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Synergistic Research Orange

30.10.2020 // Wolfgang Kemper

Synergistic Research ist unter HiFi-Kennern ein bekannter Name und assoziiert mit ungewöhnlichen und fortschrittlichen Audio-Produkten. Dazu gehören schon lange auch Geräte-Sicherungen. Kann so ein kleines Teil klanglich viel bewirken? Billig ist die Orange SR-Quantum-Fuse ja nicht, aber preiswert?

Herkömmliche Sicherungen in HiFi-Geräten gegen hochwertige auszutauschen, ist keine neue Idee, und es ist viele Jahre her, dass AHP hier wegweisend zeigte, dass die Schwachstelle Sicherung optimiert werden kann. Theoretisch ist unter klanglichen Aspekten wohl die beste Lösung, gar keine Sicherung im Stromweg einer Audio-Komponente zu haben. Nur, darüber brauchen wir nicht weiter nachzudenken, zumindest nicht an dieser Stelle. Und rein theoretisch ist es ja auch denkbar, dass eine Sicherung durch ihren Aufbau und Materialmix den Stromfluss derart verändert, dass es besser klingt, als sei keine Sicherung vorhanden. Im Alltag stellt sich das Problem und der Lösungsansatz erst einmal simpler. Wir tauschen einfach die vorhandene Sicherung gegen die mit Erwartung auf Verbesserung versehene aus. Wenn Sie dann nicht das Gewünschte hören, heißt erst einmal gar nichts. Denn in vielen Fällen muss die Laufrichtung der Sicherung ermittelt werden und dann bedarf es auch noch Geduld.

In meinem Falle gestaltete sich das Kennenlernen der SR Orange so: Als ich vor einigen Monaten die PS-Audio-Stellar-Komponenten Gain Cell Preamplifier, M1200 und PowerPlant 3 testete, schickte mir der deutsche Importeuer Jürgen Sachweh von HiFi2Die4 eine nagelneue Sicherung SR Orange für den Gain-Cell-Vorverstärker mit, Format: 5 x 20 mm, ein Ampere, träge. Ich fand erstens meinen PS-Audio-Testbericht bereits lang genug und außerdem die Sicherung so interessant, dass ich dem Thema einen eigenen Bericht, also diesen, widmen wollte. Der Grund hierfür liegt in der vor gut einem Jahr gemachten Hör-Erfahrung an meinem PS-Audio-DirectStream-DAC, in dem sich seitdem zwei SR Blue Sicherungen befinden. Bei denen war damals die klangliche Wahrheitsfindung in Anbetracht des Preises der Sicherung nicht einfach, aber letztlich dennoch überzeugend, was sowohl bei mir als auch bei Freunden, die mitgehört hatten, zum Kauf führte. Auf den letzten Norddeutschen Hifi-Tagen Anfang Februar führte mir Jürgen Sachweh an einer MSB-PS-Audio-Kette mit Lautsprechern von Stereokonzept aus Lübeck die Orange gegen die Blue vor. Der Unterschied war so überzeugend, dass ich mich ärgerte, die Blue gekauft zu haben. Das ist natürlich nicht angemessen, da die Orange zu dem Zeitpunkt ja noch nicht erhältlich war und auch, weil seinerzeit die Erfahrung mit der Blue mich lehrte, dass ihre musikalische Wirkung durchaus unterschiedlich ist, je nach Gerät, in das sie eingesetzt war. So überzeugte die Blue mich seinerzeit in meiner Plinius-Phono-Vorstufe Koru keineswegs, auch nicht im Vergleich zur Original-Bestückung. In vielen meiner Komponenten befinden sich AHP-Sicherungen. Ich gestehe jedoch, dass ich den letzten Jahren beim Austausch oder Neuerwerb von Audio-Geräten das Thema Sicherung und ihren Wechsel immer mal vernachlässigt habe, so auch beim Plinius Koru.

Es ist klanglich bedeutsam, die Sicherung richtig herum zu platzieren
Es ist klanglich bedeutsam, die Sicherung richtig herum zu platzieren

Die eigentlich für den Test der PS Audio Stellar Gain Cell zur Verfügung gestellte Synergistic Research Orange ist identisch mit den Werten der in der Koru befindlichen. So war es naheliegend, hier einen Test zu starten, zumal ich nach der Enttäuschung mit der Blue an dieser Stelle den Klangcharakter der Orange aufgrund der Vorführung in Hamburg so einschätzte, dass diese Sicherung der Plinius-Phonostufe gut zu Gehör stehen könnte. Also setzte ich sie, neu und unbenutzt wie sie war, in den Sicherungshalter ein. Es klang ein wenig spröde. Ich drehte sie um, so dass die Strom-Laufrichtung sich änderte. Das klang besser, etwas seidiger. Um diesen Laufrichtungs-Check kommt man nicht herum, weil dies auch nicht, wie meist bei Kabeln so empfohlen, an der Beschriftung festzumachen ist, so sagte mir jedenfalls Jürgen Sachweh. Da der klangliche Unterschied im Richtungstest eindeutig anzeigte, wie herum es sinnvoll war, betrachtete ich diesen Punkt als abgehakt. Jetzt kommt der schwierigere Part: Eine Einspielzeit. 200 bis 300 Stunden ist die Empfehlung von Synergistic Research. Das ist für einen Testbericht nervig lang. Die Erfahrung lehrt erfreulicherweise, dass die ersten Tage, sagen wir 20 bis 30 Stunden einen erheblichen Einspiel-Fortschritt mit sich bringen und die Folgezeit zwar dieses Bild abrundet, aber keine Veränderungen mehr mit sich bringt, die das Ergebnis in eine andere Richtung führen würden. Das gilt für mich ganz allgemein für Kabel, Röhren, Lautsprecher, Schuhe und was sonst noch so eingespielt oder eingelaufen werden muss. Inzwischen sind einige Monate vergangen, in denen ich weit mehr als diese 30 Stunden erreicht habe.


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