tests/18-04-30_baudio
 

B.audio B.dpr

30.04.2018 // Roland Dietl

Einen DAC zu konzipieren, zumal als Erstlingswerk, ist meiner Meinung nach ein sehr ambitioniertes Projekt. Zum einen gibt es mittlerweile eine kaum noch überschaubare Fülle an derartigen Geräten in allen Qualitäts- und Preisklassen. Wie soll man sich da als Newcomer vom Wettbewerb unterscheiden oder gar etwas Neues bringen? Zum anderen treffen gerade in einem DAC Digital- und Analog-Technik aufeinander, die jeweils völlig unterschiedliche Anforderungen an ihren Entwickler stellen. Das hört sich nach einer „Mission Impossible“ an. Allerdings ist der B.audio DAC alles andere als ein Schnellschuss. Cédric beschäftigt sich damit seit mehr als 10 Jahren.

Am Anfang stand die Beobachtung, dass die Wiedergabe aus digitalen Quellen oft als sehr detailliert, gleichzeitig aber auch als eher hart empfunden wird, wohingegen die Wiedergabe analoger Medien als natürlicher und geschlossener wahrgenommen wird, ohne jedoch die hohe Auflösung des Digitalen zu erreichen. Daraus entstand das Ziel, beides miteinander zu verbinden. Cédric versuchte zu verstehen, wie bestimmte technische Lösungen den Klang eines DAC in der einen oder anderen Richtung beeinflussen. Das Resultat dieser Forschungen und Erkenntnisse ist der B.dpr.

Das Display ist dezent und trotzdem hervorragend ablesbar
Das Display ist dezent und trotzdem hervorragend ablesbar

Dass die Basis eines guten HiFi-Geräts mit dem Netzteil gelegt wird, ist keine neue Erkenntnis. Allerdings wird gerade an dieser Stelle aus Kostengründen oft gespart. Cédric lässt an dieser Stelle nichts anbrennen. Im B.dpr finden sich zwei separate Ringkerntransformatoren, einer für den digitalen und einer für den analogen Bereich. Jede Sektion – DSP, Clock, DAC, Analog-Stufe, DC-Servo – hat ihre eigene elektronische Stabilisierung, um gegenseitige Störungen, insbesondere zwischen der Digital- und Analogsektion von Anfang an zu vermeiden. Sorgfältig konzipierte Over-Sampling-Filter sind sicherlich eine der klanglich relevanten Baugruppen in einem DAC. B.audio hat sich deshalb an dieser Stelle für die Eigenentwicklung eines linearen Phasenfilters entschieden, die mit einem integrierten DSP realisiert ist. Damit sollen die typischen Pre-Echo-Phänomene dieses Filtertyps vermieden und das gute Verhalten im Transienten-Bereich erhalten bleiben. Die Analog-Sektion ist nach Aussage von Cédric mit hochwertigen integrierten Operationsverstärkern aufgebaut. Welche Typen genau verwendet werden, ist Firmengeheimnis. Da die Schaltung vollständig gleichspannungsgekoppelt ist, müssen unerwünschte Gleichspannungsanteile am Ausgang ausgeregelt werden, um nachfolgende Geräte nicht zu gefährden. Hierzu wurde eine spezielle mehrpolige DC-Servo-Schaltung entwickelt. Damit befindet sich kein Koppelkondensator im Signalweg getreu dem Motto „der beste denkbare Koppelkondensator wird immer schlechter sein als überhaupt kein Kondensator“. Unabhängig von der verwendeten Wandlungstechnologie produziert ein DAC unerwünschte, hohe Frequenzen, die herausgefiltert werden müssen. Hierfür kommen Filter mit niedriger Phasenabweichung zum Einsatz, um Dynamik und Mikroinformation aufrechtzuerhalten. Die Lautstärkeregelung erfolgt vollständig analog über hochwertige Relais in 64 Stufen von -80 bis +0 Dezibel.

Die Rückseite: links die beiden Analogausgänge, in der Mitte die sechs Digital-Eingänge und rechts die Kaltgerätebuchse für das Netzkabel mit Netzschalter
Die Rückseite: links die beiden Analogausgänge, in der Mitte die sechs Digital-Eingänge und rechts die Kaltgerätebuchse für das Netzkabel mit Netzschalter


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