tests/22-04-05_cayin
 

Cayin CS-6PH

05.04.2022 // Carsten Bussler

Bereits seit mehr als 25 Jahren entwickelt Cayin Röhrenverstärker. Jetzt bringen die Chinesen mit dem CS-6PH einen brandneuen Phono-Vorverstärker auf den Markt, der neben aufwendigen Röhrenschaltungen für MM und MC und vielfältigen Einstellmöglichkeiten sogar über eine mit Glaskolben realisierte Spannungsgleichrichtung verfügt.

Ich hatte mich vor der Lieferung des Geräts noch gar nicht näher mit dessen Details beschäftigt und wusste eigentlich nur, dass es sich um eine brandneue Röhren-Phonovorstufe von Cayin handelte, nicht einmal eine Preisindikation hatte ich im Kopf. So war ich bereits beim Auspacken des Geräts positiv überrascht, als ich ein für diese Geräteklasse wuchtiges Gerät in Händen hielt, das immerhin über elf Kilogramm wog und annähernd über die Grundfläche eines DIN A3 Blattes verfügte. Das hatte ich nicht erwartet! Nach dem Entfernen des obligatorischen Schutzgitters wollte ich das Röhrenensemble in Augenschein nehmen, aber nix da. Gleich sechs mit Bajonettverschluss gesicherte Abschirmhülsen zum Schutz vor Mikrofonieeffekten verdeckten mir den Blick auf die Objekte meines Interesses. Aber wozu denn gleich sechs kleine Glaskolben? Ich hob mir die Beantwortung dieser Frage für später auf und verzichtete zunächst darauf, die kleinen Schutzhülsen sofort abzuziehen. Denn am linken Rand des Röhrenaltars saßen zwei weitere, größere Röhren ohne Abdeckung, nämlich die RCA 22DE4, zwei Gleichrichterröhren zur Spannungsgleichrichtung für die Minimierung von Restwelligkeiten, die auch heute noch günstig als New Old Stock Ware verfügbar sind.

Den hervorragend gefertigten Cayin CS-6PH gibt es wahlweise mit schwarzer oder silberner Frontplatte
Den hervorragend gefertigten Cayin CS-6PH gibt es wahlweise mit schwarzer oder silberner Frontplatte

 

Jetzt hatte ich wirklich Blut geleckt, denn eine kanalgetrennte Röhrengleichrichtung ließ schon mal auf einen hohen Aufwand in der Netzteilsektion schließen. Tatsächlich setzt Cayin hier selbst entwickelte EI-Leistungstransformatoren ein. Überhaupt war der haptische Eindruck hervorragend: Dicke Bleche, nichts wackelte, nichts klapperte, das Gehäuse war verwindungssteif, es gab keine scharfen Kanten, erstklassige Verarbeitungsqualität! Spätestens jetzt war meine Neugier zu groß geworden und ich entfernte die kleinen Bajonetthülsen von den anderen Röhren. Nun erschienen drei Röhrenpärchen, nämlich jeweils 12AT7 (ECC81), 12AX7 (ECC83) und 6922 (ECC88), allesamt kleine Doppeltrioden, die in hochwertigen Keramiksockeln steckten und nicht wie so oft zu beobachten etwa in billigen Ausführungen aus Kunststoff. Im Inneren erfolgt der Aufbau mithilfe separater, blitzsauber gefertigter Platinen für die einzelnen Sektionen und Baugruppen.

Die Einstellmöglichkeiten für die korrekten Anpassungen insbesondere von MC-Tonabnehmern finden sich allesamt auf der Vorderseite des Geräts
Die Einstellmöglichkeiten für die korrekten Anpassungen insbesondere von MC-Tonabnehmern finden sich allesamt auf der Vorderseite des Geräts


  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026
  • Aavik Acoustics R-588

    Keces' Vorverstärker S4 war der erste Anlass, mich mit einem DS-Audio-Tonabnehmer zu beschäftigen. Für den Erwerb eines W3 sprachen dann meine sehr positiven klanglichen Erfahrungen damit, aber auch die Tatsache, dass immer mehr hoch interessante Phonostufen einen dafür geeigneten Eingang aufweisen würden. Eine davon ist die Aavik R-588. Schon vor meinem Entschluss, meinen Tonabnehmerfundus um ein photoelektrisches Exemplar zu erweitern, hatten beispielsweise Kato san, Angus Leung und Michael Børresen angekündigt, dass in den in Entwicklung…
    26.06.2026
  • Qln Prestige Three Gen 2

    Mit Lautsprechern der schwedischen Marke Qln haben wir uns bei Hifistatement bisher noch nicht beschäftigt. Ein Versäumnis – wie sich gleich zeigen wird. Also kommen wir schleunigst zum Test der brandneuen QLN Prestige Three Gen 2, einem eleganten Standlautsprecher in klassischer Zwei-Wege-Bestückung mit ambitioniertem Anspruch. Die Ursprünge von Qln reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Die fundamentale Zielsetzung der damaligen Gründer ist von Beginn an audiophiler Natur, nämlich einen Lautsprecher zu entwickeln, der die Klangbühne…
    23.06.2026
  • Vertere Ruby one

    Die Beschäftigung mit dem Vertere Xtrax vor beinahe anderthalb Jahren hatte richtig Spaß gemacht. Daher nahm ich das Angebot von Andreas Kayser, dem Inhaber des deutschen Vertere-Vertriebs Beat Audio, das neue Topmodell Ruby one zu testen, gerne an. Dafür habe ich sogar eine meiner selbstauferlegten Regeln für Tests gebrochen. Dazu später mehr. Vorrangig freute ich mich darauf, nach Monaten endlich mal wieder längere Zeit nur Schallplatten zu hören. Außerdem unterscheiden sich Xtrax und Ruby one…
    19.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.