tests/19-12-25_ifi
 

ifi ZEN DAC

25.12.2019 // Finn Corvin Gallowsky

Unten mittig im Bild der BurrBrown-Wandlerchip DSD1793
Unten mittig im Bild der BurrBrown-Wandlerchip DSD1793

Für diese Hörsession gestalte ich das Setup meiner Anlage so einfach wie möglich: Ein Wandler für 150 Euro ist eindeutig ein Produkt, das hauptsächlich für Einsteiger in die HiFi-Welt oder eine kleine Zweitanlage gedacht ist. Das soll zwar nicht heißen, dass es weniger ernst zu nehmen ist, doch den DAC an einem Server zu betreiben, der weit mehr als das zehnfache kostet, halte ich nicht für sinnvoll. So nutze ich als Zuspieler meinen Windows-Laptop. Ein PC sollte eigentlich immer vorhanden sein und fällt als Investition somit nicht weiter ins Gewicht. Mit einer Software wie roon oder foobar2000 samt controller-App ist die Musikwiedergabe sogar kabellos vom Smartphone steuerbar. Befindet sich auf Smartphone und Computer Spotify, kann die Programminstanz auf dem Computer auch direkt aus der App vom Smartphone aus gesteuert werden. Die verlustfreie Streamingvariante TIDAL bietet eine derartige Option leider nicht, schade eigentlich. Hier kann roon helfen, denn innerhalb der roon-Software kann Musik aus einem TIDAL-Account abgespielt werden. Durch die Möglichkeit der Fernsteuerung von roon per App kann somit auch TIDAL ferngesteuert werden. Wer auf Streamingfähigkeit noch mehr Wert legt, sollte sich eher in Richtung ZEN Blue orientieren, denn dieser verbindet sich, wie der Name schon sagt, per Bluetooth mit dem Smartphone. Neben einem Analogausgang, zum Anschließen an einen Verstärker oder Aktivlautsprecher, bietet der ZEN BLUE auch einen Digitalausgang zur Nutzung eines externen Wandlers, diesen hat der ZEN DAC verständlicherweise nicht. Dafür fehlt dem ZEN BLUE ein analoges Lautstärkepoti – oder positiv formuliert: Die Lautstärke des ZEN BLUE kann auch fernbedient werden. Eine Geschmacks- und Gemütlichkeitsfrage. Hier muss man Prioritäten setzen: kabellos und unaufwendig, dafür mit einer Datenratenlimitierung oder lieber etwas mehr Aufwand und eine üppige Abtastrate bis hin zu 384 Kilohertz PCM und DSD256 mit analoger Lautstärkeregelung? Ich habe mich für letztere Variante entschieden. Obwohl der ZEN BLUE Bluetooth der neusten Generation und praktisch sämtliche hochqualitativen Codecs unterstützt, kann ich mich mit dieser Schnittstelle immer noch nicht anfreunden. Außerdem fasziniert mich der deutlich höhere Dynamikumfang des ZEN DAC.

Wie der Name sagt, sind die Pentaconn-Buchsen fünffach belegt: L+, L-, R+, R- und Masse
Wie der Name sagt, sind die Pentaconn-Buchsen fünffach belegt: L+, L-, R+, R- und Masse

Zurück also zu meinem Testsetup. Vom Laptop geht es mit dem mitgelieferten USB-Kabel in den DAC und von dort direkt in meine NAD-C-275BEE-Endstufe. Mein Sommer-Epilogue-Cinch-Kabel fliegt aus der Kette, da es fast schon so viel wie der DAC selbst kostet, obwohl es in Relation zu anderen Cinch-Kabeln fast als Schnäppchen bezeichnet werden kann. Ersetzt wird es durch einen günstigen Dauerbrenner von Cordial, ein CFU-0,9-CC für etwa zehn Euro. Für die Verbindung zwischen Amp und Lautsprechern nutze ich ein selbstkonfektioniertes, mit Hohlbananensteckern versehenes Sommer-SC-Orbit-240-MKII, das ebenfalls im unteren Preissegment angesiedelt ist. Warum dieser Umbau? Ganz einfach, ich wollte ein Setup herstellen, das möglichst minimalistisch und preiswert ist. Zugegeben, die NAD-Endstufe fällt ein bisschen aus dem Rahmen, jedoch ist eine potente Endstufe auch durch einen guten DAC nicht zu ersetzen. Und dass der ifi-ZEN-DAC ein solcher ist, beweist er eindrücklich. Wer ausschließlich Musik von seinem Computer hört und keine externen Geräte einschleifen möchte, könnte sogar gänzlich auf einen Vorverstärker verzichten, der ausreichend hohen Ausgangsleistung des kleinen Wandlers sei Dank. Klar, eine wirklich gute Vorstufe wird der ZEN nicht ersetzen, aber mit vielen in Vollverstärkern verbauten Vorstufen dürfte er mindestens mithalten können. Plant man also tatsächlich den Neuaufbau einer Stereoanlage, ist es eine Überlegung wert, statt eines Vollverstärkers, dessen Funktionalität man eventuell gar nicht voll nutzt und somit für „überflüssige“ Bauteile bezahlt, das Geld in eine hochwertige Endstufe zu investieren und diese direkt mit dem kleinen ZEN zu speisen. Setzt man auf Aktivlautsprecher, spart man sich die Endstufe im klassischen Sinn gleich vollständig. Da jeweils ein Pentaconn-Anschluss auf der Front- und Rückseite vorhanden ist, ist sogar eine symmetrische Ansteuerung von Kopfhörer und Endstufe oder Aktivlautsprechern gleichzeitig möglich. Diese Anschlussvielfalt ist für ein Gerät dieser Preisklasse überaus bemerkenswert.

Auf der Rückseite findet sich eine weitere symmetrische Klinkenbuchse, danach sucht man in dieser Preisklasse üblicherweise vergeblich
Auf der Rückseite findet sich eine weitere symmetrische Klinkenbuchse, danach sucht man in dieser Preisklasse üblicherweise vergeblich


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