Freitag, 22 Mai 2026 00:01

XACT N1 Switch

Manchmal dauert es etwas länger, bis ein Test zustande kommt. Nicht immer ist ein Testgerät auf Hersteller- oder Vertriebsseite für Hifistatement verfügbar und dann müssen bei uns auch noch die entsprechenden Testkapazitäten vorhanden sein. Doch nun hat endlich alles geklappt und ich kann Ihnen den XACT N1-LAN-Switch vorstellen.

XACT ist die jüngste Marke von Marcin Ostapowicz, der seit 2010 in der High-End-Audio-Branche tätig ist und sich von Anfang an auf die Streaming-orientierte digitale Audiowiedergabe spezialisiert hat. Den Anfang macht er mit JPLAY einer Windows Software-Suite, die aus den Modulen „femtoServer“ und „JPlay Femto Player“ besteht und die für mich noch immer zu den klanglich besten Lösungen für Windows-basierte Systeme zählt. Etwas später kommt die Marke JCAT hinzu, die ihren Fokus auf die Hardware-Seite mit hochwertigen Computer-Audiokomponenten, wie USB- und Netzwerkkarten, Netzteile und Digital-Kabel, legt. Im Jahr 2022 bringt JPLAY dann seine iOS-App auf den Markt, die sich rasch zu einer – nach meiner Meinung – der besten UPnP-AV-Apps auf dem Markt entwickelt hat. Die Einführung der Marke XACT folgt ein weiteres Jahr später und soll für absolute Top-Produkte stehen, in denen sich das große Wissen und die lang jährigen Erfahrungen des ausgemachten Netzwerk- und Streaming-Spezialisten widerspiegeln. Inzwischen gibt es unter dieser Marke die Server S1 und S1 EVO, ein USB- und ein LAN-Kabel sowie Gerätefüße. Dirk Sommer war von der herausragenden Qualität des S1 und der Kabel restlos überzeugt. Das neueste Produkt in dieser Reihe ist nun der Switch N1.

Der N1 im eleganten Gehäuse
Der N1 im eleganten Gehäuse

Bei Hifistatement beschäftigen wir uns schon länger mit Netzwerk-Technik im Allgemeinen und Netzwerk-Komponenten im Besonderen. Anfangs wurden wir dafür von so mancher Seite etwas belächelt. Doch das hat sich grundlegend geändert. Immer höherwertige Audio-Server und DACs lassen uns inzwischen Feinheiten hören, an die noch vor einigen Jahren nicht zu denken war. Hinzu kommt, dass die Nutzung von Musik-Streaming-Diensten wie Tidal oder Qobuz auch im High End Bereich immer mehr zur Normalität wird. Damit kommt aber der gesamten Netz-Infrastruktur, beginnend beim Router über den Switch bis hin zu den Kabeln eine ganz andere Bedeutung zu. Wie so oft bei Digital-Audio geht es letztlich um die Vermeidung von Jitter und Störgeräuschen aller Art – die zentralen Einflussfaktoren bei der digitalen Audio-Wiedergabe.

Vor diesem Hintergrund haben sich Dirk Sommer und ich vor einiger Zeit mit Marcin Ostapowicz über den N1 unterhalten:
Hifistatement: Per Stand heute gibt es viele Switches für den Audio-Bereich. Was ist das Besondere am N1?
Marcin Ostapowicz: Ja, es gibt viele Switches, aber ich glaube, dass niemand dies so konsequent umgesetzt hat. Wir haben – ähnlich wie bei unserem Musikserver – bei „Null“ angefangen und das Motherboard komplett neu entwickelt. Wir verwenden ferner ein vollständig lineares Netzteil mit drei separaten Versorgungsschienen. Darüber hinaus haben wir einen „vollständig isolierten“ Port integriert, der durch modernste Isolationstechniken vom Rest des Switches getrennt ist und das bei 1 Gigabit pro Sekunde. Bisher habe ich nur isolierte Ports gesehen, die 100 Megabit pro Sekunde unterstützten oder nicht vollständig isoliert sind.
Hifistatement: Was bedeutet „vollständig isoliert“?
Marcin Ostapowicz: Es handelt sich um die Isolation von Daten, Masse und Stromversorgung. Sehr oft sind nur die Datenleitungen isoliert, nicht aber gleichzeitig auch Masse und Stromversorgung. Wir nutzen die neueste Technologie der Isolierung, und der isolierte Teil verfügt darüber hinaus über eine separate Stromversorgung. Er ist also noch stärker vom Rest des Switches isoliert. Wir verwenden außerdem für die Takterzeugung einen hochwertigen beheizten Quarzoszillator, der ebenfalls separat mit Strom versorgt wird. Darüber hinaus haben wir die Software auf dem Switch optimiert: Die CPU, die für das Laden der Softwarekonfiguration zuständig ist, wird nach der Erstkonfiguration nach 15 Sekunden vollständig abgeschaltet, und dann arbeitet nur noch das Hardware-Switch-Modul. Das senkt das Rauschen noch weiter.
Hifistatement: Ist der N1 ein Managed Switch?
Marcin Ostapowicz: Allgemein gesprochen ist es ein Managed Switch, aber nicht für den Benutzer. Wir optimieren alle Einstellungen in einer Vorkonfiguration. Der Benutzer hat darauf keinen Zugriff.
Hifistatement: Der Switch hat also ein „Betriebssystem“?
Marcin Ostapowicz: Ja, er muss eine Art Software haben. Und wir haben diese so optimiert, dass einige für Audio-Protokolle unnötige oder energiesparende Funktionen deaktiviert sind.
Hifistatement: Gibt es einen Eingang für den Anschluss einer externen 10-Megahertz-Master-Clock?
Marcin Ostapowicz: Nein, es gibt keinen solchen Eingang. Der N1 verfügt über eine hervorragende Stromversorgung und arbeitet mit einer anderen Frequenz (25 Megahertz) als den üblichen 10 Megahertz, die von externen Master-Clocks bereitgestellt werden. Wir kamen daher zu dem Schluss, dass ein solcher Eingang nicht notwendig ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein solcher Eingang die Schaltung verkomplizieren würde und wir die Belastung des Prozessors so gering wie möglich halten wollten.

Der N1 von hinten: mittig die vier Standard RJ45-1G/100M-Ports, links daneben der optische SFP-Port, rechts etwas abgesetzt der „Isolated“ Port
Der N1 von hinten: mittig die vier Standard RJ45-1G/100M-Ports, links daneben der optische SFP-Port, rechts etwas abgesetzt der „Isolated“ Port

Mit diesen Informationen gerüstet schauen wir uns den N1 jetzt genauer an. Den Spitzenanspruch untermauert bereits die äußere Erscheinung des Geräts. Der N1 ist für einen Switch mit Abmessungen von 241 x 97 x 270 Millimetern recht groß und wiegt satte fünf Kilogramm. Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck und steht auf drei Absorber-Füßen, die man in dieser Form bei Netzwerkkomponenten eher selten findet. Die Frontplatte ist schlicht und hat außer einer orangefarbenen LED in der Mitte zur Anzeige des Betriebsstatus keine Bedienelemente. Auf der Rückseite finden wir fünf mit LAN bezeichnete Anschlüsse. Vier davon sind klassische RJ45-1G/100M-Ports, die sich eine gemeinsame Masse teilen. Sie sind für den Anschluss von Geräten wie Router, NAS, WLAN-Access-Points oder anderen Netzwerkkomponenten vorgesehen. Der Abstand zwischen den vier RJ45-Ports ist großzügig bemessen, so dass wir auch „dicke“ Stecker und Kabel ohne Fummelei verwenden können. Im praktischen Betrieb ist zu beachten, dass die LEDs der Ethernet-Ports konstruktionsbedingt deaktiviert sind und nicht leuchten. Nach meiner Erfahrung kann sich die Abschaltung der LEDs positiv auf den Klang auswirken, da damit eine mögliche Belastung der Stromversorgung und etwaige Störaussendungen vermieden werden. Vor diesem Hintergrund würde ich mir noch eine Möglichkeit wünschen, unbenutzte Ports gleich ganz zu deaktivieren. Der fünfte Anschluss ist ein optischer SFP-Port. Dieser SFP-Anschluss ist ebenfalls Teil der Haupt-LAN-Schaltung und teilt sich eine gemeinsame Masse mit den vier Standard-RJ45-Anschlüssen. Als typischen Anwendungsfall für den SFP-Anschluss nennt Marcin Ostapowicz die Verbindung mit einem SFP-fähigen Router über ein Glasfaserkabel. Bei den meisten Routern seien die SFP-Anschlüsse direkt mit dem Prozessor des Routers verbunden, wodurch man den oft minderwertigen und rauschbehafteten Ethernet-Switch-Bereich umgehen könne. Dies könne die Klangqualität eines solchen Systems erheblich verbessern. Räumlich etwas abgesetzt gibt es noch einen weiteren, mit „ISOLATED“ bezeichneten RJ45-Port. Dieser Anschluss ist, wie im Interview erklärt, galvanisch vom Rest der Switch-Schaltung getrennt. Er verfügt über eine separate Stromversorgung und einen unabhängigen Masseanschluss. Er ist speziell für den Anschluss eines Audio-Renderer oder DACs konzipiert und soll verhindern, dass Netzwerkrauschen in das Audiosystem gelangt. XACT weist darauf hin, dass dieser Eingang standardmäßig auf eine Geschwindigkeit von 1 Gigabit pro Sekunde konfiguriert ist und nur eine eingeschränkte Kompatibilität mit 100 Megabit-pro-Sekunde-Geräten aufweist. In der Praxis hatte ich allerdings mit meinen auf 100 Megabit pro Sekunde eingestellten Geräten kein Problem. Schließlich gibt es noch eine mit „GND“ bezeichnete Buchse, die einen externen Anschlusspunkt für die Erdung des Haupt-Switch-Gehäuses bietet, das auf diese Weise mit einer klassischen Erdung oder mit einer Erdungsbox verbunden werden kann.


Der isolierte Port im Detail, links darüber der separate Erdungs-Anschluss
Der isolierte Port im Detail, links darüber der separate Erdungs-Anschluss

Die gesamte Elektronik ist auf zwei blitzsauber aufgebauten Leiterplatten untergebracht, wovon eine das Netzteil und eine die eigentliche Switch-Schaltung beherbergt. Das Netzteil ist vollständig linear konzipiert. Die Basis bildet ein hochwertiger Ringkerntransformator von Toroidy in geschirmter und vergossener Ausführung. Schwingungen werden zudem durch Gummipuffer unter der Halterung minimiert, auf de der Transformator verschraubt ist. Der Trafo besitzt drei Sekundärwicklungen, womit drei voneinander unabhängige Stromschienen für die Clock, die Haupt-LAN-Schaltung und den isolierten Port realisiert werden. Für die Gleichrichtung sind schnelle Silicon-Carbide-Dioden verantwortlich, die anschließende Glättung übernehmen hochwertige Audio-Grade-Kondensatoren von Nichicon und als Spannungsregler kommen extrem rauscharme Typen zum Einsatz. Als Taktgeber finden wir einen hochpräzisen OCXO (Oven Controlled Crystal Oscillator) mit 25-Megahertz-Taktfrequenz, der sich durch extrem hohe Frequenzstabilität und niedriges Phasenrauschen auszeichnet. Die Ethernet-Buchsen stammen von Amphenol und die Netzbuchse ist von Furutech. Für den Hörtest habe ich den N1 wie folgt in meine Anlage integriert: Mit einem kleinen EdgeRouter X von Ubiquiti spanne ich ein eigenes Audio-Netzwerk auf. Vom Router geht es über eine WLAN-Strecke, die mit zwei kleinen TP-Link TL-WR902AC aufgebaut ist, zum N1. Auf diese Weise ist der N1 vom Router galvanisch getrennt. Ein TP-Link ist dabei am Router angeschlossen und der andere an einem der Standard LAN-Ports des N1. Mein Server mit den Musik-Dateien hängt an einem weiteren Standard LAN-Port, während ich meinen SOtM Audio PC mit dem isolierten Port verbunden habe. Vom Audio PC geht es dann über USB via ein SOtM USB Hub tX-USBultra in meinen PS Audio DirectStream DAC MK1. Audio PC und USB-Hub beziehen ihren Takt von der SOtM Master-Clock SCLK-OCX10. Gesteuert wird das Ganze mit der JPLAY iOS App. In dieser Konfiguration kann ich entweder lokal von meinem Server oder via Internet von Qobuz streamen. In beiden Fällen fließen die empfindlichen Audio-Daten über den N1. Noch ein Wort zum praktischen Betrieb: Wenn der XACT N1 hochfährt, führt er in den ersten Sekunden alle wichtigen Konfigurationsaufgaben durch, wozu die DHCP-Aushandlung, die Konfiguration der Port-Geschwindigkeit und die interne Initialisierung gehören. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, schaltet sich der Hauptprozessor automatisch ab, um jegliches unnötiges elektrisches Rauschen zu eliminieren nach dem Motto, was nicht aktiv ist, kann auch nicht stören. Zu beachten ist aber, dass ab diesem Zeitpunkt der Switch im rein hardwaregesteuerten Modus weiterarbeitet. Alle Ports bleiben aktiv und die anfängliche Konfiguration ist fixiert. Weitere dynamische Änderungen sind jedoch nicht möglich. Der Switch konfiguriert sich nicht mehr für neu angeschlossene Geräte oder die Neuverhandlung der Portgeschwindigkeit. Insbesondere beim isolierten Port kann es vorkommen, dass Geräte ohne Neustart des Switch nicht funktionieren. Dann hilft nur Stecker ziehen, da beim N1 auf einen Netzschalter verzichtet wurde. Aus diesem Grund habe ich immer zuerst alles verkabelt und dann den N1 ans Netz gehängt.

Das Innenleben des N1: links unten der große Ringkerntransformator, darüber die Netzteil-Platine und rechts die Platine mit der eigentlichen Switch-Schaltung
Das Innenleben des N1: links unten der große Ringkerntransformator, darüber die Netzteil-Platine und rechts die Platine mit der eigentlichen Switch-Schaltung

Beginnen wir mit „Galicia Flamenco“ mit Gino D‘ Auri (Flamenco Passion - FIM XRCD), lokal zugespielt von meinem Server. Das Stück erklingt mit dem N1 ausnehmend samtig und geschmeidig. Alle Instrumente haben enorm viel Substanz und Farbe. Gleichzeitig wird aber nichts glatt geschliffen oder gar geschönt. Ganz besonders beeindruckt mich, wie viele allerkleinste Details auf einmal hörbar werden: feine Unterschiede in der Artikulation der hart angeschlagenen Akkorde der Flamenco Gitarre, das Knarzen des Cellos oder feine Anschlaggeräusche auf den Korpus der Instrumente. Die Wiedergabe menschlicher Stimmen ist mit dem N1 ein Highlight. Bei „The Very Thought of You“ mit Claire Barlow (Jazz Ballads - 2xHD 24/44,1) hebt sich die Sängerin in bisher nicht gehörter Klarheit nicht nur von den begleitenden Instrumenten, sondern auch insgesamt vom Hintergrund ab. Gleichzeitig sind auch hier feinste Details, wie das Einatmen der Sängerin deutlicher denn je zu hören. Einzelne Zischlaute werden niemals aufdringlich oder gar störend wiedergegeben – ganz im Gegenteil, alles bleibt jederzeit angenehm entspannt. Darüber hinaus verschwindet mit dem N1 auch noch der letzte Rest von Unschärfe um die Sängerin herum, die mir bisher immer eine gewisse Räumlichkeit vorspiegelt hat, die es offensichtlich nicht gibt. Für mich ist das ein klares Zeichen für einen signifikant reduzierten digitalen Störteppich. Was bleibt ist Natürlichkeit pur. Und noch ein Aspekt sticht heraus. Der N1 scheint den Dynamikbereich und die Bandbreite des musikalischen Ausdrucks zu erweitern. Die Ouvertüre zur Oper „Die Italienerin in Algier“ von Rossini (Solti & Orchestra Of The Royal Opera House, Covent Garden: VENICE - CAPC 23130 SA) lebt von den dynamischen Gegensätzen. So wird der getragene Auftakt im Pianissimo immer wieder von Fortissimo-Einwürfen des Orchesters unterbrochen. Im weiteren Verlauf der Ouvertüre werden dann abwechselnd zwei Themen gegenübergestellt bis schließlich alles einem fulminanten Schluss zustrebt. Die kontinuierliche Intensivierung der Dynamik wird dabei auch durch die Veränderung der Instrumentierung erreicht. Bei den fließend an- und abschwellenden Lautstärkeänderungen bleibt die Wiedergabe mit dem N1 bis in die höchsten Tonlagen federnd und geschmeidig ohne den kleinsten Anflug von Härte oder gar Anstrengung. Es scheint, als würde der N1 bis in die höchsten Lagen keine Begrenzung kennen und einfach natürlich auslaufen. Die Musik fließt einfach viel besser und natürlicher als ich es sonst gewohnt bin. Damit werden auch die Positionierung der Instrumente und die Beziehungen zwischen ihnen wesentlich klarer herausgearbeitet. Auch hier klingt mit dem N1 insgesamt alles angenehmer und entspannter bei gleichzeitig mehr Details. Das Stück „España“ von Emmanuel Chabrier lebt von der reichhaltigen und zugleich feinsinnigen Instrumentalisierung. Das London Symphony Orchestra unter der Leitung von Ataulfo Argenta spielt (Decca Legacy Volume Two - FIM UHD) mit selten gehörter Dynamik, Präzision und Klarheit. Mit dem N1 wird der großartige Detailreichtum der vorliegenden Aufnahme mit ihren vielen feinen Verästelungen in außergewöhnlicher Klarheit hörbar. Das Schöne dabei ist, dass die Darbietung immer fließend bleibt und nicht vor lauter Details in Einzelteile zerfällt. Gleichzeitig umgibt die Instrumente eine wunderbare natürliche Luftigkeit, die zu einer überaus klaren und präzisen räumlichen Abbildung führt.

Die konsequente Trennung des isolierten Ports von den übrigen Schaltungsteilen ist auch auf der Leiterplatte gut zu erkennen
Die konsequente Trennung des isolierten Ports von den übrigen Schaltungsteilen ist auch auf der Leiterplatte gut zu erkennen


Im nächsten Schritt möchte ich den Einfluss des N1 bei Nutzung eines Streaming-Dienstes abschätzen. Dazu wähle ich „Who Will Comfort Me“ von Melody Gardot (Melody Gardot: My One and Only Thrill - Qobuz 16/44,1). Der N1 verstärkt das Gefühl, dass die Sängerin geradewegs vor mir steht. Ihre Stimme kommt mir etwas dunkler und rauchiger vor. Bemerkenswert ist, wie die melodiöse Basslinie, die den Rhythmus sichert, herausgearbeitet wird und gleichzeitig stets dezent im Hintergrund bleibt. Der ganze Titel gewinnt mit dem N1 eine Lebendigkeit und Leichtigkeit, die verblüffend ist, aber auf eine ungemein musikalische Art und Weise einfach nur überzeugend ist. Wechseln wir zu Ernst Schladers wunderbarer Interpretation von Mozarts „Klarinettenkonzert“, gespielt auf einer hervorragend rekonstruierten historischen Bassettklarinette. Dadurch kommen die dunkleren, tieferen Lagen und der original vorgesehene Tonumfang voll zur Geltung. Schladers Virtuosität wird durch die farbenfrohen historischen Instrumente der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Konzertmeister Bernhard Forck und deren spieltechnische Brillanz kongenial ergänzt (Mozart: Sinfonien 29 & 33 Klarinettenkonzert – Qobuz 24/96). Mit dem N1 höre ich schlicht und einfach „mehr“ von dem unverwechselbaren warmen, farbenfrohen natürlichen Klang der Bassettklarinette. Bestechend sind zudem die beeindruckende räumliche Tiefe, die exzellente Dynamik und eine hervorragende Balance zwischen den Instrumentengruppen.

Der hochpräzisen OCXO (Oven Controlled Crystal Oscillator) mit 25MHz-Taktfrequenz aus der Nähe, darüber mit Kühlkörper der zentrale Switch Chip
Der hochpräzisen OCXO (Oven Controlled Crystal Oscillator) mit 25MHz-Taktfrequenz aus der Nähe, darüber mit Kühlkörper der zentrale Switch Chip

Insgesamt scheint mir der positive Einfluss des N1 bei Streaming-Diensten noch etwas größer zu sein als beim Streaming lokal gespeicherter Inhalte, da hier noch deutlich mehr von der sonst gehörten digitalen Grobkörnigkeit entfernt wird. Das ist, als wenn jemand – der N1 – das Fenster zur Musik gründlich geputzt hat. Und was passiert, wenn ich die gleichen zuvor von meinem Server lokal abgespielten Musikstücke jetzt direkt von meinem SOtM Audio PC und von dessen lokaler Festplatte wiedergebe? Zur Erinnerung: in diesem Fall fließen keine Audio-Daten über den N1, sondern lediglich die Steuerungsdaten von der Control-App über die WLAN-Strecke. Es mag Sie vielleicht überraschen, aber auch in dieser Konstellation bedarf es keiner allzu großen Anstrengung, die gerade beschriebenen herausragenden Eigenschaften des N1 in allen Ausprägungen zu hören. Im ersten Augenblick mögen die Änderungen nicht dramatisch erscheinen, doch gerade im Langzeitvergleich möchte ich sie keinesfalls missen. Die Musik klingt mit dem N1 einfach präziser, natürlicher und angenehmer. Halten wir fest: Der positive Einfluss des N1 auf die Klangqualität ist bei lokal gespeicherten Dateien, die direkt von der internen Festplatte eines Musikservers, wie meinem SOtM Audio PC, abgespielt werden, genauso vorhanden, wie bei Dateien, die über das Netzwerk zugespielt werden. Daher kann auch nur die Verbindung des Access Points mit dem N1 die Gesamtleistung des Systems deutlich verbessern. Selbst der Steuerdatenverkehr und die Netzwerktopologie können Timing, Rauschpegel und letztendlich den wahrgenommenen Klang beeinflussen. Bedeutet das im Ergebnis, dass selbst bei lokaler Wiedergabe, wenn also nur die Control-App aktiv ist, die Störgeräusche vergleichbar sind mit denjenigen beim Streaming? Es scheint so zu sein! Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig es für allerhöchsten Musikgenuss ist, den gesamten Netzwerkpfad zu optimieren, selbst wenn kein internetbasiertes oder lokales Streaming stattfindet. Mit dem N1 ist man dafür ohne Frage bestens gerüstet!

STATEMENT

Der XACT N1 Switch ist eine der besten Optionen, die mir bisher begegnet ist, um eine Netzwerkumgebung auf allerhöchsten klanglichem Niveau zu optimieren. Aber Vorsicht: der Weg zurück könnte schwierig werden!
Gehört mit
Computer SOtM Audio PC mit Motherboard sMB-Q370, Clock Modul sCLK-EX, USB-Modul tX-USBhubIN und Netzwerk Modul sNI-1G Musikserver mit Intel Xeon E3-1225 3,2 GHz, 4 GB RAM, Windows Server 2019 mit AudiophileOptimizer 3.0, HDPLEX 400W ATX Linear-Netzteil und HDPLEX 200W Linear-Netzteil Diretta Lucia Piccolo Bridge, LattePanda Alpha 864s mit Intel 8th m3--8100y mit Diretta Target Bridge und HDPLEX 200W Linear-Netzteil
Software JPLAY iOS App, MinimServer, JPLAY Femto, JPLAY femtoServer, Roon Server
10-MHz-Clock SOtM SCLK-OCX10
USB SOtM USB Hub tX-USBultra, MUTEC MC-3+ USB
D/A-Wandler PS Audio DirectStream DAC MK1
Plattenspieler Platine Verdier
Tonarm Souther TRIBEAM
Tonabnehmer Clearaudio Veritas
Vorstufe Erno Borbely , Omtec Anturion
Endstufe Stax DA-80m, Omtec CA 25
Kabel und Zubehör AIM NA9, NA6, JCAT Reference USB, JCAT Reference LAN, Van den Hul, Analysis Plus Digital Oval Yellow, AudioQuest Eagle Eye Digital Cable, SOtM dBCL-BNC, Audioquest Niagara 5000, Sortz RCA, Sortz LAN, Sortz BNC
Herstellerangaben
XACT N1 Netzwerk Switch
Eingänge (digital) 4 x non-isolated 1G/100M RJ45 Auto negotiate, 1 x SFP 1G, 1 x fully isolated 1G RJ 45 (100M limited compatibility)
Gewicht 5,0 kg
Abmessungen 241 x 97 x 270 mm (B x H x T)
Preis 6.000 Euro

Vertrieb
JPLAY
Anschrift Rymarska 45/1
53-206 Wrocław
Poland
Web jplay.eu

Weitere Informationen

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Donnerstag, 21 Mai 2026 09:35

FiiO: transportabeler CD-Player DM15 R2R

Der DM15 R2R ist dank der CD-Rip-Funktion ein besonderes Highlight für Archivare: Sie ermöglicht es, die eingelegte CD während des Hörens direkt zu digitalisieren und als verlustfreie WAV-Dateien zu speichern. So wandert die eigene Sammlung mühelos vom physischen Medium in das digitale Archiv.

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Der DM15 R2R ist mehr als nur ein tragbarer CD-Player; er ist eine Liebeserklärung an das physische Medium. Während das kompakte Design das charmante Lebensgefühl der 80er-Jahre-Discmans zelebriert, verbirgt sich im Inneren eine Technik, die selbst anspruchsvollste HiFi-Enthusiasten in Staunen versetzt: Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Playern liegt in der Wandler-Architektur. FiiO implementiert im DM15 ein echtes R2R-Netzwerk (Ladder DAC) – eine technologische Meisterleistung, die eine Eigenentwicklung von FiiO darstellt. Diese Innovation sorgt für einen unvergleichlich natürlichen, emotionalen und „analogen“ Klangcharakter. Musik wird nicht bloß abgespielt – sie wird spürbar.

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Trotz seiner nostalgischen Formsprache ist der DM15 R2R technisch auf der Höhe der Zeit. Dank modernster aptX Bluetooth-Unterstützung wird die Musik in exzellenter kabelloser Qualität an Kopfhörer oder Lautsprecher übertragen, ohne die audiophile Seele der CD zu opfern. FiiO hat den DM15 R2R als duales Kraftpaket konzipiert. Er ist der ideale Begleiter für unterwegs, der die CD-Sammlung mobil macht. Gleichzeitig verwandelt er sich mit nur einem Handgriff in die perfekte Ergänzung für jedes heimische HiFi-Setup – ob als erstklassiges CD-Laufwerk oder als Standalone-Player.

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„Selten hat es einen technologisch so hochwertig ausgestatteten tragbaren CD-Player gegeben“, so das klare Motto. Der DM15 R2R beweist, dass Nostalgie und modernste High-End-Technik eine perfekte Symbiose eingehen können.

Die Highlights auf einen Blick:

  • Innovation von FiiO: Hauseigener R2R DAC für einen natürlichen, musikalischen Klang.
  • CD-Rip-Funktion: Komfortables Digitalisieren im WAV-Format direkt während der Wiedergabe.
  • Modernstes Bluetooth: Beste Klangübertragung dank hochwertiger aptX-Codecs.
  • Vollwertige HiFi-Architektur: Hochpräzise Oszillatoren und selektierte Verstärkerstufen für audiophile Ansprüche.
  • Dual-Use-Konzept: Hochwertiger mobiler Discman und stationärer CD-Player in einem Gerät.
  • Umfangreiche Konnektivität: Symmetrischer 4.4-MIllimeter-Ausgang, 3.5-Millimeter-Klinke sowie digitale Ausgänge.

Der FiiO DM15 R2R ist zum Preis von 270 Euro erhältlich.

Vertrieb
NT Global Distribution GmbH
Anschrift Geschäftsführer: Nils Makossa
Waller Heerstr. 104
28219 Bremen
Deutschland
Web www.nt-global.de

Weitere Informationen

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Mittwoch, 20 Mai 2026 06:50

Eversolo SE100 jetzt auch in Weiß

Der Anfang des Jahres vorgestellte Lautsprecher SE100 ist in Kürze auch in Weiß (EAN 6975200360220) erhältlich. Die Eversolo SE100 sind kompakte, passive HiFi-Regallautsprecher, die modernes Design mit audiophiler Klangabstimmung verbinden und sich perfekt für Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder den hochwertigen Desktop-Aufbau eignen.

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Die SE100 setzen auf ein zeitloses, quadratisches 29-Zentimeter-Gehäusedesign mit tiefem, mattem PU-„Starry“-Finish, das sowohl im Rack als auch frei im Raum äußerst hochwertig wirkt. Das hochdichte MDF-Gehäuse minimiert Resonanzen und bildet damit die Grundlage für eine neutrale und kontrollierte Wiedergabe. Im Hochtonbereich arbeitet ein 25-Millimeter-Seidenkalotten-Tweeter mit Neodym-Antrieb, der feinste Details mit luftiger Bühne und exzellenter Auflösung bis weit über 10 Kilohertz transportiert. Instrumente und Stimmen werden klar umrissen im Raum platziert, so dass ein breites, dreidimensionales Klangbild entsteht.

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Der 5,25-Zoll-Papierkonus-Tief/Mitteltöner sorgt für natürliche Mitten und einen warmen, körperhaften Grundton, der Stimmen und akustische Instrumente besonders authentisch erscheinen lässt. Dank der hervorragenden Dämpfungseigenschaften des Papierkonus spielt der SE100 kontrolliert, ohne Härten oder künstliche Betonungen.

Im Inneren der SE100 arbeitet die von Eversolo entwickelte Blackedge Core Zwei-Wege-Architektur mit audiophilen Bauteilen, die ein präzises Timing und konsistente Phasenlage sicherstellt. Das Ergebnis ist ein stimmiger, kohärenter Klang, bei dem alle Frequenzbereiche nahtlos ineinandergreifen. Die Frequenzweiche wird mit eng selektierten Bauteilen abgestimmt, unterstützt durch Messdaten aus dem hauseigenen Akustiklabor. So erreicht die SE100 einen weitgehend linearen Frequenzgang mit sauber durchgezeichnetem Bassbereich bis hinunter auf etwa 50 Hertz, wodurch sie auch ohne Subwoofer bereits erstaunlich voll klingt.

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Eine hochreine, sauerstofffreie Kupfer-Schwingspule ermöglicht schnelle Impulsantworten und hohe Dynamikreserven. Ob leise, detailverliebte Jazz-Aufnahmen oder dynamische elektronische Musik: Die SE100 wechselt mühelos zwischen feinen Nuancen und kräftigen Peaks.

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Die klare Geometrie und die edle Oberfläche machen die SE100 zu einem optischen Highlight, das sich harmonisch in moderne Wohn- und Arbeitsumgebungen einfügt. Die Lautsprecher lassen sich sowohl frei auf Ständern als auch in Möbeln platzieren und bleiben dabei stets elegant zurückhaltend. Ein besonderes Detail ist die Kompatibilität mit Ikea Kallax-Regalen, wodurch sich hochwertige HiFi-Wiedergabe nahtlos in modulare Wohnkonzepte integrieren lässt. Die mitgelieferte, magnetische, akustisch nahezu transparente Frontbespannung schützt die Treiber, ohne die Hochtonwiedergabe hörbar zu beeinflusse

Herstellerangaben
Eversolo SE100
  • Modellbezeichnung: SE100
  • Abmessungen (BxHxT): 290 × 290 x 180mm
  • Empfindlichkeit (2.83V @ 1m): 88dB
  • Empfohlene Verstärkerleistung: 20 - 100W
  • Maximale Belastbarkeit: 180W
  • Maximaler Schalldruckpegel: 96dB
  • Nominale Impedanz: 4Ω
  • Minimale Impedanz: 3,2Ω
  • Frequengang (+/-3 dB): 55Hz - 2 kHz
  • Untere Grenzfrequenz (- 6dB): 50Hz
  • Trennfrequenz TMT/HT: 2,6kHz
  • Preis: 500 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

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Dienstag, 19 Mai 2026 08:59

Aavik I-288

Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat.

Wenn man sich in der Hifi-Welt umsieht, könnte man meinen, dass die Audio Group Denmark zu den jüngeren Unternehmen in der Szene gehört. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Masterminds Michael Børresen und Lars Kristensen sind tatsächlich schon mehr als 35 Jahre im Geschäft. Bevor die beiden die Lautsprechermanufaktur Raidho gründeten, waren sie bereits für den amerikanischen Kabelhersteller Nordost tätig. Irgendwann verließen Børresen und Kristensen Raidho, um gemeinsam neue Wege zu gehen und selbstbestimmt zu arbeiten. Sie wollten ihre Energie ausschließlich in die Marken Ansuz und Aavik stecken, um ihre Entwicklungen voranzutreiben. Kurze Zeit später wurde das Portfolio mit der Børresen Acoustics um hochwertige Lautsprecher erweitert. Inzwischen firmieren die Unternehmen mit einer weiteren Marke, Axxess, unter dem Dach der Audio Group Denmark.

Das ist mal ein Display. Die groß dimensionierte rote Anzeige ist dimmbar, der hochwertige Drehregler ändert die Lautstärke in 70 Schritten um jeweils 1 Dezibel
Das ist mal ein Display. Die groß dimensionierte rote Anzeige ist dimmbar, der hochwertige Drehregler ändert die Lautstärke in 70 Schritten um jeweils 1 Dezibel

Das vor mir stehende Testobjekt, der Vollverstärker Aavik I-288, ist eine Komposition von Designpapst Flemming E. Rasmussen und Chefentwickler Michael Børresen. Der ehemalige Gryphon-Gründer und Chefdesigner Flemming E. Rasmussen war selbst ein renommierter Hersteller exzeptioneller Hifi-Elektronik. 2021 verließ er sein Unternehmen und komplettierte das Audio-Group-Triumvirat. Die neue Aavik I-x88 Serie wird vervollständigt mit dem I-188 sowie dem I-588, der die Spitze in dieser Verstärkerreihe bildet. Als ich das Gerät aus dem hochwertig verarbeiteten Flightcase hievte und von seiner weichen Schutzhülle befreite, war sofort klar: Das ist eine besondere Musikmaschine. Das zeigt sich schon bei der Optik. Der I-288 hat sehr wohnzimmerfreundliche Maße. Unmittelbar ins Auge springen die vier flachen, runden Scheiben auf der Oberseite. Sie sind mit drei eingelassen kugelförmigen Vertiefungen versehen, deren Bedeutung später erklärt wird. Ein Augenschmeichler sind die konkav gewölbten Seiten mit den Kühlrippen aus Aluminium. Sehr geschmackvoll.

Zum Gehäuse hat Morten Thyrrestrup einige Informationen parat. Er ist Area Sales Manager bei der Audio Group Denmark und stand als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um den I-288 bereit. „Durch unsere permanenten Forschungen über Materialien und deren Einsatz bei Geräte-Gehäusen haben wir festgestellt, dass Aluminium für Verstärkergehäuse nicht optimal ist, auch wenn die meisten Hersteller es benutzen. Der Grund ist, dass Alu mechanische Resonanzen erzeugt, die für den Klang schädlich sein können,“ erklärt er. Auf Grundlage der Ergebnisse haben die Aavik-Ingenieure ein naturbasiertes Kompositmaterial entwickelt, das für die Gehäuse der I-x88er Serie verwendet wird. Lediglich die Außenseiten auf der linken und rechten Seite seien aus Aluminium. Um die elektronischen Bauelemente zusätzlich zu schützen, befinden sich innerhalb des Gehäuses vier Millimeter starke Kupferwände.


Auch technisch hat der Vollverstärker einige außergewöhnliche Lösungen zu bieten. Seine Power bezieht der kräftige Däne von Pascal-D-Verstärkermodulen der neuesten Version. „Es ist das gleiche Modul, dass wir auch in den beiden anderen Modellen der x88 Serie verbaut haben. Gespeist werden die Module von schnellen, rauscharmen Resonant-Mode-Netzteilen, die für unsere Class-D-Verstärker optimiert sind“, sagt Thyrrestrup. Die Kombination aus beiden würde ein sehr geringes Grundrauschen, eine niedrige Ausgangsimpedanz und optimale Kontrolle der Lautsprecher gewährleisten. Die aufmerksamen Ohren der Aavik-Entwickler hätten im Übrigen festgestellt, dass ihre Verstärker mit Class-D-Modulen häufig analoger klängen als übliche Class AB Amplifier.

Über die auf der linken Displayseite sichtbaren Icons kann der Verstärker direkt durch Berühren gesteuert werden. Bei Bedarf zeigt I-288 die Betriebstemperatur an
Über die auf der linken Displayseite sichtbaren Icons kann der Verstärker direkt durch Berühren gesteuert werden. Bei Bedarf zeigt I-288 die Betriebstemperatur an

Ein wesentliches Merkmal des I-288 ist seine unerschütterliche Ruhe, die er im Betrieb ausstrahlt. Dafür gibt es aus Sicht des Sales Managers zwei einleuchtende Gründe. „Bereits seit einiger Zeit arbeitet Michael Børresen mit sogenannten Teslaspulen, die zur optimalen Rauschunterdrückung im Verstärker eingesetzt werden. Im I-288 befinden sich 72 aktive und 168 aktive quadratische Teslaspulen. Diese entwickeln eine Gegenspannung zu jedem Spannungsrauschen und sorgen so dafür, dass Störgeräusche komplett eliminiert werden“, beschreibt Thyrrestrup die Wirkungsweise. Und warum das Ganze? Der Sales Manager sagt: „Unsere Haupttheorie ist: Wenn wir nur ein störendes Geräusch entfernen, dann wird das Hörerlebnis größer und man erhält mehr Klarheit und Transparenz in der Musik.“

Ein weiteres Feature, das für die Klangqualität des Aavik sorgen soll, ist die Dither-Technologie. Dither? Dafür brauche ich den Input des Experten. „Die Dither-Technologie stammt aus der Radartechnik. Auch mit dieser Technik, bei der ein pulsierendes Feld erzeugt wird, das dem Signal-Schmutz entgegenwirkt, wollen wir dafür sorgen, dass das Musiksignal frei von Störgeräuschen ist“, sagt Morten Thyrrestrup. Die effektive Rauschunterdrückungstechnologie kennt Michael Børressen aus seiner Ingenieurstätigkeit in der Hightech-Industrie bei Eurocom-Tech, einem Unternehmen, das Geräte für die Satelliten- und Seefahrtkommunikation herstellt. Er habe die Teslaspulen und Dither-Schaltkreise dort kennengelernt und sie mit ins Unternehmen gebracht. Die Aavik-Techniker haben sie verfeinert und für die Verstärker weiterentwickelt.

Die Front des Aavik vereint skandinavische Schlichtheit und Minimalismus. Das große, sehr übersichtliche Display zeigt im Betrieb die Quelle sowie die Lautstärke an. Per Touch können Standby, Mute und Source angewählt werden. Der große Drehknopf ist ein haptischer Genuss und bewegt sich satt und geschmeidig. Übrigens: Die oben erwähnten silberfarbenen Scheiben auf dem Gehäusedeckel erlauben es, andere Geräte wie Streamer oder DAC mit Darkz Gerätefüßen von Ansuz auf den Verstärker zu stellen. Auf der Rückseite finden sich fünf Cinch-Eingänge, ordentlich dimensionierte Lautsprecherklemmen für Kabelschuhe oder 4-Millimeter Bananas, Pre-Out, Main In, um die Vor- und Endstufen zu trennen, Low- und High Pass Outputs, um mit externen Power Amps die Bassfrequenzen oder Mitten und Höhen zu verstärken. Die RS-232-Buchse ist für Software-Updates. Außerdem gibt es zwei DC-Trigger-Ausgänge, mit denen über den I-288 Subwoofer oder externe Verstärker angesteuert werden können. Warum es keine XLR-Eingänge gibt, beantwortet Morten Thyrrestrup kurz und bündig: „Weil XLR nicht gut klingt. XLR wurde nicht für die kurzen Wege in der Hifi-Technik entwickelt, sondern für die Studio- und Bühnentechnik, wo lange Kabelwege benötigt werden. Dort funktioniert es auch. Nach unseren Erfahrungen klingen XLR-Verbindungen schlechter als Verbindungen mit RCA-Steckern.“


Die elegante und handschmeichlerische Fernbedienung ist nicht überfrachtet. Man kann externe Quellen anwählen und über die Sterntaste gelangt man ins Steuerungsmenü
Die elegante und handschmeichlerische Fernbedienung ist nicht überfrachtet. Man kann externe Quellen anwählen und über die Sterntaste gelangt man ins Steuerungsmenü

Ein technisches Detail ist dem Sales Manager noch wichtig. Die Vollverstärker der I-x88 Serie sind mit vollanalogen Frequenzweichenmodulen mit separaten Tief- und Hochpassfiltern ausgerüstet. Mit der sogenannten Crossover Technologie lassen sich Lautsprecher äußerst bequem in jedem Hörraum abstimmen. Man kann zudem einen aktiven Subwoofer anschließen und die Übergangsfrequenzen fein abstimmen, um einen optimalen Übergang zu erhalten und die Speaker zu entlasten. Folgende Optionen bietet die aktive analoge Frequenzweiche: Monitore optimieren, den Raumbass anpassen, einen Subwoofer hinzufügen, Bi-Amping mit zusätzlicher Endstufe.

Bevor ich meine Erfahrungen aus den Hörsessions mit Ihnen teile, noch eine kleine Anekdote. Es gibt in der Hamburger Speicherstadt seit den achtziger Jahren einen Veranstaltungsort mit dem Namen „Dialog im Dunkeln“. Hier lernt man in völliger Dunkelheit, sich auf Geräusche, Berührungen und die eigene Intuition zu verlassen. Ich habe den Ort einige Male besucht und ganz besondere Momente erlebt. Sie waren geprägt von Stille. Und ich meine damit absolute Stille! Genau solch einen Moment habe ich nun in meinem Hörraum erlebt. Als ich den Aavik I-288 angeschlossen habe und den ersten Track zum Kennenlernen gespielt habe, bin ich, wie man heute sagt, total geflasht. Diese Souveränität, diese Kraftentfaltung, diese Dunkelheit in der Performance – das hat mich beeindruckt. Ich brauche nur noch die Augen zu schließen und die Schwärze und Gelassenheit der Musik beamt mich zum Dialog im Dunkeln.

Eine Platte, die ich immer gern zum Gerätecheck auf den Plattenteller lege, ist In Light des Singer Songwriters Alon Lotringer (LOSW 006). Sie wurde im LowSwing Records Studio von Guy Sternberg komplett mit analogem Equipment der 60er und 70er Jahre aufgenommen. Das 140-Gramm-Vinyl gibt es neben der Standard-Pressung auch als auf 500 Exemplare limitierte 45-Umdrehungen-pro-Minute-One-Step-Pressung, von der ich eine besitze. Diese Ausgabe wurde bei Nordsø Records in Kopenhagen gepresst. Dänische Pressung mit dänischem Verstärker, das muss doch matchen, oder? Das tut es auch. Gleich zu Beginn von „The Moments that I couldn’t beat“ erlebe ich diese beinahe unheimliche Ruhe und Souveränität gepaart mit kräftigen Bassimpulsen und einer intensiven Stimme, die einen mit ihrer Präsenz sofort einfängt. Dieses auf Zwei-Zoll-Band aufgenommene und auf eine Telefunken A15 abgemische Album ist eine außergewöhnliche Produktion und im Zusammenspiel mit dem I-288 wird das bei jeder Note klar.

Mit Darkz Gerätefüßen von Ansuz lassen sich weitere Aavik Geräte wie DAC oder Streamer auf dem Verstärker platzieren
Mit Darkz Gerätefüßen von Ansuz lassen sich weitere Aavik Geräte wie DAC oder Streamer auf dem Verstärker platzieren


Womit kann man diesen Kraftmeier noch füttern? Mir fällt eine Platte in die Hände, die ich zwar nicht jeden Tag höre, aber in- und auswendig kenne. Nils Lofgrens Acoustic Life. Kennt jeder, der irgendwann in früheren Tagen eine Hifi-Messe besucht hat. Mal sehen, wie dieser Verstärker „Keith don't go“ rüberbringt. Erwartungsvoll sitze ich da und dann legt Lofgren los. Seine helle, leicht nasale Stimme und die sauber angerissenen Saiten seiner elektrisch verstärkten Ovation Akustikgitarre werden gefühlt in meinen Hörraum gefeuert und die ganz hohen Töne der Gitarre klingen fast wie leichte Glocken. Die perkussiven Schläge auf die Gitarrendecke klingen so real, wie ich es von Live-Konzerten kenne und die Musik ist vollkommen losgelöst von den Lautsprechern. Der I-288 schafft es wirklich, in meinem Musikraum eine Live-Atmosphäre zu erzeugen. Dabei verliert er nie die Kontrolle, ist stets Herr des Geschehens.

Okay, Tempo machen kann er, der kraftvolle Däne. Mal hören, wie er mit Brad Mehldaus akzentuiertem Klavierspiel umgeht. 2013 hat Mehldau mit seinen langjährigen Wegbegleitern, dem Bassisten Larry Grenadier und dem Schlagzeuger Jeff Ballard, sechs Songs für sein Album Blues and Ballads (Nonesuch Records 554679-1) aufgenommen. Für seine Interpretation des Cole Porter Stücks „I concentrate on you“ wurde der Pianist in der Kategorie Best Improvised Jazz Solo für einen Grammy nominiert. Das Stück hat einen lateinamerikanischen Groove, bei dem man unbedingt mitswingen möchte. Der I-288 hat ein exaktes Timing, und die Dynamik der angeschlagenen Klavierseiten scheint grenzenlos. Die Aufnahme ist aus einem Fluss, und man merkt als Zuhörer, dass die drei Musiker den spielerischen Dialog miteinander im Aufnahmestudio genossen haben. Dies ist sicher keine audiophile Aufnahme, aber mit ihren kleinen musikalischen Feinheiten macht sie echt Spaß.

Cécile Mc Loren Salvants Erstlingswerk Woman Child (Mack Avenue MAC 1072LP) hat bei seinem Erscheinen 2013 für Aufsehen in der Jazzszene gesorgt. Sie wurde wegen ihrer markanten Stimme sofort mit den großen Jazzsängerinnen Ella Fitzgerald, Billie Holiday und Sarah Vaughan verglichen. Beim Titelstück „Woman Child“ zeigt der Aavik, was er draufhat: Der Song schwebt durch den Raum – hier gibt es nichts als Musik zu hören. Seine Kraft und Seriosität halten den Double Bass von Roger Whitaker an seinem Platz, wo er seinen Job macht und das Fundament für die Band bildet. Klasse. Dass im Hintergrund wirklich nur Schwärze ist und keine störenden Geräusche wahrzunehmen sind, überrascht mich nicht mehr. Mc Lorin Salvants Stimme ist absolut klar, präzise und dreidimensional und strahlt eine enorme Emotionalität aus. Die Souveränität, mit der der I-288 die plosiven Konsonanten ihrer Stimme wiedergibt ist famos. Hier zeigt sich die Philosophie von Michael Børresen besonders deutlich.

Das übersichtliche Anschlussterminal ist mit Cinch-Buchsen ausgestattet. Die aktive Frequenzweiche lässt sich über die Low Pass und High Pass Buchsen aktivieren
Das übersichtliche Anschlussterminal ist mit Cinch-Buchsen ausgestattet. Die aktive Frequenzweiche lässt sich über die Low Pass und High Pass Buchsen aktivieren


Keine Frage, dieser 23 Kilogramm schwere und 300 Watt starke Amp überzeugt mit einer imposanten Vorstellung. Der I-288 ist nicht nur ein mit technischen Leckereien ausgestattetes Gerät. Er steht auch für die eigene Philosophie des Musikhörens seiner Schöpfer. Michael Børresen und Flemming E. Rasmussen entwickeln ihre sehr eigenen Ideen, um das Hören mit den Aavik-Verstärkern zum unvergesslichen Erlebnis zu machen. Sie kümmern sich nicht ausschließlich um Messdaten, sondern für sie stehen die Bekämpfung von Resonanzen und die Beseitigung von Störungen im Signalweg an oberster Stelle. Morten Thyrrestrup beschreibt das so: „Es gibt in unserem Business viele Leute, die alles messen und belegen möchten. Sie nutzen allerdings ihre Ohren nicht. Für mich ist Musik ein Gefühl, sie muss Emotionen rüberbringen. Wenn ich höre, dass die Musik fließt, dann habe ich das Gefühl, dass sie mich auch wirklich erreicht.“

STATEMENT

Die neue Generation der Aavik-Serie I-x88 bietet Highend vom Feinsten. Mit dem von uns getesteten I-288 werden diejenigen glücklich, die besonderen Wert auf höchste Klangqualität im heimischen Musikzimmer legen. Die herausragenden Stärken des kraftvollen Class-D-Verstärkers sind seine absolute Ruhe und die Fähigkeit, Musik mit anspringender Emotionalität zu präsentieren.
Gehört mit
Plattenspieler brinkmann LaGrange mit beheiztem Tellerlager
Tonarm TW-Acustic Raven 10.5, brinkmann 12.1, Schwietzer 12.1
Tonabnehmer Kondo IO-M, Fuuga, brinkmann EMT ti
Phonostufe brinkmann Edison MK II
Übertrager Consolidated Audio Silber
NAS QNAP TS-473
Streamer/DA-Wandler brinkmann Nyqvist
LAN-Switch Aqvox Switch SE
Vorstufe brinkmann Marconi mk II
Endstufen brinkmann Mono
Lautsprecher Consensus Conspiracy
Kabel Kondo Theme LS-41, HMS Suprema, HMS Grand Finale Jubilee, Cardas Clear Beyond, Kondo KSL-LPz, Breuer, Aqvox LAN Edge
Zubehör Copulare Rack, Acapella Fondato Silenzio, HMS Energia 4/3, Prime Mini 5, AHP-Klangmodul IV G, Furutech Wandsteckdose, Synergistic Research Active Ground Block SE, Plattenwaschmaschine Levar Amano
Herstellerangaben
Aavik I-288
Gerätekonzept Vollverstärker Class-D-Endstufen
Nennleistung 2 x 300 Watt an 8 Ohm; 2 x 600 Watt an 4 Ohm
Verzerrung (THD + N) 0,0028 % (1W, 8 Ω)
Max. Eingangspegel Line 1, 2, 3, 4: 4,5 V; Line 5: 6;5 V
Eingangsimpedanz 3,4 kΩ
Ausgangsimpedanz 50 Ω
Max. Ausgangsspannung 7,5 V
Rauschunterdrückung Tesla-Spulen: 240, Dither-Schaltung: 7
Crossover Technologie flexibles analoges Frequenzweichensystem
Netzspannung 100 – 240 V Wechselstrom
Maße 440 mm (Breite) x 117,8 (Höhe) x 393,5 (Tiefe)
Gewicht 23,3 kg
Preis 20.000 Euro

Hersteller
Audio Group Denmark
Anschrift Rebslagervej 4
DK-9000 Aalborg
Web audiogroupdenmark.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/26-05-18_aavik
  • Social Introtext Im dänischen Aalborg befindet sich eine Hifi-Schmiede der Extraklasse. Hier produzieren Michael Børresen und sein Team Produkte, die nicht nur elegant aussehen, sondern auch mit außergewöhnlichen technischen Features ausgestattet sind – wie der Vollverstärker Aavik I-288, den uns die Audio Group Denmark zum Test geschickt hat.
Freitag, 15 Mai 2026 00:25

Scansonic HD M15.2

Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen.

Der Bändchenhochtöner der M-Serie kommt folglich nicht von ungefähr. Trotzdem spricht Scansonics M-Serie eine eigene, starke und wie ich finde sehr moderne Designsprache. Für eine Serie, bei der eine besonders attraktive Preisgestaltung eine große Rolle spielt, bereits ein vielversprechender Einstand. Ausdruck und Charakter sind nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen. Ob das auch klanglich der Fall ist, wird sich zeigen. Das .2 der M15.2 lässt auf eine Überarbeitung der ursprünglichen M-Serie schließen. Letztendlich ist es jedoch fairer von einer vollkommenen Neuentwicklung der Serie zu sprechen. Das wird mir in einem Gespräch mit Morten Kim Nielsen schnell klar. Vielleicht erinnern Sie sich aus Hifistatements Besuch bei Raidho noch an ihn. Inzwischen zeichnet er als CEO noch viel unmittelbarer für das Firmengeschick sowohl Raidhos als auch Scansonics verantwortlich. Zwar setzt die neue M Serie auch auf einen Bändchenhochtöner und einen 6,5-Zoll-Glasfaser-Tiefmitteltöner mit Wabenstruktur, das eingangs hervorgehobene Design jedoch ist ein vollständig neuer Aspekt. Besonders auffällig ist dabei die aus der Vorderansicht nicht wahrnehmbare schräge Kopfplatte. Des Weiteren sticht die akustisch sicherlich nicht unerhebliche großzügige Phase an der Front ins Auge. Auch die Einfassung der Treiber in einer Art Mini-Waveguides ist akustisch nicht beliebig. In der Frequenzweiche werden konsequent nur noch hochwertige Folienkondensatoren eingesetzt. Außerdem kommt eine Passivmembran statt einem sonst oft üblichen Bassreflexport zum Einsatz.

Die Treiber sind in Mini-Waveguides eingefasst und die Frontkante ist gefast. Mitnichten sind dies ausschließlich Design-, sondern auch akustisch wirksame Entscheidung
Die Treiber sind in Mini-Waveguides eingefasst und die Frontkante ist gefast. Mitnichten sind dies ausschließlich Design-, sondern auch akustisch wirksame Entscheidung

Der Lautsprecher soll von 50 bis 20.000 Hertz musizieren und eine Empfindlichkeit von 87 Dezibel aufweisen. Die Weiche trennt als Filter zweiter Ordnung bei 3.200 Hertz. Gemeinsam mit dem Lautsprecher erreicht mich ein Paar Universal Stands. Zum Lieferumfang der Stands gehört sowohl ein Aufkleber mit der Aufschrift Scansonic HD als auch Raidho Acoustics. Dies zeigt nochmals, wie eng die Marken miteinander verwoben sind. Die Stands werden für beide Marken gleichermaßen vertrieben. Zu ihnen ist nicht sonderlich viel zu vermelden. Auf einer massiven Fußplatte mit Spikes und wahlweise Unterlegern, steht ein Rohr mit einer Frontkammer, in die man auf Wunsch Sand füllen kann, und einer Rückkammer zur Kabeldurchführung, obendrauf eine kleinere, dünnere Kopfplatte. Alles ist sauber gefertigt und makellos lackiert. Letzteres stelle ich auch beim Auspacken der M15.2 fest. Die Verarbeitungsgüte, die Toleranzen und die seidenmatte Lackierung sind ganz unabhängig vom günstigen Preis der Lautsprecher auf hohem Niveau. Einzig die Plastikeinfassung der Treiber trübt den aufkommenden Premiumeindruck etwas. Dennoch handelt es sich um massives Plastik, dass haptisch Substanz beweist. Die rückseitige Blende ist mit Plastikhaltern befestigt, die Frontblende hält magnetisch. Das habe ich bei weitaus teureren Lautsprechern schon anders gesehen. Meiner Meinung nach wird genau an der richtigen Stelle gespart. Ich habe mir angewöhnt, Lautsprecher eigentlich immer ohne Frontblenden zu hören. Wenn ich aber mal ein paar Tage nicht vor der Anlage sitze, bringe ich die Blende gerne zum (Staub-) Schutz an. Mit Magneten geht das in Sekunden und ist im Grunde unendlich haltbar. Für die Rückseite ist mir hingegen herzlich egal wie die Blende befestigt ist.

Gemeinsam mit dem S-Logo versprühen die M12.5 einen hochmodernen Charme
Gemeinsam mit dem S-Logo versprühen die M12.5 einen hochmodernen Charme


Wie in eigentlich jedem Lautsprechertest landen meine Testkandidaten auf dem Platz, an dem auch meine eigenen Dreiwegelautsprecher üblicherweise arbeiten. Bisher gab es kaum Lautsprecher, die an dieser Position nicht optimal funktioniert haben. Viele Aufstellungsalternativen bietet mein kompakter Raum aber auch nicht. Über leichtes Ein- oder Ausdrehen lässt sich üblicherweise „einstellen“, wie gut sich Schallquellen von den Lautsprechern ablösen und wie die Abbildung zwischen den Lautsprechern ausfällt. In vielen Aufnahmen werden Schallquellen bewusst nicht ganz nach außen gepannt. Mit der passenden Lautsprecheraufstellung sind diese dann vollkommen frei auf der Stereobreite innen, leicht neben und hinter den Lautsprechern wahrnehmbar. In „Pardon, Goddess Of The Night” von Elisabeth Karsten vom Album Flux ist dies beispielweise der Fall. Damit das mit den Scansonics funktioniert, müssen sie wie eigentlich alle Lautsprecher in meinem Raum auf den Hörplatz eingedreht werden. Sie zeigen dabei leicht an meinen Ohren vorbei und ihr Schnittpunkt liegt leicht hinter meinen Kopf – ebenfalls nichts Neues oder Ungewöhnliches.

Die Frontblenden werden magnetisch gehalten. Für meine Hörsessions habe ich ohne sie gehört
Die Frontblenden werden magnetisch gehalten. Für meine Hörsessions habe ich ohne sie gehört

Innerhalb der ersten Minuten Spielzeit zeigt sich schnell, dass sowohl Lautsprecher und Raum als auch Lautsprecher und mein persönlicher Geschmack außergewöhnlich gut miteinander harmonieren. Gerade im Bassbereich ist mein Raum kritisch und die meisten Lautsprecher, schmeißen (für meinen Raum und Geschmack) grundlegend viel zu viel Bassenergie in den Raum – oder umgekehrt betrachtet, im Hochtonbereich zu wenig. Nicht so der M15.2. Er spielt unprätentiös in einer sehr ausgewogenen Balance über alle Frequenzbereiche hinweg: ein Lautsprecher, mit dem Musikhören schlicht und ergreifend unkompliziert ist. Da der M15.2 erst der zweite Lautsprecher mit Passivmembran statt deutlich häufigerem konventionellen Bassreflexaufbau in meinem Hörraum ist, kann ich nicht ganz eindeutig sagen, ob hauptsächlich die Passivmembran für die überdurchschnittlich gutmütige Ankopplung des Bassbereichs an meinen Raum verantwortlich ist, lediglich die Abstimmung besonders gut passt, oder eine Mischung aus beidem vorliegt. Die Lautsprecher spielen in meinem Raum deutlich tiefer als im Datenblatt angegeben und bieten dabei einen trockenen, straffen und impulsschnellen Bass, nicht zuletzt, da sie meine Hauptraummode bei 65 Hertz deutlich weniger anregen als andere Lautsprecher dies in der Vergangenheit taten.

Der Bändchenhochtöner spielt detailreich, seidig und doch spritzig und akzentuiert
Der Bändchenhochtöner spielt detailreich, seidig und doch spritzig und akzentuiert

Seventh Wonders „Against the Grain“ von ihrem Konzeptalben Tiara, bewegt sich wie für die Band typisch zwischen feinstem Prog und Kitsch. Die Aufnahme beginnt mit einer wunderbar freigestellten Akustikgitarre in der Phantommitte zwischen den Lautsprechern und wird schnell von E-Gitarren und Synthsoli abgelöst, bevor das Tempo wieder zurückgenommen wird und Sänger Tommy Karevik über Tiaras innere Konflikte lamentiert. Die komplexe, nicht im entferntesten audiophile Produktion meistert die M15.2 mit Bravour. Sie offenbart eine ausgezeichnete Fähigkeit zum Öffnen einer großzügigen virtuellen Klangbühne in Tiefe und Breite. Selbst in dieser dichten Produktion heben sich die Instrumente spielend voneinander ab und es bereitet mir keinerlei Schwierigkeiten einzelnen Melodien zu folgen. Gleichzeitig spielen die Instrumente in einer glaubwürdigen Größe mit einem gut fokussierten Mittelpunkt und sind sogar von einem guten Schwung Luft umgeben. Auch wenn im nächsten Stück des Albums „Victorious“ noch etwas stumpfer auf den E-Gitarren losgeschrammelt wird, der Hörspaß bleibt keinesfalls auf der Strecke. Die Gitarren sind in diesem Fall zwar sehr weit nach außen gepannt und deutlich in Richtung Lautsprecher zu verorten, kleben aber keinesfalls an ihnen fest und wirken von der Einheit aus Tiefmittel- und Hochtöner sehr bruchlos dargeboten. Über den Fakt, dass die Stimme das Sängers nicht ganz so frei in die Produktion eingebettet ist und ihr noch ein Rest Mikrofon- und Aufnahmeraumklang anhaftet, täuscht die M15.2 galant hinweg. Gleichzeitig kann aber nicht im Geringsten von einer Abwesenheit an Details gesprochen werden. Ein Auflösungswunder ist die Scansonic allerdings auch nicht. Aber genau das ist ihre ausgesprochene Stärke. Gerade bei Rockmusik, Metal, alten und nicht perfekten Aufnahmen möchte ich nicht dauerhaft an ihre Minderwertigkeit erinnert werden. Eine Domäne in der Lautsprecher mit einer guten Grundauflösung punkten, die aber nicht jedes noch so kleine Detail ungefragt herausspielen. Es klingt paradox, aber ich habe schon insgesamt hochauflösendere Systeme gehört, die es trotzdem nicht geschafft haben, so präzise und gezielt zu differenzieren wie die M15.2, ja sogar gleichermaßen hochauflösend und dennoch verhangen klangen. Die Detaildarbietung der 15.2 ist wirklich etwas Besonderes. Alle relevanten Details werden in grandioser Auflösung dargeboten, alle eher die Wiedergabe störenden Informationen werden deutlich weniger hervorgehoben, sind aber dennoch nicht gänzlich verschwunden oder sorgen für einen Verlust an Auflösung.


Der Tiefmitteltöner ist mustergültig an den Hochtonbereich angebunden und bleibt dabei knackig, direkt und spielt in meinem Raum zu keinem Zeitpunkt unpräzise
Der Tiefmitteltöner ist mustergültig an den Hochtonbereich angebunden und bleibt dabei knackig, direkt und spielt in meinem Raum zu keinem Zeitpunkt unpräzise

Zum einen ist hierfür ziemlich sicher die Linearität des Frequenzgangs der Lautsprecher, auch in Verbindung mit meinem Raum verantwortlich. Verschiedene Frequenzbereiche maskieren sich nicht gegenseitig. Und das ohne jegliche Korrektur des Frequenzgangs, um die ich oft (insbesondere im Bassbereich) kaum herumkomme. Dass das ausgerechnet ein Lautsprecher für einen unglaublich moderaten Preis schafft, soll schon etwas heißen! Zum anderen prägt auch das Zusammenspiel aus Treiberqualität und Frequenzweiche die M15.2. Der Bändchenhochtöner bietet von Natur aus eine sehr hohe Auflösungsfähigkeit und Luftigkeit, wurde aber auch wirklich passend mit dem Tiefmitteltöner „verheiratet“. Bei den meisten Lautsprechern im erschwinglichen Preisbereich bin ich davon überzeugt, dass in den Treibern noch mehr Potential steckt, das mit einem ungleich höheren monetären Aufwand beim Aufbau der Frequenzweiche herausgekitzelt werden kann. Beim M15.2 jedoch ist die Frequenzweiche bereits überdurchschnittlich hochwertig aufgebaut – besonders viel Luft nach oben ist nicht mehr.

Die Frequenzweiche ist mit schlichten Komponenten aufgebaut, die aber so gut selektiert wurden, dass sie unerwartet transparent spielt
Die Frequenzweiche ist mit schlichten Komponenten aufgebaut, die aber so gut selektiert wurden, dass sie unerwartet transparent spielt

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass das Paar Scansonics mit entsprechend gut produzierter Musik zur Höchstform aufläuft. Wolfgang Puschnigs „Peace“ vom Album Chants ist ein passendes Musikbeispiel. Bereits mehrfach habe ich den Preis der M15.2 angeführt, an dieser Stelle wäre es aber ganz entschieden fehlplatziert. „Peace“ klingt einfach fantastisch, losgelöst von irgendeiner Preiskategorie. Es gibt schlichtweg nichts auszusetzen. Die virtuelle Bühne ist angemessen groß und erstreckt sich von vor bis hinter die Lautsprecher. Die verschiedenen Instrumente sind vollkommen frei im Raum verteilt. Das Ride Becken wird fein durchgezeichnet, die Bass Drum druckvoll und kontrolliert aber dennoch rund, in ihrer Quantität genau auf den Punkt und präzise vom Kontrabass abgehoben, reproduziert. Das Timbre der Bläser wirkt absolut glaubhaft, ausgewogen, ohne jedwede Irritation.

Die Passivmembran auf der Rückseite verfügt wie üblich über keine Schwingspule, sondern wird über ein Gewicht in den optimalen Betriebsbereich justiert
Die Passivmembran auf der Rückseite verfügt wie üblich über keine Schwingspule, sondern wird über ein Gewicht in den optimalen Betriebsbereich justiert

Noch absurder wird es bei orchestraler Musik. Natürlich gibt es Lautsprecher, die eine deutlich tiefere Bühne bieten, bei denen man noch etwas freimütiger in musikalische Details und verschiedenen Instrumentengruppen hineinhören kann, bei denen Soloinstrumente noch losgelöster, ansatzloser und greifbarer im Raum stehen, bei denen Dynamik noch ausgeprägter und markerschütternder erlebbar ist. Bei Lautsprechern, deren Tonalität ähnlich ausgewogen wie die der M15.2 ist, wird es dann jedoch – abermals ungeachtet der Preisklasse – dünn. Dass die beiden Scansonic-Lautsprecher aber gleichermaßen auch die anderen genannten Fähigkeiten bereits in einer beeindruckenden und durch die verschiedenen Disziplinen konstant hohen Qualität an den Tag legen, ist wirklich verblüffend. Der qualitative Abstand zu deutlich höherpreisigen Lautsprechern ist wirklich absurd klein. Diese Ausgewogenheit zieht mich dermaßen in ihren Bann, dass ich am Abend kaum mehr aus dem klassischen Repertoire herauskomme – hinreißend! Als Beispiel sei hier Sibelius 2. Symphonie in der Einspielung der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle auf eigenem Label angeführt. Die spektakuläre Präzision des Pizzicato-Intros des zweiten Satzes, die enorme Klangpracht der weit aufgefächerten Bläser, die wogende Urgewalt der Streicher, das Heraustreten der Melodielinien aus absoluter Stille, wo ich auch hinhöre, ich kann mich einfach nicht satthören.


Ich bin froh darüber, dass der Bi-Wiring-Trend der letzten Jahrzehnte vorbei ist. In dieser Preisklasse benötigt das für mich wirklich kein Lautsprecher und die Mehrkosten sind anderswo besser investiert – bei Scansonic scheint man das auch so zu sehen
Ich bin froh darüber, dass der Bi-Wiring-Trend der letzten Jahrzehnte vorbei ist. In dieser Preisklasse benötigt das für mich wirklich kein Lautsprecher und die Mehrkosten sind anderswo besser investiert – bei Scansonic scheint man das auch so zu sehen

Einzig die Mischung mancher Musikstücke schafft es dann doch, den Hochtöner etwas penetranter auftreten zu lassen, als es nötig wäre. Das liegt keinesfalls daran, dass er zum Frequenzende hin aufdringlich oder hart spielt, ganz im Gegenteil, er bleibt beeindruckend geschmeidig. Wenn jedoch bestimmte Frequenzbereiche innerhalb des Mittelhochtonbereichs in der Mischung überbetont wurden, spielt das Bändchen dies etwas gnadenloser heraus, als ich es von anderen Lautsprechern gewohnt bin. Ein Beispiel hierfür ist Auroras „Conqueror“. Trotzdem gehen die M15.2 überdurchschnittlich gnädig mit weniger guten Aufnahmen um. Qualitativ bessere Aufnahmen werden mit gebührender Sorgfalt und dennoch deutlich hörbarem Genussvorsprung reproduziert. Insgesamt bleiben die Scansonic aber auch in dieser Disziplin in absoluter Balance. Bei noch höher auflösenden Systemen klafft die Wiedergabequalität bereits zwischen durchschnittlichen und besonders guten Aufnahmen deutlich weiter auseinander. Mit der M15.2 ist es folglich gar nicht immer so trennscharf möglich, über die Aufnahmequalität zu urteilen, da sich nichts findet, was so richtig mies klingt. In meine Augen ist das eine echte Stärke, die dem Lautsprechermarkt teilweise schmerzlich fehlt. Schließlich wollen wir unsere Lieblingsbands unabhängig von unseren Lieblingsproduzenten hören – auch wenn eine Kombination aus beidem wohl den heiligen Gral darstellen dürfte. Bei dem Erforschen sämtlicher Genres bleibt es mit den M15.2, alles zusammengenommen, recht schockierend, dass es eigentlich nichts gibt, was die Lautsprecher ernsthaft aus der Balance bringt. Es ist geradezu auffällig wie schlüssig sie als Gesamtkonzept aus Treibern, Weiche und Gehäuse funktionieren.

STATEMENT

Der Scansonic HD M15.2 ist ein Lautsprecher, der beeindruckend weit über seine Preisklasse hinausspielt. Er brilliert mit einer tonalen Ausgewogenheit und beweist in sämtlichen Disziplinen durchweg Glanzleistungen. Wenn er mit Ihrem Hörraum nur ansatzweise so gut harmoniert wie mit meinem, dann steht einer langjährigen Hörfreundschaft nichts, aber auch gar nichts im Wege.
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3)
Server PrimeCore Audio A7
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz), HiBy R6 (HiBy Music App, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp, USB Audio Player PRO)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match, Final ZE8000 JDH
Kabel Audioquest Diamond USB & Carbon USB, Chord Company Shawline USB, Belden, Boaacoustic Evolution BLACK.power-16, EAhibrid EAL 2000, Furutech LAN-8 NCF Plus, Glockenklang/Eupen, Sommer Epilogue
Herstellerangaben
Scansonic HD M15.2
Größe (BxHxT) 240 x 390 x 340mm
Gewicht 8,3kg pro Stück
Frequenzgang 50Hz – 20KHz
Impedanz 8 Ohm (min.4 Ohm)
Frequenzweiche 3,2KHz, 2. Ordnung
Prinzip 2-Wege mit Passivradiator
Empfindlichkeit 87dB
Antriebseinheiten neodymangetriebener Kapton-Bändchenhochtöner 71,5 × 44,5cm, 6.5” Honeycomb-Konus-Tiefmitteltöner, 6″x9″ Papier-Passivmembran
Ausführung Seidenweiß oder Seidenschwarz
Verstärkung hochwertige Verstärker mit 50 - 150W
Preis 1.500 Euro pro Paar
Herstellerangaben
Universal Stand
Preis 650 Euro pro Paar

Hersteller/Vertrieb
Scansonic HD
Anschrift co/Dantax Radio A/S
Denmark
9490 Pandrup
Bransagervej 15
Telefon +45 98 24 76 77
E-Mail sales@raidho.dk‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬
Web raidho.dk

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Scansonic HD gehört seit 2013 wie die wohlbekannte dänische Edelschmiede Raidho zur Firmengruppe Dantax. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in die Lautsprecherlinien von Scansonic immer auch die in der Entwicklung der High-End Lautsprecher von Raidho gewonnenen Erkenntnisse einfließen.

Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen.

Die Chord-Produkte werden seit 2017 von DREI H in Deutschland und Österreich vertrieben. Da ich in Hamburg lebe und der Vertrieb ebenfalls in der Hansestadt ansässig ist, ließ ich es mir nicht nehmen, die Probanden persönlich bei DREI H-Chef Mika Dauphin und seinem Mitarbeiter Dalibor Beric abzuholen. Also nahm ich Kontakt auf und wir verabredeten einen Termin. Wie der Zufall es wollte, hatte sich an dem vorgesehen Tag auch Ian Kemsley, Export Sales Manager der Chord Company aus Amesbury, zum Besuch angesagt. „Dann kann der Chord-Experte gleich alle gewünschten Infos zu den Produkten geben und Sie können ihn mit ihren Fragen löchern“, schlug Vertriebsmann Beric vor. Eine prima Idee. „Tester-Herz was willst du mehr?“, dachte ich. Ich konnte nicht ahnen, was mich noch erwartete. Mika Dauphin, Dalibor Beric und Ian Kemsey nahmen mich am verabredeten Tag in Empfang und es ergab sich eine entspannte Runde, in der mich der Chord Sales-Manager mit reichlich Informationen über die britische Kabel-Company, ihre Entwicklungen und die Besonderheiten der exklusiven ChordMusic-Linie fütterte. Zudem beantwortete er jede meiner sinnigen und (und manchmal vielleicht auch) unsinnigen Fragen mit britischer Freundlichkeit und fachlicher Expertise.

Die ChordMusic Linie stellt die derzeitige Spitze des renommierten britischen Herstellers dar. Alle Top-Modelle werden im englischen Headquarter in Amesbury von Hand produziert
Die ChordMusic Linie stellt die derzeitige Spitze des renommierten britischen Herstellers dar. Alle Top-Modelle werden im englischen Headquarter in Amesbury von Hand produziert

Als sich unser Treffen dem Ende näherte und ich mich mit den bereitgelegten Testkandidaten – 2,5 Meter Lautsprecherkabel sowie 1,2 und 2 Meter XLR-Kabel – auf den Weg machen wollte, überraschte mich Dalibor Beric mit dem interessanten Vorschlag, was ich davon hielte, wenn er und Ian Kemsley mich begleiten würden, um die Kabel in mein Setup zu integrieren und wir gemeinsam die ersten Höreindrücke gewinnen. Das Angebot war zu verlockend, als dass ich es hätte ablehnen konnte. Wann bekommt man schon einmal die Möglichkeit, mit dem Sales Manager eines Herstellers im eigenen Hörraum zu sitzen und die Produkte seiner Company zu hören? In meinem Musikzimmer angekommen, inspizierten die beiden erst einmal ausgiebig mein Setup und die Verbindungen zwischen den einzelnen Geräten. Um ihnen einen klanglichen Eindruck meiner Anlage zu geben, wurde der Brinkmann LaGrange mit ein paar LPs gefüttert. Die Vorführung fand Gefallen und sodann machten wir uns daran, meine angestammten Kondo-Lautsprecherkabel gegen die ChordMusic Kabel zu tauschen. Für den Hör-Check hatten wir uns auf die UHQR-Ausgabe von Steely Dans Aja geeinigt. Eine Aufnahme, mit der man auch kleinste Veränderungen in der Anlage bestens nachvollziehen kann. Nach und nach wechselten wir die XLR-Verbindung zwischen Phono- und Vorverstärker sowie zwischen Vorverstärker und Monos. Ich will meinen Testergebnissen nicht vorgreifen, nur eines sei an dieser Stelle angemerkt: Ian Kemsley und Dalibor Beric nickten sich zu. Ich interpretierte das als Zeichen stillschweigender Zustimmung für die Performance. Aber dazu später mehr.

Die auffälligen eisblauen Alu-Klemmen halten die beiden einzelnen Leiter zusammen und geben zudem die Richtung für den Anschluss vom Verstärker zu den Lautsprechern an
Die auffälligen eisblauen Alu-Klemmen halten die beiden einzelnen Leiter zusammen und geben zudem die Richtung für den Anschluss vom Verstärker zu den Lautsprechern an


„Die Chord Company wurde 1985 in Salisbury in der südenglischen Grafschaft Wiltshire von Sally Gibb gegründet. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Amesbury, Wiltshire“, erklärt Ian Kemsley. Der Ort ist nur wenige Kilometer von Stonehenge, dem geschichtsträchtigen Weltkulturerbe entfernt. Ein Vertrieb aus Übersee hatte damals angefragt, ob Gibb ein optimiertes Kabel für Naim-Verstärker herstellen könnte. „Das kann ich“, antwortete Sally Gibb. Ehemann Alan hatte gute Kontakte zu dem britischen Hersteller und so begannen die beiden mit Unterstützung von Naim die ersten Kabel auf dem heimischen Küchentisch anzufertigen. In mehr als 40 Jahren hat sich die britische Kabelmanufaktur einen exzellenten Ruf in der Hifi-Szene erarbeitet und führt eine breite Palette von erschwinglichen (C-series) bis hin zu hochpreisigen Highend-Kabeln (ChordMusic) in seinem Portfolio. Die ChordMusic-Serie ist derzeit das Nonplusultra im Programm des renommierten Kabelherstellers. „Wie bei Chord üblich, baut jede Neuentwicklung auf die vorherige Spitzentechnologie auf und wird mit weiteren Entwicklungen auf ein neues Level gehoben“, erklärt Kemsley den Status des aktuellen Spitzenkabels. In diesem Fall bauen die analogen Kabel sowie die Lautsprecherkabel auf die Kabel des vorherigen Top-Modells Sarum Super Aray auf. „Die Effekte der Aray-Technologie – ein spezielles Verfahren bei der Leiterherstellung – wurden erstmals während der Entwicklungsarbeit an Digitalkabeln wahrgenommen. Durch unzählige Trial and Error-Versuche im Labor wurde die Technologie schließlich für alle Kabel optimiert“, erklärt der Sales Manager. Der Aufbau der ChordMusic Kabel ist identisch mit dem der Sarum Super Aray-Modelle. Die hochreinen OFC-Kupferstränge werden extrem sorgfältig poliert und anschließend mit einer feinen Silberschicht versehen. Als Dielektrikum dient beim Sarum der Kunststoff PTFE (Polytetraflourethylen). Diese Kombination war für den britischen Kabelhersteller lange Zeit das klangliche Optimum und sorgte für Neutralität und ausgewogene Tonalität bei der Musikwiedergabe. Bei der Entwicklung des ChordMusic sind die Entwickler neue Wege gegangen: Sie experimentierten mit einem Isolationsmaterial, das in der Militärtechnik eingesetzt wird und bisher noch nie bei der Herstellung von Hifi-Kabeln verwendet wurde.

Die relativ unflexiblen Lautsprecherkabel sind verdrillt und wahlweise mit 4mm ChordOhmic Bananensteckern oder mit Spade-Verbindern ausgestattet, die nach Chord-Spezifikationen mit einer Silberbeschichtung versehen sind
Die relativ unflexiblen Lautsprecherkabel sind verdrillt und wahlweise mit 4mm ChordOhmic Bananensteckern oder mit Spade-Verbindern ausgestattet, die nach Chord-Spezifikationen mit einer Silberbeschichtung versehen sind

Ian Kemsley erklärt, wie es dazu kam: „Man kann sagen, dass es eine glückliche Fügung war. Der Chord Managing Director traf zufällig im Flugzeug jemanden, der in der Kabelindustrie, jedoch nicht im Hifi-Bereich, tätig war und der erzählte ihm, dass sein Unternehmen qualitativ hochwertige Kabel für amerikanische Flugzeugbauer und das US-Militär entwickeln und herstellen würde.“ Die Entwickler hätten entdeckt, dass der Kunststoff PTFE ein Problem mit der Phasenstabilität bei Raumtemperaturen habe. Sie konnten das Problem beheben und stellten ein Kabel her, das die Temperaturanfälligkeit eliminierte. „Die Chord Company hat das Potential für den Hifi-Bereich erkannt und die einzigartige Technik in seine ChordMusic-Linie integriert. Wir haben dem neuen Dielektrikum den Namen Taylon gegeben“ sagt Kemsley. Genug der grauen Theorie. Jetzt müssen die Chord-Spitzenkräfte zeigen, besser hören lassen, was sie draufhaben. Zuerst einmal sind die Lautsprecher-Kabel dran. Ich hatte ja bereits mit meinen beiden Gästen Ian Kemsley und Dalibor Beric zum Eingrooven Aja von Steely Dan (Acoustic Sounds AUHQR 0014-45) gehört. Das hatte ich noch gut im Ohr und bin deswegen wieder damit eingestiegen. Ich kann sagen, dass mich die Chords gleich zu Beginn stark beeindruckt haben. Ich habe sofort das Gefühl, ein neues Level des Hörens zu erleben. Meine Consensus-Lautsprecher scheinen leicht, locker und wie befreit aufzuspielen. Rede ich mir ob des zugegeben respektablen Preises vielleicht etwas ein? Es gibt für mich beim Song „Aja“ zwei entscheidende Momente: Wayne Shorters Saxophonsolo springt einen förmlich an. Es ist unmittelbar und knallhart, dass man sich dem kaum entziehen kann. Als ich das Stück über die ChordMusic-Lautsprecherkabel höre, bin ich baff. Was für ein wahrhaftiger Ton, was für eine Energie – so habe ich es in meinem Setup bisher nicht wahrgenommen. Der zweite Wow-Moment überkommt mich beim finalen Drum-Solo von Steve Gadd. Beim Schließen der Augen sehe ich das Bild vor mir, wie Gadd zu jedem Schlag ausholt und seine Felle immer schneller und dabei hochpräzise bearbeitet. Die Performance ist transparent, stimmig und emotional und ich hatte das Gefühl, dass den brinkmann-Monos und den Consensus-Speakern etwas mehr Energie zugeführt wurde.

Unter der weißen Ummantelung befindet sich der silberbeschichtete hochreine Kupferleiter, der mit Taylon isoliert ist. Chord ist der einzige Hersteller, der dieses Material aus der Militärforschung für Hifi-Kabel nutzt
Unter der weißen Ummantelung befindet sich der silberbeschichtete hochreine Kupferleiter, der mit Taylon isoliert ist. Chord ist der einzige Hersteller, der dieses Material aus der Militärforschung für Hifi-Kabel nutzt

Bevor ich das erste XLR-Kabel an die Buchsen des Edison Phono-Pre und der Marconi Vorstufe anstecke, schnell noch ein Quercheck mit der remasterten Version von Tracy Chapmans Erstlingswerk, bei dem sie höchstpersönlich das Remastering überwacht hat. Das hört man dieser wunderbaren 35th Anniversary Edition (Elektra R1 60774) auch an. Ich besitze eine frühe deutsche Ausgabe sowie eine Amiga-Version. Keine von beiden kommt klanglich an die neue Ausgabe heran. Nachdem die Nadel in der Rille ist, lehne ich mich zurück und höre „Talkin‘ Bout A Revolution“: 2:38 Minuten können ja so kurzweilig sein, wenn die Anlage so relaxt und musikalisch aufspielt. Ich lasse die Nadel in der Rille, gönne mir gleich noch „Fast Car“ und lasse die Stimmen-Textur auf mich wirken. Der Klangcharakter ist berührend und die Klangfarben der Instrumente empfinde ich als authentisch. Nächst Runde. Das XLR-Kabel wird zwischen Edison und Marconi platziert. Die Chord-Lautsprecherkabel bleiben angeschlossen. Wieder beginne ich mit „Aja“. Der Effekt ist genauso wie bei der Hörsession zuvor mit den Chord-Experten: umwerfend. Das Speaker-Kabel hebt die Performance der Anlage. Das XLR-Kabel ist ein Game Changer. Die Dynamik und die Power, die der Edison dem Marconi zuführt ist exorbitant. In allen Bereichen legt die Musik zu. Die Transienten sind noch klarer, das emotionale Erlebnis steigert sich. Bei Steely Dan ist der Aufnahmeprozess immer langwierig gewesen, auch bei dieser Platte. Viele Instrumentalisten, in noch mehr Takes eingespielt. Dennoch wirkt die Aufnahme organisch, wie aus einem Guss. Die vorher erwähnten Beispiele mit Drum und Saxophon wirken noch dynamischer und transparenter. Habe ich schon die superbe Wiedergabe der Backgroundsängerinnen und -sänger erwähnt? Das ist ein Phänomen, das ich so noch nicht kannte. Bei vielen Aufnahmen sind sie lediglich notwendiges Beiwerk, mit den ChordMusic Kabeln nehme ich wahr, wie sie Donald Fagens Gesang mit ihren Harmonien unterstützen und so die Musik bereichern. Jetzt verbinde ich die Vorstufe per ChordMusic-XLR mit den beiden Monoendstufen. Es wird kaum überraschen, dass auch hier noch einmal ein veritabler Zugewinn an Transparenz, Emotionalität, Klarheit und Fluss festzustellen ist. Für die finale Beurteilung aller drei eingeschleiften Kabel habe ich noch einmal das Plattenregal durchforstet und bin bei Ben Webster hängengeblieben. Mit seinem Quintet – dabei sind die Legenden Oscar Peterson, Ray Brown, Herb Ellis und Stan Levey – hat er 1957 für Verve das traumhafte Album Soulville aufgenommen. Die 45-RPM-Version von Analogue Productions (AP-8274) stellt für mich das klanglich Machbare dar. Wenn der Ton seiner „Old Betsy“ einsetzt, habe ich das Gefühl, dass er nur für mich spielt. Sanft dahingehauchte Noten mit wunderbarem Timbre machen sein Spiel unnachahmlich. Da hält sich selbst ein Meister wie Oscar Peterson zurück und rückt erst in den Vordergrund, wenn Ben Webster sein Solo beendet hat. Man kann diese musikalische Unterhaltung der beiden Granden förmlich fühlen, dank der Energie, die die ChordMusic-Kabel vom Phono-Pre bis zu den Lautsprechern transportieren.


Die Standardfarbe der ChordMusic Linie ist Weiß. Wer seine Kabel gern in einer anderen Farbe möchte – kein Problem. Die Chord Company erfüllt auch besondere Farbwünsche ihrer Kunden
Die Standardfarbe der ChordMusic Linie ist Weiß. Wer seine Kabel gern in einer anderen Farbe möchte – kein Problem. Die Chord Company erfüllt auch besondere Farbwünsche ihrer Kunden

Beim Stöbern in der Plattensammlung habe ich einen alten Klassiker entdeckt, den ich unbedingt noch in diesem Setup hören will: Musik von einem anderen Stern, den Sampler von Daniela Manger. Mit der exzellenten Produktion von Günter Pauler und dem Pressen bei Pallas in Diepholz kann man Stärken und Schwächen einer Anlage problemlos aufdecken. Das passt doch als Abschluss für diesen Kabeltest. Ich habe mich für das Klanggewitter „Jazz Variants“ der O-zone Percussion Group entschieden und will erfahren, wie die Probanden mit den vielen unterschiedlichen Instrumenten und dem abgrundtiefen Bass umgehen. Tatsächlich wird das finale Hören zu einem Erlebnis der Extraklasse. Ich ertappe mich dabei, wie ich mit den Augen den einzelnen Instrumenten folge und bei den unglaublichen tiefen und knackigen Bassattacken darauf warte, ob etwas unsauber spielt oder das Timing nicht korrekt ist. Nichts von dem trifft ein. Ich habe stattdessen das Gefühl, dass ich den Lautstärkeregler immer ein Stücken weiter aufdrehen muss, um den Instrumenten auf der riesigen Bühne noch näher zu sein. Ich möchte Ihnen nicht die Einschätzung meiner beiden Gäste, Ian Hemsley und Dalibor Beric, vorenthalten. Als sie sich verabschiedeten zeigten sie sich von der spontanen Hörsession mit den ChordMusic Kabeln beeindruckt und sie waren überzeugt, dass die Performance noch zulegen würde. Ganz überrascht über die ausgezeichnete Vorstellung waren sie nicht. Der Export Sales Manager erklärte abschließend: „Die Chord Company versucht nicht nur herauszufinden, warum Kabel einen fundamentalen Unterschied machen, sondern wir wollen wissen, warum das so ist und wie wir mit Hilfe der Kabel Hifi-Systeme verbessern können. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass Chord verstanden hat, dass Kabel keine Accessoires sind, sondern wesentliche Komponenten einer Musikanlage sind. Sie, liebe Leser, hören höchstwahrscheinlich andere Musik und legen vielleicht einen anderen Schwerpunkt bei der Zusammenstellung Ihrer Hifi-Anlage. Wenn Sie allerdings ebenso gern Musik hören wie ich, dann teilen Sie sicher auch den Anspruch, diese in der höchstmöglichen Qualität zu genießen. Die hier vorgestellten Kabel ChordMusic beeindrucken mit ihrer Tonalität, ansteckender Emotionalität und geben der Musik eine Intensität, die man nicht alle Tage erlebt.

STATEMENT

Kabel sind nicht einfach nur Accessoires. Kabel sind die Lebensader jeder Hifi-Anlage. Natürlich kommt es darauf an, welche Komponenten man hat und wie wichtig einem gutes Musikhören ist. Ich kann ernsthaften Hörern nur raten, sich mit dem Thema Kabel zu beschäftigen. Ganz besonders möchte ich Ihnen einen persönlichen Check der ChordMusic Kabel empfehlen. Sie sind kostspielig, stimmt. Wer über die monetären Mittel verfügt und eine hochwertige Anlage besitzt, sollte einen Chord-Händler aufsuchen und die Kabel bei ihm ausleihen. Aber Achtung: hohes Suchtpotenzial!
Gehört mit
Plattenspieler brinkmann LaGrange mit beheiztem Tellerlager
Tonarm TW-Acustic Raven 10.5, brinkmann 12.1, Schwietzer 12.1
Tonabnehmer Kondo IO-M, Fuuga, brinkmann EMT ti
Phonostufe brinkmann Edison MK II
Übertrager Consolidated Audio Silber
NAS QNAP TS-473
Streamer/DA-Wandler brinkmann Nyqvist
LAN-Switch Aqvox Switch SE
Vorstufe brinkmann Marconi mk II
Endstufen brinkmann Mono
Lautsprecher Consensus Conspiracy
Kabel Kondo Theme LS-41, HMS Suprema, HMS Grand Finale Jubilee, Cardas Clear Beyond, Kondo KSL-LPz, Breuer, Aqvox LAN Edge
Zubehör Copulare Rack, Acapella Fondato Silenzio, HMS Energia 4/3, Prime Mini 5, AHP-Klangmodul IV G, Furutech Wandsteckdose, Synergistic Research Active Ground Block SE, Plattenwaschmaschine Levar Amano
Herstellerangaben
CordMusic Lautsprecherkabel
Herstellung Handmade in Amesbury, UK
Design Single Wiring
Leiter Sauerstoffreines Kupfer, versilbert
Isolierung Taylon
Abschirmung einzeln abgeschirmte Leiter, silberbeschichtete Alu-Folie mit hoher Dichte, doppelt versilbertes Kupfergeflecht
Durchmesser 2 x 8mm
Querschnitt 5,26mm²
Stecker ChordOhmic 4 mm Bananenstecker oder Kabelschuhe
Länge 1,5m, 3m, 5m
Geflechtschlauch Weiß
Preis 1,5m (Banana, Spade) ab 6450 Euro
Herstellerangaben
ChordMusic XLR-Kabel
Herstellung Handmade in Amesbury, UK
Leiter Sauerstoffreines Kupfer, versilbert
Isolierung Taylon
Abschirmung einzeln abgeschirmte Leiter, silberbeschichtete Alu-Folie mit hoher Dichte, doppelt versilbertes Kupfergeflecht
Länge 1m, 1,5m, 2m
Geflechtschlauch Weiß
Preis 1m Paar ab 8500 Euro

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515

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  • Social Introtext Ich hatte schon einiges über die Kabel der englischen Chord Company gehört, aber bisher noch nicht das Vergnügen, eines davon in meiner Anlage zu hören. Deshalb war meine Vorfreude ausgesprochen groß, als ich den Auftrag erhielt, XLR-Verbindungen und Lautsprecherkabel der Top-Linie mit dem Namen ChordMusic einem ausführlichen Test zu unterziehen.
Dienstag, 12 Mai 2026 00:01

Cambridge Audio

Cambridge Audio lanciert die kleinsten Aktivlautsprecher seiner neuen L/R-Serie, die L/R S. Hochwertiger Klang mit überraschend vollwertigen Bässen gelingt dem Stereoset aus kompakten, minimalistisch gestalteten Gehäusen. Mit vier Eingangsoptionen inklusive Bluetooth und USB können sie eine kleine HiFi-Anlage vollständig ersetzen.

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Mit ihren sehr kompakten Maßen und geradlinigem Design in sechs Farbvarianten empfiehlt sich die Cambridge Audio L/R S für klassische Anwendungen auf dem Schreibtisch, dem Lowboard oder auf dem Regal. Mithilfe zweier Schalter kann sie akustisch auf den jeweiligen Aufstellungsort angepasst werden. Zusätzlich stehen drei Klang-Presets auf der Fernbedienung zur Verfügung.

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Die drahtlose Zuspielung von Musik zur Masterbox erfolgt per Bluetooth mit aptX HD Codec. Kabelgebundene Quellen können per analogem Cinch-Eingang, USB-C und optischem Toslink andocken. Ob die Masterbox mit der Elektronik links oder rechts steht, lässt sich per Schalter anpassen.

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Eine mitgelieferte Funk-Fernbedienung ermöglicht eine Vielzahl von Optionen von Lautstärke, Wiedergabesteuerung bei Bluetooth, Eingangswahl, Sound-Presets und Mute. Das Verbindungskabel zwischen den beiden Lautsprechern ist in zwei verschiedenen Längen erhältlich – die längere Variante für Lowboards oder größere Regale gibt es als optionales Zubehör.

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Die L/R S ist mit ihrer aktiven Verstärkertechnologie auf einen vollwertigen Klang aus minimalen Gehäuseabmessungen hin optimiert. Dank des Bassreflexsystems mit speziell geformtem Reflexschlitz ist ein präziser Tiefton und dröhnfreier Groove auch im Regal oder auf dem Schreibtisch garantiert. Die speziell angepassten Class-D-Verstärkerstufen leisten in Summe 100 Watt RMS, und jedes der vier Chassis wird einzeln angetrieben, um einen besonders ausgewogenen, räumlichen und detaillierten Klang zu erzeugen. Das Hochtonsystem mit eigens berechnetem Waveguide wurde speziell für die L/R S entworfen und abgestimmt. Bei höheren Anforderungen an Bass und Maximalpegel kann ein externer Subwoofer am dafür vorgesehenen Ausgang angeschlossen werden.

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Die Cambridge L/R S sind ab Mai in fünf Lackfarben – Weiß, Schwarz, Mitternachtsblau, Racing Grün, Orange – sowie in Echtholzfurnier Walnuss als Stereoset verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland wird für die Lackversionen 500 Euro und für die furnierte Variante 550 betragen.

Hersteller/Vertrieb
Cambridge Audio Deutschland 
Anschift Alter Wandrahm 15 
20457 Hamburg 
Telefon +49 40 94792800
Web www.cambridgeaudio.com/deu/de

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I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long.

The fact that the Prime Meridian system, if I remember correctly, is the most expensive product ever tested by hifistatement.net is just a side note. This doesn't make writing this report any more difficult, but the information provided by Wilson Bensch's design director, Craig Milnes, on the numerous innovations in the three white papers certainly does. As grateful as I am for technical explanations not found on the website, fully appreciating all the turntable's unique features would exceed even the fairly generous length limits of an online magazine and render the article virtually unreadable for anyone but serious buyers – and how many of those are there in this country, I wonder? Therefore, the challenge is to filter out the truly compelling aspects and present them appropriately when discussing the various considerations and resulting solutions.

The Prime Meridian system has replaced the Studer A80 in my listening room
The Prime Meridian system has replaced the Studer A80 in my listening room

It's fortunate that I already introduced you to the TESSALLATE Ti-S Sapphire Cartridge, installed in the headshell of the GRAVITON® Ti tonearm and part of the Prime Meridian system, some time ago. Nevertheless, it's virtually impossible to do justice to Wilson Benesch's exceptional turntable in a single article. This topic will certainly occupy us more than once, and in the second part, you'll find images in the usual studio quality, though these weren't taken by Helmut Baumgartner, but rather by the manufacturer according to our specifications: Dismantling the 369-kilogram component in the listening room, setting it up in our photo studio, and then dismantling it again for transport was simply too much for anyone involved. The first part of this article is interspersed with photos taken upon delivery of the Prime Meridian system.

The base element of the R1 rack is in its designated location
The base element of the R1 rack is in its designated location


The longer I studied the system's components and the technical specifications in the white papers, and the more often I spoke with Craig Milnes, the stronger my impression became that probably no other turntable has challenged and re-evaluated so many supposed certainties as the Prime Meridan system. Just one example: Anyone who has ever seen the GMT® One system in all its splendour and size at a trade show, or even just in good pictures, will likely be just as surprised as I was by Craig Milnes' answer to my question about what is responsible for the system's incredibly high resolution and level of detail: "The tonearm cable." I'll explain what that means later…

The R1's spikes rest on three spheres. The tonearm's bearing works similarly
The R1's spikes rest on three spheres. The tonearm's bearing works similarly

First, I would like to describe which components belonged to the Prime Meridian system in my listening room and how it differs from the GMT® One system. The following components were used in my setup:

  • OMEGA Drive: the drive mechanism of the platter
  • ALPHA Drive: the power supply and control electronics for the turntable
  • FrACTal Damping System: Damping system for motor and tonearm
  • GRAVITON® Ti Armwand: the tonearm
  • TESSELLATE Ti-S Sapphire Cartridge: the cartridge
  • PIEZO VTA Control System: the tonearm height adjustment and lift lower
  • WB GMT® Control APP: the app for controlling the turntable and tonearm height adjustment
  • R1 Rack System: self-explanatory

A spike with three ball bearings
A spike with three ball bearings

Thanks to this concise list, you'll not only be familiar with the components involved, but also with Wilson Benesch terminology and its spelling. Sales and Marketing Director Luke Milnes wrote in an email: “The fundamental difference between the GMT® One system and the Prime Meridian system is the use of a pneumatic, microprocessor-controlled isolation system in the GMT® One, which is self-levelling, while in the Prime Meridian we use the FrACTal damping system. … It's also important to note that Prime Meridian owners can upgrade to the GMT® One system by upgrading the FrACTal system to the LeVeL system by adding four pneumatically driven contact points and an air compressor.”


The lower level is adjusted using a very precise spirit level to set up the waves
The lower level is adjusted using a very precise spirit level to set up the waves

Allow me a longer quote from the white paper to illustrate Wilson Benesch's scientific approach to the technical challenges of designing a turntable component: “The primary objective of the FrACTal chassis is to establish a consistent and unchanging geometric relationship between the tonearm and the centre of the motor. To achieve this, a machined component is required that provides an external shape with unchanging precision. However, due to its size, such a structure is susceptible to vibrations. To address this issue, a two-piece design was developed. Each side of the assembly is machined from a single piece in a single operation, ensuring exceptionally high precision with tolerances of less than 0.01 millimetres. This critical geometry allows for no adjustments, as the geometric accuracy is fixed after the tonearm base is bolted in place. …

Craig Milnes is preparing the connecting pieces that will be located between the elements of the rack
Craig Milnes is preparing the connecting pieces that will be located between the elements of the rack

The geometric considerations are crucial, but the resulting structure was designed to absorb any energy from the environment. Through innovative fractal geometric damping techniques, the FrACTal chassis effectively prevents the occurrence of resonance artifacts by mimicking the energy absorption properties found in fractals in nature. The success of this design was confirmed by independent measurements at Sheffield Hallam University using laser vibrometers. Composed of 18 different materials, the FrACTal chassis represents a significant development. Wilson Benesch worked closely with Glass Technology Services (GTS) in Chesterfield…

The first rack element was placed on the base element
The first rack element was placed on the base element


The company is the leading centre for glass science and research in the UK. In collaboration with Dr. Katrina Skerratt-Love, Andrew Broadhurst, and Martyn Marshall of GTS, a groundbreaking damping system was developed. This innovative system holds great potential for various applications in future Wilson Benesch product developments. … This design incorporates a variety of different materials and utilizes the principles of fractal science to achieve broadband damping. The careful arrangement of the materials and the specific geometry within the two-part design are made possible by pockets integrated into the chassis to house the damping materials. The initial results, listed below, clearly demonstrate the effectiveness of this design. These results highlight the significant impact of the FrACTal chassis on achieving superior damping characteristics in a system that requires no adjustment and remains effective indefinitely. … The main objective in developing the FrACTal chassis is to eliminate any potential excitation of the solid metal chassis by air vibrations.” To these explanations Wilson Benesch adds a number of examples of fractal geometries for energy dissipation in nature, of which only one will be mentioned here: The fractal geometry of a coastline converts the energy of the waves into heat and sound: an effective way of energy dissipation.

The ALPHA Drive is already located in the second rack element. The rack also houses the mounting bracket for the unit with motor and tonearm
The ALPHA Drive is already located in the second rack element. The rack also houses the mounting bracket for the unit with motor and tonearm

It should be clear by now how intensely Wilson Benesch dedicates itself to a single component, and also that it's impossible to present all of their research in this breadth here – however fascinating some areas might be. At least as interesting, however, is explaining how a company the size of Wilson Benesch finances the research underlying its products. The OMEGA Drive motor of the GMT® One system shall serve as an example: In 2019, the GMT consortium was founded to develop the OMEGA Motor Drive with a team including Dr. Faris Al Naemi, Dr. Jon Travis, and Professor Cockerham from Sheffield Hallam University, as well as CAAS Audio, with the help of £326,000 in public funding from Innovate UK. I'm not aware of any government funding available in this country for the realisation of hi-fi or high-end projects, but I am aware that Wilson Benesch managed to secure public funding right from the company's inception. This is likely due to the fact that the developments planned by Wilson Benesch are not variations of existing technology, but rather groundbreaking innovations.

The coils of the linear motor
The coils of the linear motor

But back to the OMEGA Drive: After several trials with other drive designs, Wilson Benesch decided to use a linear motor with 21 coils in the stator and neodymium-iron-boron magnets in the rotor. To manufacture the coils, Wilson Benesch invested in coil winding machines and hired a university graduate dedicated solely to this task. The OMEGA Motor Drive, a slotless synchronous motor, is designed to have negligible torque ripple and achieve high speed stability. According to the formula "force x diameter = torque," the desired high torque can be achieved through either high force or a large motor diameter. Wilson Benesch opted for a large diameter: At 456 millimetres, the OMEGA Drive motor is the largest ever used as a direct drive in a turntable. This exceptionally large diameter guarantees high torque with relatively low electromagnetic force, resulting in reduced torque ripple.


The mount for the tonearm and its height adjustment, and part of the motorized tonearm lift
The mount for the tonearm and its height adjustment, and part of the motorized tonearm lift

The OMEGA Drive's platter is made of acrylic because its acoustic impedance is similar to that of vinyl, allowing for efficient dissipation of the energy generated by the stylus tracking the groove. The white paper explains this by comparing the mass of a 180-gram LP to that of the platter – but that's a topic for another time. The OMEGA Drive's bearing, which Wilson Benesch calls an Ångström bearing and which was developed by Professor Cockram of Sheffield Hallam University, is a Class 1 thrust bearing. This is a relatively simple bearing type, but load, surface speed, play, lubricant viscosity, and temperature directly affect the bearing's resistance and noise level. The white paper notes that machining phosphor bronze with the latest CNC machines to precise tolerances is only possible after years of experience.

An element of the height adjustment
An element of the height adjustment

Shaun Wild, the machine shop manager at Wilson Benesch, has been working with such bearings for over three decades. After machining, the bushing's surface is measured with a stylus that creates a map of the microscopic depressions and elevations on the phosphor bronze surface. The valleys and peaks machined into the phosphor bronze must adhere to tight tolerances to ensure that the synthetic oil molecules maintain complete separation between the bushing and the shaft at all times. The bearing shaft is made of tungsten carbide. It must be ground to a very small diameter without any deflection to achieve the lowest possible surface velocity. The higher the surface velocity, the greater the noise generated by the oil molecules. The shaft diameter also determines the specifications of the phosphor bronze bushing and the viscosity of the bearing oil used.

The EcoGrip hydraulic chuck guarantees that the tonearm mount is firmly connected to the chassis in any position
The EcoGrip hydraulic chuck guarantees that the tonearm mount is firmly connected to the chassis in any position


To reduce the pressure of the axle, which carries the mass of the moving parts, on the bearing point, Sheffield Hallam University, under the leadership of Dr. Faris Al-Naemi, developed a magnetic counterforce design using two powerful N30H neodymium iron boron magnets. This minimizes bearing wear while still providing sufficient force for efficient energy transfer from the platter to the FrACTal motor chassis.

The OMEGA Drive motor is driven by the ALPHA Drive, which Dr. Carl Broomfield and Neil Broomfield of CAAS Audio developed in parallel. For the reasons mentioned above, it only needs to deliver a low torque. To overcome the considerable air gap between the stator and rotor in the OMEGA drive during the start-up phase, an integrated microprocessor provides a special starting algorithm. The ALPHA Drive then accelerates the motor until it reaches synchronisation. A further microprocessor in the control electronics then maintains a constant speed. The electronics generate three pure sine waves based on the time base of the integrated 11.2896 MHz quartz crystal, which are processed by three discrete, linear Class A amplifiers. The result is three low-distortion, high-quality sine waves, each with 1.2 amps: one for driving seven of the 21 coils. Together with the high inertia of the turntable due to the externally inserted stainless-steel weights, the synchronous motor guarantees the extremely high speed stability of the OMEGA Drive.

The acrylic platter shown here without the steel weights
The acrylic platter shown here without the steel weights

Even though the Continuum Caliburn with Cobra and Castellon cartridges was in my listening room 18 years ago, and the Techdas Air Force One with the Graham Phantom Elite tonearm and the Techdas TDCO1 cartridge, which even then carried a six-figure price tag, was in my listening room 12 years ago, I am quite sure that no other turntable has had so many technical solutions questioned and so often re-evaluated as the combination of the OMEGA Drive motor and the ALPHA Drive control electronics.

The platter with the weights in its final position
The platter with the weights in its final position


With the Continuum and other less expensive turntables, it has proven to be a significant advantage when the manufacturer considers the matching rack as part of the system and incorporates its resonance dissipation and damping into the turntable's design. Wilson Benesch has, of course, done just that: The chassis containing the drive control unit resides in the upper of the two elements of the R1 rack, developed in 2015, with the drive unit sitting atop it. The rack is a modular construction specifically designed with the GMT® One system in mind. According to Wilson Benesch, the R1 is the first rack to utilise highly compressed carbon fibre and features cross braces that weigh less than 130 grams yet offer a load-bearing capacity of one ton. The R1 rack provides the shortest and most direct structural connection between the surface and the GMT® One system. With this wealth of technical information, I'll leave it at that for now. The second part then deals with the GRAVITON® Ti armboard and the associated PIEZO VTA Control system for its height adjustment, which is possible via the WB GMT® Control APP using a tablet, as well as briefly again with the TESSELLATE Ti-S Sapphire Cartridge – but above all with the sound of the Prime Meridian system.

The arm with the already adjusted pickup is placed on the bearing
The arm with the already adjusted pickup is placed on the bearing

If you can afford two or more GRAVITON® Ti tonearms, comparing preset cartridges is a matter of minutes
If you can afford two or more GRAVITON® Ti tonearms, comparing preset cartridges is a matter of minutes

Craig Milnes adjusts the height of the tonearm
Craig Milnes adjusts the height of the tonearm

The Prime Meridian System is ready to play
The Prime Meridian System is ready to play

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail hifi@iad-gmbh.de

Manufacturer/Distribution
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Weitere Informationen

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  • Social Introtext I reviewed Wilson Benesch's first turntable in 1996, and the second two years later. Getting hold of the third for a review shouldn't have been a big deal, I thought. But it was – for several reasons: It's a really big thing, weighing over 350 kilograms, and the accompanying white paper is 138 pages long.

Der HL5 ist das älteste Modell von Harbeth und gehört nach wie vor zum aktuellen Sortiment. Seine Geschichte reicht fast 50 Jahre zurück und begann 1977, als H.D. Harwood, ein ehemaliger BBC-Ingenieur, als Erster Polypropylen für die Membranen der Treiber einsetzte. Übrigens steht „HL“ für die Vornamen von Harwood und seiner Frau Elisabeth.

Vom HL5 zum Super HL5plus XD2

Die originalen HL-Monitor-Modelle, vom Mk 1 bis zum Mk 4, wurden zwischen 1977 und 1988 hergestellt. Sie verfügten über auf Polypropylen basierende Tiefmitteltöner, die von Dudley Harwood entworfen wurden und auf einer Idee von Spencer Hughes (Spendor) beruhten, der zu dieser Zeit, also 1969, als Labortechniker bei der BBC tätig war und eine der ersten Kunststoff-Tieftönermembranen entwarf und herstellte, die praktische Anwendung fanden. Der HL Monitor Mk 4 wurde 1988, kurz nachdem Alan Shaw das Unternehmen übernommen hatte, durch den HL5 Compact abgelöst. Zusammen mit dem HL5 Compact ES waren dies die ersten Modelle, die unter Shaws Leitung entwickelt wurden; sie verzichteten zwar noch auf einen Superhochtöner, verfügten jedoch bereits über eine neue TPX-Membran, die ebenfalls aus Kunststoff bestand und 1984 von Audax erfunden worden war.

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Nachdem Shaw das Unternehmen 1986 übernommen hatte, begann die Forschung an einem neuen Material für Membranen, was Mitte der 1990er Jahre zur Entwicklung der RADIAL-Technologie (Research and Development In Advanced Loudspeakers) führte. RADIAL ersetzte das zuvor verwendete Polypropylen und bot eine höhere Steifigkeit bei geringerem Gewicht. Dadurch verhielt sich der Treiber über einen breiteren Frequenzbereich wie ein Kolben. Die Arbeit erwies sich als schwierig, so dass die ersten überarbeiteten Modelle mit den neuen Treibern erst 1995 auf den Markt kamen. Auch die Frequenzweichen wurden entsprechend angepasst. Lediglich die Hochtöner blieben unverändert; sie wurden von SEAS auf Bestellung gefertigt (die RADIAL-Hochtöner werden bei Harbeth selbst hergestellt). Die betreffende Forschung wurde damals nicht aufgegeben und dauert bis heute an. Die nachfolgenden Arbeiten führten zu einer verbesserten Materialformel, bekannt als RADIAL2. Und obwohl Harbeth die Lautsprecher in seinem Sortiment nur selten aktualisiert, wurde entschieden, dass die Vorteile der neuen Membranen bedeutend genug waren, um ihre Einführung in nachfolgende Modelle zu rechtfertigen. So wurde 2014 der M40 vom M40.1 abgelöst, der M30 entwickelte sich zum M30.1 weiter und der Super HL5 wich dem Super HL5plus. Seine „Jubiläums“-Version, der Super HL5plus 40th Anniversary, kam 2017 auf den Markt. Es handelte sich um eine Sonderedition mit verbesserten WBT-Anschlüssen der nächsten Generation, einem neuen „Super-Hochtöner“ mit Schutzgitter und einer verbesserten internen Verkabelung. Der Super HL5plus XD (Xtended Definition) wies weitere Änderungen an der Frequenzweiche auf und verfügte in einigen Versionen über eine neue Staubschutzkappe für den RADIAL2-Treiber.

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Die neueste Version dieser Lautsprecher mit der Bezeichnung XD2 nutzt ähnliche Lösungen, verfügt jedoch über einen neuen Tiefmitteltöner mit einer RADIAL4-Membran. Diese Technologie ist das Ergebnis einer fünfjährigen Forschungsarbeit, die teilweise von der britischen Regierung finanziert wurde, um ein firmeneigenes Polymermaterial der nächsten Generation für die Membranherstellung zu entwickeln. Diese Änderung erfolgte Anfang 2025 und findet sich in allen Lautsprechermodelle im Harbeth-Sortiment.

SuperHL5plus XD2

Das können wir alle sehen, oder? – Der Name dieses Modells verkörpert die gesamte Geschichte seiner Entwicklung, ähnlich wie die DNA-Helix, der im Laufe der Zeit neue Segmente hinzugefügt wurden, wodurch sich die Struktur und das Erscheinungsbild der daraus gebildeten Organismen veränderten. Wie bereits erwähnt, steht „HL“ für die Initialen der Entwickler. Die Zahl „5“ bezeichnete die fünfte Version des HL-Monitors, das Präfix „Super“ wies auf den Einbau eines Superhochtöners hin, „plus“ bezog sich auf die RADIAL-Membran und XD sowie XD2 auf die Versionen „2“ und „4“. Das Erscheinungsbild und die äußere Bauweise der Lautsprecher wurden zusammen mit dem Modell Super HL5plus endgültig festgelegt. Somit ist ihre neueste Version mit der Bezeichnung XD2 ein großer 3-Wege-Regallautsprecher mit Bassreflexgehäuse. Eigentlich müsste man von „2½-Wege“ oder „2-Wege+“ sprechen, was in den letzten Jahren in Mode gekommen ist, und das wäre auch zutreffend. Die Bassreflexöffnung befindet sich an der Vorderseite und ist durch eine dünne Schaumstoffschicht gedämpft; die Lautsprecher sind nicht symmetrisch. Aufgrund des neuen Treibers, der die tiefen und mittleren Frequenzen übernimmt, verfügen die Lautsprecher der XD2-Serie über ein neues, verbessertes Frequenzweichen-Design, das laut Hersteller „die Integration zwischen Bass, Mittelton und Höhen deutlich verbessert“. Die Weiche ist auf einer großen Leiterplatte montiert und direkt an die Anschlüsse auf der Rückseite geschraubt. Sie enthält eine beträchtliche Anzahl von Bauteilen, darunter Folienkondensatoren und Luftkernspulen. Die Frequenzweiche ist über OFC-Kupfer-Twisted-Pair-Kabel mit den Treibern verbunden. Diese werden von Van Damme für den Studio- und Bühnengebrauch hergestellt.

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Die neuen Lautsprecher basieren auf zwei Treibern: einem 25-Millimeter-Hochtöner mit einer Aluminiummembran, der von SEAS speziell für Harbeth gefertigt wurde, und einem 200-Millimeter-RADIAL4-Mitteltöner, der vom britischen Unternehmen selbst hergestellt wird. Ergänzt wird das System durch einen 20-Millimeter-„SuperTweeter“ mit einer Titanmembran, der nur einen Teil der hohen Frequenzen abdeckt. Diese Aufteilung soll ein breiteres Abstrahlverhalten für den oberen Frequenzbereich gewährleisten. Das zweite charakteristische Merkmal der Harbeth-Lautsprecher neben der RADIAL-Membran ist ihr Gehäuse. Es besteht aus dünnen MDF-Platten, die beidseitig furniert sind. Dieses Konzept entstand in den 1960er Jahren bei der BBC. Die Ingenieure argumentierten, dass man sich statt auf die Dämpfung von Schwingungen auf deren Nutzung konzentrieren sollte. Die Wände des SHL5plus XD2 sind wie beim ursprünglichen LS 3/5A auf der Rückseite mit einer Bitumenfolie und an den Seiten sowie auf der Rückseite stark mit Schaumstoffplatten gedämpft. Sie sind jedoch nicht verstärkt. Der Hersteller weist darauf hin, dass die neue Lautsprechergeneration noch sorgfältiger gefertigt wird als die vorherigen: „Wir wählen für die Herstellung unserer Lautsprecher sorgfältig nur die besten und hochwertigsten Furniere aus, um sicherzustellen, dass jedes Stück nicht nur höchsten Ansprüchen gerecht wird, sondern auch zeitlose Eleganz ausstrahlt. Jedes Premium-Furnier wird sorgfältig ausgewählt und genauestens geprüft, was unser Engagement für Handwerkskunst und unsere Liebe zum Detail widerspiegelt. Das Ergebnis ist ein Lautsprecher, der nicht nur einen außergewöhnlichen Klang liefert, sondern auch eine optisch beeindruckende Bereicherung für jeden Hörraum darstellt.“

Es stehen fünf Furnieroptionen zur Auswahl: Nussbaum, Kirsche, Eiche, Palisander und schwarze Esche. Eine schwarze Abdeckung, die auf einem Metallrahmen montiert ist, lässt sich in den Spalt zwischen Front- und Seitenwänden einschieben. Der Hersteller empfiehlt, mit aufgesetzter Abdeckung zu hören, da die Lautsprecher mit dieser im Einbauzustand abgestimmt und vermessen wurden. Ich ziehe es vor, die Treiber zu sehen… Das Signal wird an robuste Einzelanschlüsse angeschlossen.


Ständer

Die Harbeth-Lautsprecherständer stellt das Unternehmen nicht selbst her, daher muss man selbst entscheiden, ob man schwere Ständer wie die von Rogoz Audio oder die von mir verwendeten – hergestellt von Acoustic Revive – oder durchbrochene Ständer möchte. Jede dieser Lösungen hat ihre Vor- und Nachteile. Jahrelang bewarb das Unternehmen leichte Metallständer von Skyline.

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Der japanische Vertrieb wiederum entwarf eigene Holzständer, die wie Hocker aussehen. Anscheinend haben diese auch Alan Shaws Zustimmung gefunden, da sie mit dem Harbeth-Logo verkauft werden. Das deutsche Unternehmen TonTräger Audio ist einen ähnlichen Weg gegangen. Seine Ständer sind aus Holz und durchbrochen. Sie stehen über vier Vorsprünge mit gefrästen Aussparungen („ToneBed“) in Kontakt mit dem Boden und den Lautsprechern. Der Hersteller bezeichnet sie als „verlängerte Zapfen“ und gibt an, dass sie Spikes ersetzen sollen.

Der Testablauf

Die Harbeth Super HL5plus XD2-Lautsprecher wurden genau dort aufgestellt, wo meine M40.1-Lautsprecher seit 2011 stehen: im Mittelfeld. Das bedeutet, dass sie 252 Zentimeter von der Hörposition und 232 Zentimeter voneinander entfernt stehen (gemessen von der Mitte der Frontblende). Sie wurden 78 Zentimeter von der Wand hinter ihnen entfernt aufgestellt, gemessen von der Mitte ihrer Rückwand. Während des Tests wurden die Lautsprecher so eingewinkelt, dass sich die Achsen der Treiber genau über meinem Kopf kreuzten. Den Abstand zwischen den Lautsprechern habe ich mit einem Bosch PLR 50 C-Gerät ermittelt. Diese Lautsprecher reagieren empfindlich auf ihre Umgebung, weshalb ich sie mit den Lautsprecherfiltern von SPEC, den Real-Sound Processors, getestet habe – einem System, das aus den Filtern RSP-W1EX und RSP-AZ9EX besteht, die im Gehäuse RSP-W1-CEX untergebracht sind. Der Real-Sound Processor ist eine der besten Methoden, um den Klang dieser Art von Lautsprechern zu verbessern. Die Lautsprecher wurden vom Endverstärker Soulution 710 angesteuert, und das Signal wurde über Siltech Triple Crown-Lautsprecherkabel übertragen. Als Referenzlautsprecher dienten der Harbeth M40.1 und der JBL Summit Ama. Die Musikquellen waren ein Ayon-Audio-CD-35-HF-SACD-Player und einen Rega-P8-Plattenspieler mit einem Denon-DL-103R-Tonabnehmer sowie einem RCM-Audio-Phono-Vorverstärker.

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Tatsache ist, dass jede Audiomarke, jeder Hersteller Lautsprecher im Angebot hat, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Dabei handelt es sich in der Regel um Modelle, die in irgendeiner Weise mit den Anfängen des Unternehmens oder mit für das Unternehmen bedeutenden Ereignissen oder Technologien verbunden sind. Im Falle von Harbeth sind dies die SHL5plus XD2-Lautsprecher. Es fällt nicht schwer, die Verwandtschaft zwischen diesen Modellen und dem Flaggschiff M40.1 zu erkennen, mit dem sie verglichen wurden. Natürlich gibt es auch Unterschiede, aber dazu später mehr; konzentrieren wir uns vorerst auf die Gemeinsamkeiten. Und diese Gemeinsamkeiten sind vor allem die beeindruckende Klangfülle und wie erstaunlich natürlich der Klang ist. Produkte, die auf der „BBC-Schule“ basieren, können auf Anhieb etwas leisten, was selbst die technologisch und technisch fortschrittlichsten Produkte der Konkurrenz nur mit Mühe erreichen – und selbst dann nicht alle: Das ist die Fähigkeit, einen Klang als ein einziges, wunderbar funktionierendes Ganzes zu erzeugen. Man könnte sogar versucht sein zu sagen „wie ein Schweizer Uhrwerk“, doch das würde die Sache zu sehr vereinfachen. Präzision ist schließlich nur eine Komponente dieser Wiedergabe. Die zweite ist die Auflösung. Die Harbeths und auch der SHL5 Plus XD2 präsentieren den Klang sowohl von außen – mit exzellenter Definition und Abbildung – als auch von innen, indem sie Klänge zu festen Körpern entwickeln und diese zu einem größeren, kohärenten Ganzen verbinden. Deshalb erklang „Utopia“, ein Titel aus Brendan Perrys Album Ark, auf so wunderbar inspirierte Weise und zugleich voll und greifbar. Die getesteten Monitore sind in der Lage, eine tiefe Klangbühne zu erzeugen und gleichzeitig den Vordergrund nah an uns heranzubringen – näher als die Referenzlautsprecher. Perrys Gesang und später der von Billie Holiday von der Testpressung des Albums Body and Soul wurden so nah bei mir platziert, fast in Reichweite, während das gesamte Arrangement tief in den Hintergrund der Klangbühne reichte. Holidays Stimme auf dem Titeltrack von Body and Soul klang leicht heiser; sie war nicht geglättet worden, und man hörte, dass die Aufnahme im unteren Bereich beschnitten war und einen betonten oberen Mitteltonbereich aufwies. Auch die 1996 von Mobile Fidelity Sound Labs veröffentlichte Remaster-Version auf Gold-CD kaschierte dies nicht, und in der Verve-Neuauflage von 2024 klingt es ähnlich. Die getesteten Lautsprecher brachten diese Details mühelos zur Geltung, da sie eine hohe Auflösung aufweisen.

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Außerdem gaben sie den Mitteltonbereich offener wieder als meine Referenzlautsprecher vom selben Herstellers. Diese Veränderung habe ich auch beim aktuellen Flaggschiffmodell, dem M40.5 XD2, gehört, das ich im vergangenen April getestet habe. Dies scheint auf die Verwendung eines neuen Treiberdesigns für den Mitteltonbereich zurückzuführen zu sein. Es mag nicht wie eine so große Veränderung erscheinen; doch wie sich herausstellt, ist sie entscheidend. In Sachen Klangdefinition ist der neue Tiefmitteltöner schneller und klarer. Es fehlt ihm etwas von der Geschmeidigkeit des RADIAL2, doch dies wird hier durch eine größere Detailfülle ausgeglichen, die auch jene natürliche Wärme liefert, um die es bei diesen Lautsprechern letztendlich geht. Der Super HL5plus bietet einen warmen, dichten Klang – daran besteht kein Zweifel. Die neue Generation dieser Lautsprecher taucht jedoch tiefer in die Nuancen des Klangs ein. Sie definiert diese zeitlich und räumlich besser und formt ihren Anschlag deutlicher. Der erste Titel, den ich während der Vergleiche hörte – Perrys „Utopia“ – offenbarte etwas, das ich später sowohl auf Holidays Album als auch auf Miles Davis’ Miles Davis And The Modern Jazz Giants wahrnahm und das mit noch größerer Intensität auf dem unglaublichen „Manhã de Carnaval“ vom Album Miwaku des Mayo Nakano Pianp Trios zurückkehrte, abgespielt von einer Hard-Glass-CD-R-Version: Es dreht sich alles um die Kraft, die Erhabenheit und die Fülle des Klangs. Der Punkt ist, dass die Harbeth Super HL5plus XD2 so gut ausbalanciert sind, dass diese Elemente keineswegs weniger intensiv wirken als beim kraftvollen M40.1. Und somit sind sie besser als 90 Prozent der anderen Lautsprecher, unabhängig vom Preis. Ich kann erkennen, dass die Entwickler dies durch eine leichte Betonung des Mittelbasses erreicht haben. Er ist satter und kräftiger. Deshalb erscheinen die Schallereignisse im Vordergrund näher bei uns, und deshalb ist der Klang so lebensecht.

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Mit den Harbeths, über die wir hier sprechen, erhalten wir also eine echte „Zeitkapsel“, in der Musiker aus „Fleisch und Blut“ in unseren Raum treten. Ich sage das, weil der Klang unglaublich natürlich ist. Schnell, natürlich; offen, das ist ebenfalls selbstverständlich; aber vor allem: stimmig. Ich spreche von einem Klang, der innerlich organisiert und gewissermaßen auf die jeweilige Aufgabe „fokussiert“ ist – nämlich ein musikalisches Ereignis an einem Ort nachzubilden, an dem es nie tatsächlich stattgefunden hat. Dies ist eine vollständige Nachbildung. Das bedeutet, dass sie alle Aspekte umfasst – nicht nur Klangfarbe und Dynamik oder den Frequenzgang, sondern auch den Raum. Das von den „BBC“-Lautsprechern erzeugte stereoskopische Klangbild ist meiner Meinung nach vorbildlich und widerlegt die Behauptung, dass Lautsprecher mit einer breiten Klangbühne dies nicht erreichen können; solche Behauptungen beruhen eher auf Fehlern bei der Aufstellung und Positionierung – oft aufgrund schlechter Designentscheidungen – als auf inhärenten Einschränkungen. Die SHL5plus XD2s gaben alle zuvor erwähnten Alben auf eine ausgedehnte Weise wieder, sowohl in Bezug auf die Hörachse als auch horizontal. Der Bass, der zu Beginn von „Frozen“ einsetzt, sowie andere räumliche Elemente in diesem Madonna-Titel wurden von diesen Lautsprechern klar, präzise und kraftvoll wiedergegeben. Das heißt, es waren keine hohlen, sondern dichte Klänge, die hinter meinem Kopf, von den Seiten der Lautsprecher und hinter einem her kamen. Wenn ich etwas hervorheben müsste, das sich sowohl beim 40.5 XD2 als auch beim getesteten Modell im Vergleich zu früheren Versionen geändert hat, dann wäre es in erster Linie die stärkere Präsenz des Vordergrunds, die Öffnung des oberen Mitteltonbereichs und die Betonung der Detailfülle. Dieser Klang hat weniger Wärme und „fließende“ Geschmeidigkeit, dafür aber mehr Energie. Die Energie in den neuen Harbeth-Lautsprechern, einschließlich der hier getesteten, wird stärker und eindeutiger vermittelt. Sie sind daher vielseitiger und entsprechen besser dem heutigen Verständnis von High-End-Klang. Es geht nicht einmal um einen anderen Klang, sondern um eine andere Interpretation desselben. Im Test spielten die Harbeths „Get Back“ von The Beatles aus Let It Be, in der neuen Abmischung von Giles Martin und Sam Okell, mit mehr Kraft und einer aggressiveren Note. Der Anschlag war bei ihnen ausgeprägter, und die Becken und Gitarren waren klarer. Es war ein wahrhaft rockiger Stil, während die M40.1 dasselbe Material auf entspanntere Weise präsentierten, als wären die Musiker distanzierter von dem, was sie taten.


Zusammenfassung

Die neuen Harbeth-Lautsprecher scheinen leichter anzusteuern zu sein als ältere Modelle. In der Audiophilen-Szene gelten Lautsprecher im „BBC-Stil“ als ideale Partner für Röhrenverstärker. Das mag stimmen, aber es gibt ein „Aber“, ein großes „ABER“: Es mag funktionieren, aber nur in kleinen Räumen, nur bei moderater Lautstärke und nur, wenn der Verstärker eine hohe Strom- und Spannungsleistung bietet. Es geht nicht einmal um die in Watt angegebene Ausgangsleistung, sondern um die Fähigkeit, eine schwierige Impedanzkurve zu bewältigen. In Wirklichkeit brauchen Harbeths – lassen Sie es mich so sagen – Leistung! Wenn wir diese bereitstellen, erhalten wir etwas, das dem Klang des Super HL5plus XD2 ähnelt: Fülle, Energie und Dichte. Und eine hervorragende Auflösung. Hier ist auch Raum für Details, was eine Neuheit ist. Ich denke dabei an Details, die den Klang bereichern, nicht an die Art von Haarspalterei, die ihn verarmt. Die getesteten Lautsprecher vermitteln diese Eigenschaft auf wahrhaft ehrliche Weise.

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Was mir jedoch wichtiger erscheint, ist, dass sie eine große, innerlich dichte und zugleich innerlich abwechslungsreiche Klangbühne erzeugen. Neben und vor den Harbeth M40.1 – also riesigen Lautsprechern (ich habe sie in beiden Konfigurationen getestet) – wirken sie in ihrer Klangdarstellung keineswegs kleiner. Eine leichte Betonung im Mittelbass, ein wenig Anhebung im unteren Mitteltonbereich, und – voilà – erhalten wir eine Klangbühne, die fast so weitläufig und allumfassend ist wie die der Spitzenlautsprecher dieses Herstellers. Deshalb halte ich den Super HL5 Plus XD2 für die beste Version dieses Modells aller Zeiten und für eines der besten Modelle im aktuellen Sortiment des Herstellers. Um noch eine wichtige Frage zu beantworten: Ja, sie bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, so dass sie den „goldenen Mittelweg“ der Marke darstellen.

Gehört mit
Lautsprecher Harbeth M40.1
Lautsprecherständer Acoustic Revive (Sonderanfertigung)
Vorverstärker Ayon Audio Spheris III
SACD-Player Ayon Audio CD-35 HF Edition No. 01/50
Vorverstärker Ayon Audio Spheris EVO
Endverstärker Soulution 710
Rack Finite Elemente Master Reference Pagode Edition Mk II
Lautsprecherfilter Spec Real Sound Processor RSP-AZ9EX (Prototyp)
Signal-Kabel Siltech Triple Crown, Siltech Royal Single Crown, Siltech Triple Crown, Acoustic Revive LAN und USB
Stromversorgung Siltech Triple Crown, Acrolink Mexcel 7N-PC9500, Acoustic Revive Power Reference Triple-C, AC Acoustic Revive RTP-4eu ULTIMATE
Herstellerangaben
Harbeth Super HL5plus XD2
Treibereinheiten 200-mm-RADIAL4-Mitteltöner von Harbeth; 25-mm-Hochtöner mit Ferrofluid-Kühlung; 20-mm-SuperTweeter mit Kalottenmembran
Frequenzbereich 40Hz - 20kHz ±3dB im Freiraum, mit Abdeckung, gleichmäßiger Frequenzgang außerhalb der Achse
Impedanz 6 Ohm
Empfindlichkeit 86dB/2,83V/1m axial
Verstärkerempfehlung ab 25W/Kanal, funktioniert mit einer Vielzahl von Verstärkern
Belastbarkeit 150W Programm
Anschlüsse 4-mm-Anschlussklemmen der Marke Harbeth
Platzbedarf Wiedergabe für den Einsatz abseits von Wänden optimiert
Ständer Optimal, um die Ohren auf Höhe der Hochtöner zu bringen, (Hochtöner: 475 mm über dem Gehäuseboden)
Abmessungen (HxBxT) 635×322×300mm (+12mm Abdeckung und Anschlüsse)

Vertrieb
DREI H Vertriebs GmbH
Anschrift Mika Dauphin
Kedenburgstraße 44
Haus D / 1. OG
22041 Hamburg
E-Mail mika.dauphin@drei-h.biz
Telefon +49 40 37507515

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Donnerstag, 07 Mai 2026 09:16

Lotoo Gungnir + LPX-01

Mit dem Gungnir erweitert Lotoo sein Portfolio um einen Desktop-DAC/Kopfhörerverstärker, der kompromisslose Klangtreue, hohe Ausgangsleistung und präzise Signalführung in einem kompakten, vollständig integrierten System zusammenführt. Das LPX-01 ist die zum Referenz-DAC/Kopfhörerverstärker passende Referenz-Stromversorgung

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Bereits die Namensgebung unterstreicht den Anspruch des neuen Modells: Gungnir, der sagenumwobene Speer Odins aus der nordischen Mythologie, steht für Präzision, Kraft und unfehlbare Genauigkeit. Genau diese Eigenschaften spiegeln sich in der technischen Auslegung wider, die auf exakte Signalkontrolle, Performance auf Referenzniveau und hohe Betriebssicherheit zielt. Das Ergebnis ist eine Wiedergabe, die sich durch Souveränität, Stabilität und ein hohes Maß an klanglicher Selbstverständlichkeit auszeichnet. Entwickelt für anspruchsvolle Hörer und hochwertige Audioketten, empfiehlt sich der Gungnir als zentrale Schaltstelle für moderne Desktop-Setups – von der Ansteuerung hochohmiger Kopfhörer über die Ansteuerung von referenztauglichen Lautsprechersystemen bis hin zur verlustfreien Audioübertragung via LTTP-Wireless.

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Die konstruktive Basis des Gungnir bildet eine Audioarchitektur, wie sie sonst in deutlich größeren High-End-Systemen zu finden ist. Trotz seiner kompakten Abmessungen ist das Gerät auf Flaggschiff-Niveau ausgelegt und vereint DAC, Line-Ausgang sowie einen leistungsstarken Kopfhörerverstärker in einem sorgfältig abgestimmten Gesamtsystem. Ergänzt wird dieser Ansatz durch vielseitige Anschlussoptionen für den Einsatz in stationären Heim-Audiosystemen ebenso wie mit portablen Digitalquellen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der verlustfreien LTTP-Wireless-Übertragung, die hochauflösendes Audio ohne klangliche Kompromisse in das System integriert. Hinzu kommt eine diskret aufgebaute Schaltungstopologie mit exzellenter Kanaltrennung, sauber geführtem Signalweg, hoher Dynamik und äußerst niedrigen Verzerrungen. Zusammen mit dem sehr niedrigen Grundrauschen schafft dies die Voraussetzung für eine präzise, saubere und verfärbungsarme Wiedergabe.

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Im Zentrum der D/A-Wandlung arbeitet ein Dual-DAC-Design mit zwei AK4499-Chips in Kombination mit zwei AK4191, ausgelegt auf maximale Leistungsfähigkeit und das vollständige Ausschöpfen des Potenzials dieser Wandlerarchitektur. Darüber hinaus folgt der Gungnir einem konsequent kanalgetrennten Aufbau mit unabhängigen Signalwegen für den linken und rechten Kanal, dedizierten analogen Stromversorgungen und diskret realisierten Schaltungsmodulen.

Leistungs-, Digital- und Analogsektionen sind physisch voneinander separiert, um Einstreuungen, Interferenzen und gegenseitige Beeinflussungen konsequent zu reduzieren. Diese Architektur sorgt für eine außergewöhnliche Kanaltrennung, hohe Signalintegrität und einen bemerkenswert niedrigen Rauschpegel – auch bei hohen Ausgangsleistungen.

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Mit dem Gungnir überträgt Lotoo die klanglichen und technischen Qualitäten ausgewachsener High-End-Komponenten in ein kompaktes Desktop-Format. Das Gerät ist klein genug für den Schreibtisch, zugleich leistungsstark genug für ein vollständiges Audio-Setup und flexibel genug für unterschiedlichste Anwendungsszenarien. Die Kombination aus umfangreicher Konnektivität, hoher Ausgangsleistung, verlustfreier Wireless-Integration und kompromissloser Systemarchitektur macht Gungnir zu einem vielseitigen Audiowerkzeug für gehobene Desktop-HiFi-Anwendungen, präzise abgestimmte Wireless-Setups und die nahtlose Integration in anspruchsvolle Audioketten. Damit positioniert Lotoo den Gungnir als Desktop-Komponente für Hörer, die auch im kompakten Format keine Abstriche bei technischer Auslegung und klanglichem Anspruch akzeptieren.

Um eine saubere und stabile Stromversorgung für den Lotoo Gungnir sicherzustellen, hat Lotoo die LPX-01 USB-Strombasis als HiFi-USB-PD-Netzteil entwickelt. Mit einer Spitzenleistung von 160 Watt versorgt sie nicht nur Lotoos Profi-Audiogeräte wie Mjolnir und Gungnir, sondern auch digitale Quellgeräte wie USB-DACs, Kopfhörerverstärker, Smartphones und Festplatten mit stabiler Energie. Dank ihres extrem niedrigen Rauschpegels von nur 200 Mikrovolt im Bereich von 20 Hertz bis 40 Kilohertz ermöglicht sie eine besonders saubere Stromversorgung und minimiert hörbare Störeinflüsse. Das robuste Metallgehäuse mit vollständiger elektromagnetischer Abschirmung schützt effektiv vor externen Störungen und trägt so zur Klangreinheit bei. Mechanisch und optisch passt die LPX-01 Basis perfekt zum Gungnir, lässt sich technisch aber auch mit vielen anderen Audiogeräten nutzen, die auf eine saubere USB Stromversorgung angewiesen sind.

Die unverbindliche Preisempfehlung für Lotoos Gungnir beträgt 3400 Euro und 630 Euro für die optionale Stromversorgung LPX-01. Sowohl Lotoos Gungnir als auch das LPX-01 sind ab Lager Essen verfügbar und können von und über die audioNEXT Handelspartner ab sofort bestellt werden.

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

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