tests/19-09-20_struss
 
Test.
Polish English|

Struss Audio DM250

20.09.2019 // Wojciech Pacula

Auf der Frontplatte des Verstärkers befindet sich der Schriftzug „Dual Mono“ und auf der Rückseite steht „Dual Mono Amplifier“. Beim Anheben ist sofort klar, dass trotz der geringen Abmessung viel Kupfer und Aluminium verbaut wurde ist: Der Begriff „Dual Mono“ steht für eine separate Stromversorgung für die beide Kanäle. Der Amp verfügt über zwei große Ringkerntransformatoren mit einer Leistung von je 500 Watt, die auf einer dicken, verkupferten Platte montiert sind. Außerdem gibt es je zwei Kondensatoren für jeden der beiden Kanäle. Die Gesamtkapazität im Bereich der Stromversorgung zur Siebung beträgt 60.000 Mikrofarad. Der Endstufenbereich basiert auf dem Struss-eigenen Patent RP Nr. 176514. Es handelt sich um eine Schaltung ohne Koppelkondensatoren, die vollständig auf Feldeffekttransistoren basiert. Beide Kanäle teilen sich die gleiche Leiterplatte, größtenteils SMD-bestückt. Die Transistoren wurden auf eine 15 Millimeter dicke Aluminiumplatte geschraubt. Zusammen mit einem großen Kühlkörper und dem Gehäuse leitet sie Wärme von den Ausgangstransistoren ab: zwei komplementäre Paare N-MOSFET-Feldeffekttransistoren IRFP240 und IRFP9240 pro Kanal . Die Verschraubung der Transistoren mit einer dicken, vibrationsdämpfenden Platte soll Mikroschwingungen und den Mikrofonieeffekt reduzieren. Man weiß ja, dass dieser aus Röhrengeräten bekannte Effekt auch Transistorschaltungen beeinträchtigt.

b_850_0_16777215_10_images_content_tests_19-09-20_struss_3Y8A0375.jpg

Der Vorverstärker ist auf einer separaten Leiterplatte aufgebaut, die an der Rückwand verschraubt wird. Er basiert auf J-FET-Transistoren, die in einer ähnlicher Schaltung wie Pentoden in Röhrenverstärken arbeiten. Dadurch werden die dritten Harmonischen minimiert wurde, während die zweiten stärker ausgeprägt sind. Dies soll dazu beitragen, einen Röhren-ähnlichen – sprich natürlicheren und angenehmeren – Klang zu bekommen. Die Eingänge werden über Relais geschaltet, und der CD-Eingang scheint einen kürzeren Signalweg als die übrigen Eingänge zu haben. Der Phonoeingang arbeitet mit einer einzigen integrierten Schaltung von Texas Instruments, bei der die Beschriftung entfernt wurde. Das Lautstärkeregler-Potentiometer stammt von der Firma Alps und ist über recht lange Kabel mit der Vorstufenplatine verbunden. Die Fernbedienung wurde interessant gestaltet: Sie ist rund und schwer. Sie wurde so ausgelegt, dass man mit ihr bequem die Lautstärke regeln kann, wenn sie auf einer ebenen Fläche liegt.

STATEMENT

Der DM250 ist ein wirklich guter Verstärker von Herrn Zdzisław: Er klingt wunderschön satt, voll, aber er ertränkt nicht alles in Brei. Der Hochtonbereich besitzt eine außergewöhnliche Leichtigkeit und kommt dabei völlig ohne Aufhellung oder Schärfe aus. Der Bass ist unglaublich tief und kraftvoll, versucht aber nicht, in puncto Kontrolle und Auflösung mit den Besten zu konkurrieren. Er soll einfach ein sehr solides und tragfähiges Fundament für das übrige Klangbild darstellen. Offensichtlich ist der Mitteltonbereich der wichtigste Teil des Spektrums: Gesang und kleine Kammerensembles klingen großartig, elektronische Musik ebenso. Trotz dieser tonalen Abstimmung ist der Struss ein sehr universeller Verstärker, denn er liefert einen sehr schnellen und sauberen Klang, auch wenn dieser unter Farben und Fülle verborgen ist. Der Phonovorverstärker stellt hier eine schöne Ergänzung dar, aber nur mit hochwertigen digitalen Quellen und externen Phonovorverstärkern kann der DM250 all das zeigen, was ich hier beschrieben habe. Herzlichen Glückwunsch!
Herstellerangaben
Struss Audio DM250
Ausgangsleistung 130W an 8Ω, 250W an 4Ω
Frequenzgang 5Hz – 250kHz (- 3dB/1W/8Ω)
Ausgangsimpedanz 0,10Ω
Totale Harmonische Verzerrungen 0,1% bei 1W an 8Ω, 0.025% bei 130W an 8Ω
Flankensteilheit 200V/μs
Dynamik 140dB
Fremdspannungsabstand 145dB (IHF-A bewertet)
Eingangsempfindlichkeit 500mV (Cinch), 250mV (XLR), 3mV (MM), 0,775V (Endstufe)
Eingangsimpedanz 100kΩ (Cinch), 22kΩ (XLR), 47kΩ (MM), 47kΩ (Endstufe)
Leistungsaufnahme 40VA bis max. 800VA
Class-A-Bereich 2 x 10W
Abmessungen (B/H/T) 430/102/338mm
Gewicht 16kg
Preis 4.370 Euros

Hersteller
Struss Audio sp. z o.o.
Anschrift Aleja Komisji Edukacji Narodowej 36/112B
02-797 Warschau
Polen
Telefon +48 509 709 703
E-Mail kontakt@strussaudio.com
Web strussaudio.pl


  • Ansuz Acoustics PowerSwitch D-TC Supreme

    Not that hifistatement is evolving into a specialist magazine for audiophile LAN switches, but since Roland Dietl and I experienced the improvements in sound that are accessible with it, this topic hasn’t vanished from our minds. At a trade fair in Stuttgart I discovered the Ansuz switch, which, as far as I know, marks the end of the line – at least in terms of price. To my shame, I have to admit that although…
    25.09.2020
  • Audioquest Mythical Creatures – FireBird

    Das ThunderBird aus der Mythical-Creatures-Serie habe ich Ihnen schon vorgestellt und auch verraten, dass die beiden anderen dazugehörenden Mythischen Wesen sich ebenfalls im Hörraum tummeln. Die spezielle Technologie der Kabel ist bereits abgehandelt. Da sollte der Bericht über das FireBird eine völlig unbeschwerte Angelegenheit sein. Eigentlich. Bei der Beschäftigung mit den USB-, Firewire- und Ethernet-Kabeln hatte es sich gezeigt, dass es bei Audioquest völlig ungefährlich ist, sich mit einer Gruppe von Kabeln unterschiedlicher Qualitätsklassen zu…
    22.09.2020
  • Audioquest Mythical Creatures – ThunderBird

    Die mythischen Wesen, um die es hier geht, sind – bei Audioquest nicht überraschend – Lautsprecherkabel. Zur neuen Gattung zählen neben ThunderBird noch FireBird und Dragon. Die drei Top-Modelle zeichnen sich durch spezielle Bass-Kabel für Bi-Wiring aus. Alle drei Arten haben sich im Hörraum breitgemacht und buhlen um Aufmerksamkeit und Einspielzeit. Schon beim Besuch in der Redaktion für das Interview über seine Netzkabel und Netzaufbereiter vor beinahe zwei Jahren hatte Garth Powell einen Prototyp des…
    18.09.2020
  • Finite Elemente Pagode MK II Carbofibre

    Zu Beginn dieses Jahres lieferten Luis Fernandes und Werner Möhring von Finite Elemente mir das neue Pagode Edition MK II Rack zum Test. Inzwischen gibt es eine Option, auch dieses klanglich hervorragende Rack noch zu optimieren, und zwar mit den neuen Einlegeböden aus Carbonfiber. Dank der Corona-Pandemie hatte ich das Vergnügen, das Pagode Edition MK II (https://www.hifistatement.net/tests/item/2736-finite-elemente-pagode-edition-mkii )und seinem seinerzeit zum direkten Vergleich mitgelieferten Vorgänger, das altbewährte Pagode Edition recht lange bei mir stehen zu…
    11.09.2020
  • Medienkonverter Teil 4

    Eine Fragen war bei der bisherigen Beschäftigung mit Medienkonvertern noch offen geblieben: Bringt es auch klangliche Vorteile, in eine elektrische Ethernet-Verbindung einen kurzen Lichtleiter einzuschleifen? Ganz nebenbei gibt es hier noch eine neue Erkenntniss zum großartigen Sonore opticalModule. Auch wenn die Wohnorte der Autoren dieses Magazins – von einem kleinen bayrischen Hotspot einmal abgesehen – ziemlich weit über die Republik verstreut sind, herrscht doch zumindest telefonisch ein recht lebhafter Austausch unter ihnen. So fragt mich…
    04.09.2020
  • Göbel High End Epoque Aeon Fine

    Es wäre wirklich schön, wenn ich mich öfter mit Testobjekten so intensiv beschäftigen könnte wie mit der Epoque Aeon Fine. Schon das Vorgängermodell ohne den Namenszusatz Aeon hatte mich nachhaltig beeindruckt, wenn unsere Beziehung auch getrübt wurde. Dieser Langzeittest hatte ebenfalls Folgen: Währenddessen habe ich die Lautsprecher erworben. Somit bin ich in kurzer Zeit nach Carsten Bussler schon der zweite Hifistatement-Autor, der zu Beginn seines Artikels bekennen muss, den aktuellen Testkomponenten nicht unvoreingenommen gegenüberzustehen. Allerdings…
    01.09.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.