tests/21-08-24_sendy
 

Sendy Audio Peacock

24.08.2021 // Dirk Sommer

Noch bleibt der Adapter am Kabel des Peacock, da auch die nächste Wandler/Kopfhörerverstärker-Kombination, Chord Electronics' MOJO, nur über einen 3,5-Millimeter-Klinken-Ausgang verfügt. Die Musik-Daten liegen auf einer externen USB-Festplatte und werden von Audirvana 3.5.46 auf einem MacBook Pro an dessen zweiter USB-Buche für den MOJO zu Verfügung gestellt. Zum Funktionstest lande ich bei Keith Jarrett und Jack DeJohnettes Ruta And Daitya: Bei „Overture – Communion“ profitiert das ruhige Spiel auf den Becken stark von der Feinzeichnung des Peacock: Die Schläge mit den Sticks und das anschließend Ausschwingen werden sehr präzise dargestellt, und das unterschiedliche Blech schimmert in vielfältigen Farben. Das Fender Rhodes klingt bei leichten Anschlägen gewohnt glockig, bei härteren dann zunehmend verzerrt. Der Einsatz des Wah-Wahs verleiht dem Song zusätzliche Dynamik. Die Bass-Drum strotzt vor Energie. „Overture“ macht über den Peacock so viel Spaß, dass ich es mir gleich zweimal angehört habe, und auch das folgende Titelstück konnte ich nicht mittendrin unterbrechen. Dabei wollte ich eigentlich in Erfahrung bringen, wie sich diese Wiedergabekette von iPhone und Co unterscheidet. Also noch einmal Puschnig und Swallow: Schon beim Bass-Intro wird deutlich, dass das Mobiltelefon und der DragonFly den Sendy Audio unterfordern. Mit dem MacBook Pro, Audirvana und MOJO hört man die Art der Bass-Saiten, das Aufsetzen der Finger und den Anschlag einfach noch differenzierter, ohne dass die zusätzlichen Informationen vom großartigen Fluss der Melodie ablenkten. So macht der Ellington-Klassiker einfach noch mehr Spaß!

Das Kabel wird über vierpolige Mini-XLR-Stecker mit den Treibern verbunden
Das Kabel wird über vierpolige Mini-XLR-Stecker mit den Treibern verbunden

Jetzt das Ganze noch einmal und zwar über Chord Electronics' Hugo 2, der seine Daten über den 2go von einer 512-Gigabyte-microSD bezieht: Detailfülle und musikalischer Fluss erreichen ein ähnliches, minimal höheres Niveau als beim MOJO, Der größte Unterschied ist aber der ruhigere, tiefschwarze Hintergrund, vor dem die Einsätze vom Bass und Saxophon dann noch spontaner und einen Hauch lebendiger wirken. Einerseits beschert der Peacock seinem Besitzer schon an überaus erschwinglichen und kleinformatigen Wandler/Kopfhörerverstärker-Kombination ein wirkliches High-End-Erlebnis, andererseits ist er in der Lage, jegliche qualitative Verbesserung seiner Zuspieler deutlich darzustellen.

Ein hübsches Detail am achtadrigen Kabel aus 6N-OCC-Kupfer
Ein hübsches Detail am achtadrigen Kabel aus 6N-OCC-Kupfer

Jetzt darf der Peacock aus dem Vollen schöpfen: Die – symmetrische –Verstärkung übernimmt der SPL Phonitor x, der seine Signale von meiner Digital-Kette im Arbeitszimmer bezieht. Und diese Kombination verleiht „In A Sentimental Mood“ noch einmal eine ganz andere Intensität: Egal, ob es das Anreißen einer Bass-Saite oder ein kräftiger Ton aus dem Saxophon ist – die Einschwingvorgänge oder Transienten kommen denen bei Live-Musik noch ein gutes Stück näher. Detailfülle, Grob- und Feindynamik, Klangfarben und Emotionalität der Darbietung erreichen nochmals ein höheres Niveau. Ein Genuss!


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