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NAD Masters M50.2 – Teil 2

15.01.2018 // Wolfgang Kemper

Zu meinem Erstaunen gibt es immer wieder auch unter Fachleuten die Aussage, dass im digitalen Bereich der Klang ausschließlich vom Digital-Analog-Converter bestimmt wird. Bei Hifistatement haben wir mehrfach über Klangunterschiede berichtet, die auf digitaler Ebene durch verschiedene Anschlusskabel, ergänzende Geräte (Mutec MC-3+Smart Clock USB) oder Anschluss-Alternativen (übers Netzwerk statt per USB) entstehen und nachvollziehbar sind. Bei der Vielseitigkeit des Masters 50.2 ergeben sich interessante Fragestellungen hinsichtlich der Klang-Qualität.

Angeschlossen wurde der M50.2 zum Test über ein JIB-Boaacoustic Krypton AES/EBU-Kabel an meinem Audio-gd DA-Wandler. Zum Vergleich stand bereit: Mein Apple Mac Mini mit dem aktuellen Audirvana Plus 3, per Audioquest Diamond USB-Kabel verbunden mit der Mutec MC-3+Smart Clock USB. Die wiederum war mit dem JIB Boaacoustic Silver Digital Carbon SPDIF mit dem DAC auf gleichem Qualitätsniveau wie AES/EBU verbunden. So war ein vergleichendes Umschalten am DA-Wandler möglich. Auf diesem Wege lassen sich Klangunterschiede beim Streamen aus den Musik-Portalen oder von den Festplatten relativ leicht ermitteln.

Während der Einhör-Phase, die ich überwiegend mit Streamen von Qobuz verbrachte, begeisterte mich die Musikalität des NAD. Bei den unzähligen ECM-Titeln habe keinerlei irgendwie geartete Nervigkeit gespürt. Mal abgesehen von meinen persönlichen, biologischen Grenzen spielte der M50.2 total ermüdungsfrei. Dabei gefiel mir das detailgenaue und „analoge“ Klangbild. Die Klangfarben-Treue ist frappierend. Als Beispiel dafür möchte ich Jan Garbareks Sopran-Saxophon in „A.I.R.“ vom Album Witchi-Tai-To nennen, das mit einer Plastizität, Körperlichkeit und Klangfarben-Fülle im Raum erstrahlte, nachdem das Intro von Percussion und Klavier tiefengestaffelt und detailreich auf die Bühne gestellt war. So gut kenne ich dieses Stück nur von meiner LP, die ich selbstverständlich zum Vergleich heranzog. NAD und Vinyl klangen sehr ähnlich und disqualifizierten ganz klar den optimierten Apple Mac Mini. Der klang vergleichsweise dünn bis steril. Auch Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt auf EMI mit Anneliese Rothenberger und dem schrägen Theo Lingen gefällt durch ein wärmeres, angenehm rundes Klangbild mit sehr realistischen Klangfarben und besserer Stimmen-Authentizität. Die Bühne ist weniger in die Breite gezogen, wirkt echter, weil der NAD die räumliche Tiefe klarer gestaltet. Dies wirkt manchmal unaufdringlicher und geschlossener und ist im Vergleich dem Computer klar überlegen. Das Alles macht das Zuhören sehr entspannend und genussvoll. Der wärmere, tonale Charakter verschleiert nichts, sondern qualifiziert sich als die überzeugendere Interpretation. Nachdem der NAD den Apple beim Streamen von Qobuz eindeutig übertraf, bestätigte er diese Überlegenheit auch beim Streamen über das Netzwerk, indem ich ihn auf den Server mit den Highres Files zugreifen ließ.

Der Vergleich von MQA-Musik mit dem gleichwertigen „normalen“ Musik-File ist mit dem NAD ausgesprochenaufschlussreich (linker Screenshot)
Der Vergleich von MQA-Musik mit dem gleichwertigen „normalen“ Musik-File ist mit dem NAD ausgesprochenaufschlussreich (linker Screenshot)


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