tests/19-06-11_hifiman
 

Hifiman Jade II

11.06.2019 // Finn Corvin Gallowsky

Passend zum Verstärker ist auch das Design des Jade II eher schlicht und funktional. Die verwendeten Materialien machen jedoch einen sehr hochwertigen Eindruck und auch die Verarbeitung des Kopfhörers ist perfekt. Die zwischen zwei Statoren gelagerte Treibermembran ist mit weniger als 0,001 Millimeter sehr dünn und somit äußerst impulsfreudig, besonders im Hochtonbereich. So erklärt sich der Frequenzgang von 7 Hertz bis 90 Kilohertz. Der Betrieb des Kopfhörers erfordert eine Speisespannung zwischen 550 und 650 Volt. Die Oberfläche des ebenfalls nanometerdünnen Staubschutzes schimmert je nach Blickwinkel grün oder magenta, wird so dem Namen Jade gerecht und verleiht dem Ganzen das gewisse Etwas. Der Jade II ist mit 365 Gramm wirklich unglaublich leicht. Nach kurzer Zeit merke ich schon gar nicht mehr, dass ich überhaupt einen Kopfhörer trage. Der Anpressdruck der Polster ist ebenfalls sehr angenehm und genau richtig dosiert. Normalerweise bin ich in dieser Hinsicht eher empfindlich, der Jade II ist aber wirklich kaum spürbar. Das Kopfband aus Kunstleder ist fest in den Aluminiumbügel integriert, für größere Köpfe können die ovalen Ohrmuscheln um gute 4 Zentimeter aus dem Rahmen herausgezogen werden. In kleinster Einstellung passt der Kopfhörer bei mir perfekt. Beste Voraussetzungen für eine angenehme Testphase.

Die großzügig geschnittene Ohrmuschel passt auf jedes Ohr und bietet angenehmen Tragekomfort
Die großzügig geschnittene Ohrmuschel passt auf jedes Ohr und bietet angenehmen Tragekomfort

Bevor der Hifiman zu mir auf die Reise ging, wurde er von Jan Sieveking im deutschen Hifiman Vertrieb Sieveking Sound mit Sitz in Bremen schon etliche Stunden eingespielt. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass speziell der Bassbereich in den ersten Tagen noch deutlich an Kontur, Rundheit und Tiefgang gewann.

Eingespielt und samt Kopfhörerständer erreicht mich das Paket von Jan Sieveking aus Bremen
Eingespielt und samt Kopfhörerständer erreicht mich das Paket von Jan Sieveking aus Bremen

Als ersten Versuch umgehe ich die Lautstärkeregelung des Brooklyn und möchte lediglich den Lautstärkeregler des Treiberverstärkers nutzen. Da ich sehr oft abends oder sogar nachts Musik höre und meine Ohren dann an die allgemein geringeren Umgebungsgeräusche adaptiert sind, höre ich oft extrem leise. Tatsächlich ist mir in diesem Fall die erste Lautstärkestufe schon zu hoch, was aber nicht weiter wild ist, ich nutze zusätzlich einfach doch das Potentiometer des Brooklyn. Schon bei geringen, in meinem Fall wohl eher geringsten, Lautstärken leistet die feine Membran erstaunliches, agiert jedoch fernab ihres eigentlichen Potentials. Dementsprechend kann ich mir kaum vorstellen, dass sich jemand daran stört, dass der Regelbereich des Pegelsteller nicht der allergrößte ist, den man sich vorstellen kann. Ein weiterer persönlicher Kritikpunkt ist die nicht austauschbare Zuleitung zum Kopfhörer. Sollte es hier einen Defekt geben, ist man gezwungen, den gesamten Kopfhörer einzuschicken. Hört man jedoch erst einmal das volle Potential des Jade II, ist eh alles andere vergessen. Deshalb komme ich an dieser Stelle ohne weitere Umschweife zu meinem Hörerlebnis.

Zugegeben, die Einfassung des Quellenumschalters hätte etwas präziser sein können
Zugegeben, die Einfassung des Quellenumschalters hätte etwas präziser sein können


  • Melco S100

    Ich habe es Melco zu verdanken, dass ich meine gerippten CDs und hochaufgelösten Audio-Files schon seit Jahren nicht mehr per Computer abspiele. Inzwischen umfasst das Angebot der japanischen Digital-Spezialisten nicht nur diverse Musikserver und Netzwerkspieler, sondern auch ein für Audio-Anwendungen optimiertes Switch. In der Kette meiner Gattin im Wohnzimmer liefert ein N1A 60HA/2 die Daten, im Arbeitszimmer ist es N1Z 60HA/2, und zum Rippen von CDs benutzen die Kollegen und ich das D100-Laufwerk, unseren sogenannten…
    21.02.2020
  • Ayon S-10 Netzwerkplayer

    Ayon S 10 – hatten wir das nicht schon einmal? Richtig - und das Gerät hatte mich seinerzeit restlos begeistert, aber das ist mittlerweile schon wieder drei Jahre her. Grund genug nachzusehen, was sich in der brandneuen Version S 10 II technisch und klanglich getan hat. Rein äußerlich – so scheint es – hat sich nichts verändert. Wir haben nach wie vor das hervorragend verarbeitete und ganz in schwarz f Gehäuse aus gebürsteten Aluminiumteilen mit…
    18.02.2020
  • Pro-Ject Power Box RS Uni 1-way für Pro-Ject CD Box RS2 T

    Wer sich das Vergnügen eines Pro-Ject-CD-Box-RS2-T-Laufwerks leistet, bekommt dies mit einem simplen Schaltnetzteil geliefert. Mit dem eines optionale Linearnetzteil bietet Pro-Ject eine Chance zur weiteren klanglichen Aufwertung des CD-Transport, die man nicht außer Acht lassen sollte. Ehrlich gesagt, bin ich auf die Option, das einfache Schaltnetzteil gegen das Linearnetzteil Power Box RS Uni 1-way auszutauschen, nur gestoßen, weil mich das ständige Leuchten der blauen LED am Schaltnetzteil störte. Denn abschaltbar war nur der CD-Transport selber.…
    14.02.2020
  • Astell&Kern SP2000 Ultima

    Was könnte man einem Audiophilen empfehlen, der schon alles hat? Genau, einen Digitalen Audio Prozessor der Spitzenklasse! Hier drängt sich einer der Pioniere dieser Geräteart geradezu auf: der Koreanische Hersteller Astell&Kern. Mit seinem Flaggschiff reitet er eine Attacke auf unsere Brieftasche. Allerdings wird dafür auch Außergewöhnliches geboten. Die Koreaner waren die ersten, die den Digitalen Audio Prozessor vom Massen-Billigprodukt weg in die HiFi-Welt eingeführt haben. Bereits vor sechs Jahren hatte Kollege Sommer den AK 100…
    11.02.2020
  • Chord ÉTUDE

    Die preisgünstigste Möglichkeit, Chords neues Schaltungskonzept zu erleben, ist die Endstufe Chord ÉTUDE, die sich beim Design an den fulminanten DAVE orientiert. Sie ist das jüngste Mitglied der kompakten CHORAL-Serie, das der CD-Transport BLU2 komplettiert. Auf der letzten Highend in München präsentierte Jahn Franks, der CEO und Entwickler von Chord Electronics, seine Referenzserie Ultima. Ursprünglich war geplant, eine dieser Endstufen zu testen, aber die Nachfrage ist aktuell so groß, dass wir dieses Vorhaben wohl erst…
    28.01.2020
  • Chord Company C-Series und Clearway

    Mehrere Kollegen haben in ihren Besprechungen von Kabeln der Chord Company jeweils ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis ausgemacht. Warum also nicht mal die günstigsten Varianten ausprobieren und sehen, ob auch günstig und trotzdem preiswert im eigentlichen Sinne funktioniert? Während man auch bei Chord für ein einzelnes RCA-Kabel so viel ausgeben kann, wie die meisten Menschen nicht mal in eine komplette Hifi-Anlage stecken würden, gehe ich den umgekehrten Weg und suche mir jeweils ein Pärchen Cinch- und Lautsprecherkabel…
    21.01.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.