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Waversa WDAC 3T, Wcore 2.0, Wrouter und Wsmart – Teil 1

16.02.2021 // Roland Dietl

Beginnen wir mit dem Digital-Teil: Der Wandler-Chip ES9018K2M Sabre32 von ESS Technology kommt uns vielleicht noch bekannt vor, finden wir ihn doch in vielen DACs auf dem Markt. Dieser Chip arbeitet intern auf 32 Bit Basis, bietet eine Fülle von Möglichkeiten, wie verschiedene Filtercharakteristiken für PCM und DSD, einen patentierten Algorithmus zur Jitter-Reduktion und eine integrierte 32-Bit-Lautstärkeregelung. Doch anstatt diesen Chip in seiner Standardkonfiguration mit allen Features einzusetzen, wie dies andernorts üblich ist, darf er sich im WDAC 3T gleich in doppelter Ausführung pro Kanal ausschließlich um die eigentliche Signal-Wandlung kümmern. Alle anderen integrierten Möglichkeiten, wie Filterstufen oder Lautstärkeregelung bleiben außen vor. Stattdessen ist der Waversa-Audio-Processor (WAP) im Einsatz, eine Eigenentwicklung auf Basis von FPGAs mit einer mehrstufigen Struktur, die eine Reihe von proprietären FIR-Filtern und IIR-Filtern (Infinite Impulse Response Filter) enthält und ein hochauflösendes Upsampling durchführt. Das Design dieser Filter hat einen erheblichen Einfluss auf die klanglichen Qualitäten eines DAC, doch die Kunst, diese Filter selbst zu designen und in einem FPGA zu implementieren, beherrschen nur ganz wenige Firmen.

Einige Einstellungen des WDAC 3T lassen sich auch über einen Browser ausführen
Einige Einstellungen des WDAC 3T lassen sich auch über einen Browser ausführen

Unter dem Menü-Punkt „RES“ wählen wir den Upsampler an. „RES 1x“ erhöht zunächst die Bit-Länge einer normalen 44,1/48 kHz Datei von 16 Bit auf 24 Bit. Die weiteren Optionen „RES2“, „RES4 und „RES8“ erhöhen die Abtastrate jeweils auf das 2-fache der vorherigen Abtastrate. Bei einem Faktor von acht wird eine 44,1/48-Kilohertz-Datei also auf 352,8/384 Kilohertz hochgerechnet. Bitte beachten Sie, dass, wenn die Quelle eine höhere Abtastrate hat als die gewählte Abtastrate, Sie Ihre Quelle entsprechend herunter sampeln. Mit „RES BYPASS“ wird der Upsampler abgeschaltet.

„WUS“ (Waversa Ultra Sound) ist Teil der WAP-Signalverarbeitung und im Prinzip ein Roll-Off-Filter für sehr hohe Frequenzanteile. Wenn WUS aktiv ist, soll es Kantenschärfe und größere Klarheit ins Klangbild bringen, indem es die Wahrnehmung von „Rauschen“ (Kantenrauigkeit) oder das Verschmieren von Details und Fokus reduziert. Sie bevorzugen DSD? Kein Problem: Dann wählen wir einfach mit „CONV“ die Echtzeit-Konvertierung von PCM in DSD256. Unter „WAP / X“ kann ein weiterer, Waversa eigener Algorithmus aktiviert werden, der die Oberton-Charakteristik einer WE300B Triode nachzubilden versucht. Zusätzlich stehen hier drei Stufen mit unterschiedlicher Intensität zur Auswahl. Auf die Wirkung wird noch zurückzukommen sein.

Die Strom-Spannungswandlung zwischen dem Wandler ES9018K2M und der Ausgangsstufe erfolgt nicht wie üblich mit Operationsverstärkern, sondern mit speziellen Übertragern von Lundahl. Die Ausgangsstufe selbst ist vollsymmetrisch ebenfalls mit Ausgangsübertragern von Lundahl und 6922-Röhren aufgebaut. Von dieser Röhrenausgangsstufe kommt übrigens auch das „T“ in der Produktbezeichnung. Den gewünschten Betriebsmodus der Ausgangsstufe – unsymmetrisch (RCA), symmetrisch (XLR) oder floating (XLR ohne Erdung) – stellen wir mit einem kleinen Schiebeschalter auf der Rückseite ein. Unter dem Menü-Punkt „BIAS“ können wir schließlich noch den Ruhestrom der Röhrenstufe in Einser-Schritten von -5 bis +5 erhöhen oder verringern.


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