tests/23-12-19_antipodes
 

Antipodes Audio Oladra G4 Upgrade

19.12.2023 // Wolfgang Kemper

Ich habe als Referenz, um die Tonalität der beiden Oladra zu relativieren, mein CD-Spieler-Setup herangezogen und empfand zum Beispiel beim Album The In Crowd vom Ramsey Lewis Trio die Wärme des Klangbilds der CD zwischen den beiden angesiedelt, dichter jedoch am G4. In Sachen Musikalität verlor die CD den Vergleich jedoch. Zwar ging sie bei der Dynamik und Spielfreude des Oladra G4 noch in etwa mit, seinen Nuancen-Reichtum und erst recht die faszinierende Schönheit der Musik konnte die CD nicht auf dem Niveau bieten. Der Vergleich mit der CD in meiner Anlage erleichtert die tonale Einschätzung des Oladra und lässt mich zu dem Schluss kommen, dass der Oladra G4 sich wieder ein wenig tonal rückwärts zum K-50 entwickelt hat. Der Unterschied zwischen K-50 und Oladra G3 war damals, wie gesagt, sehr ausgeprägt. Die anheimelnde Wärme des K-50 machte der Oladra damals locker mit seiner begeisternden Feinzeichnung und Lebendigkeit vergessen. Mit dem Oladra G4 ist es den Neuseeländern gelungen, die überragenden Eigenschaften des Oladra G3 mit mehr Wärme in Einklang zu bringen, ohne dass weniger Nuancen-Reichtum oder Feindynamik geboten wird. Wer demzufolge für 6000 Dollar seinen K-50 auf das Oladra-G4-Niveau umbauen lässt, dürfte weniger Unterschiede erleben als ich seinerzeit beim Vergleich des K-50 mit dem alten Oladra; und das ist gut so. Überrascht wurde ich beim Vergleich der USB-Anbindung an den D/A-Wandler mit dem alternativen AES/EBU. Beim G3 ist AES/EBU auf ähnlichem Niveau wie I2S. Nicht so beim G4: Da gefiel mir USB eindeutig besser, was ja eine gute Nachricht ist, da USB gebräuchlicher ist und auch weit weniger Einschränkungen bei den File-Formaten mit sich bringt. Allerdings muss ich anmerken, dass in meiner Anlage inzwischen ein HoloAudio May KTE Edition den Platz des PS Audio DirectStream-DACs eingenommen hat. Die Güte des USB-Eingangs des HoloAudio hat gewiss auch einen Einfluss auf meine jetzige Einschätzung.

Der Erdungs-Anschluss am neuen Oladra kann gewinnbringend sein
Der Erdungs-Anschluss am neuen Oladra kann gewinnbringend sein

Eindeutig stellt der Oladra G4 einen musikalischen Fortschritt dar. Der Unterschied dürfte auch nach drei- bis vierwöchiger musikalischer Fastenzeit klar wahrnehmbar sein und für Freude sorgen. Was den finanziellen Aufwand anbelangt, ist es doch unser aller Erfahrung, dass das letzte Quäntchen an Klanggewinn immer relativ kostspielig ist. Hier geht es aber um deutlich erlebbar mehr als um eine kleine Verbesserung – eine gute, auflösende Wiedergabekette vorausgesetzt.

STATEMENT

Die kontinuierliche Forschung und Weiterentwicklung bei Antipodes Audio sorgt auch in der neuen Generation des Oladra unüberhörbar für mehr Wohlklang. Bedenkt man den Preis des Spitzenmodells, steht der Aufpreis für die neue Version in einem fairen Verhältnis, denn die G4-Version überzeugt musikalisch klar und deutlich. Dass die Neuseeländer relativ günstig ein umfassendes Upgrade von G3 auf G4 anbieten, macht solch hochpreisige Investitionen wertbeständig, was ein zusätzliches Kompliment verdient.
Gehört mit
Musik-Server/Player Antipodes Oladra mit Roon Server und Player
Netzwerk Ansuz Acoustics Digitalz Ethernet Cable A2, Fritzbox 7590
CD-Laufwerk Primare DVD-30 mit Boaacoustic Silver Digital Krypton AES/EBU und Mutec M-3+ Smartclock USB
D/A-Wandler HoloAudio May Ketsuné Edition
Vorverstärker Audio-gd Master 1 Vacuum
Endstufe für Bass: zwei Primare A-32, für Mittel-Hochton: Spectral DMA-100
Equalizer LA-Audio EQ231G für Bass
Lautsprecher Triangle Grand Concert
Zubehör Audioquest Dragon 48 HDMI, Habst USB Ultra-3 und DIII AES/EBU, Wireworld Eclipse 8 Silver und Platinum Cinch und XLR, Purist Audio Design Elementa Advance XLR, Real-Cable HD-TDC Supra XL Annorum LS mit Enacom LS, Audioquest Niagara 5000, Hurricane HC und Source Netzkabel, AHP Reinkupfer Sicherungen, AHP Klangmodul Ivg, Furutech NFC Wandsteckdose, Raum Absorber von Mbakustik und Browne Akustik, Franck Tchang Klangschalen
Geräte-Erdung Huesmann Double-Earth-Conductor Copper Edition
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden, Finite Elemente Pagode, Audio Exklusiv d.C.d. Basen
Herstellerangaben
Antipodes Oladra G4
Modell Oladra G4 Technologie
Ethernet Ausgang 2.5 Gigabit Ethernet
Direct Streaming Gigabit Ethernet
USB Audio 2.0 Ausgang PCM zu 32bit/768kHz, DoP zu DSD256, native DSD zu DSD512
S/PDIF Ausgang auf RCA und BNC, PCM zu 24bit/192kHz, DoP zu DSD64
AES3 Ausgang auf XLR, PCM zu 24bit/192kHz, DoP zu DSD64
I2S Ausgang auf HDMI und RJ45, PCM auf 32bit/384kHz, DoP auf DSD256, Nativ auf DSD512
Speicher vom Benutzer zu installieren, 3 SATA SSD Einschübe, bis zu 24TB
Master Clock BNC Ausgang /vom Autor ergänzt: 75 Ohm, Sinus, TTL)
Netzanschluss 110-120VAC oder 220-240VAC
Breite 445mm
Tiefe 400mm
Höhe 80mm
Gehäusefarbe Schwarz oder silber
Gewicht 20kg
Garantie 3 Jahre, mit Registrierung 5 Jahre
Preis 31.650 Euro
Preis für das Upgrade 4000 USD inkl. 19% MWSt, umgerechnet 3.655 Euro am 15.12.23

Vertrieb
CM-Audio - Flöter Technology Service
Ansprechpartner Torsten Fink
Anschrift Kölner Straße 46
41464 Neuss
Telefon +49 2161 6782451
E-Mail info@cm-audio.net
Web www.cm-audio.net


  • Alluxity Int One mkII

    Die Marke Alluxity war mir bisher fremd. Kann passieren. Das änderte sich schlagartig, als der dänische Vollverstärker Int One mkII in meinem Hörraum landete und ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigen durfte. Achtung, Spoiler: Man sollte sich die Marke merken. Ich gebe es zu: Ich bin ein Dänemark-Fan. In jungen Jahren habe ich dort regelmäßig zwischen den Dünen am Strand geurlaubt und später dann einige wunderbare Jahreswechsel in gemütlichen Holzhäusern erlebt. Zudem ist mir der…
    27.01.2026
  • Rega Mercury / Solis

    Hifistatement hatte die Möglichkeit, Regas brandneue, im November 2025 erschienene Vor-/Endstufenkombination Mercury/Solis umfassend zu testen. Die Vorstufe hat einen hochwertigen DAC an Bord, die Endstufe liefert circa 300 Watt Ausgangsleistung an vier Ohm Impedanz. Mit diesen Boliden liefert Rega sein Verstärkerstatement! Der Name Rega löst bei mir unmittelbar diverse positive Assoziationen hervor, bislang zugegeben allesamt in der rein analogen Welt der Plattenspieler und Tonabnehmer verortet. So besaß ich unter anderen bereits einen Planar 1 oder…
    20.01.2026
  • Final UX5000

    Im Oktober habe ich den UX5000 in Warschau auf der Audio Video Show das erste Mal gehört. Zugegeben, Bluetooth-Overear-Kopfhörern gilt nicht unbedingt mein größtes Interesse, aber der UX5000 machte mich mit einigen Features neugierig auf einen Test. Final platziert das Modell an der Spitze seines Bluetooth-Kopfhörer-Line-Ups. Allein optisch spricht mich der UX5000 an. Schlicht und unauffällig, ohne ein Statement setzten zu wollen, um sich zwanghaft von der Masse abzuheben. Aber genau diese unaufgeregte Präsentation in…
    16.01.2026
  • Riviera Audio Laboratories APL1 und AFM70

    Den letzten Bericht über eine Vor-/Endstufen-Kombination schrieb ich vor beinahe anderthalb Jahren. Bis jetzt kam lediglich Wolfgang Kempers Test des Senna-Sound-Duos dazu. Sollte das daran liegen, dass es in diesem Bereich nicht allzu viele Innovationen gibt? Die edlen Amps von Riviera Audio Laboratories sind jedenfalls alles andere als Mainstream. Die Verbreitung von digitalen Verstärkermodulen hat zumindest bei mir dazu geführt, dass mich ein Großteil der modernen Endstufen-Kreationen einfach nicht mehr interessiert. Schaltnetzteile in Kombination mit…
    14.01.2026
  • Keces Ewave

    Nein, wir werden nicht zur PR-Abteilung von Keces oder Robert Ross' Vertrieb, der die Produkte aus Taiwan in Europa betreut und hierzulande vertreibt. Doch bei einem Gespräch über den Ephono+ merkte Robert Ross an, dass er soeben das erste Null-Serien-Modell des Keces-Switch erhalten habe und uns zusenden könne. Da konnte ich nicht widerstehen. Da die Serienmodelle noch im Januar ausgeliefert werden, kann ich mir mit dem Bericht über das Switch auch nicht allzu lange Zeit…
    09.01.2026
  • Keces Ephono+

    Nein, ich werde mich ab sofort nicht mehr nur mit günstigen Hifi-Komponenten beschäftigen, auch wenn durch den Test des erschwinglichen Eversolo DAC-Z10 und des Ephono+ der Eindruck entstehen konnte. Denn obwohl Keces der Signalverarbeitung und dem Netzteil je ein eigenes Gehäuse spendiert, ist die Phonostufe für gerade einmal 1.200 Euro zu haben. Ich habe zwar gegenüber Komponenten mit moderaten Preisen genau so wenig Berührungsängste wie gegenüber solchen mit exorbitant hohen – wie sich Anfang des…
    23.12.2025

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.