Erlangen/Augsburg. Wie passt das zusammen? Im Gespräch mit Tanja Krapf, einer der beiden Gesellschafter des Musicland-Bayern, klären sich diese und noch weitere Fragen, die der Internet-Auftritt so nicht beantwortet. Die studierte Kunsthistorikerin ist vor über 20 Jahren mit dem „Schallplatten-Virus“ infiziert worden und hat, nachdem sie von Franken ins Schwabenland wechselte, eine Dependance in Augsburg eröffnet.

Eine wechselvolle Geschichte mit weiterem Geschäftspartner und diversen Filialen ist Vergangenheit. Was bis heute Bestand hat, ist der regelmäßige Austausch der Ware der beiden Geschäfte. Was für ein Aufwand, wenn man dafür jedes Mal rund 170 Kilometer in eine Richtung fahren muss. Das sehr gut gefülltes Lager des Musicland trägt dazu bei, dass derzeit kaum noch Schallplatten angekauft werden. Als es vor längerer Zeit eher einen Mangel an gebrauchten Schallplatten gab, wurden auch Neuerscheinungen ins Programm genommen.
Deren Verkauf ist besonders vor dem Hintergrund, dass es in Augsburg dafür keinen weiteren Fachhändler gibt, ein doppelter Gewinn für jeden Liebhaber der materiellen Variante der Musikwiedergabe. Zum Verkauf der Upcycling-Produkten drängt sich vielleicht die Frage auf „braucht's das?“ Wenn man aber weiß, dass diese Dinge in Zusammenarbeit mit den Regnitzwerkstätten der Lebenshilfe in Erlangen hergestellt werden und damit auch verkratze, sonst unverkäufliche Schallplatten eine sinnvolle Zweitverwertung erfahren, sieht das schon anders aus. Es ist doch schöner beispielsweise einen Getränkedeckel zum Schutz vor allzu lästigen Insekten aus richtigen Schallplatten als einen extra aus irgendeinem Kunststoff hergestellten für einen sicherlich höherem Betrag in einem Nippes-Laden zu erwerben. Die professionelle Präsentation der Schallplatten in Augsburg ist einem der Mitarbeiter dort, einem Musiker, zu verdanken.

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