tests/19-10-29_spl
 

SPL Director Mk2

29.10.2019 // Wolfgang Kemper

Klanglich gefiel mir der SPL in meiner Kette auf Anhieb. Es handelte sich um ein Vorführ-Exemplar, das schon mindestens bei einer Hifi-Ausstellung im Einsatz war und deshalb nicht eingespielt werden musste. Daher veränderte es seine Musikalität im Laufe meiner Beschäftigung mit ihm nicht. Meine Hörsitzungen startete ich mit Musik vom Computer. Das USB-Signal wurde – weil es einfach stets besser klingt – im Mutec USB-Reclocker von Jitter-Effekten gereinigt und an den S/PDIF-Eingang des Director Mk2 gegeben.

Auf dem Digital-Bord befindet sich der AKM 4490 Wandlerchip zwischen den beiden roten Kondensatoren, alles genau wie beim Phonitor XE
Auf dem Digital-Bord befindet sich der AKM 4490 Wandlerchip zwischen den beiden roten Kondensatoren, alles genau wie beim Phonitor XE

Ehrlich gesagt, erschreckte mich der Klang des SPL sogar. Denn er ersetzte in meiner Anlage die Audio-gd Vorstufe und meinen PS-Audio Directstream-DAC mit seiner neuen Betriebs-Software Windom und gefiel mir beim ersten Eindruck besser als dieses Knapp-Zehntausend-Euro-Duo. Der Director Mk2 imponierte vom ersten Takt an mit einer sehr ansprechenden Tonalität. Sie verleiht der Musik einen ausgeprägteren Grundton. Das geht überhaupt nicht zu Lasten der Transparenz. Also schloss ich zum Vergleich parallel den PS-Audio DAC über den Mutec-Reclocker über AES/EBU an den SPL an. Der PS-Audio Wandler spielte dann in Sachen Prägnanz und Detailgenauigkeit im direkten Vergleich doch seine Vorzüge aus. Und das sollte er angesichts seines höheren Preises auch! In puncto musikalischer Authentizität, vor allem bei klassischer Musik, egal ob bei kleinen Ensembles oder großem Orchester, war die Klangbalance des Director Mk2 überzeugend und schien mir sogar wirklichkeitsnäher. So konnte ich beim SPL Boccherinis Sonaten für Violoncello mit Bruno Cocset und Les Basses Reunies Vol.2 mit einer der Musik entsprechenden Grundtonintensität erleben. Die Streicher hatten mehr Körper und standen plastischer im Raum. Auch beim Streamen von Qobuz von Peter And The Wolf In Hollywood mit Alice Cooper als Erzähler – es gibt auch eine deutschsprachige Einspielung mit Campino als Sprecher – überzeugte die tonale Balance und vermittelte ein packendes Hörerlebnis, geprägt von vielen Details auch in der Stimme und immer wieder überraschender Feindynamik. Die oberen Tonlagen reproduziert der Director Mk2 nie übertrieben und auch nicht zurückhaltend, sondern offen, klar und luftig zart.

Das gibt es nirgendwo sonst: Nur SPL verwendet diese Voltair-Baugruppen
Das gibt es nirgendwo sonst: Nur SPL verwendet diese Voltair-Baugruppen

Ergänzend habe ich noch meine Phonostufe und meinen Plattenspieler zur Beurteilung des analogen Vorverstärkers hinzugezogen. Beim Hören der Schallplatten bestätigte sich die Musikalität des neuen SPL unter anderem bei Strawinskys „Pulcinella Suite“ mit Neville Marriner oder The Dizzy Gillespie Reunion Big Band (MPS AAA Reissue Series). Es klang stets wunderschön feingezeichnet und angenehm. Das Klangbild über den analogen Eingang überzeugt durch eine sehr offene, präzise Darstellung ohne irgendein Lästigkeitsempfinden.

STATEMENT

Der Director Mk2 ist an entscheidender Stelle gegenüber seinem Vorgänger aufgewertet. Selbst wenn man die Vorzüge in der Bedienungs- und Anschluss-Ausstattung nicht in die Waagschale wirft, hat er klanglich zugelegt und agiert mit dem auf dem AK4490EQ basierenden Digital-Analog-Wandler musikalisch auf einem Niveau, das sich locker mit dem höherpreisiger Mitbewerber messen kann.
Gehört mit
Computer Apple MacMini mit OS X El Capitan, Audirvana Plus 3 und Qobuz, Dell i7 mit Windows Server, AudiophileOptimizer 3.0 und Roon
DA-Wandler PS Audio Direct-Stream-DAC mit Windom
Plattenspieler Brinkmann Bardo mit Musical Life Tonarm
Tonabnehmer Audio Technica ART 9
Phono-Vorstufe Plinius Koru
Vorverstärker Audio-gd Master 9
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100
Equalizer für den Bass: LA Audio EQ231G
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Zubehör Audioquest Diamond USB, In-akustik Black&White NF-1302, Audio-gd NF Cinch und XLR, QED Genesis Silver Spiral LS mit Enacom LS, Shunyata Andromeda LS mit Enacom LS, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC. Source und NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum-Absorber von mbakustik und Browne Akustik
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basis, Acapella Basis
Herstellerangaben
SPL Director Mk2
Analoge Eingänge 2 Paar XLR, symmetrisch (10 kOhm), 4 Paar Cinch, unsymmetrisch (47 kOhm)
Max. Eingangspegel +32,5 dBu
Digitale Eingänge AES/ EBU symmetrisch, SPDIF Cinch, Toslink, USB (B)
Abtastraten 32 Bit PCM 44.1, 48 , 88.2, 96, 176.4, 192, 352.8, 384, 705.6, 768 kHz, DSD: DSD1 (DSD64), DSD2 (DSD128), DSD4 (DSD256)
Wandler-Chip AK4490-Velvet Sound
Analoge Ausgänge Neutrik XLR, symmetrisch, (Plus auf Pin 2) und Cinch, unsymmetrisch (Direct Out ungeregelt)
Ausgangs-Impedanz 75 Ohm
Maximaler Ausgangspegel 32,5 dBu (0 dBu = 0,775 V)
Frequenzgang (analog) 10 Hz (-0,1 dB), 200 kHz (-1,2 dB)
Übersprechen bei 1 kHz -108 dB (analog); -108 dB (digital)
Klirrfaktor 0,00992 % (analog 0 dBu); 0,0014 % (digital -1 dBfs)
Rauschen (A-bewertet) -102,5 dB (analog); -100,2 dB (digital)
Dynamikumfang 135 dB (analog); 115,2 dB (digital)
Interne Betriebsspannungen Analog: +/- 60 V
Digital + 7 V und + 3,3 V
Netzspannung 230 V AC, 50 Hz / 120 V AC, 60 Hz
Leistungsaufnahme maximal 40 VA
Sicherung 230 V = T 500 mA, 115 V = T 1 A
Stand-By Stromaufnahme 0,7 Watt
Maße inkl. Füße 278 mm B x 100 mm H x 330 mm T
Front-Farben silber, rot, schwarz
Gewicht 4,55 kg
Preis 3.500 Euro

Hersteller
SPL electronics GmbH

Anschrift Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten

Telefon +49 2163 98340

Fax +49 2163 983420
E-Mail info@spl.audio
Web www.spl.audio


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