tests/23-08-22_ideon
 

Ideon Audio Eos DAC, Eos Stream, Eos Time

22.08.2023 // Wolfgang Kemper

Der griechische Spezialist für digitale Audio Komponenten Ideon Audio stellt mit den brandneuen Komponenten der EOS Linie drei Geräte vor, die zwar kostspielig sind, aber auch musikalisch auf sehr hohen Niveau spielen sollen. Wir erhielten die ersten Geräte, die nach Deutschland kamen, zum Test.

Ich gebe gerne zu, dass dieser Hersteller aus Athen es mir angetan hat. Einen guten Ruf hatte Ideon Audio weltweit schon lange. Dazu trug auch der kleine, inzwischen auf den 3R USB Renaissance mk2 Black Star weiterentwickelte USB-Reclocker für aktuell 360 Euro erheblich bei. Mein Erstkontakt mit einem Produkt von Ideon Audio war der D/A-Wandler Absolute Epsilon DAC für extreme 44.500 Euro. Diesem Preis stellte er jedoch auch eine beeindruckende Musikalität gegenüber, die mein Freund mit der ungefähr so lautenden Bemerkung kommentierte: „Der löst ja so fein auf, dem kann ich kaum folgen.“ Sehr angetan von seinen klanglichen Fähigkeiten war ich jüngst beim wesentlich preisgünstigeren und hoffentlich für viele erschwinglichen Ayazi MKII D/A-Wandler für aktuell 3.500 Euro.

Die drei Eos Komponenten besitzen kaum Bedienungselemente und geben sich dezent und funktional
Die drei Eos Komponenten besitzen kaum Bedienungselemente und geben sich dezent und funktional

Der neue Eos Wandler kostet 9.900 Euro, also eine ganze Menge Geld, aber nicht einmal ein Viertel des Flaggschiffes der Athener. Zu ihm in der Eos-Linie gesellt sich der Eos Stream, der mit seinem stolzen Preis von 10.150 Euro bei mir hohe Erwartungen weckt. Ergänzt werden die zwei um den Eos Time, einen neuen USB-Reclocker, den kennenzulernen ich auch spannend finde, weil das USB-Reclocking in der Vergangenheit eine der Stärken von Ideon Audio war. Alle drei Testgeräte waren brandneu, und so wollte ich sie erst einmal einige Tage in Betrieb nehmen, um sie gemeinsam einzuspielen. Dazu verband ich sie mit den gleichen Audioquest Hurricane Netzkabeln wie meine etatmäßigen Digital-Komponenten mit meinem Audioquest Niagara 5000 Netzfilter. Klar, dass ich dabei auch hörte. Die ersten sehr wenigen Stunden klangen schon viel versprechend, wenn auch noch nicht so homogen und offen, wie ich es bereits nach nicht einmal zehn Stunden erleben konnte. Dieser angenehme, klangfarbenstarke und völlig stressfreie Sound war ungewöhnlich und erinnerte mich an den teuren Absolute Epsilon DAC. Als Tonquelle diente in dieser Phase mein Antipodes Oladra als Roon Core und war mit dem Eos Stream als Roon-Ready-Player per Ansuz LAN-Kabel verbunden. Hier war der Oladra also etwas überdimensioniert, weil er nur als Server diente. Aus dem Antipodes Portfolio wäre hier in dieser Konfiguration ein K41 als Roon-Core-Server auf vergleichbarem Niveau und mit 9.900 Euro im preislichen Rahmen zum Eos-Trio für insgesamt 26.550 Euro eher adäquat. Was dieses Gespann an Klangqualität in meinen Hörraum zauberte, ist ganz einfach mit dem Wort „schön“ beschreibbar. Aha, ein Schönfärber und Schmeichler, mag man jetzt denken. Das stimmt jedoch keineswegs. Denn bei aller absolut stressfreien Darbietung in der Einspielzeit kristallisierten sich zunehmend die Fähigkeit zur Darstellung einer sehr nuancierten Zeichnung mit angemessenen üppigen Klangfarben – besonders beeindruckend für mich bei akustischen Gitarren – und einer glaubhaften, großen, nach hinten in den Raum und seitlich über die Boxen hinaus konturierten imaginären Bühne heraus. Ich habe meiner Frau das Eos-Trio im Vergleich zu meinem getunten PS Audio DirectStream-DAC mit ihrem Lieblingstitel „Shallow“ mit Lady Gaga und Bradley Cooper vom A Star ist Born Soundtrack vorgeführt. „Das klingt, als läge da eine Decke auf der Musik und würde vor allem den Bass ersticken.“ war ihr Kommentar zu Gunsten der griechischen Göttin der Morgenröte, deren Namen das neue Dreigespann trägt. Ich schloss mich ihrer Meinung an, durchaus ungern, weil mein eigenes Setup in mehrerlei Hinsicht unterlegen war. Auflösung, Klangfarben und Räumlichkeit waren bei den Eos unüberhörbar auf höherem, mitreißendem Niveau. Mich persönlich faszinierte diese von digitalen Artefakten scheinbar völlig freie Musik, der ich demzufolge endlos zuhören mochte.

Die Anschlussoptionen der Eos sind sinnvoll und überschaubar
Die Anschlussoptionen der Eos sind sinnvoll und überschaubar


  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026
  • Gold Note HP-10 deluxe und PSU-10 Evo

    Der Gold Note HP-10 deluxe Kopfhörer-Verstärker spricht auf den ersten Blick eher den anspruchsvollen Nutzer an. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die in dieser Kombination wohl einzigartig sind. Anders als moderne Alternativen aus Fernost setzt Gold Note auf hochkarätige Analog-Technik. Nutzt der Bedienungskomfort auch der Klangqualität? Die Typenbezeichnung deluxe täuscht. Denn die zwei weiteren, preisgünstigeren Alternativen, der Gold Note HP-10 BT oder der HP-10 ohne jeglichen Zusatz, sind keineswegs weniger luxuriös. Ihnen fehlt nur etwas Ausstattung,…
    10.02.2026
  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.