tests/21-03-12_velodyne
 
Test.
Deutsch English|

Velodyne Digital Drive Plus 10 – eine Annäherung

12.03.2021 // Dirk Sommer

Schon am obigen Bild erkennen Sie vielleicht, dass dies keiner der üblichen Test ist. Es geht neben dem Velodyne DD+ 10 – oder genauer deren zwei –, auch um die sträflich unterschätzten klanglichen Vorteile durch Subwoofer in reinen High-End-Audio-Anlagen. In vertrauter Form wird sich dann in Kürze der Kollege Roland Dietl den Velodynes widmen.

Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen: Schon 1996 – damals noch in einer gedruckten Hifi-Publikation – verfasste ich ein Plädoyer für Subwoofer in Musikanlagen. Zu der Zeit besaß ich allerdings ein Pärchen Roksan Darius mit leicht eingeschränkten Tiefbassfähigkeiten. Da wurde jeder der anschließend präsentierten vier unterschiedlichen Subwoofer auch in dem Frequenzspektrum unterstützend tätig, in dem auch noch eine Menge Instrumente aktiv sind – und nicht nur Kirchen- oder Konzertorgeln. Aber auch damals schon fiel mir auf, dass die mächtigen Tieftöner auch für eine deutlich glaubwürdigere Raumillusion sorgen, und selbst Aufnahmen allein mit Stimme und Gitarre durchaus von einem unauffällig ins Klangbild integrierten Subwoofer profitieren können. Dann kam für mich die Zeit der Lautsprecher mit satten Bassfundament: von der Trenner & Friedl Gordon über zwei LumenWhites – die WhiteLight und die DiamondLight – und die Kawero! Classic bis zur Göbel Epoque Aeon Fine, um nur die in der Rückschau beeindruckendsten zu nennen. Darüber geriet dann bei mir das Thema Subwoofer in Vergessenheit.

Das hat sich inzwischen – zu meinem Glück – geändert. Zuerst einmal standen Subwoofer – und zwar die von Velodyne – wieder im Fokus, als Hifistatement vor beinahe zwei Jahren an der für unsere Branche sehr positiven Aktion „Sounds Clever“ der High End Society teilnahm. Ziel war es, während der High End für einen akustisch nur vage bekannten Raum eine möglichst gut klingende Kette für ein Budget von 5.000 Euro zusammenzustellen. Helmut Baumgartner und Roland Dietl, die beide zuhause Ketten mit mehr oder weniger großen Hauptlautsprechern und jeweils einem Subwoofer betreiben, favorisierten für unsere Vorführung eine Kombination aus Zweiwege-Boxen auf Ständern plus Subwoofer, um auf die klanglichen Unwägbarkeiten der Vorführkabine besser reagieren zu können. Da Velodyne zu den erfahrensten Herstellern zählt und sich in seinem Portfolio auch im besten Sinne preiswerte Subwoofer finden, fiel unsere Wahl auf den Impact 12 MKII. Und nach dem Urteil der meisten Besucher war unsere Entscheidung wohl goldrichtig: Die Kette musizierte auf einem Niveau, das man in dieser Preisregion nicht unbedingt erwartet.

Im Hörraum tragen die beiden Velodynes nicht übermäßig auf. In Verbindung mit den Göbels wäre eine weiße Version wünschenswert
Im Hörraum tragen die beiden Velodynes nicht übermäßig auf. In Verbindung mit den Göbels wäre eine weiße Version wünschenswert

Ich weiß nicht mehr genau, ob es daran lag, dass Göbel High End in der Epoque-Linie, aus der auch meine Schallwandler stammen, einen „kleinen“ Subwoofer, den Aeon Baforce Petit, anbietet, oder mir die drei teils aktiven, teils passiven Siebenzöller auf der Frontseite – die entsprechende Bestückung auf der Rückseite ist ja vom Hörplatz aus nicht sichtbar – jeder Aeon Fine wenig beeindruckend erscheinen, aber plötzlich hielt ich es für eine gute Idee, wieder einmal mit Subwoofern im meinem Hörraum zu experimentieren. Da der physisch bei weitem nicht so groß ist, wie imaginäre Bühnen bei gelungenen Aufnahmen suggerieren, suchte ich im Programm vom Velodyne nach sehr hochwertigen, aber wenig ausladenden Modellen und fand die Digital Drive Plus 10 mit beeindruckenden Daten. Natürlich sind die 15-er oder 18-er Modelle der Serie noch weitaus imposanter, zwei davon würden meinen Raum aber zumindest optisch überladen. Falls sich beim Experimentieren mit den 10-ern herausstellen sollte, dass einer von ihnen ähnlich positive Ergebnisse bringt wie deren zwei, kann ich ja immer noch ein größeres Modell ausprobieren.


  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026
  • Ayon Spark V

    Der Röhrenvollverstärker Spark ist mittlerweile seit über 20 Jahren ein fester Bestandteil des Produktportfolios von Ayon. Preislich eher im Einstiegssegment der Österreicher und nominell unterhalb der Evolution-Serie angesiedelt, hat dieses Gerät aufgrund der eingesetzten russischen Triode 6C33 das Potenzial zum Hidden Champion. Spätestens seit meinem Test des Boliden Ayon Crossfire Evo maße ich mir an, ein Kenner der Marke Ayon zu sein, zumal mir diverse andere Geräte der Marke im Laufe der Jahre zu Gehör…
    25.08.2026
  • Eversolo T10

    Eversolos Streamer DMP-A10 beeindruckte mit seinem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis und seiner prallen Ausstattungsfülle. Aber in meiner Kette im Wohnzimmer mit M-Scaler und HUGO 2 arbeitet er nur als reiner Datenlieferant. Kann das Eversolos neuer Streaming Transport T10 noch besser? Zumindest nach dem ersten Blick auf das rückseitige Anschlussfeld darf man das vermuten, denn dort befinden sich wie beim Eversolo DAC-Z10 zwei BNC-Anschlüsse für die Verbindung mit einer externen Clock, entweder mit einer Impedanz von 75 oder…
    21.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.