tests/22-07-19_raidho
 
Test.
Deutsch English|

Raidho X1t Super Mini Monitor

19.07.2022 // Roland Dietl

Ein weiteres Highlight ist der neu entwickelte Tiefmitteltöner, ein 5,25 Zoll Chassis, das auf eine aus Aluminium gefertigte Membran setzt. Raidho sagt, dass eine der Herausforderungen beim Einsatz von Aluminium als Membranmaterial darin besteht, dass dieses einen Eigenklang haben kann, den es unbedingt zu vermeiden gilt. Deshalb werden alle Membranen auf beiden Seiten mit einer dünnen Keramikschicht überzogen. Die Beschichtung wird durch einen Plasmaprozess aufgebracht, der die Keramikbeschichtung mit dem Aluminium verbindet. Bei der X1t kommt noch eine weitere Schicht aus Tantal hinzu, die auch der Grund für das „t“ im Namen des neuen Modells ist. Tantal besticht durch seine besonders hohe Hitze- und Verschleißbeständigkeit und soll die Membran noch steifer und härter machen, als es mit einer Kombination aus Aluminium und Keramikbeschichtung allein möglich wäre, und das auch noch ohne schädliche Gewichtszunahme. Kräftige Neodym-Magneten mit optimiertem Magnetfeldverlauf sorgen für einen kraftvollen Antrieb mit hoher Dynamik und geringen Verzerrungen. Der Tiefmitteltöner arbeitet auf ein Bassreflex-System, wobei Raidho die strömungsoptimierte Bassreflex-Öffnung nach vorne unten heraus führt. Die entsprechende Öffnung an der Unterseite der Schallwand ist ein markantes Detail im Design der X1t, hat aber auch handfeste akustische Vorteile, wenn es etwa um die Rückwand-nahe Aufstellung des Lautsprechers geht.

Der Tiefmitteltöner mit Membran in Aluminium / Keramik / Tantal -Sandwichkonstruktion
Der Tiefmitteltöner mit Membran in Aluminium / Keramik / Tantal -Sandwichkonstruktion

Das Gehäuse der X1t wurde im Vergleich zum Vorgängermodell innen neu gestaltet mit dem Ziel, eine deutlich höhere Bassleistung und Bassqualität zu bieten. Hierzu wurde das Gehäuse an einigen Stellen verstärkt, der Einsatz des Dämpfungsmaterials optimiert und der Bassreflex-Kanal verlängert. Bessere Komponenten in der Frequenzweiche sollen der X1t außerdem zu einem offeneren und klareren Klang verhelfen. Trotz der bescheidenen Abmessungen von gerade einmal 320 Millimetern in der Höhe, 145 Millimetern in der Breite, und 230 Millimetern mm in der Tiefe bringt die X1t stattliche acht Kilogramm auf die Waage. Für die X1t gibt es einen für meinen Geschmack ausgesprochen schicken und filigranen Ständer, der den Lautsprecher um einige Grad nach hinten neigt, was das Abstrahlverhalten verbessern soll. Fuß- und Mittelteil sind aus MDF. Der Ständer zählt zu den leichten Vertretern seiner Gattung. Der Gedanke dahinter ist, dass der Ständer so wenig Energie wie möglich speichern soll. Passend zu diesem Konzept finden sich auch keine Spikes, sondern Füße, die wirksam vom Boden entkoppeln sollen. Der Mittelteil des Ständers wird stabil sowohl mit der Bodenplatte als auch mit dem Lautsprecher verschraubt. Die Art und Weise der Verschraubung, die äußerlich keine Schrauben erkennen lässt, ist clever gemacht und trägt zu der attraktiven Erscheinung bei.

Das Bändchen aus der Nähe
Das Bändchen aus der Nähe

Die Aufstellung der X1t ist grundsätzlich unkritisch, sie darf auch durchaus in der Nähe von Seitenwänden stehen. Von den üblichen Methoden und Erfahrungswerten bei der Platzierung von Lautsprechern können wir uns übrigens gleich einmal verabschieden. Die Leitlinie lautet: Weit auseinander und stark einwinkeln. Das ergibt in meinem Hörraum eine erstaunlich große Basisbreite von knapp drei Metern, deutlich mehr als beispielweise bei meiner Audioplan Kontrapunkt, die ähnliche Abmessungen hat. Die Verwandtschaft der X1t zur großen Schwester TD1.2, die erst vor kurzem bei mir zu Gast war, ist in diesem Punkt offensichtlich. Was den Abstand vom Hörplatz zu den Lautsprechern betrifft, lande ich nach einigen Versuchen bei ebenfalls etwa drei Metern, so dass sich das klassische gleichseitige Dreieck der Lautsprecheraufstellung ergibt. Die X1t belohnt meine Bemühungen mit einem beeindruckend ausgewogenen Verhältnis zwischen weiter Abbildung und präzisem Fokus ohne das gefürchtete Loch in der Mitte. Ich gönne der X1t noch eine ordentliche Einspielzeit und dann kann es losgehen.


  • Linear Tube Audio Century

    Century heißen die Röhren-Mono-Endverstärker von Linear Tube Audio, die ohne Ausgangsübertrager auskommen und sich dennoch grundlegend von anderen OTL-Konzepten unterscheiden. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, was die patentierte ZOTL-Technologie des Entwicklers so besonders macht und wie sie sich klanglich auswirkt. Für diesen Test haben Dirk Sommer und ich uns eine Arbeitsteilung vorgenommen, bei der ich (Carsten Bussler) mich auf die Technik der Century-Monos sowie die Hintergründe zu Linear Tube Audio und die Zusammenarbeit mit…
    29.09.2026
  • Final Tonalite

    Finals Tonalite ist nicht nur ein neuer In-Ear, sondern macht gleichzeitig Finals Timbreanpassung jedem Nutzer mittels einer App zugänglich. Seit der noch etwas kryptischen Ankündigung dieser Technologie auf der High End 2022 habe ich Ihnen über den Entwicklungsprozess berichtet. Das fertige Produkt halte ich persönlich für einen Meilenstein. Tonalite ist eine grundlegende Neuentwicklung mit neuem Formfaktor und neuer Technik. Die Tonalite In-Ears verfügen über eine eher ovale Form, in der die gesamte Elektronik untergebracht ist.…
    25.09.2026
  • Ortofon MC Vertex

    Die bisherigen Topmodelle von Ortofon, das Anna, das Anna Diamond und das Diamond, ähnelten einander auch optisch stark. Das Vertex macht schon durch sein Erscheinungsbild klar, dass es anders ist. Es ist der erste Tonabnehmer mit einem Diamanten mit Vertex-Schliff. Soweit mir bekannt, ist das der erste neue Nadelschliff seit rund 40 Jahren. Aber das ist nicht die einzige Veränderung gegenüber dem MC Diamond: Der Generator des Vertex besitzt einen deutlich höheren Innenwiderstand, die Nadelnachgiebigkeit…
    15.09.2026
  • Phonar Veritas M4.2 SE

    Es hat mir bislang stets Vergnügen bereitet, mich mit Phonar Lautsprechern zu beschäftigen. Nach einem Test kaufte ich die Veritas 9.2 SE und genieße seitdem ihre Musikalität. Phonar überzeugte immer wieder mit einem außergewöhnlich attraktiven Preis-Klang-Verhältnis. Bestätigt die neue, kompakte Phonar Veritas M4.2 SE diese Erfahrungen? Mein eindrucksvollstes Phonar-Erlebnis hatte ich vor zwei Jahren mit der Standbox Veritas p4.2 Next, die aktuell für einen Paarpreis von 2400 Euro auf der Phonar-Website zu sehen ist. Genau…
    08.09.2026
  • Ayon Iris Signature Streamer

    Auf der High End Vienna haben Dirk Sommer und ich den Ayon Iris erstmals entdeckt – nun steht der außergewöhnliche Streaming-Player bei uns bereits zum Test. So frisch ist der Iris, dass selbst die Roon-Zertifizierung zum Testzeitpunkt noch läuft. Brandneu, doch der Iris kommt keineswegs aus dem Nichts: Wer die Entwicklung der digitalen Ayon-Komponenten verfolgt hat, erkennt eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema Streaming. Auch wir konnten diesen Weg begleiten – nach dem S3 und…
    01.09.2026
  • Sumiko Starling

    Mein letzter Test eines Tonabnehmersystems befasste sich mit dem Sumiko Oriole. Nun drehen sich für diesen Test meine Schallplatten unter dem Sumiko Starling, dem teuersten System aus der Sumiko Referenz Serie. Nachdem ich überaus positiv überrascht vom Test des Oriole war und dies Peter Laitenberger vom deutschen ATR Vertrieb mitteilte, empfahl mir dieser mir doch einmal das Sumiko Starling anzuhören. Gesagt, getan und bereits wenige Tage später kam das kleine Päckchen mit dem Starling zu…
    28.08.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.