NAD M22 und C 275 BEE

30.05.2016 // Wolfgang Kemper

Seit den Gründungsjahren, in denen NAD mit seiner Firmen-Maxime, hohes technisches Knowhow und besten Klang mit preiswerten Produktionsmöglichkeiten zu verknüpfen, seinen einzigartigen Leumund am Weltmarkt begründete, hat sich viel getan: Die Firmenstruktur ist über die Jahre nicht dieselbe geblieben. Seit langem, genau seit 1999, gehört NAD zum kanadischen Unternehmen Lenbrook Group of Pickering in Ontario. Die ist beileibe nicht irgendwer, sondern war bereits viele Jahre engstens mit NAD verflochten, denn sie kümmerte sich um den Vertrieb von NAD in Kanada und den USA.

Zwei Paar Lautsprecher lassen sich an der C 275 betreiben. Auch die justierbare Eingangsempfindlichkeit kann ein nützliches Feature sein, wenn man beispielsweise Bi-Amping mit verschiedenen Endstufen betreibt
Zwei Paar Lautsprecher lassen sich an der C 275 betreiben. Auch die justierbare Eingangsempfindlichkeit kann ein nützliches Feature sein, wenn man beispielsweise Bi-Amping mit verschiedenen Endstufen betreibt

Die Unterschiede zwischen unseren beiden Endstufen könnten kaum größer sein: Die C 275 BEE basiert auf dem klassischen NAD-Konzept der späten Achtziger und erinnert sehr stark an meine betagte, 1993 erworbene 2200 PE aus der NAD-Classic -Line, ist aber wesentlich moderner ausgestattet. Sie besitzt zeitgemäße Anschlüsse für die Lautsprecher, und auch der Blick ins Innere gibt sofort Aufschluss über Veränderungen: Die moderne Version strotzt mit einem üppigen Holmgren™-Ringkerntransformator. Sie wiegt zudem über zwei Kilogramm mehr als ihr damals erfolgreicher Vorgänger. Auch profitiert sie von den zwischenzeitlich eingeführten Entwicklungen wie der exklusiven NAD-Technologie für bestmögliche Musikwiedergabe, die aus der Masters-Serie stammende BEE Anti-Saturation-Clamp. Diese garantiert eine extrem stabile Stromversorgung. Die patentierte Distortion-Canceling-Schaltung eliminiert das Rauschen in der Ausgangsstufe. Darüber hinaus sorgen die diskret aufgebauten Class-A Spannungsverstärker der C 275 BEE für weiter verbesserte Rausch- und Verzerrungswerte.

Ein Blick in die sauber aufgebaute C 275 BEE, auch wenn ihr Grundkonzept schon vor Jahrzehnten dasselbe war, finden sich Innovationen…
Ein Blick in die sauber aufgebaute C 275 BEE, auch wenn ihr Grundkonzept schon vor Jahrzehnten dasselbe war, finden sich Innovationen…

Die Masters M22 ist ein Verstärker modernster Technologie, von NAD selber als idealer Verstärker bezeichnet. Der digitale Aufbau entstand in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Hersteller Hypex. Dort hat man das in den neunziger Jahren entwickelte UcD-Konzept (Universal Class D) eines analogen Schaltverstärkers erheblich verbessert. Mittels der modernen nCore®-Technologie gelingt nun eine deutlich sauberere, musikalischere Signalaufbereitung. Zudem wirken sich diskrete Treiber- und Ausgangsstufen in der Masters M22 klanglich positiv aus. Um die ungeliebten Kondensatoren im Signalweg zu vermeiden, und gleichzeitig ein Phasen-stabiles Verhalten und niedrige TIM und THD Fehlerwerte zu bekommen, benutzt man eine kluge, unterhalb zwei Hertz wirksame Gleichspannungs-Filterung. Das hoch effektive Schaltnetzteil generiert kurzfristig enorme Leistungen, so dass Dynamikspitzen mühelos und sauber verarbeitet werden können. Den bei NAD-Leistungsverstärkern üblichen Soft-Clipping-Schalter findet man hier nicht, denn das Soft-Clipping ist ein fixer Bestandteil der Schaltung und so stets aktiv. Auch die Bedienung der Masters M22 ist modern und komfortabel. Alternativ zum manuellen erlaubt eine Automatik das Signal-abhängige Ein- oder Ausschalten. Sie wird über den rückseitigen LED-Taster aktiviert, mit dem auch die Helligkeit des beleuchteten Logos auf der Front gewählt werden kann. Mittels des Trigger-Anschlusses ist die M22 auch durch den Steuerstrom eines Vorverstärkers einschaltbar. Cinch-Eingänge sind alternativ zu den symmetrischen XLR-Buchsen vorhanden. Ein wertiger Kippschalter selektiert pro Kanal getrennt den Eingang. Sehr praktisch sind die Entkopplungs-Teller für die Aufstellung der M22, die zusätzlich zu den mit Spikes versehenen Gerätefüßen verwendet werden können. Sie werden magnetisch gehalten und fallen somit beim Anheben der Endstufe nicht herunter.


  • NAD Masters M50.2 – Teil 2

    Der M50.2 ist eine digitale Quelle mit vielen Möglichkeiten. Das Gerät selber bietet viele Optionen und die BluOS-App wartet auch mit einigen Spezialitäten auf. Im ersten Teil meines Bericht habe ich mich auf das Wesentliches beschränkt, trotzdem bleibt noch mehr als genug Stoff für einen spannenden zweiten Teil. Bei der Suche nach gespeicherter Musik ist der NAD luxuriös. Neben den gewohnten Such-Optionen nach Album, Interpret, Genre und anderen, erlaubt BluOS unter Album ein feineres Sortieren…
    15.01.2018
  • NAD Masters M50.2 – Teil 1

    NAD ergänzt seine anspruchsvolle Masters-Linie durch den Highend-Streaming-Player M50.2. Der bietet vielfältige und sinnvolle Ausstattung, verbunden mit komfortabler Bedienung. Nicht nur deshalb dürfte der NAD M50.2 auch außerhalb einer Masters-Anlage sehr interessant sein. Gerade zur rechten Zeit trifft der seit langem erwartete CD-Netzwerk-Allrounder von NAD bei mir zum Test ein. Seit zwei Tagen bin ich aus dem Urlaub zurück, während dessen ich erfahren hatte, dass bei meinem Qobuz Sublime Plus-Abonnement nun sämtliche Alben des von…
    12.01.2018
  • NAD C 338 und Dynaudio Emit M 10

    Eine neue Generation von Verstärkern bei NAD und die aktuelle Einstiegsreihe bei Lautsprechern von Dynaudio legten es nahe, sich mal mit den jeweils kleinsten Modellen in Kombination zu beschäftigen. Als ich vor inzwischen drei Jahren schon mal eine Kombination aus NAD-Verstärker + CD-Player und Dynaudio-Lautsprechern im Test hatte, war das eine ganz klassische Kombination im Einsteigersegment. Aus der Idee heraus zu sehen, was sich in der Zwischenzeit getan hat, landete bei mir mit dem NAD…
    27.12.2017
     
  • BlockAudio Line & Power Block and Mono Block

    BlockAudio was founded by two HiFi and music enthusiasts because amplifiers available on the market failed to meet their expectations in terms of sound, finishing or the price performance ratio. Their first pre/power amplifier combination has a price of 70,000 Euro. No, this doesn’t mean you can smirk, it is not a contradiction: Their amplifiers convince in all three criteria. Jiri Nemec and Dan Oudes have been working together since 2003; they were enthused by…
    01.09.2017
  • NAD stellt neue MDC-Module vor

    NAD Electronics bietet ab sofort die neuen MDC-Module VM 130 und VM 300 an. Beide Module ermöglichen auch älteren NAD AV-Receivern die Verarbeitung von 4K-UltraHD-Videomaterial und verfügen über optionales BluOSTM Audiostreaming. Die innovative MDC-Technologie (Modular Design Construction) von NAD ermöglicht das einfache Aufrüsten kompatibler NAD-Komponenten im Falle neuer technischer Standards: So ergänzen das VM 130 und das VM 300 diese um die derzeit aktuellsten HDMI-Schnittstellen (HDMI 2.0b, HDCP 2.2) mit High-Dynamic-Range (HDR) und 4K-Unterstützung bei…
    27.07.2017
  • Thrax Dionysos und Heros

    Die in Sofia beheimatete Firma Thrax hat sich in kurzer Zeit einen ganz ausgezeichneten Ruf unter Audiophilen erarbeitet. Dirk Sommer hat vor einiger Zeit der Phonostufe Orpheus von Thrax gar „Weltklasse-Fähigkeiten“ bescheinigt. Ich habe deshalb sofort zugegriffen, als sich mir die Gelegenheit bot, mich mit der Line-Vorstufe Dionysos und den Mono-Endstufen Heros intensiver zu beschäftigen. Dazu passte ganz hervorragend, dass Rumen Artarski, der Chef und Eigentümer von Thrax, Dirk Sommer und mich im Vorfeld der…
    19.06.2017