Das Nagra DAC-Projekt

16.04.2013 // Dirk Sommer
Vor der High End arbeiten viel Hersteller mit Hochdruck an neuen Produkten oder Prototypen, um sie auf der Messe präsentieren zu können. Einen D/A-Wandler mit einer Reihe neuer Lösungsansätze hat Nagra schon so weit fertiggestellt, dass ich ihn mit einer Handvoll eigener CDs testen durfte.
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Der Wandler wartet noch auf sein endgültiges Gehäuse. Auf der linken Platine sitzt die Eingangsstufe und das von Andreas Koch entwickelte Wandler-Board, recht die analoge Ausgangsstufe
Der Wandler wartet noch auf sein endgültiges Gehäuse. Auf der linken Platine sitzt die Eingangsstufe und das von Andreas Koch entwickelte Wandler-Board, recht die analoge Ausgangsstufe
Dass zum Test bisher nur über den AES/EBU-Eingang angelieferte CD-Daten verwendet werden können, liegt schlicht daran, dass die von Nagra selbst entwickelte USB-Schnittstelle noch nicht hundertprozentig einsatzbereit ist. In München wird sie es dann gewiss sein und nicht nur Musik-Dateien mit 24 Bit und 192 Kilohertz akzeptieren, sondern auch DXD und DSD mit der bei SACDs üblichen Frequenz von 2,8 Megahertz sowie dem Doppelten davon. Was die musikalische Software anbelangt, wird der neue DAC, für den noch ein Name gesucht wird – Vorschläge gern an die Redaktion (redaktion@hifistatement.net) –, also auch auf lange Sicht zukunftssicher sein.

Die D/A-Wandlung übernimmt eine Entwicklung von Andreas Koch, der vielen Hifi-Fans durch seine bestens beleumundeten Playback-Design-Wandler und -CD-Player und vor allem durch das für die Produktion von SACDs für Sony erstellte Sonoma-Studiosystem bekannt sein dürfte. Hifistatement-Leser werden sich an seinen Beitrag in der Rubrik Grundlagen zur Zukunft des DSD-Formats erinnern.

Die Zwischenübertrager und die Röhre prägen den Klang des neuen DACs
Die Zwischenübertrager und die Röhre prägen den Klang des neuen DACs

Nagra verwendet die Schaltungen der zugelieferten, aber speziell für die Anwendung im neue DAC konzipierten Wandler-Platine nur partiell: Nach dem Delta-Sigma-Wandler geht es direkt in eine enorm aufwändige, von Philippe Chambon entwickelte Schaltung. Das Signal durchläuft hier einen Impedanzwandler, der keinerlei Strom- oder Spannungsverstärkung vornimmt, und gelangt danach zu einem sehr komplexen Zwischenübertrager. Schon das verwendete Eisen unterscheidet sich von den üblicherweise eingesetzten Sorten. Ein Resultat des Aufwands: Von zehn Hertz bis 100 Kilohertz soll der Trafo nahezu phasenlinear arbeiten. Von der Sekundärseite geht es dann weiter zu einer Militärversion einer ECC82-Röhre, die aber ebenso wie der Impedanzwandler weder verstärkt noch mit Gegenkopplung arbeitet. Die notwendige Verstärkung bewirkt einzig und allein der Zwischenübertrager. In der aktuellen Version wird das Signal über Kondensatoren von Mundorf ausgekoppelt, es laufen aber noch Experimente mit Zinn/Teflon-Kondendatoren, die eigens für Nagra gefertigt werden. Da die gesamte Schaltung unsymmetrisch ausgelegt ist, wird das Signal für die XLR-Buchsen der Serienversion ganz klassisch trafosymmetriert.


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