Geschafft! Nach einer Woche kehrt auch bei Hifistatement wieder Normalität ein. Das sehen Sie schon daran, dass Sie parallel zum letzten Teil des rein fotografischen Messeberichts wieder einmal einen Hinweis auf eine gewiss interessante Händlerveranstaltung finden. Und am Wochenende will Matthias Jung seinen ersten Test nach dem Neustart von Hifistatement fertig haben.
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Bevor wir Ihnen die wichtigsten Fakten aus dem Abschlussbericht der High End Society vorstellen, noch ein Hinweis zur Fotogalerie: Nach vier ausführlichen Berichten von beiden Messen hatten wir noch eine Menge ungenutzter Fotos, nicht aber die Zeit, zu allen weitere Informationen zu recherchieren. Vor die Wahl gestellt, die Bilder im Archiv zu lassen oder sie ohne Kommentar zu veröffentlichen, entschieden wir uns für letzteres.
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Auf über 20000 Quadrametern Fläche präsentierten in diesem Jahr 366 Aussteller und damit 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr ihre Produkte. Den internationalen Stellenwert der Messe zeigt die Tatsache, dass über zehn Prozent mehr Journalisten aus dem In- und Ausland über das Messegeschehen berichteten. Am wenigsten stark stieg die Zahl der Fachbesucher: Für Branchenprofis war und ist die High End eben ein Pflichttermin. Sehr schön, dass die Ausstellung nach einem leichten Rückgang vor zwölf Monaten auch bei den privaten Musik- und Technikfreunden wieder auf verstärkten Zuspruch stieß. Hier lag der Zuwachs bei 5,8 Prozent gegenüber 2011. Bleibt Hifistatement nur, den Veranstaltern zu diesem Erfolg zu gratulieren.


 

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Selbstverständlich gab es auf der High End noch weit mehr zu sehen, als Ihnen unsere beiden Autoren in ihrer Auswahl vorstellen konnten. Auch wenn wir in Hifistatement – wie der Name schon suggeriert – durchaus zur Subjektivität neigen, wollen wir Ihnen die übrigen im M.O.C. gezeigten Geräte nicht vorenthalten. Viel Spaß also mit dem ersten Teil des Bilderarchivs unseres Fotografen.
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Natürlich vermitteln Ihnen unser Messeberichte vorrangig Informationen über die High End und die Hifi Deluxe. Aber so ganz nebenbei bieten sie auch die Möglichkeit, die Vorlieben unserer beiden neuen Autoren ein wenig intensiver kennenzulernen – und das kann ja nicht schaden, wenn es darum geht, deren Urteile in Tests genauer einzuordnen.
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Die High End ist vorbei, auch der letzte unseres kleinen Teams nach getaner Arbeit zu Hause angekommen, aber in Hifistatement haben wir noch nicht einmal Halbzeit unserer umfassenden Messeberichterstattung. Folgen Sie heute Wolfgang Kemper auf dem zweiten Teil seines Rundganges.
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Heute berichten wir nicht nur von einer anderen Messe. An Ihrer Seite finden Sie auch einen neuen Begleiter. Während Jürgen Saile für Sie die Hifi Deluxe besuchte, absolvierte Wolfgang Kemper übrigens den zweiten Teil seines Rundgangs auf der High End. Die steht für Jürgen Saile ebenfalls noch auf dem Programm. Für Nachschub an spannenden Berichten in den kommenden Tagen ist also gesorgt.
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Was Fläche und Aussteller anbelangt, schlägt auch die 31. High End wieder alle Rekorde. Zu dem findet heuer parallel auch wieder die hifi deluxe statt. Und da erfreulicherweise seit einiger Zeit auch die Personaldecke von Hifistatement wieder ein wenig dicker ist, dürfen Sie sich auf eine umfangreiche Berichterstattung mit jeder Menge toller Bilder freuen. Den Anfang macht diesmal Wolfgang Kemper.
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Donnerstag, 03 Mai 2012 02:00

Ypsilon CDT 100

Wo stehen wir heute? Die Computerfestplatte ist das Tonträgermedium der Zukunft. Sagt man. Wenn es nach der Tonträgerindustrie geht, wird die CD Ende 2012 abgeschafft. Wieder einmal.
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Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Meldung, dass in 2011 wieder mehr LPs verkauft wurden als 2003. Sind die nicht schon viel länger totgesagt? In Japan gibt es ein altes Sprichwort: Wenn die Menschen über die Zukunft reden, dann lacht der Oni. Ein Oni ist ein Wesen aus der japanischen Mythologie, das Unheil bringt und sich über die naiven Zukunftsvisionen der Menschheit amüsiert, weil er eben schon anderes vorhat. Tatsache ist aber, dass der Computer aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Damit ist es mittlerweile auch super modisch geworden, Musik über den Computer zu hören. Solange aber der „audiophile Computer“ nicht so einfach funktioniert wie mein Wasserkocher, sollen sich andere damit herumärgern. So. Und damit kommen wir zum Ypsilon CDT 100. Zum was?? Zum Ypsilon CDT 100, einem konventionellen, puristischen CD Laufwerk aus Griechenland. Nun ja, so ganz konventionell ist das Ganze nun auch wieder nicht.

Der CDT100 thront auf dem Flightcase, che bella figura!
Der CDT100 thront auf dem Flightcase, che bella figura!

Wenn es um Design geht, fallen mir in erster Linie italienische Firmen ein. Griechische Kunstwerke kenne ich nur aus dem antiken Griechenland, aber hier... Den CDT100 empfinde ich als außergewöhnlich ästhetisch gelungen, er erinnert mich an alte Zeiten, als solides Handwerk noch gefragt war. Und an mein Plattenlaufwerk Apolyt. Geeignet platziert wird dies der Blickfang in jeder Hifi Anlage! Aber es geht hier natürlich nicht nur um Äußerlichkeiten. Viele Wege führen nach Rom, die Griechen gehen hier einen völlig anderen Weg als beispielsweise Ayon im letzten Bericht.

Der Netzschalter an der Rückseite ist nur der Hauptschalter, das Laufwerk kann auch über die Fernsteuerung eingeschaltet werden.
Der Netzschalter an der Rückseite ist nur der Hauptschalter, das Laufwerk kann auch über die Fernsteuerung eingeschaltet werden.

Die Lasereinheit ist grundsätzlich sehr empfindlich gegenüber Vibrationen, deshalb hat man bei Ypsilon großen Wert auf eine besonders stabile und resonanzfreie Konstruktion gelegt. Es handelt sich hier um ein Sandwich Konstrukt, bestehend aus Edelstahl und Aluminium. Das Ganze steht auf vier dorischen Säulen... Sorry, da ist wieder die Fantasie mit mir durchgegangen. Ich meine natürlich resonanzableitende Gerätefüße; alles zusammen ergibt eine äußerst stabile Plattform. Mit dieser Konstruktion möchte man die gängige Boxenform und deren Resonanzprobleme umgehen. Interessanterweise ist das Philips Pro Laufwerk nicht über die eigenen Federn mit der Deckplatte verbunden, sondern fest verschraubt. Ypsilon ist also sehr von den Resonanz-Ableitfähigkeiten der eigenen Konstruktion überzeugt. Trotzdem würde ich das Laufwerk nicht unbedingt auf eine Marmorplatte stellen. Das Display hängt unter dem massiven Alublock, bedient wird der CDT 100 über eine ebenso massive Fernbedienung. Diese enthält keinen Ziffernblock zur direkten Anwahl der Titel, man wird somit mehr dazu überredet, die Musik als Ganzes zu hören. Eine Skipfunktion ist natürlich vorhanden. Hier hat aber der Vertrieb mitgedacht und liefert noch eine Fernbedienung mit Ziffernblock dazu. Allerdings ist diese nicht so chic.


Hier die original Fernsteuerung, aus einem Aluminiumblock gefräst. Wenn die mal auf den Fuß fällt...
Hier die original Fernsteuerung, aus einem Aluminiumblock gefräst. Wenn die mal auf den Fuß fällt...

Zudem enthält der CDT einen DAC, es handelt sich also nicht nur um ein reines Laufwerk. Und der ist keine Notlösung, sondern durchaus aufwändig gemacht. Hier kommt wieder eine Spezialität des Hauses zum Tragen, als I/V Konverter fungiert ein eigens hergestellter C-Core Trafo. Ein einziger J-FET liegt im Signalweg, der DAC arbeitet im Non-Oversampling Modus. Es existieren drei Anschlussmöglichkeiten S/PDIF via 75 Ohm Nextgen Verbindung, analoge RCA-Ausgänge, wenn der interne DAC mitbenutzt wird, auch Nextgen und eine geheimnisvolle fünfpolige Neutrik-Verbindung zu dem hauseigenen DAC 100. Diese Verbindung im Zusammenhang mit dem DAC 100 wird von Ypsilon als Optimum empfohlen. Klar.

Geliefert wird das Gerät in einem gigantischen Flightcase, wie ich es nur von Musikinstrumenten oder Bühnenequipment kenne, welches  für einen Gig unfallfrei über den Atlantik gebracht werden muss.

Wenn der Deckel geschlossen wird, liest der CDT100 automatisch die Daten der CD ein
Wenn der Deckel geschlossen wird, liest der CDT100 automatisch die Daten der CD ein

Zunächst habe ich das Laufwerk über den eingebauten DAC angeschlossen. Das geht schon einmal hervorragend, auch wenn das Gerät eher für den Betrieb mit dem hauseigenen DAC 100 gedacht ist. Die Performance ist nicht verwunderlich, wenn ich mir den aufwändigen Aufbau der Platine ansehe. Neben den bereits erwähnten Features gibt es shuntregulierte Stromversorgungen, sämtliche Baustufen sind diskret aufgebaut, bis auf den Wandlerchip natürlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser DAC einigen externen Wandlern das Leben schwer macht. Anschließend habe ich den CDT 100 mit meinem Borbely DAC verbunden und war sehr gespannt, was diesmal passiert. Salopp ausgedrückt  gibt es jetzt von allem noch etwas mehr, sowohl tonal, als auch schaltungstechnisch. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich dann auf diese Kombination.

Als erstes lege ich die CD Cachaito ein: Der Bassist Orlando Cachaito Lopez war eines der Gründungsmitglieder des Buena Vista Social Club. Er verstarb im Alter von 76 Jahren und war damit sozusagen der Youngster in dieser Truppe. Auf dieser CD spielt er allerdings mit anderen Musikern, der bekannteste dürfte dabei Hugh Masekela sein. Interessant bereits das Intro „ siempre con swing“ . Hier hört man ein altes Telefon klingeln (im wahrsten Sinn des Wortes), eine Frau hebt ab und holt Cachaito ans Telefon. Im Hintergrund läuft ständig irgendeine Maschine. Offensichtlich wollte der Anrufer ihn für einen Gig engagieren. Das Ganze spielt sich weit hinter den Lautsprechern ab, wie in einem Film aus dem Cubanischen Alltag. Dann geht es allerdings gleich heftig zur Sache, der Kontrabass steht mächtig im Raum, gefolgt von diversen Perkussionsinstrumenten, Orchester und einer Hammond B3. Cachaito spielt hier die für Kuba typische Tumbao Basslinie, womit das Ganze sofort anfängt zu schieben. Spätestens ab hier wird sich – hifitechnisch gesehen – die Spreu vom Weizen trennen. Die CD ist unglaublich lebendig aufgenommen und das mit kubanischen Möglichkeiten. Oder vielleicht deshalb. Der CDT 100 lässt uns hier nicht im Stich, der Bass steht felsenfest im Raum, die ganze Dynamik und Farbigkeit der Instrumente wird so abgebildet, wie ich es live auch kenne. Na ja fast, soweit sind wir dann doch noch nicht. Erstaunlich ist aber die Sprachverständlichkeit im Intro, so klar von dem Hintergrundgeräusch getrennt habe ich die Stimmen bisher noch nie gehört.


Massive Füße kombiniert aus Edelstahl und Messing
Massive Füße kombiniert aus Edelstahl und Messing

Bevor mir jetzt einer sagt: was hört sich denn der zuhause an, kommen wir zu ernster Musik. Bela Bartók, Concerto for Orchestra gespielt vom Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner. Der ebenfalls aus Ungarn stammende Dirigent war wegen seines Präzisionsfanatismus seinerzeit gefürchtet. Er hat aber als Landsmann und ehemaliger Schüler von Bartók sicher den besten Zugang zu dessen Musik. Diese Aufnahme aus der Living Stereo Ära ist einer der Blockbuster aus deren goldener Zeit und gilt zu Recht als Referenzeinspielung und das nicht nur in aufnahmetechnischer Hinsicht. Bei der vorliegenden CD Version handelt es sich um ein XRCD2 Mastering von JPC, welches nicht schlecht gelungen ist, aber gegen eine original Living Stereo Shaded Dog weit zurückstecken muss. Aber egal, jedenfalls ist der außerordentlich runde Klang in der Chicago Orchestra Hall hier perfekt eingefangen, die Aufnahme bietet eine stupende Räumlichkeit, man hat das Gefühl mitten drin zu sein.

Nun wird mancher denken, eine derartige hervorragende Aufnahme klingt auf jeder Anlage gut. Tut sie nicht, oder nur zum Teil. Bereits im ersten Satz sind die massiven Streicher in hohen Lagen schwierig naturgetreu wiederzugeben. Hier trägt allerdings auch die diesbezüglich nicht ganz optimale CD Überspielung dazu bei. Spätestens aber in den Tutti Passagen des 5. Satzes wird die eine oder andere Anlage den Überblick verlieren. Oder beide. Über den CDT 100 werden die Violinen wesentlich natürlicher abgebildet, so dass man die mitunter gepfefferten Höhen nicht nur der CD-Überspielung in die Schuhe schieben kann. Die natürliche Wiedergabe der Violinen scheint überhaupt eine der Stärken des CDT 100 zu sein. Wie zu erwarten ist der 5. Satz ein Heimspiel für den Ypsilon. Hier ist es extrem schwierig, das Geschehen zu kontrollieren. Wenn der Rest der Anlage mitmacht, klingt es absolut spektakulär. Wobei man eigentlich diese großartige Musik nicht auf derartig banale Aspekte reduzieren sollte.

Von mir immer wieder gerne gesehen, ein klassisches Trafonetzteil.
Von mir immer wieder gerne gesehen, ein klassisches Trafonetzteil.

Als Kontrast dazu nehme ich einmal die CD  Hadouk Trio Live à FIP. FIP ist die Abkürzung für den französischen Rundfunksender France Inter Paris. Die Musik der drei Multiinstrumentalisten ist schwer klassifizierbar, oft läuft sie unter dem schwammigen Begriff Weltmusik. Sie ist eine jazzige Mischung aus orientalischen, afrikanischen und europäischen Elementen. Von den hier gespielten Instrumenten hat wahrscheinlich ein Großteil unserer Leser noch nie etwas gehört: Hjouj, Duduk, Mbira. Und noch viele Exoten mehr. Der Hajouj Bass sieht aus, als hätte ihn jemand aus angeschwemmten Strandgut zusammen gebastelt. Aber, der Sound ist mit keinem anderen mir bekannten Bass erreichbar.

Wenn die drei loslegen, ist eigentlich alles geboten, was der Anlage das Leben schwer machen kann. Eine für Europäer ungewöhnliche Fülle unbekannter Klangfarben der akustischen Instrumente. Grob- und Feindynamik, Tiefbass vom Synthesizer, Perkussionsinstrumente aller Art, realistische Abbildung des Publikums im Hintergrund. Spannungsgeladene Musik. Was sagt der CDT 100 zu dieser Aufgabe? Tja, nichts. Er gibt einfach alles, so wie es war, an die Anlage weiter. Das klingt jetzt so, als würde sich große Langeweile breitmachen; das Gegenteil ist der Fall. Wie selbstverständlich wird das komplexe Geschehen mit allen Facetten wiedergegeben, so dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Musik. Und man fühlt sich wie mitten im Konzert.


Ungewöhnliche Lösung: der C-Core Trafo dient als I/V Konverter
Ungewöhnliche Lösung: der C-Core Trafo dient als I/V Konverter

Was hat sich mit dem Ypsilon CDT 100 als Frontend geändert? Die Wiedergabe ist sehr klar, sehr kontrolliert, fein und dynamisch. Die Musik wird mit einer selbstverständlichen Lässigkeit wiedergegeben, die äußerst ungewöhnlich ist. Dynamiksprünge sind einfach da, man hat nicht das Gefühl, erst irgendwohin zu müssen. Wie bei „der Hase und der Igel“. Die räumliche Abbildung des Geschehens ist hervorragend. Diese Attribute haben mit der Musik selbst natürlich nichts zu tun. Für mich ist deshalb die Frage viel interessanter, inwieweit ich mit einer Musikanlage in die Musik hineingezogen werde, ohne mir ständig Gedanken über Bässe, Höhen oder sonstiges machen zu müssen. Dieser emotionale Faktor gelingt mit dem CDT 100 bei digitaler Musik wie noch nie. Allerdings sollte man sich Gedanken machen, worauf man den CDT100 stellt. Bei dieser Konstruktion spielt die Unterlage eine entscheidende Rolle, welches klangliche Ergebnis erreicht wird. Es wäre sicher auch nicht schlecht, wenn der Rest der Kette nicht überanalytisch ausgerichtet wäre, sonst wird es irgendwann des Guten zuviel.

STATEMENT

Es ist immer wieder erstaunlich, welch großen Einfluss das Frontend bei Digitalkomponenten hat. Eigentlich nur Nullen und Einsen. Der Ypsilon CDT 100 hebt die CD Wiedergabe auf ein neues Niveau. Es war interessant, einmal zu sehen, wo der Hammer hängt. Leider ist der Preis nicht in Drachmen.
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ypsilon CDT100, Ayon CDT
DAC Borbely Audio
Vorstufe Shindo Monbrison
Endstufe Shindo Cortese
Lautsprecher TAD/ WVL Fieldcoil Hornsystem

 

HERSTELLERANGABEN
Ypsilon CDT 100
Ausgänge digital S/PDIF (RCA Nextgen), AES/EBU, 5 Pol Neutrik für DAC 100
Ausgänge analog RCA Nextgen
Ausgangsspannung 2V
Ausgangsimpedanz 2,5 kOhm
DAC Chip 24 Bit Burr Brown, Non Oversampling
Abmessungen (B/H/T) 400/120/400 mm
Gewicht 20 kg
Preis 16100 Euro

 

VERTRIEB
WOD Audio Werner Obst
Telefon 06187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Internet www.wodaudio.de

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Rechtzeitig zur High End wird die erste LP der Triple A Series des Labels Edel fertig: sommelier du son nahm den Trompeter und Sänger Joo Kraus und sein Trio dafür natürlich rein analog auf, aber nicht ohne digitale Sicherheitskopie. Daraus bieten wir Ihnen hier einen Song zum Download an, damit Sie wissen, was Sie auf Captured For Good erwartet.
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Das Band ist übrigens ein EMTEC PER 528
Das Band ist übrigens ein EMTEC PER 528

Der Name der Serie ist Programm: Das erste A besagt, dass die Aufnahme für die LP selbstverständlich völlig analog vonstatten ging. Auch das Mastering muss rein analog – A Numero zwei – erfolgen, wenn es denn wirklich vonnöten ist: Diesmal haben wir auf Klangkorrekturen verzichtet, da jeder Überspielvorgang in der analogen Welt mit einer minimalen Qualitätsminderung verbunden ist. Die für Captured For Good ausgewählten Stücke wurden also lediglich aus den Sessiontapes herausgeschnitten und zum Masterband zusammengeklebt. Auch wenn man mit einer Anhebung oder Absenkung von einem Dezibel in diesem oder jenen Frequenzband dem eigenen Klangideal unter Umständen noch ein Stückchen näher gekommen wäre, haben wir Authentizität und Purismus einem allzu glatten Perfektionismus vorgezogen – wie die Musiker: Schließlich können auch sie keine Änderungen mehr an dem vornehmen, was während des Konzertes gespielt, gemixt und auf zwei Spuren aufgezeichnet wurde. Den Journalisten, Autor und Radiomoderator Sebastian von Haugwitz, der bei der Session anwesend war, hat das Ergebnis jedenfalls überzeugt. Er sendete zwei Songs des Albums vorab im WDR und schrieb: „München, August 2011 – Ein Abend im Studio mit Joo Kraus und dem Tales In Tones Trio: vier versierte Musiker, 70 begeisterte Gäste, Nüsse und Wein, jede Menge Kerzen, handverlesene Songs von Michael Jackson, Toto und Sade in ganz eigenen Versionen und eine analoge Bandmaschine. Diese fängt den Moment so ein, wie er ist. Eins zu eins. Korrekturen sind nicht möglich. Dass diese auch nicht nötig sind, lässt sich auf Vinyl nachhören. Unmittelbarer kann man diesen Konzertabend und seine besondere Atmosphäre nicht festhalten. Blame it on the Boogie ... und Joo Kraus.‟ Es war übrigens nicht nur dem Hörfunk einen Beitrag wert, dass auch heute noch rein analog aufgenommen wird: Das Bayerische Fernsehen war während des gesamten Tages im Studio zugegen und hatte tags zuvor schon im Hörraum des Autors Platten und Plattenspieler aufgenommen. Daraus wurde dann ein über fünfminütiger Film für Einblick, das Medienmagazin des BR, den Sie auch online sehen können.

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Doch zurück zu Tripple A: Das dritte A steht für einen rein analogen Umschnitt des Masterbandes auf die Lackfolie. Und der ist leider keine Selbstverständlichkeit – und zwar schon seit geraumer Zeit. Selbst in der Hochzeit der Schallplatte, als die Mehrzahl der Produktionen noch auf Mehrspur-Bandmaschinen entstand, benutzten viele Überspielstudios statt einer der raren, sogenannten Schlaufenmaschinen mit zwei Wiedergabeköpfen – einen für das Vorschubsignal, das die Bewegung des Schneidekopfes zu Plattenmitte hin steuert, und den zweiten für die Musik, die in die Rille geschnitten wird – nur einfache Studiomaschinen mit einem Wiedergabekopf. Das eine analoge Signal wurde dann für den Vorschub benutzt, während mit einem digitalen Delay ein zweites, verzögertes Signal erzeugt wurde, das der Schneidkopf dann in die Rille ritzte. Was der Tonabnehmer also später einmal abtasten würde, war zuvor digitalisiert und zurückgewandelt worden. So etwas kommt für unsere Produktionen und damit auch für die Scheiben der Triple A Series natürlich nicht in Frage. Wir ließen die Lackfolie bei Willem Makkee schneiden, mit dem wir schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Er machte seine ersten Schneideerfahrungen während seiner Lehre im zarten Alter von 15 Jahren, also vor etwa einem halben Jahrhundert, war unter anderem für die Emil-Berliner-Studios tätig, wo er auch für die Deutsche Grammophon und ECM Folien schnitt, und betreibt nun ein eigenes Studio, in dem gleich zwei Schlaufenmaschinen stehen. Die Kombination aus bewährter und penibel gepflegter Studiotechnik und einer Unmenge Erfahrung hat auch bei Captured For Good wieder zu einem überzeugenden Ergebnis geführt, wie die Anpressungen beweisen. So viel zur LP.


Eine Plexiwand zwischen Schlagzeug und Bass verhinderte allzu viel Übersprechen, ohne die Kommunikation zwischen den Musikern zu behindern
Eine Plexiwand zwischen Schlagzeug und Bass verhinderte allzu viel Übersprechen, ohne die Kommunikation zwischen den Musikern zu behindern

Wir bieten Ihnen hier, wie gesagt, einen Song aus der digitalen Sicherheitskopie, die auf einer Nagra LB erstellt wurde, die über einen eins-auf-vier-Verteilverstärker von ANT dasselbe Signal erhielt wie die beiden Studer A810 Bandmaschinen. Gemischt wurde auf zwei gebrückten Acousta P100 Pulten mit insgesamt 18 Kanälen, die unter anderem deshalb nötig waren, weil Joo Kraus, Ralf Schmid, Veit Hübner und Torsten Krill nicht nur Kanäle für Stimme, Trompete oder Flügelhorn, Flügel, Bass und Schlagzeug benötigten sondern auch noch einige für Effekte von Trompete und Flügel. Die klangfärbende Elektronik war bei einigen Stücken aus dem Repertoire des King of Pop und weiteren Songs dieses Genres aus den 80-er Jahren einfach unverzichtbar. 

Das Album mit den Michael-Jackson-Songs stand lange auf Platz eins der iTunes Jazz Charts. Mit Painting Pop errang Joo Kraus einen Echo Award
Das Album mit den Michael-Jackson-Songs stand lange auf Platz eins der iTunes Jazz Charts. Mit Painting Pop errang Joo Kraus einen Echo Award

Für das Konzert vor geladenem Publikum stellte Joo Kraus ein Programm aus dem Album Songs From Neverland, Interpretationen von Michael-Jackson-Titeln, mit denen er die Download-Charts von iTunes eine Zeit lang anführte, und der CD Painting Pop, mit der er in diesem Jahr den Echo Award in der Kategorie „Instrumentalist national Brass‟ errang, zusammen: Sie dürfen sich also auf bekannte Pop-Songs im Jazz-Gewand freuen. Zum Download haben wir eine Version von Totos „Africa‟ gewählt, die es nicht auf die LP geschafft hat. Auf der Scheibe finden Sie einen zweiten Take des Songs, den die Tales in Tones und Joo Kraus quasi als Zugabe präsentierten. Da wir Sie hier nicht mit dem Klapp-Cover mit den – leider viel zu wenigen – atmosphärischen Fotos von Lena Semmelroggen und analogem Wohlklang verwöhnen können, haben wir – neben der üblichen CD-Qualität – zumindest für beste digitale Qualität gesorgt: Sie können „Africa‟ bis auf den Gesamtpegel völlig unbearbeitet in 24 Bit und 192 Kilohertz genießen.

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Joo Kraus & Tales In Tones
Africa
16 bit / 44,1 kHz
ca. 57,4 mb (wav)
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Joo Kraus & Tales In Tones
Africa

24 bit / 192 kHz
ca. 374,5 mb (wav)


Am Samstag, den 5. Mai 2012, wird Joo Kraus von 10.30 bis 12 Uhr in München auf der High End anwesend sein und bei Da Capo in Halle 4 am Stand T05 Platten signieren und gemeinsam mit dem Produzenten Ihre Fragen beantworten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Wirklich ideale Arbeitsbedingungen: Gemischt wurde über die Amphions oder die von Fink Audio Consulting gebauten Monitore mit Tannoy-Chassis. Die Band war per Video zu sehen
Wirklich ideale Arbeitsbedingungen: Gemischt wurde über die Amphions oder die von Fink Audio Consulting gebauten Monitore mit Tannoy-Chassis. Die Band war per Video zu sehen

 

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Montag, 30 April 2012 02:00

Ayre CX-7eMP

Was das Internet so alles aus einem machen kann! Noch vor drei Jahren war ich mittendrin in der Kernzielgruppe des Ayre CX-7eMP – auch wenn es ihn damals in der aktuellen Version noch gar nicht gab. Die Aussage „wer braucht schon Computer-Hifi, solange High-End-Schmieden wie Ayre feine Player bauen‟ hätte ich bedenkenlos unterschrieben. Doch wie sieht das heute aus?
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Das Licht im Studio täuscht ein wenig. Nicht nur die 12 Millimeter starke Frontplatte, sondern auch der Deckel und die Seiten des Ayre erstrahlen in elegantem Silber
Das Licht im Studio täuscht ein wenig. Nicht nur die 12 Millimeter starke Frontplatte, sondern auch der Deckel und die Seiten des Ayre erstrahlen in elegantem Silber

Gerne gebe ich zu, dass es in nicht allzu ferner Vergangenheit eine Zeit gab, in der ich mich in der Freizeit nicht auch noch mit Computern beschäftigen mochte. Dann kamen iPod, iTunes und Co, und die rigorose Ablehnung von Rechnern für die Musikwiedergabe bekam erste Risse. Der Entschluss, für ein Magazin im Netz zu schreiben und es schließlich selbst zu betreiben, veränderte dann insgesamt die Einstellung zu Computern: Die neuen Möglichkeiten, die Hifistatement bot – wie Downloads oder etwa unsere Klangbibliothek –, und die Beschäftigung mit Mastering-Programmen zur Bearbeitung von digitalen Aufnahmen ließen mich das Potential von Hifi und High End aus dem Computer entdecken. Die Aneignung des Themas im allgemeinen und von Programmen wie Amarra oder soundBlade im besonderen nahm aber soviel Zeit und Energie in Anspruch, dass ich sogar die schreiberische Auseinandersetzung mit meinem Lieblingsthema „analog‟ darüber vernachlässigte. Das wird sich demnächst wieder ändern – versprochen.

Die Schublade sitzt sehr unauffällig unter dem auch aus der Ferne gut ablesbaren Display
Die Schublade sitzt sehr unauffällig unter dem auch aus der Ferne gut ablesbaren Display

Um noch einmal auf Computer-Hifi zurückzukommen: Den iMac mit all seinen Möglichkeiten möchte ich im Arbeitszimmer – und das ist in meinem Fall ja gleichzeitig der Hörraum – so schnell nicht missen. Im Wohnzimmer, wo meine Gattin die Hifi-Hoheit hat, ich aber doch hin und wieder mal die ein oder andere besonders spannende Komponente in die Kette integrieren darf – momentan spielen sich hier gerade Acapellas Violon ein – und wir rein zum Vergnügen Musik hören, wurde außer einem iPod-Dock mit Digitalausgang bisher nichts gesehen, was auch nur entfernt mit Computer-Hifi zu tun hat. Und das wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. Um es kurz zu machen: Ich kann jeden verstehen, der seine Wohnumgebung nicht mit einem Arbeitsgerät verschandeln möchte, auch wenn der ein oder andere Apple hier ein eher kleines Übel darstellt.

Technisch bietet der CX-7eMP alles, was man von Ayre erwarten darf: Im Netzteil finden sich gleich zwei E-I-Kern-Transformatoren des amerikanischen Herstellers Mercury Magnetics mit extrem fein lamelliertem, hochwertigen Kernmaterial mit einer Schichtdicke von nur 0,36 Millimetern, was sich in einer hohen Verlust- und Streuarmut niederschlagen und für einen hohen Wirkungsgrad sorgen soll. Einer der Trafos ist für die Versorgung von Laufwerk, Steuerung und Display zuständig, der andere für die Digital/Analog-Wandlung und die symmetrischen Ausgangsstufen. Dabei sind die Trafos eigens für die hierzulande, in der Schweiz und in Österreich übliche Netzspannung von 230 Volt ausgelegt. Für die kapazitive Filterung wählte Ayre-Chef Charles Hanson Elkos von Cornel Dublier, die in der 105º-Longlife-Qualität eine vierfach höhere Lebensdauer aufweisen als konventionelle Kondensatoren. Statt über die üblichen magnetischen Stahlpins werden die Dublier-Elkos über vielfach besser leitfähige Reinkupfer-Anschlusstermninals kontaktiert. Insgesamt zehn Spannungsstabilisierungen – an klanglich sensiblen Stellen sind dies diskret aufgebaute, gegenkopplungsfreie Regelungen – sorgen dafür, dass die unterschiedlichen Verbraucher sich nicht gegenseitig beeinflussen. In den Audioschaltungen finden sich noch zusätzliche Feinsiebungen mit WIMA-Polypropylen-Kondensatoren und spezielle für Ayre gefertigte, kyrogen behandelte Styroflex-Zinnfolien-Kondensatoren.


Das Teac-Laufwerk ist gekapselt. So werden Einstreuungen in die Elektronik vermieden und die Laufgeräusche gedämpft
Das Teac-Laufwerk ist gekapselt. So werden Einstreuungen in die Elektronik vermieden und die Laufgeräusche gedämpft

Die Daten liest ein voll gekapseltes Teac-Laufwerk aus, wobei das Gehäuse im Gehäuse abschirmen, aber auch für ein sehr niedriges Laufgeräusch sorgen soll. Für den Transport der Steuer- und Signaldaten zur Elektronik ist ein aufwendig geschirmtes Spezialkabel mit impedanzangepassten Leitungspaaren zuständig. Dort nimmt sich dann ein Digitalfilter der Daten an, das auch Spuren in den Namensgebung des Players hinterlassen hat: MP steht für Minium-Phase-Filter. Dass Filter klangentscheidend sein können, weiss man als interessierter Audiophiler spätestens seit den ersten Wadias, die statt der frequenz- auf zeitoptimierte Filter setzten. Damals wie heute gibt es Filter dieser Qualität nicht von der Stange. Ayre hat seine Filter sehr aufwändig selbst programmiert und in sogenannten FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) realisiert. So könnten sie im Fall neuer Erkenntnisse leicht verändert werden. Das Minium-Phase-Filter, beseitigt zwar das konventionellen Filtern eigene Pre-Ringing, eine Art Vorecho bei Impulsen, vollständig, führt nach dem Impuls aber zu einer Vielzahl von Nachschwingern. Charles Hanson ist es nun gelungen, dieses Filter so zu optimieren, dass es ohne jegliches Vorschwingen und mit lediglich einem Nachschwinger auskommt. Diese dem theoretischen Ideal schon sehr nahe Lösung kommt zum Einsatz, wenn der Kippschalter auf der Rückseite des CX-7eMP in der „Listen‟-Position steht.

Allerdings dürften auf den meisten CDs schon Impulse mit dem klangverfälschenden Pre-Ringing aufgezeichnet sein, da bei vielen Analog/Digital-Wandlern ebenfalls frequenzoptimierte Filter zum Einsatz kamen. Den Erkenntnissen folgend, die Peter Craven schon 2004 in einen Beitrag für die Audio Engineering Society veröffentlichte, hat Charles Hanson in seine Lösung nun auch ein Tiefpassfilter implementiert, das das auf Aufnahmen vorhandene Vorecho eliminiert, so dass nun weder auf den Aufnahmen befindliche Vorschwinger noch vom Filter des D/A-Wandler produzierte den Klang beeinträchtigen können. Kein Wunder, dass Ayre dieses Filter auch in seinem an dieser Stellte schon zweimal gewürdigten USB-Wandler QB-9 und dem Universal-Player C-5xeMP einsetzt.

Der CX-7eMP verfügt über symmetrische und unsymmetrische Analogausgänge und einen abschaltbaren AES/EBU-Digitalausgang
Der CX-7eMP verfügt über symmetrische und unsymmetrische Analogausgänge und einen abschaltbaren AES/EBU-Digitalausgang

Aus klanglichen Gründen entschied sich Ayre für ein 16-faches Oversampling, verlässt aber auch hier wieder ausgetretene Pfade: Während bei konventionellen Verfahren die Daten in hintereinandergeschalteten „Finite Impuls Response‟-Filtern jeweils um den Faktor zwei vervielfacht werden und dabei in jedem Schritt Rundungsfehler auftreten, geschieht die Vervielfachung beim vom Ayre angewandten Verfahren in einem einzigen Schritt, was mögliche Fehler minimiert. Nach den Filtern stehen dann Datenworte mit 24 Bit bereit, die ein Burr Brown PCM1738 in vier Analog-Signale wandelt: Für den rechten und linken Kanal werden jeweils nichtinvertierte und invertierte Signale ausgegeben. Ab dem Wandlerausgang erfolgt die Signalverarbeitung also vollsymmetrisch und wie bei Ayre üblich kommen die speziellen Operationsverstärker ohne Über-Alles-Gegenkopplung aus. Ein Platinen-Layout mit sehr kurzen Signalpfaden frei von Kabeln oder Steckverbindern ist eine weiteres klangförderndes Detail. Wie schon eingangs gesagt, erfüllt der CX-7eMP technisch alle Erwartungen, die man an einen Ayre stellen darf.

Diese Fernbedienung gehört zum Lieferumgang. Für einen Aufpreis von 300 Euro ist auch eine Vollmetall-Version im Angebot
Diese Fernbedienung gehört zum Lieferumgang. Für einen Aufpreis von 300 Euro ist auch eine Vollmetall-Version im Angebot

 

Auch wenn der Player sich noch so gut in die Computer-freie Kette im Wohnzimmer einfügte, muss er an der noch ein wenig höher auflösenden Anlage im Hörraum zeigen, was er kann. Dazu kommt er direkt auf einer Ebene des Pagode-Racks zu stehen, bezieht seinen Strom über ein HMS Gran Finale und steht über symmetrische Sun Wire Reference mit der Vorstufe in Kontakt. In der Schublade des Ayre liegt eine lange nicht gehörte Scheibe des Saxophonisten André Jaume, die er mit meinem damaligen Lieblingsbassisten Charlie Haden und dem Schlagzeuger Oliver Clerc einspielte: Peace/Pace/Paix, Harmonia Mundi CELP C.19. Die Standards und Originale von Haden und Jaume leben von der Spannung zwischen sehr melodischen Passagen und teils solistischen Exkursionen in etwas freiere Gefilde. Die Aufnahme habe ich nicht gerade als audiophil in Erinnerung, doch der Ayre schwelgt in Klangfarben, beispielsweise wenn Jaume vom nie schneidenden Tenor zur Bassklarinette wechselt. Die sensible Besenarbeit ‚Clercs wird ungemein fein aufgelöst dargestellt, wobei die Becken eher warm erstrahlen und man das Reiben auf dem Fell der Snare glaubt sehen zu können. Der charakteristische, singende Ton des mit Darmsaiten bespannten Kontrabasses besitzt Fülle und Kraft und ist dennoch leicht und definiert. Das alles ist völlig frei von Effekten aufgenommen worden und wird vom Ayre auch so entspannt wiedergegeben. Allerdings fand ich die Scheibe – von den Soli Hadens einmal abgesehen – nie sonderlich spannend. Dank des CX-7eMP gibt es hier nun immer neue Kleinigkeiten zu entdecken: Das macht die Scheibe nicht zu einem Spektakel, verführt aber dazu, bis zum Schluss konzentriert zuzuhören. Dem Ayre gelingt es ganz vorzüglich, eine Menge von Details freizulegen, ohne sie aus dem musikalischen Zusammenhang zu reißen.

Zwei E-I-Kern-Transformatoren versorgen den Ayre mit Energie für die Digital- und Analog-Sektion, wobei der Wandler zu letzterer zählt
Zwei E-I-Kern-Transformatoren versorgen den Ayre mit Energie für die Digital- und Analog-Sektion, wobei der Wandler zu letzterer zählt

Um herauszubekommen, ob auch unter dem Ayre die Pulsar Points in Titan zur Ankopplung noch etwas bringen, habe ich mal wieder Keith Jarretts „Wrong Blues‟ von Album Standards Live, ECM 1317 auf- oder besser eingelegt. Beim ersten Hören kann ich mich aber nur schwer auf Rhythmus, Bass und Raum konzentrieren. Schuld daran ist die Wiedergabe der Becken. Wer häufiger Jazzkonzerte besucht, wird mitbekommen haben, dass die wenigsten Schlagzeuger mit ihrem eigenen Drum-Set auf Tournee gehen. Viele begnügen sich mit dem Schlagzeug, das der Club stellt. Wer sich nicht den Luxus des Transports des eigenen Sets leisten kann, aber dennoch besonderen Wert auf seinen eigenen Sound legt, reist zumindest mit seinem eigenen Satz Becken. Nie habe ich dies so gut verstehen können wie beim Hören des „Wrong Blues‟. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir die Unterschiede der verschiedenen Becken und die Varianten der Schläge mit Besen oder Sticks je so bewusst geworden sind wie über den Ayre. Es ist einfach phantastisch, welche feine klangliche Nuancen Jack DeJohnette seinem Blech entlockt. Und all diese farbigen und dynamischen Differenzierung vollbringt der CX-7eMP mit einer völligen Selbstverständlichkeit: Die Becken sind im Klangbild keinesfalls überbetont. Wer allerdings möchte, kann hier eine Menge Entdeckungen machen. Einfach klasse!

Ach ja, die Pulsar Points: Da sie in puncto Dynamik, bei der Ausdehnung der imaginären Bühne, dem Punch im Bass und der subjektiv empfundenen Intensität des Grooves eine Menge Vorteile bringen, lasse ich sie unter dem Ayre und verzichte auf Experimente mit den Ayre Myrte Holzblöcken, die Deutschland-Importeur Sun Audio den Geräten ebenso beipackt wie ein hochwertiges Sun-Netzkabel. Das Einsetzen von audiophilen Feinsicherungen gehört übrigens ebenfalls mit zum Service von Sun Audio.

Die Ausgangsstufe arbeitet vollsymmetrisch und kommt ohne Überalles-Gegenkopplung aus
Die Ausgangsstufe arbeitet vollsymmetrisch und kommt ohne Überalles-Gegenkopplung aus

Schade, dass ich keinen QB-9 zum Vergleich hier habe, denn damit würde der Vergleich einer einmal über den CX-7eMP und einmal aus dem Computer wiedergegebenen CD noch aussagekräftiger. So muss die Wandlung des USB-Signals ein Prototype übernehmen, aus dem nach weiteren Verbesserungen der Phonosophie-Wandler hervorgegangen ist. Um den preislichen Unterschied nicht noch größer werden zu lassen – der Wandler allein bewegt sich in der Preisklasse des Ayre, dazu kommt noch der Rechner und ein hochwertiges und -preisiges AudioQuest-USB-Kabel –, verzichte ich auf einen kostenpflichtigen Audioplayer und spiele Patrice Herals „Improvisation‟ aus Michel Godars Album Le Concert Des Parfums direkt aus iTunes: Auch hier bekommt man eine recht konkrete Vorstellung des Aufnahmeraumes im Kloster von Noirlac. Dass ich den steinernen Saal vor mir sehe und zwar sowohl beim iMac als auch beim CX-7eMP, hat nur zum Teil mit deren Qualität und der der CD zu tun. Es liegt auch mit daran, dass ich im Juni des vergangenen Jahres dort Aufnahmen mit Michel Godard gemacht habe, die noch heuer als Platte erscheinen sollen.


Doch zurück zum Vergleich zwischen Festplatte und CD: In beiden Fällen wirkt der Raum realistisch, wenn auch über den Prototypen etwas tiefer und über den Ayre ein Stückchen breiter. Wenn das Signal aus dem Rechner kommt, umgibt das Schlagwerk ein Hauch mehr Luft, kommt es von der CD, besitzen die Schläge mehr Nachdruck. Gerade untenherum macht der Ayre mehr Dampf, um es einmal salopp auszudrücken. Letztlich agieren sowohl der Wandler mit dem iMac als auch der Ayre auf sehr hohem Niveau. Da ist es eher eine Geschmacksfrage, ob einem die eine oder andere Abstimmung ein bisschen mehr zusagt. Viel wichtiger: Ein CD-Player mit den Qualitäten des Ayre gerät auch heute gegenüber der Musikwiedergabe aus dem Computer nicht ins Hintertreffen.

Der Vollverstärker AX-7e ist der ideale Spielpartner des C-5xeMP, der allerdings auch in deutlich aufwändigeren Ketten eine gute Figur macht
Der Vollverstärker AX-7e ist der ideale Spielpartner des C-5xeMP, der allerdings auch in deutlich aufwändigeren Ketten eine gute Figur macht

 

STATEMENT

Wenn in Ihrer Freizeit einfach keine Computer mehr sehen wollen, bleiben Sie bei Ihrer Haltung. Vorausgesetzt natürlich, Sie vertrauen Ihre CDs einem so herausragenden Player an wie dem Ayre: Der CX-7eMP verwöhnt mit einer exzellenten Auflösung, bleibt dabei tonal jedoch perfekt ausgewogen. Er bringt Impulse mit ordentlich Druck und neigt dennoch nicht zur Effekthascherei. Seine Stimmigkeit, sein musikalischer Fluss garantieren stundenlangen, ermüdungsfreien Musikgenuss, bei dem immer wieder neu zu entdeckende Feinheiten das Salz in der Suppe sind.
GEHÖRT MIT
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
D/A-Wandler Prototype, Mytek
Audioplayer Amarra 2.3
Vorverstärker Brinkmann Marconi
Endstufe Brinkmann Monos
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Wild Blue Yonder, Wildwood, Coffee
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus

 

HERSTELLERANGABEN
CD-Player Ayre CX-7eMP
Ausgänge analog 1 x Cinch, 1 x XLR
Ausgang digital 1 x AES/ABU (XLR)
Ausgangsspannung 2,25 V (Cinch), 4,5 V (XLR)
Abmessungen 43,5/12/33 cm (B/T/H)
Gewicht 12 kg
Garantie 5 Jahre
Preis 3800 Euro
Metallfernbedienung 300 Euro Aufpreis

 

VERTRIEB
Sun Audio Vertriebs GmbH
Anschrift Schneckenburgerstraße 30
81675 München
Telefon 089-479443
Internet www.sunaudio.de
E-Mail info@sunaudio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/12-04-30_ayre

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