tests/20-10-02_wireworld
 

Wireworld Eclipse 8 und Silver Eclipse 8

02.10.2020 // Wolfgang Kemper

Auf diesem Foto erkennt man die Quad-DNA-Helix
Auf diesem Foto erkennt man die Quad-DNA-Helix

Nun bin ich natürlich gespannt, was das doch spürbar teurere Silver Eclipse 8 an dieser Stelle noch mehr zu leisten vermag. Nach der Erfahrung zuvor, tausche ich beide Geräteverbindungen, also XLR und RCA, gleichzeitig aus. Es zeigt sich sofort, dass die Tonalität identisch ist und belegt, das Wireworld eine klare Linie in Sachen Klangcharakter verfolgt und beibehält. Wir haben es also nicht mit Veränderungen der Intensität der Bässe, Mitten oder Höhen zu tun. Der Gewinn, und der ist keineswegs gering, des Silver Eclipse 8 liegt in der noch feineren Auflösung, der abermals gewonnenen Öffnung des Raumes in einer besonders ansprechenden Weise. Denn bei der „Scheherazade“ habe ich nicht das Gefühl, dass sich der Raum nach hinten großartig ausdehnt, nein, viel eindrucksvoller fächern sich nun die einzelnen Instrumente zueinander plastisch im Raum auf. Bildhaft wäre es so, als hätte das Orchester nun zwei Sitzreihen mehr. Diese authentisch anmutende Differenzierung erhöht natürlich noch einmal gewaltig das Hörvergnügen. Bei Nils Lofgren sind der Gesang und die Gitarre jetzt noch körperhafter und zudem auch klarer voneinander im Raum getrennt. Es verwischt nichts mehr miteinander – ein Klangbild, wie ich es so bei diesem populären Album noch nicht erlebt habe. Das Anreißen der Gitarrensaiten ist unglaublich exakt, erscheint hautnah und authentisch. Auch in Paul Simons leider recht erfolglosem Musical, dem Album Songs From The Capeman, klingen die einzelnen Stimmen im Stück „Adios Hermanos“ schöner und besser differenziert. Aber es sind jetzt nicht nur Stimmen, sondern Sänger und Sängerinnen. Man hört sogar die einzelnen Spuren der Abmischung heraus. Trotz des sehr differenzierten Klangbildes ist die Musik angenehm und frei von Artefakten oder gar Härte.

Der geringe Biegeradius der Kabel erleichtert das Verlegen
Der geringe Biegeradius der Kabel erleichtert das Verlegen

Hört man ausschließlich die Eclipse 8, würde ich diesen Qualitätssprung mit den Silver Eclipse 8 gar nicht vermissen. Hat man die Musik jedoch einmal damit gehört, ist der Weg zurück beschwerlich. Das erlebte ich deutlich, als ich nur das Silver Eclipse XLR gegen mein PAD-Referenzkabel zurücktauschte. Der Verlust war enorm. Alles wurde flächiger. Es klang zwar schön, aber keineswegs so strukturiert und vor allem weniger spannend und mitreißend. Nun wollte ich, um den Test in dieser Anlage abzurunden, das XLR-Kabel zwischen meinem Plinius Koru Phono-Vorverstärker und der Audio-gd Vorstufe ausprobieren. Dazu hörte ich von Inga Rumpfs Live-Doppelalbum White Horses meine mit „Lazy“ beginnende Lieblingsseite C. Auch hier wieder zeigt das Silver Eclipse 8 – jetzt im Vergleich zu meinem Purist Audio Alzirr – seine Überlegenheit durch feinsinnige Gliederung und Exaktheit. Die Darbietung gerät um Vieles griffiger. Da sind nicht nur mehr Details erlebbar, was natürlich allein schon den Genuss erhöht, sondern insgesamt gewinnt die Musik an packender Spannung und Intensität. Das Klavier erhält eine neue Dimension, gestaltet sich von der Fläche viel mehr in die räumliche Tiefe.

Die Verarbeitung der Kabel ist top, die Markierungen der Laufrichtung erleichtern den korrekten Anschluss. Auch die Aluminium-Reiter tragen jenseits der Typenbezeichnung Richtungspfeile
Die Verarbeitung der Kabel ist top, die Markierungen der Laufrichtung erleichtern den korrekten Anschluss. Auch die Aluminium-Reiter tragen jenseits der Typenbezeichnung Richtungspfeile


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