tests/23-12-15_pro-ject
 

Pro-Ject Metallica Limited Edition

15.12.2023 // Dave Marras Grünwalds

Ein nahezu perfektes Starterset: Neben Filzmatte, Single-Adapter, hochwertigen Anschluss und Erdungskabel gibt es gut verarbeitete Baumwollhandschuhe, um die Spiegeloptik sauber zu halten
Ein nahezu perfektes Starterset: Neben Filzmatte, Single-Adapter, hochwertigen Anschluss und Erdungskabel gibt es gut verarbeitete Baumwollhandschuhe, um die Spiegeloptik sauber zu halten

Nach der unkomplizierten Installation starte ich meine Hörsession mit dem standesgemäßen Longplayer METALLICA, in Fankreisen auch „Black Album“ genannt. Schon die ersten Gitarrenriffs von „Enter Sandman“ begeistern mich. James Hetfields Alkohol-getränkte Stimme hallt durch unser Wohnzimmer, ich fange an mitzugrölen: „Enter night“ – und bei Kirk Hammets Gitarrensolo hole ich die Luftgitarre raus. Der Pro-Ject transportiert die energiegeladene Stimmung der Bob-Rock-Produktion perfekt und verrichtet im Gegensatz zu mir seine Arbeit sehr ruhig und stabil. Weiter geht es mit dem „Sad but True“. Lars Ulrichs martialische Drums verbreiten sich mit unglaublicher Tiefe und Breite und bilden unterstützt von harten Gitarren- und Bass-Riffs eine gewaltige Bühne.

Ein Wechsel von 30er- und 45er-Platten (Flachriemen) auf 78er-Schellack ist mit dem beiliegenden Rundriemen problemlos möglich
Ein Wechsel von 30er- und 45er-Platten (Flachriemen) auf 78er-Schellack ist mit dem beiliegenden Rundriemen problemlos möglich

Nachdem mir vom Headbangen ein wenig der Nacken schmerzt, folgt die Ballade „Nothing Else Matters“: Was mich sofort beeindruckt, ist die kompromisslose Reinheit des inkludierten Tonabnehmers Pro-Ject Pick it S2 C. Für ein System im Preisbereich von 130 Euro bin ich über die Symbiose mit dem Metallica-Plattendreher sehr verwundert. Dank SME-Bajonett lässt sich schnell ein anderes Headshell installieren. Um einen Vergleich mit meinem Ortofon 2M Blue zu ziehen, wechsele ich das Genre. Es folgt der Soundtrack zu The Good, The Bad & The Ugly des italienischen Maestros Enio Morricone. Schon das Intro des ikonischen Italo-Western offenbart hier die Unterschiede zu meinem Ortofon-System. Das Pick it S2 C hat seine Stärken in der Dynamik und der Feinzeichnung, doch im Bassbereich gebe ich meiner Referenz klar den Vorzug. Beim fast doppelten Preis dar man dies auch erwarten. Weiter geht es mit „The Ecstacy of Gold“. Ich schließe die Augen und befinde mich im Goldrausch an der Seite von Clint Eastwood, der Glockenschlag verursacht Gänsehaut und die zunehmende Dynamik und großartige Feinzeichnung lassen im Grand Finale neben den dominanten Bläsern und Streichern jedes Detail klar wahrnehmen: Emotion pur!

Nach dem Ausflug in die Filmmusik dürstet es mich nach ein wenig Brass. Das 2018 erschienene selbstbetitelte Werk des Musikkollektivs Brass Against darf als nächstes auf dem Wahlösterreicher tanzen. Der elliptisch geschliffene Diamant des Pick it S2 C fährt unbekümmert über die Rille und die Mixtur aus groovenden Bläsern und vorantreibender Snare bei „Wake Up“ bringt die offene Bühne sofort näher, die gerapten Vocals der unvergleichlichen Frontfrau Sophia Urista dominieren, ohne die Instrumente zu verdrängen. Bei „Cochise“ passiert wie beim Original von Audioslave einfach viel, doch der Metallica differenziert klar und lässt sogar bei dem Wechselspiel mit E-Gitarre und Alt-Saxofon kleinste Nuancen erahnen. „Killing in the Name of“ verleiht der Bläserfraktion nochmals mehr Volumen und Lebendigkeit, was mich dann doch dazu anspornt, die Lautstärkereizbarkeit meiner stets umgänglichen besseren Hälfte zu testen.

Rückseitenansicht: Neben hochwertigen goldbeschichteten Cinch-Buchsen steht ein externes 15-Volt-Netzteil zur Verfügung
Rückseitenansicht: Neben hochwertigen goldbeschichteten Cinch-Buchsen steht ein externes 15-Volt-Netzteil zur Verfügung


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