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oBravo Cupid

22.11.2019 // Jürgen Saile

Darfs trotzdem etwas mehr sein? Dann nehmen wir den Hiby R6 Pro. Jetzt wird's ernst, die Wiedergabe wird plötzlich viel erwachsener. Machen wir gleich einmal den Härtetest mit besagter symphonischer Musik von Beethoven. Hier kann der Planar-Hochtöner auch gleich einmal zeigen, was er drauf hat. Ich hasse ja Klischees, aber die Hochtonwiedergabe ist transparent, knackig mit guter Auflösung, manchmal ein bisschen trocken. Allerdings kann man damit stundenlang Musik hören, ohne jegliche Ermüdungserscheinungen. Das Ganze bekommt nun mehr Raum, die Musiker sind besser voneinander getrennt. Insgesamt ist die Wiedergabe sehr transparent. Aufnahmen mit noch größeren Besetzungen, wie beispielsweise bei einer Verdi Oper, könnten unten rum ein bisschen mehr Volumen vertragen. Was man aber auch sehr deutlich hören kann, ist der Unterschied zwischen einer Aufnahme im red-book-Format und der gleiche Titel auf 24 Bit / 88,2 Kilohertz abgespielt. Die Zunahme an Auflösung und Natürlichkeit – abhängig von der Aufnahme natürlich – ist mit dem Cupid schon frappierend.

Gesangsstimmen sind klar, detailliert, könnten aber etwas körperhafter und farbiger abgebildet werden. Generell erscheint der Mittenbereich etwas zurückhaltender. Ok, ok, wir sollten immer den Preis im Hinterkopf behalten. Steckt man nun auf den symmetrischen Ausgang um, so bekommt der Sound mehr Volumen, wirkt kraftvoller, macht einfach mehr Spaß. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum der In-Ear von Haus aus mit einem symmetrischen Stecker geliefert wird. Der Bass ist damit sehr gut kontrolliert, mehr trocken als voluminös, mehr Qualität als Quantität. Also kein Bassmonster. Trotzdem erstaunlich für einen Sechs-Millimeter-Basstreiber. Freunde der Electronic Dance Music werden sich aber wohl nach etwas anderem umsehen müssen. Allerdings würden sie dann alle anderen Fähigkeiten des Cupid verpassen.

Nachdem der Cupid mit symmetrischen 2,5-Millimeter-Steckern geliefert wird, werden als Zubehör zwei Adapter beigelegt, mit denen man für alle gängigen Anschlussbuchsen gewappnet ist.
Nachdem der Cupid mit symmetrischen 2,5-Millimeter-Steckern geliefert wird, werden als Zubehör zwei Adapter beigelegt, mit denen man für alle gängigen Anschlussbuchsen gewappnet ist.

Zuletzt gibt es noch ein Gastspiel am Chord Hugo2. Hier besteht jetzt natürlich eine gewisse Preis-Diskrepanz, der Hugo2 ist mehr als sechsmal so teuer. Aber auch hier – mit dem Hiby 6 Pro als Laufwerk – macht der Cupid eine sehr gute Figur. Das Ganze bekommt nun von allem noch etwas mehr, insbesondere Volumen und Dynamik. Die einzelnen Musiker werden besser voneinander getrennt, die Bühne erscheint größer. Die Unterschiede zwischen allen getesteten Geräten sind mit dem Cupid sehr gut hörbar.

Einen letzten Vergleich konnte ich mir dann doch nicht verkneifen, einmal der Cupid an meinem Handy und anschließend ein paar der weißen, von einem großen Handyhersteller beigelegten Ohrstöpsel. Nun ja, was haben Sie jetzt erwartet dass hier steht? Genau! Die weißen Dinger sind im Vergleich zum Cupid eine Katastrophe. Verwaschener Ton, verhangen, keine Dynamik, hier lohnt es sich wirklich nicht auf mehr Details einzugehen. Mal abgesehen davon, dass mir die Hörer nach einer Weile auf die Nerven gehen. Es wundert mich immer wieder, wie viele Jugendliche mit diesen Dingern herumlaufen. Am Geld kann es nicht liegen, für Computerspiele ist ja auch jede Menge vorhanden.


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