tests/22-02-04_audionote
 

Audio Note AN-K/SPx SE und AN-K Stands

04.02.2022 // Carsten Bussler

Unsere AN-K/SPx SE verfügt über einen dreiviertel Zoll Kalottenhochtöner sowie einen acht Zoll Tiefmitteltöner mit beschichteter Papiermembran und Kupferschwingspule, die in ein geschlossenes Gehäuse aus Birkenmultiplex und Hochglanzfurnier mit knapp 20 Litern Nettovolumen geschraubt sind. Die Frequenzweiche befindet sich im Gehäuseinneren, die eingesetzten Spulen sind aus Silber und die interne Verkabelung hört bezeichnenderweise auf – natürlich – AN-SPx. Die Empfindlichkeit dieses Sechsohmers gibt Audio Note mit 90 Dezibel pro Watt und Meter an und empfiehlt als Antrieb einen Verstärker mit mindestens sieben Watt Ausgangsleistung. Die Fertigungsqualität ist übrigens superb, wie man das für diesen Preis erwarten darf. Punkt. Soweit die profanen technischen Fakten, die natürlich zu der Frage führen, warum man sich für 14.000 Euro eine Kompaktbox kauft anstatt sich gleich einen ausgewachsenen, kühlschrankgroßen Standlautsprecher in die gute Stube zu wuchten. Die Antwort ist natürlich ebenso bestechend einfach wie logisch: Die Audio Note AN-K/SPx SE schickt sich an, die perfekte Lösung für kleinere Räume zu sein, dafür ist natürlich auch ein immenser Bauteileaufwand betrieben worden, um das Maximum aus diesem Kabinett herauszuholen. Um dies auszuloten, habe ich natürlich auch entsprechend unterschiedliche Wohnraumsituationen ausprobiert, doch dazu später mehr. Denn eine weitere Zutat fehlt ja noch.

Da wir uns aus klanglichen Gründen fürderhin hüten werden, diese schmucken Pretiosen in ein Bücherregal zu quetschen oder auf anderen irgendwie geeignet erscheinenden Oberflächen zu positionieren, braucht es zum vernünftigen Tönen natürlich einen passenden Lautsprecherständer, um die Chassis ungefähr auf Ohrhöhe zu hieven und außerdem einen stabilen Stand zu gewährleisten. Hier hält Audio Note eine passende Offerte in Form der Lautsprecherständer AN-K Stands bereit, die es entweder in schwarz oder weiß gibt, wobei der Kunde zwischen mattem und glänzendem Oberflächenfinish wählen kann. Für ein Pärchen dieser Ständer werden 930 Euro aufgerufen. Mitgeliefert wird eine entsprechende Menge Bleischrot, das es jeweils in die vier Beine zu füllen gilt. Das dadurch erreichte hohe Gewicht dieser durch den stolzen Besitzer selbst zusammenzubauenden Teile garantiert einen wackelfreien Stand und lässt etwaigen Resonanzen keine Chance, umher zu vagabundieren. Je nach Untergrund lassen sich Füße oder Spikes in die Gewindebuchsen in der Bodenplatte schrauben, um die Ständer sauber „ins Wasser“ zu bringen.

Der Tiefmitteltöner mit circa 20 Zentimetern Nenndurchmesser verfügt über einen beschichteten Papierkonus sowie eine Kupferschwingspule
Der Tiefmitteltöner mit circa 20 Zentimetern Nenndurchmesser verfügt über einen beschichteten Papierkonus sowie eine Kupferschwingspule

Wer Audio Note kennt, weiß, wie wichtig ihnen der Kettengedanke ist. Natürlich hätte ich Stefan Wörmer bitten können, mir gleich die ganze Rutsche an Kabeln, Quellgeräten und Verstärkern für einen kompletten Anlagentest mit bereitzustellen, doch genau das wollte ich nicht! Jeder Segler, Seefahrer oder zumindest maritim affine Mensch kennt die Navigationsmethode der Kreuzpeilung, die ich hier im übertragenen Sinn anwenden wollte. Sprich: Ich wollte diesen Lautsprechern mit unterschiedlichen Zu- und Mitspielern zu Leibe rücken, um ein möglichst objektives Bild der Qualitäten zu bekommen. Dabei verfolgte ich im Wesentlichen den Gedanken, dass sich kaum jemand – so begeistert er von einer Audio Note Kette auch sein mag – nach erfolgter Hörsession sofort für den Kauf einer kompletten Anlage der Marke entscheiden wird – ich kann mich da aber natürlich auch täuschen. Denn das kann schließlich schnell einen finanziellen Aufwand im mittleren fünf- oder gar sechsstelligen Bereich bedeuten, zumal jeder, der in diesen Gewässern fischt, wahrscheinlich eine bestehende Anlage zu Hause hat, die er eher Gerät für Gerät durchtauschen wird. Was liegt da also näher, als mit den Lautsprechern zu beginnen? Wie schlägt sich unser Audio-Note-Lautsprecher nun also in einer Fremdgeräteumgebung?

Stichwort Umgebung: Ich habe die Lautsprecher in zwei Räumen ausprobiert. Einerseits im circa 36 Quadratmeter großen Wohnzimmer, an das sich in L-Form „ums Eck“ noch ein offener Küchenbereich von ungefähr 16 Quadratmetern anschließt. Nur widerwillig und murrend ließen sich hierzu meine Dynamikks! Model 12 von ihren angestammten Positionen in die entfernten Raumecken schieben, um den Audio Notes Platz zu machen. In dieser Raumsituation ist durchaus Substanz gefragt, um gerade auch in den unteren Oktaven druckvoll Musik in den Raum zu pumpen. Andererseits bin ich mit dem gesamten Equipment in mein Arbeitszimmer mit 18 Quadratmetern und Dachschräge umgezogen.


  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026
  • Unison Research Unico PRE v2 und Unico DM v2

    Unison Research? Genau, das sind doch diese schmucken Röhrengeräte aus Treviso mit den edlen Holzapplikationen am Gehäuse. Und stopp! Unisons neueste Vor-/Endstufenkombi hört auf die Namen Unico PRE v2 und Unico DM v2 und passt einfach in keine Schublade. Wir fühlen diesen Wandlern zwischen den Welten auf den hifidelen Zahn. Die neue Unico-Serie kommt in vollständig überarbeitetem Design daher. Sie besticht durch ihre sehr moderne Designsprache, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt, insbesondere in der…
    07.04.2026
  • SendyAudio Egret

    Der Egret ist schon der vierte Kopfhörer des chinesischen Herstellers SendyAudio, den audioNEXT-Geschäftsführer Carsten Hicking nach Gröbenzell schickte. Kein Wunder, dass ich gegenüber den Produkten der Marke inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt habe: Ich rechne mit einer Menge Hörgenuss zu einem eher moderaten Preis. Den SendyAudio Aiva, das erste Modell der Kopfhörer-Division der Sivga Electronic Technology Company Ltd., lernte ich vor fünf Jahren kennen: Er ist – zumindest nach High-End-Maßstäben – wirklich erschwinglich und verwöhnt…
    03.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.