tests/23-04-11_vpi
 

VPI Avenger Direct

11.04.2023 // Dirk Sommer

Obwohl ich mich schon lange mit Analogem beschäftige, bin ich noch nie einem VPI begegnet. Das ändert sich nun – und wie! Der Avenger Direct ist die Nummer drei in der Hierarchie und, auch wenn die Amerikaner lange Zeit einpunktgelagerte Arme favorisierten, mit dem Fatboy-12-Gimbal-3D-Tonarm, einem kardanisch gelagerten 12-Zoll-Modell, bestückt.

Erfreulicherweise hat mir Audio Reference, der deutsche VPI-Vertrieb, den Avenger nicht einfach zugeschickt. Max Merk, der die Händler im Süden der Republik betreut, brachte den recht voluminösen Karton mit fast 30 Kilogramm Plattenspieler in den Hörraum und baute ihn dort auf dem Krion-Plattenspieleraufsatz des linken meiner beiden Artesania-Exoteryc-Racks auf. Dazu wird das Chassis, das auch dem Motor und seiner Steuerungselektronik Platz bietet, in die drei mächtigen Aufnahmen für die in Spikes endenden Säulen gestellt, der Plattenteller plus textiler Matte aufgesetzt und die Basis mit dem Tonarm an eine der drei Säulen geklemmt. Das Chassis beherbergt auch die drei Druckschalter für „Stop“, „33“ und „45“ sowie die IEC-Netzbuchse. Große Rändelräder in den Säulen dienen der waagerechten Ausrichtung des Laufwerks, die Max Merk als Maschinenbauingenieur mit einer Präzisionswasserwaage zum Einrichten von Wellen vornimmt.

Der VPI Avenger Direct ist ein direkt angetriebenes Masselaufwerk in Sandwich-Bauweise
Der VPI Avenger Direct ist ein direkt angetriebenes Masselaufwerk in Sandwich-Bauweise

Vor einem genaueren Blick auf den Tonarm möchte ich Sie kurz mit den Gründen für die Entwickelung des Avenger vertraut machen und dabei auch ein paar Details seiner Konstruktion erwähnen. Dazu paraphrasiere wenige kurze Auszüge aus einem White Paper, das mir Mat Weisfeld, der Sohn des Firmengründers und jetzige Inhaber, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat und das die Motorkonstruktion bis ins letzte Detail beschreibt. Daran dürften wohl nur Experten von Elektromotoren ihre Freude haben. Ich bin jedenfalls ab einem gewissen Punkt ausgestiegen und auch sicher, dass es weder Ihnen noch mir helfen würde, einen Kurzlehrgang in Motorentechnik einzuschieben, um die Qualitäten des Avengers einschätzen zu können. Deshalb werde ich mich später auf eine Kurzfassung in Sachen Antriebstechnik beschränken. Aber hier erst ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte des Avenger: Harry Weisfelds klassischer Plattenspieler mit Direktantrieb aus dem Jahr 2012 bildete die Grundlage für VPIs weitere Entwicklung des Antriebskonzeptes. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums hat man das ursprüngliche Design weiterentwickelt und auf den neuesten Stand der verfügbaren Technologien gebracht. Im Jahr 2019 wurde dann mit dem Vanquish ein Plattenspieler der „Superklasse“ vorgestellt, ein Weltklasse-Produkt, das mit seinem hohen Preis aber nicht in die Zeit der Pandemie passte. Daher entschied sich VPI, die bei der Entwicklung des Vanquish gewonnenen Erkenntnisse in die Avenger-Serie zu übertragen, und ein kleineres und günstigeres Modell zu realisieren: den Avenger Direct – wobei die Begriffe „klein“ und „günstig“ vor allem in Relation zum Vanquish zu sehen sind, dessen Preis sich im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegt und der mit einem passenden Rack mit vier Böden geliefert wird.

Der Plattenpuck wird auf die Achse gesteckt. Das Gewinde ist für den mitgelieferten Kunststoff-Griff vorgesehen, mit dem sich der Teller leichter auf- und absetzen lässt
Der Plattenpuck wird auf die Achse gesteckt. Das Gewinde ist für den mitgelieferten Kunststoff-Griff vorgesehen, mit dem sich der Teller leichter auf- und absetzen lässt


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