nur ±2 Millivolt zur Verfügung.

 

Die Audio Group Denmark zeigte Børresens neues Bass Module BM3 (etwa 18.000 Euro) zusammen mit Børresen T5 SSE (etwa 230.000 Euro). Die Lautsprecher und Bass Modules mit ihren vier DCC8 Neo Chassis und analoger Weiche verschmolzen zu einer Einheit ohne jeglichen hörbaren Übergang.

 

Die Kombination aus gradliniger Elektronik von LinnenberG und J.Sikoras ASPIRE mit dem ausdrucksstarken Schwung der aufwendig gefrästen YG-Lautsprecher im Raum von LEN Hifi machte allein optisch etwas her. Zu sehen waren LinnnenberG Audio VS 30 PRE DAC (19.800 Euro), PS 30 Phono (13.400 Euro) und ES 30 Mono (38.000 Euro) mit dem Einstieg in die Welt von J.Sikora (7.750 Euro) und den YG Acoustics (Carmel 37.500 Euro).

 

Bei PS Audio spielten Pre, DAC und SACD Transport zu je knapp 10.000 Euro aus der neuen PGM Signature Reihe an Aspen FR10 (10.000 Euro). Der Vorverstärker war bereits bei Kollege Roland Dietl im Test: eine der Anlagen im gehobenen mittleren Preisbereich, die nicht wirklich weniger Aufsehen als High-End-Offerten erregte.

 

Nachdem die Topmodelle p10.2 und p9.2 bei Phonar zu Special Editions veredelt wurden, war jetzt die p4.2 dran. Inhaber Kai Henningsen und sein Team beweisen dabei mal wieder ein feines Händchen in der Teileauswahl. Als Hochtöner spielt in der p4.2SE einer der neuen Textreme-Hochtöner von Scan Speak in einer Custom Edition. Die noch etwas aufwendigere Ausführung D3004/666000 habe ich als eines der ersten Serienmodelle in Deutschland schon vor einiger Zeit gehört. Als gebührende Ablösung für das bisherige Beryllium-Flaggschiff der Illuminator-Reihe ist er zweifelsohne wie schon sein Vorgänger einer der besten Hochtöner auf diesem Planeten. Er bietet dieselbe hohe Auflösung wie der Beryllium-Tweeter bisher, klingt dabei aber deutlich organischer und sogar noch einen Hauch plastischer. Im Direktvergleich fiel erstmalig auf, dass der Beryllium-Membran eine leichte Härte anhaftet, die so sonst nie sonderlich unangenehm aufgefallen ist. Textreme ist folglich ein hochgradig leistungsfähiges Hochtönermaterial, doch bisher noch nicht in vielen Lautsprechern zu finden: Bei Phonar in der p4.2SE schon. Und das bereits für einen Paarpreis von 4.900 Euro. Auch wenn nicht der ganz „große“ Illuminator zum Einsatz kommt, sind die Textreme-Gene klar hörbar und machen bereits in dieser Konfiguration einen wirklich besonderen Lautsprecher. WBT-nextgen-Terminals und eine Anpassung sowohl für die Höhen als auch wandnahe Aufstellung gehören ebenfalls zur Ausstattung der p4.2SE. Der etwas unter dem Radar laufende Lautsprecher ist für mich so eines der imposantesten Produkte der Messe – nicht zuletzt durch sein meiner Meinung nach ungemein faires Preisschild.


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