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Firmenbericht ELROG und Interview mit Dr. Klaus Schaffernicht

10.01.2014 // Jürgen Saile
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Vor zwei Jahren geisterten bereits ein paar Prototypen durch die Szene, die allerdings nur die Aufgabe hatten, etwaige Mängel aufzudecken. Dafür werden Prototypen ja hergestellt. Diese waren überhaupt nicht für den Verkauf an Kunden vorgesehen, aber über irgendwelche Kanäle sind diese teilweise am Markt erschienen und werden auch noch gelegentlich angeboten. Man kann diese Prototypen leicht an dem schlankeren Glaszylinder erkennen, der etwa den gleichen Durchmesser wie die Basis hat.
Gegenüber diesen Prototypen wurden noch einige Veränderungen vorgenommen und die anfänglichen Probleme behoben. Serienreife haben mittlerweile die Powertrioden ELROG ER 211 und ER 845 erlangt. Für mich ist immer wieder faszinierend, dass in Deutschland bisher nur wenige diesen Hersteller kennen, die Asiaten aber die Röhren bereits in ihren Geräten verbauen. Was sagt uns das?

Der Nobelgeräte Hersteller Silbatone aus Korea benutzt nur die allerfeinsten Bauteile in seinen Verstärkern, mittlerweile auch die ELROG 845. Quelle: Silbatone
Der Nobelgeräte Hersteller Silbatone aus Korea benutzt nur die allerfeinsten Bauteile in seinen Verstärkern, mittlerweile auch die ELROG 845. Quelle: Silbatone

Neben der Standardversion kann man mittlerweile die Röhren auch in einer verbesserten Variante bestellen, bei der die Verbindungen von den Sockelstiften zu den Elektroden aus Silberdraht bestehen. Diese Variante existiert zunächst nur für die ER 211. Beziehen kann man die Röhren über Thomas Mayer. Interessierte können ihn unter thomas@vinylsavor.de kontaktieren.
Hier gibt es auch weitere Informationen zu dem Thema. Der Preis für ein Paar ER 211 liegt bei 1200 Euro, die ER 845 kostet 1300 Euro, ebenfalls pro Paar. Ist also nichts für die Geiz-ist-geil-Fraktion. Oder halt, vielleicht doch, ELROG Produkte waren im professionellen Bereich für ihre lange Lebensdauer bekannt. Mal abgesehen davon, dass ein Sammler zufrieden grinsen würde, wenn er zu diesem Preis von einem Ahnungslosen ein Paar NOS 845 erwerben könnte.

Für mich ist immer interessant, den kreativen Kopf hinter den Produkten kennenzulernen. Also nichts wie hin und ein paar Worte mit dem Entwickler selbst plaudern, dachte ich mir. Ein kurzer Blick auf die Landkarte – böse Zungen behaupten ja gerne, ich würde mich in Asien besser auskennen als in Deutschland – hat mich dann schnell von einer kurzen Fahrt zu den Antipoden Deutschlands abgehalten. So schön die Lindenstadt Lübtheen auch sein mag. Deshalb blieb nur der Weg über das Telefon. Für ein persönliches Gespräch bietet sich ja noch die High End 2014 an.


Dr. Schaffernicht erwies sich als sehr angenehmer Gesprächspartner, der auch bereitwillig Auskunft über seine Firma gab
Dr. Schaffernicht erwies sich als sehr angenehmer Gesprächspartner, der auch bereitwillig Auskunft über seine Firma gab

 

 

Interview mit Dr. Klaus Schaffernicht


Jürgen Saile: Wie kam es zur Gründung der Firma ELROG?
Dr. Klaus Schaffernicht: Ich hatte 18 Jahre bei Telefunken gearbeitet, habe dann 1980 gekündigt und bekam ein Angebot, nach Holland zu gehen und dort eine Fabrik für Nachtsichtröhren zu leiten. Allerdings wollte ich mich schon immer selbständig machen und habe nach ein paar Jahren dann 1986 in Lüneburg die Firma ELROG gegründet. Die Bayern hatten sich seinerzeit geweigert eine Firma aufzunehmen, die so komische alte Röhren baut.

JS: Was wurde damals produziert?
Dr. KS: Zunächst wollte ich meine ganzen Spezialitäten für den Drucksatz produzieren, aber dann hieß es, der Laser ist da und dies wird alles nicht mehr gebraucht. Das ist einfach der normale Fortschritt. Deshalb habe ich mich mit der Firma Hameg verbündet und angefangen, Oszillografenröhren zu bauen. Später habe ich die Palette ergänzt mit Röhren, die für das Tornado Flugzeug und Kampfhubschrauber erforderlich waren. Hier haben wir ein Redesign vorgenommen, um die Lebensdauer der Röhren zu erhöhen. Leider war die hinterher mit 25.000 Stunden zu gut, so dass keine Ersatzröhren mehr gebraucht wurden. Mit den Oszillografenröhren hatten wir 20 Prozent Weltmarktanteil, allerdings ging durch die Produktion in Fernost der Preis immer weiter runter, so dass ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Geld gewechselt wurde und wir die Produktion eingestellt haben.


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