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Waversa WDAC 3T, Wcore 2.0, Wrouter und Wsmart – Teil 1

16.02.2021 // Roland Dietl

Der „Waversa Audio Processor“ mit den beiden großen FPGAs in der Mitte ist gut zu erkennen
Der „Waversa Audio Processor“ mit den beiden großen FPGAs in der Mitte ist gut zu erkennen

Allerdings hege ich die Befürchtung, dass der runde, entspannte Charakter des DAC zu Lasten von Auflösung und Details gehen könnte – doch wie sich gleich zeigen wird, ist das Gegenteil der Fall. Die Aufnahme bekannter Walzer von Émile Waldteufel mit dem Slovak State Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Alfred Walter besitzt mit dem WDAC 3T eine gewaltige räumliche Tiefe. Bei „Estudiantina“ bleibe ich hängen. Die Standard-Orchestrierung von Waldteufel ist für Streicher, doppelte Holzbläser, zwei Kornette, vier Hörner, drei Posaunen und drei Tuben, sowie Schlaginstrumente und Pauken. Im zweiten Walzer liegt die Melodieführung abwechselnd bei den verschiedenen Bläsergruppen, die im Orchester in der Regel hinter den Streichern sitzen. Wie sich mit dem WDAC 3T an dieser Stelle die Bläser aus dem sonst oft eher diffusen Hintergrund lösen und wie die Melodiebögen mit all ihren Feinheiten herausgearbeitet werden, ist ganz große Klasse. Mein PS-Audio-DirectStream-DAC hat vielleicht noch etwas mehr „Luft“ um die einzelnen Instrumente, aber ob das richtiger ist, kann ich nicht beurteilen, da ich bei der Aufnahme nicht dabei war. Vielleicht ist das auch eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mehr musikalische Feinheiten höre ich jedenfalls zu meiner großen Überraschung mit dem WDAC 3T. Hinzu kommt eine beeindruckende Dynamik aus der Tiefe des Raums, welche die Pauken überaus kraftvoll darstellt, aber nicht plötzlich unnatürlich nach vorne rücken und andere Instrumentengruppen überdecken lässt.

Das Ganze lässt sich noch steigern, wenn ich die einfache 44,1-Kilohertz-Datei auf 352,8-Kilohertz hochrechnen lasse. Normalerweise bin ich kein großer Freund von Upsampling, aber hier gewinnen die Streicher an Geschmeidigkeit und die räumliche Tiefe nimmt noch einmal hörbar zu. Insbesondere Musikmaterial in CD-Qualität profitiert vom Upsampling enorm. Die Konvertierung von PCM in DSD256 führt dagegen zu einem leicht geänderten Charakter: die Aufnahme wirkt jetzt leicht kompakter mit etwas weniger räumlicher Ausdehnung und Präzision, dafür in den hohen Lagen, gerade bei den Streichern noch etwas geschmeidiger.

Eine weitere Möglichkeit den Klang zu beeinflussen – diesmal auf der anlogen Ebene -, bietet die Einstellung des Bias der Röhren-Ausgangstufe. Erhöht man die Werte, ergeben sich ähnliche Auswirkungen, wie bei der gerade beschriebenen Konvertierung in DSD. Gerade in Verbindung mit dem Upsampling ergeben sich interessante Möglichkeiten des klanglichen Fein-Tunings, da die Effekte zu einem gewissen Grad gegenläufig wirken. Ich bin schließlich bei einer Bias-Einstellung von +2 hängen geblieben.

Die beiden gematchten Röhren der analogenAusgangsstufe
Die beiden gematchten Röhren der analogenAusgangsstufe


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