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Ein Besuch bei AcousticPlan

13.11.2015 // Jürgen Saile

Am Bodensee ist das Klima immer um 2 Grad wärmer als in München. Sagt man. Common Wisdom, oder wie der Kerl heißt. Das war aber nicht der Grund, warum wir dorthin gefahren sind, sondern es ging um einen Besuch bei AcousticPlan.

Bei der Vorführanlage kann man eine deutliche Vorliebe des Herstellers für Geräte aus dem Hause Western Electric erkennen. In dem Regal unten sieht man neben der Frequenzweiche auch die selbst entwickelte Stromversorgung für die Feldspulen der Treiber
Bei der Vorführanlage kann man eine deutliche Vorliebe des Herstellers für Geräte aus dem Hause Western Electric erkennen. In dem Regal unten sieht man neben der Frequenzweiche auch die selbst entwickelte Stromversorgung für die Feldspulen der Treiber

Dem Klischee entsprechend war es dann auch in München bei Abfahrt neblig-trüb und am Bodensee begann bereits die Sonne zu scheinen. Neben den eher beruhigend wirkenden Weinstöcken links und rechts gab es auch ein Highlight aus historischer Zeit am Himmel zu bewundern, nämlich einen Zeppelin. Eigentlich hätte ich hier irgendeinen Kommentar unseres Fotografen wie „den habe ich extra für Dich gebucht“ erwartet. Hat er aber nicht. Weiter geht’s auf der Zeppelinstraße Richtung Dornierstraße; wir befinden uns gewissermaßen auf historischem Boden. Im Vorbeifahren liest man Namen wie MTU, Airbus, ZF. Nicht schlecht, denke ich mir. Neben Großindustrie und gutem Wein haben sich hier auch etliche mittelständische Betriebe angesiedelt, ein ideales Umfeld für eine kleine Manufaktur wie AcousticPlan.

Die Geräte sehen irgendwie schnuckelig aus und unterscheiden sich wohltuend vom sonst üblichen schwarzen Einheitsbrei. Rechts die neue Aruna, die an meinem Lautsprecher einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatte
Die Geräte sehen irgendwie schnuckelig aus und unterscheiden sich wohltuend vom sonst üblichen schwarzen Einheitsbrei. Rechts die neue Aruna, die an meinem Lautsprecher einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatte

Zunächst einmal hatten wir Schwierigkeiten, den Eingang zu der Firma zu finden. Die Adresse stimmte zwar, aber das Navi hatte uns in einen Hinterhof geleitet, wo es zunächst nichts außer der Autolackiererei Ünlü zu sehen gab. Diese mit einem güldenen Opel Manta oder so vor der Tür. Letztlich führte dann eine Art Feuertreppe im vorderen Teil des Gebäudes zu AcousticPlan im 1. Stock. Dort angekommen sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus, hier liegt nichts rum, alles adrett und proper, meine Frau hätte ihre helle Freude. Was im Zusammenhang mit HiFi eher ungewöhnlich wäre.

AcousticPlan gibt es seit etwa 19 Jahren, angefangen hatte Jäckle bereits im Alter von 15 Jahren mit dem Bau von Lautsprechern. Für die er schon damals Käufer gefunden hatte. Aus der Leidenschaft ist dann – nach der Berufsausbildung zum Elektroniker – die Firma AcousticPlan entstanden. Somit gehörte auch ein Lautsprechermodell zu den ersten professionellen Produkten, bestückt mit einem seiner Favoriten, dem legendären Breitbänder JX 92 von Ted Jordan. Allerdings würde die Produktion der Lautsprecher momentan die Kapazität der Manufaktur sprengen, aus diesem – und auch anderen Gründen – sind die Lautsprecher nicht mehr erhältlich.


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