tests/19-05-27_merason
 

Merason DAC-1

28.05.2019 // Wolfgang Kemper

Geordnete Verhältnisse im Inneren und eine Menge Materialeinsatz. Der kanalgetrennte Aufbau ist zu erkennen
Geordnete Verhältnisse im Inneren und eine Menge Materialeinsatz. Der kanalgetrennte Aufbau ist zu erkennen

Wegen ihrer speziellen Architektur, letztendlich aber aus rein klanglicher Sicht, entschied sich Daniel Frauchiger für zwei Burr-Brown PCM1794-A-Wandler-Chips. In Mono-Schaltung verwendet er einen für jeden Stereo-Kanal. Der PCM1794A hat auf diese Weise einen Dynamikumfang von 132 Dezibel. Das sind gegenüber einer Stereo-Schaltung mit nur einem Baustein ganze fünf Dezibel mehr. Da der PCM1794A einen Stromausgang besitzt, wird das Stromsignal in ein Spannungssignal gewandelt. Dies geschieht nicht mittels Operationsverstärkern, sondern aufwendig in diskretem Aufbau. Das so gewonnene Spannungssignal wird in der Ausgangsstufe in Class-A-Technik gepuffert und liegt an den XLR-Ausgangsbuchsen als symmetrisches, an den Cinch-Buchsen als asymmetrisches Ausgangssignal an. Die analoge Signalverarbeitung ist vom Wandlerbaustein bis zum Ausgang konsequent symmetrisch ausgeführt. Zwischen Wandlerbaustein und Ausgang liegen Tiefpassfilter mit hochwertigen, teuren Silberglimmerkondensatoren und Koppelkondensatoren als Sicherheitsmaßnahme gegen unerwünschte Gleichspannung. Dem Layout der Hauptplatine wurde höchste Aufmerksamkeit geschenkt, damit die außerordentlich hohen Störabstände erreicht werden konnten.

Hier sieht man einen der Burr-Brown PCM-1794-A-D/A-Wandlerchips
Hier sieht man einen der Burr-Brown PCM-1794-A-D/A-Wandlerchips

Daniel Frauchiger berichtete mir, dass Bauteile und diverse Schaltungen in zahlreichen Hörsitzungen mit mehreren Teilnehmern eingehend auf ihren Klangeinfluss geprüft wurden. Dies betrifft insbesondere Kondensatoren, Spannungsregler, Wandler-Chip, Transistoren, Widerstände, I/V-Wandler, Ausgangsstufe und was sonst noch relevant sein könnte. Aus musikalischen Gründen findet kein Oversampling statt. Das Gehäuse, die Frontplatte und die Bedienknöpfe sind Swiss Made. Auch die Bedruckung, Bauteilebestückung, Montage, Inbetriebnahme und Kontrolle erfolgen ausschließlich in der Schweiz. Es seien all die kleinen Schritte und Entscheidungen, die letztlich zum Endergebnis führten: detailreiche, volle, musikalische, harmonische und entspannte Musikwiedergabe mit tiefer und breiter Bühne. Dies zu überprüfen war mir schon nach den ersten Höreindrücken ein Vergnügen. Denn der Merason erschloss sich mir sehr schnell als angenehmer Mittler der Musik, dessen auffälliges Merkmal die gelungene Synthese zwischen einer sehr angenehmen Tonalität und der gleichzeitigen Detail-Freudigkeit und Feinzeichnung ist. Er vermittelt die Musik authentisch, farbig nuanciert und klingt in keiner Weise aufdringlich. Das konnte ich wohltuend registrieren, als ich nach knapp einer Woche von der HighEnd zurückkehrte und spät abends noch bei einem Glas Rotwein die per Qobuz gestreamte Scheherazade von Rimsky-Korsakov, interpretiert von L'Orchestre de la Suisse Romande unter Leitung von Ernest Ansermet, entspannt genoss. Der Merason zeichnet das Orchester wunderschön tief geordnet, kraftvoll und fein dynamisch. Die Solo-Violine glänzt mit ihrer Zartheit und ihrem Klangfarbenspiel. So kann man die Mühen des Tages leicht vergessen und in der Musik schwelgen.

Die Gelben sind die kostspieligen Silberglimmerkondensatoren
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