tests/21-06-29_thiele
 
Test.
Deutsch English|

Thiele TA01

29.06.2021 // Dirk Sommer

Ich habe den Arm ja schon Anfang des Jahres zum Ausprobieren bekommen und auch kurz darüber berichtet. Seitdem hat er noch zwei Änderungen erfahren: Dass der Name aus markenschutzrechtlichen Gründen von „VERO“ zu „Thiele TA01“ mit dem Zusatz „ZERO Tracking Error Tonearm“ geändert wurde, hatte ich ja schon erwähnt und ebenfalls, dass Helmut Thiele ein zum Arm passendes Laufwerk – das ich Ihnen wahrscheinlich im Herbst werde vorstellen können – entwickelt hat. Bei diesem Duo führen die Tonarmkabel zu XLR-Buchsen auf der Rückseite des Chassis. Aber wie nimmt ein TA01, der auf einem „fremden“ Laufwerk montiert wird, elektrischen Kontakt mit seiner Umgebung auf? Da der Entwickler über eine komplett eingerichtete Feinmechanik-Werkstatt verfügt, konnte er in diesem Fall auf den Wunsch des Autors eingehen und einen sogenannten SME-Anschluss auf der Unterseite des Arm realisieren. Für die Serien-Modelle wird es jedoch die beiden Terminals TM01 mit XLR-Buchsen und TM02 mit SME- sowie Cinch-Anschluss geben, so dass unter der Montageplattform des Arms keine Veränderungen am Laufwerk vorgenommen werden müssen. Wenn alles klappt wie geplant, werden beim Bericht über das Thiele-Laufwerk übrigens nicht nur ein weiterer TA01 sondern auch ein sehr hochwertiger, neuer Ortofon-Abtaster sowie ein Blue Amp Modell 42 MK III mit von der Partie sein.

Das Headshell wird mit einer kleinen Ebenholzplatte nach dem Prinzip des Constrained Layer Damping beruhigt
Das Headshell wird mit einer kleinen Ebenholzplatte nach dem Prinzip des Constrained Layer Damping beruhigt

Doch zurück zum Thiele TA01 auf meinem Brinkmann LaGrange: Wie schon bei der ersten Vorstellung des Arms zu sehen war, passt die recht raumgreifende Montageplattform des tangential abtastenden Drehtonarms nicht vollständig auf eine der Wechselbasen. Helmut Thiele fertigte daher einen speziellen Aufsatz für die LaGrange-Basis, so dass ich seinen Arm mühelos montieren und dank der mitgelieferten Schablone auch exakt auf dem Laufwerk ausrichten konnte. Die Einstellung der Tonarmhöhe, ihre Verriegelung und die Höhe des Tonarmlifts lassen sich einfach mit ein und demselben Schraubendreher einstellen. Das Gegengewicht, das auch für die Justage der Auflagekraft zuständig ist, wird mittels einer Schraube geschmeidig in Position gebracht. Das Handling und die Verarbeitung des TA01 sind – mit einer kleinen Einschränkung bei der Azimut-Verstellung – ganz hervorragend. Zur Justage des Überhangs liegt ein Aluminiumwinkel mit einer verstellbaren Spitze bei. Der Winkel wird auf auf das Headshell gehalten und der Tonabnehmer in den Langlöchern so verschoben, dass die Nadel der Spitze gegenüberliegt: Innovativ, ungewohnt und spätestens beim dritten Tonabnehmerwechsel ausgesprochen einfach.

Die Inbus-Schraube neben dem Kabeldurchlass dient der Azimuteinstellung
Die Inbus-Schraube neben dem Kabeldurchlass dient der Azimuteinstellung

Der erste Tonabnehmer, den ich im damals noch mit „Vero“ beschrifteten Headshell montierte, war Einsteins The Pickup, der gut mit mittelschweren bis schweren Armen zurechtkommt. Das tut er auch im TA01: Er demonstriert seine besonderen Fähigkeiten in Sachen Dynamik und Raumdarstellung, verwöhnt mit satten Klangfarben und, obwohl die Tonarmkabel noch kein Bisschen eingespielt sind, kann man ausklingenden Töne sehr lange nachspüren: Auch die Detailwiedergabe überzeugt. Schon der erste Höreindruck macht klar, dass der Thiele TA01 zu den Top-Tonarmen zählt. Aber die Freude währte nicht allzu lange: Der Arm musste zurück zum Hersteller, um eine Ebenholzplatte mit dem korrekten Namen zu bekommen.

Das Gegengewicht, das auch die Auflagekraft bestimmt, wird mit einer Schraube geschmeidigt bewegt
Das Gegengewicht, das auch die Auflagekraft bestimmt, wird mit einer Schraube geschmeidigt bewegt


  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026
  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.