tests/20-07-26_lotoo
 

Lotoo Paw Gold Touch

28.07.2020 // Jürgen Saile

Es können sowohl MicroSD Karten als auch SD Karten eingesetzt werden. Der 3.1-Gen2-USB-Anschluss kann sowohl zum Laden, als auch für den Datentransfer in beiden Richtungen benutzt werden.
Es können sowohl MicroSD Karten als auch SD Karten eingesetzt werden. Der 3.1-Gen2-USB-Anschluss kann sowohl zum Laden, als auch für den Datentransfer in beiden Richtungen benutzt werden.

Zunächst einmal macht das Gerät einen exquisit verarbeiteten Eindruck. Das könnte ein Schweizer Nobeluhren-Fabrikant auch nicht besser. Das Gehäuse wird aus einem Aluminiumblock CNC-gefräst und könnte auch als Nahkampfwaffe durchgehen. Es ist etwas dicker als die meisten anderen Geräte auf dem Markt. Der Name PAW (Pfote) ist somit sehr treffend gewählt. Allerdings ist der Lotoo mit 311 Gramm doch noch ein Stück leichter als die meisten Topmodelle anderer Hersteller. Ausgeliefert wird er mit einer passgenauen Lederhülle, die vor Kratzern oder Ähnlichem schützt. Auffallend ist der goldene Lautstärkeregler mit dem Apollo-Sonnensymbol, der an das Vorgängermodell erinnert. Dort war das Symbol auf der Vorderseite – ähnlich wie bei den Uralt-iPods – als Tastenrad angebracht. Allerdings musste das damalige Gerät noch ohne Touchscreen auskommen.

Ein Blickfang ist der goldene Lautstärkeregler, dessen Design vom Vorgängermodell übernommen wurde. Neben dem unsymmetrischen 3,5-Millimeter-Ausgang existiert ein symmetrischer 4,4-Millimeter-Pentaconn-Ausgang.
Ein Blickfang ist der goldene Lautstärkeregler, dessen Design vom Vorgängermodell übernommen wurde. Neben dem unsymmetrischen 3,5-Millimeter-Ausgang existiert ein symmetrischer 4,4-Millimeter-Pentaconn-Ausgang.

Das war dann wohl auch einer der Gründe, ein neues Modell zu entwickeln. Zusätzlich wurde die tonale Abstimmung noch mehr in Richtung neutral verbessert. In dem Zusammenhang finde ich auch sehr bemerkenswert, dass Lotoo nicht alle paar Monate ein neues Modell herausbringt, sondern die Geräte erst auf den Markt kommen, wenn sie technologisch ausentwickelt sind – oder entscheidend bessere Bauteile erhältlich sind. Übrigens, kleiner Gag am Rande, für Leute, die an Linksverkehr gewöhnt sind, lässt sich die Drehrichtung des Lautstärkereglers auch gegen den Uhrzeigersinn umprogrammieren! Die Lautstärke kann man natürlich auch via Touchscreen regulieren, wenn man den Drehregler einmal betätigt hat. Das Gerät besitzt einen Monitor mit Retina-Display und 3,77 Zoll Größe, der zum Bedienen natürlich ausreicht; wenn er aber etwas größer ausgefallen wäre, hätte ich auch nichts dagegen gehabt. Allerdings ist der Lotoo sehr kompakt, deshalb sind der Bildschirmgröße Grenzen gesetzt. Die üblichen Funktionstasten für stop/play, vorwärts/rückwärts und ein/aus sind auf der rechten Seite angebracht, die linke Seite bleibt frei. An Kopfhörerausgängen bietet der Lotoo einen unsymmetrischen 3,5- und einen symmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn-Ausgang. Letzterer scheint sich bei den DAPs immer mehr durchzusetzen. Beide Ausgänge können auch als Line-out geschaltet werden.

Als DAC dient der AKM 4497EQ von Asahi Kasei, dies ist zwar nicht das allerneueste Modell der Japaner, aber wie sich immer wieder gezeigt hat, kommt es primär auf die Implementierung der einzelnen Chips an. Und da haben die Profis von Lotoo offenbar ganze Arbeit geleistet. Das Layout besitzt jeweils einzelne Prozessoren für Digitales, Audio und Wireless, die mit eigenen, voneinander unabhängigen Stromversorgungen ausgestattet sind. Dass der LPGT alle herkömmlichen Formate unterstützt, ist mittlerweile Standard in dieser Gerätekategorie, DSD wird bis 512 Megahertz wiedergegeben. Die meisten Geräte, die den AKM 4497EQ einsetzen, schaffen es nur bis 256 Megahertz. Ach ja, MP3 Dateien könnte man auch abspielen. Für Leute, die es nicht lassen können. Oder gerne Helene Fischer hören. Interessanterweise benutzt Lotoo unterschiedliche Ausgangsverstärker: für den unsymmetrischen Ausgang den LME-49600-High-Performance-Chip von Texas Instruments und für den symmetrischen den gebräuchlicheren OPA-1622-Soundplus-Chip. Die beiden Ausgänge sind so aufeinander abgestimmt, dass sich tonal praktisch keine Unterschiede ergeben. Auch ist die Ausgangsleistung von beachtlichen 500 Milliwatt an 32 Ohm in beiden Kanälen gleich. Was gibt es noch? Ach ja, Upsampling ist die neue Geheimwaffe der Chinesen. Hier lassen sich Red-Book-Titel auf 384 Kilohertz upsampeln. Dies übernimmt ebenfalls ein Prozessor der Firma Asahi Kasei, der AKM 4137.


  • Dan Clark Audio AEON 2 Closed

    Bisher waren bei mir nur offene Kopfhörer zum Test zu Gast. Das ändert sich jetzt mit dem Dan Clark Audio AEON 2 closed. Diese zweite Generation des AEON ist weniger als Weiter- und eher als Neuentwicklung auf Grundlage der beim Ether 2 gesammelten Erfahrungen zu verstehen. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Da dies namentlich der erste Dan Clark Audio Kopfhörer im Test bei Hifistatement ist, würde es unter normalen Umständen Sinn machen, den Hersteller kurz…
    07.08.2020
  • Chord Electronics 2go

    Angekündigt wurde das Streaming-Modul 2go schon vor langem. Auf den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich ein frühes Exemplar sehen, und jetzt ist die Ergänzung zum HUGO 2 lieferbar. Sie macht aus der mobilen Wandler-Kopfhörer-Kombination einen Digitalen Audio Player – als Display und Bedienfeld wird allerdings noch ein Tablett oder Smartphone benötigt. Wie man Roland Dietls Bericht über den HUGO 2 und der Schilderung meiner Erfahrungen mit einem speziellen Chord-Company-Kabel zwischen dem Zweier und Chord Electronics' M-Scaler…
    03.08.2020
  • Matrix Audio X-SPDIF 2

    Darüber, dass USB nicht unbedingt die ideale Schnittstelle für Audio ist, haben die Kollegen und ich schon häufiger geschrieben. Lösungen haben wir jedoch nicht all zu viele vorgestellt. Hier ist eine: Matrix Audios X-SPDIF 2 bereitet das USB-Signal für die Verarbeitung im Wandler auf. Nach Roland Dietls fast schon euphorischem Bericht über den Mutec MC-3+ Smart Clock USB vor beinahe vier Jahren war das Thema für ihn, Wolfgang Kemper und mich schnell vom Tisch: Wir…
    24.07.2020
  • Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 – Teil 2

    Nachdem ich im ersten Teil meines Berichts über das Ansuz PowerSwitch A2 über seine klanglichen Auswirkungen allein durch seine Integration ohne den Bedarf des eigentlichen Switchens in einer angemessenen LAN-Umgebung berichtete, möchte ich nun schauen, inwieweit das ganzheitliche Konzept von Ansuz durch Zubehör nachvollziehbar wird. Also befasse ich mich als nächstes mit der Aufstellung des A2 in meinem Creaktiv Audio-Rack. Denn mit dem Switch wurden vier Ansuz-Acoustics-Darkz-Resonance-Control-C2T-Gerätefüße geliefert, die bei einem Preis von je 280…
    20.07.2020
  • Ansuz Acoustics PowerSwitch A2 – Teil 1

    Dieser Bericht beschäftigt sich nicht allein mit dem Ansuz-Switch und mit seiner klanglichen Auswirkung beim Aufbau eines LAN-Netzwerkes, sondern auch mit der Fragestellung, in welcher Reihenfolge ein heimisches Audio-Netzwerk aufgebaut werden kann, um schrittweise musikalischen Zugewinn zu erhalten. Vielleicht geht es Ihnen wie mir. Irgendwann habe ich neben Analog und Digital vom CD-Spieler angefangen, Computer-Hifi als weitere Tonquelle für das Hören hoch aufgelöster Musikdateien in meiner Anlage aufzubauen. Allseits bekannt ist, dass es hierfür zwei…
    17.07.2020
  • Wie wird das Digitale zum File – USB-Kabel

    Wir haben uns immer mal wieder damit beschäftigt, wie aus einem analogen oder digitalen Signal eine Musikdatei wird, und CD-Ripper, A/D-Wandler und Programme, die aus einem Datenstrom ein File machen, unter verschiedenen Betriebssystemen ausprobiert. Dann tauchte die Frage auf, ob man die Laufrichtung von USB-Kabeln hören kann: ein Test mit Download. Zwar kann Hifistatement Ihnen keine ansonsten identischen USB-Kabel mit unterschiedlicher Laufrichtung des Leitermaterials zur Verfügung stellen, aber immerhin die Files, die mit solchen Kabeln…
    14.07.2020

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.