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AudiaZ Cadenza Silver Edition

07.04.2021 // Dirk Sommer

Nun dauerte es doch länger, bis die AudiaZ Cadenza in Gröbenzell eintraf. Dafür hörte ich sie mit mehr Vinyl als jedes andere Testobjekt in den vergangenen Jahren. Auch bei einer Reihe von Vergleichen war sie das Mittel der Wahl. Ich nehme es gerne vorweg: Ein wohnraumfreundliches, audiophiles Schmuckstück harrt seiner Entdeckung.

In meinem Artikel über einen Besuch bei Chiemsee Hifi respektive AudiaZ finden sich ja schon einige Anmerkungen zur Firmengeschichte der Lautsprechermanufaktur aus dem Alpenvorland, deswegen hier noch einmal in aller Kürze: Seit 1995 entwickeln und fertigen Dr. Helmuth Weber und Günter Hartl gemeinsam Lautsprecher. Um das Jahr 2000 gründen sie die Hartl & Weber Audio-Design GbR, die dann mit der (Klein-)Serienproduktion begann. Schon kurz nach der Firmengründung stieg AudiaZ' Bekanntheitsgrad in Deutschland dank positiver Pressberichte über ihre exklusiven Lautsprechermodelle. So kam es, dass ich nach dem begeisterten Test eines Kollegen während meiner damaligen Tätigkeit für ein Printmagazin den Herren Hartl und Weber einen Award für die Aurea überreicht habe. Bereits damals setzen die beiden auf die bestens beleumundeten Chassis von Accuton. Da sie auch bei der Innenverkabelung keine Kompromisse eingehen wollten, entwickelten sie ihr eigenes planares Kabel: Polierte Silberleiter werden von extrudiertem Teflon mit poröser Struktur umgeben. Der hohe Luftanteil im Isoliermaterial sorgt für eine sehr niedrige Dielektrizitätskonstante. Alle AudiaZ-Kabel werden übrigens von den Spezialisten von GORE produziert. Die Konfektionierung erfolgt dann in Rosenheim. Der erfolgreichste Markt für die Kabel von AudiaZ war, wie Helmuth Weber berichtete, Hong Kong.

Die schräge, dreieckige Schallwand für den Hoch- und Mitteltöner setzte AudiaZ erstmal bei der ETA ein. Nun findet man sie auch bei der Cadenza, der Nachfolgerin der Aurea
Die schräge, dreieckige Schallwand für den Hoch- und Mitteltöner setzte AudiaZ erstmal bei der ETA ein. Nun findet man sie auch bei der Cadenza, der Nachfolgerin der Aurea

Die Cadenza ist die neueste AudiaZ-Kreation und offiziell seit Anfang des Jahres zu haben. Sie tritt die Nachfolge der gerade erwähnten Aurea an, die ebenfalls mit zwei 17-Zentimeter-Tieftönern bestückt war. Die Formgebung übernahm Helmuth Weber von der ETA und begründet sie so: „Die dreieckige Form der Schallwand [für den Mittel- und Hochtöner] mit den nach hinten abgeschrägten Kanten verhindert nicht nur unerwünschte Kantenreflexionen, sondern vermeidet auch eine Schalldruckerhöhung durch parallele Gehäusewände, den sogenannten „Baffle Step“. Durch die Neigung der Schallwand nach hinten liegen die Schwingspulen des Hochtöner und des Mitteltöners in einer Ebene, deren Schallanteile addieren sich hierdurch perfekt zeitrichtig und phasenrichtig.“ Und so erklärt der Entwickler die recht ungewöhnliche Anordnung der Tieftöner: „Die beiden Bässe strahlen ebenfalls zeitkohärent ab und regen die Raummoden im Tiefbassbereich durch die um 90 Grad versetzte Anordnung gleichmäßiger an als zwei Bass-Chassis übereinander in einer Ebene. Gehäusevibrationen werden durch die V-Anordnung der Basstreiber ebenfalls deutlich weniger angeregt als bei einer üblichen Twin-Anordnung (ähnlicher Effekt wie bei einem Motorradmotor mit V-Anordnung der Zylinder).“

Die beiden 17-Zentimeter-Tieftöner wurden in einem Winkel von 90 Grad montiert, zur Schallwand für den Hoch- und Mitteltöner bilden sie jeweils einen Winkel von 45 Grad
Die beiden 17-Zentimeter-Tieftöner wurden in einem Winkel von 90 Grad montiert, zur Schallwand für den Hoch- und Mitteltöner bilden sie jeweils einen Winkel von 45 Grad


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