tests/19-12-25_ifi
 

ifi ZEN DAC

25.12.2019 // Finn Corvin Gallowsky

Unten links kann der symmetrische Schaltungsaufbau gut nachvollzogen werden
Unten links kann der symmetrische Schaltungsaufbau gut nachvollzogen werden

Nun also zum erfreulichen Teil und zu preislich etwas angebrachteren In-Ears. Beispielsweise den schwedischen Jays Q-Jays. Mit seiner Impedanz von 50 Ohm und einer Empfindlichkeit von 103 Dezibel harmoniert er traumhaft gut mit dem ZEN DAC. Die Abstimmung des winzig kleinen Dual-Balanced-Armature-Hörers ist speziell und an den meisten Playern kann ich ihn trotz meiner großen Begeisterung für seine Abstimmung nicht lange hören. Zu aufdringlich ist der charakteristische Peak im Hochton. Dies ist mit dem ZEN DAC überraschenderweise anders, obwohl man ihm wirklich keine Höhenarmut nicht andichten. Andererseits spielt er in den Höhen zwar konstant mit hohem Detailgrad, eine leichte Milde ist trotzdem nicht zu überhören. Das macht den kleinen ZEN ausgesprochen langzeithörtauglich. Das kommt mir speziell in Verbindung mit den Q-Jays zu Pass, so höre ich mich mit viel Freude kreuz und quer durch groovige Funk- und Acid-Jazz-Songs. Dass die wirklich speziellen Q-Jays für diese Musikrichtung taugen, war mir vorher nicht so bewusst, ich hatte ihre Stärke eher bei ruhigeren Stücken und akustischen Instrumenten gesehen.

Schlussendlich bin ich neugierig, wie sich der ZEN DAC an In-Ears macht, die deutlich günstiger als der DAC selbst sind. Ich greife zu den unverschämt günstigen, von mir dennoch sehr geschätzten Brainwavz B200. Wieder muss die Laptop-Buchse zum Vergleich herhalten. Creams zeitloser Klassiker „White Room“ vom 1968 veröffentlichten Album Wheels of Fire wurde durch den dieses Jahr erschienen Film Joker zurück in den Fokus meiner Aufmerksamkeit gerückt. Zunächst also wieder der Direktvergleich zwischen der Klinkenbuchse des Laptops und des unsymmetrischen Klinkenausgangs des ZEN DACs. Um es kurz zu machen: Selbst dieser günstige In-Ear wird durch den externen Wandler aufgewertet. Diesmal ist die Volumenzunahme im Bassbereich besonders auffällig, auch die oberen Mitten werden stark beeinflusst. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass sich der Balanced-Armature-In-Ear nicht mit der Impedanz der Laptopbuchse verträgt. Ein kurzer Klangvergleich an meinem FiiO DAP bestätigt diese Vermutung. Er verfügt wie der ZEN DAC über eine Ausgangsbuchse mit sehr niedriger Impedanz und an dieser klingt der B200 eher so wie am ZEN-Wandler, weniger wie am Laptop. Ein weiteres wichtiges Argument, speziell In-Ears mit Balanced-Armature-Treibern an einem externen DAC zu betreiben. Es ist kaum verwunderlich, dass Jack Bruces Stimme, mit der für die B200 eigentlich vorgesehenen Abstimmung, um ein vielfaches voller, eindringlicher und natürlicher klingt. Spiele ich das Album darüber hinaus auch noch als MQA-File auf TIDAL ab, legt sogar diese wirklich in die Jahre gekommene Aufnahme nochmals an Plastizität zu. Abschließend muss ich doch noch einmal auf eine vorherige Feststellung zurückkommen. Rauschen hin oder her, auch mit meinen Vision Ears klingt der kleine ifi-Wandler fantastisch. Und das obwohl er nur ein Zehntel der In-Ears selbst kostet. Ich muss mich also korrigieren: Es ist durchaus eine Überlegung wert, diesen Wandler auch für deutlich teurere In-Ears einzusetzen. Der Zugewinn an Dynamik, Räumlichkeit und Detailgrad im Vergleich zur Laptop-Audiobuchse ist keinesfalls zu verachten. Und wer es wirklich wissen will, setzt den IE-Match gleich mit auf den Einkaufszettel.

STATEMENT

Ein Wandler, der sämtliche hochauflösenden Formate inklusive MQA meistert, gleichzeitig ein Kopfhörerverstärker mit unsymmetrischen und symmetrischen Ausgängen ist und einen wahlweise regelbaren oder konstantem Line-Ausgang bietet, das alles auch noch in einem stabilen Alugehäuse mit analogem Lautstärkepoti für 150 Euro? Wenn das kein heißer Tipp für einen jeden HiFi-Ein- und Aufsteiger ist, dann weiß ich auch nicht weiter.
Gehört mit
Computer ThinkPad 470s, Intel i5-6300U @ 2,4GHz, 12GB DDR4-RAM @ 2400MHz, Windows 10 (Roon, foobar2000)
Router & Zubehör TP-Link Archer C7 AC1750, Sagemcom FAST5460, Netgear ProSAFE GS108
Server Melco N1 AH 60/2
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+
Endstufe NAD C 275BEE
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO X7 Mark II mit AM3A (FiiO Music App, BubbleUPnP, TIDAL)
Smartphone Motorola X 4th Gen, 32GB, 3 GB RAM, Android 9 (BubbleUPnP, foobar2000 controller, TIDAL)
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, Jays Q-Jays, Brainwavz B200, ifi IE-Match
Kabel Cordial
Herstellerangaben
IFI ZEN DAC
DA-Wandler Burr-Brown Multi-Bit DSD1793
Eingang USB3.0 Typ-B (USB2.0 kompatibel)
Audio Formate USB DSD 256/128/64 12.4/11.2/6.2/5.6/3.1/2.8 MHz
PCM 384/352.8/192/176.4/96/88.2/48/44.1 kHz
MQA 88.2/96/176.4/192 kHz Filter
Line-Ausgang RCA unsymmetrisch: 2,1 V fixed,1 V / 3,3 V max. variable
4,4 mm Pentaconn symmetrisch 4,2 V fixed, 2 V / 6,2 V max. variabel
Ausgangsimpedanz: < = 100 Ω unsymmetrisch, < = 200 Ω symmetrisch
Dynamikbereich: > 116 dB(A) @ -60 dBFS (UnBAL / BAL)
Signal-Rauschabstand: < -116 dB(A) @ 0 dBFS (UnBAL / BAL)
Verzerrung: < 0.0015% @ 0 dBFS (UnBAL / BAL)
Kopfhörer-Ausgang 6,3 mm unsymmetrisch: 1 V / 3,3 V max., 12 Ω – 300 Ω Kopfhörer
4,4 mm Pentaconn symmetrisch 2 V / 6,2 V max., 12 Ω – 600 Ω Kopfhörer
Ausgangsleistung: unsymmetrisch > 280 mW @ 32 Ω, > 36 mW @ 300 Ω,
symmetrisch > 380 mW @ 50 Ω, > 70 mW @ 600 Ω
Ausgangsimpedanz: < = 1 Ω (UnBAL / BAL)
Signal-Rauschabstand: > 113 dBA (3,3 V UnBAL / 6,2 V BAL)
Verzerrung: < 0.0005% (125 mW @ 32 Ω)
Abmessungen 158(L) x 100(B) x 35(H) mm
Gewicht 491 g
Preis 150 Euro

Vertrieb
WOD-Audio - Werner Obst Datentechnik
Anschrift Westendstr. 1a

61130 Nidderau
Telefon +49 6187 900077
E-Mail info@wodaudio.de
Web www.wodaudio.de


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