tests/23-12-26_keces
 
Test.
Deutsch English|

Keces S4 – Teil 2

26.12.2023 // Dirk Sommer

Der Sendy Audio Peacock ist für den Keces S4 eine leicht zu treibende Last
Der Sendy Audio Peacock ist für den Keces S4 eine leicht zu treibende Last

Auf „You Know, You Know“ geht’s dann mit einem Drum Kit statt Trömmelchen und einem heftig angezerrten Fender Rhodes mit Wah-Wah statt Flöte weiter: eine melodische Schwelgerei in Klangfarben, Dynamik und Groove. Mit „Pastel Morning“ klingt das Album dann ruhig und entspannt aus. Ich werde die „zweite Seite“ nun gewiss nicht mehr so sträflich vernächlässigen wie bisher – zumindest wenn es über Lautsprecher auch nur annähernd so fein aufgelöst und dennoch so emotional ansprechend klingt wie über den S4 und den Peacock!

Seit einiger Zeit komme ich bei Kopfhörer- und -verstärker-Tests fast nicht mehr ohne „Deep As Love“ vom Album Changing Places des Tord Gustavsen Trio aus: Das ruhige, melodische Stück fasziniert mit einem fast schon hypnotischen musikalischen Fluss, besonders bei den Becken und den Besen auf der Snare mit schönen Klangfarben, einem angenehm „hölzernen“ Kontrabass und extrrem dynamischen Anschlägen der Saiten des Flügels. Das alles ist auch über den Peacock und den S4 zu genießen. Aber es soll an dieser Stelle ja nicht allein um faszinierende Klänge gehen, und deshalb muss sich der Keces jetzt am Phonitor x messen lassen. Der klingt natürlich um Nuancen anders, aber bei diesem Track kann ich keine Quallitätsunterschiede feststellen. Beim SPL wirken die Instrumente minimal kleiner, weiter entfernt und dadurch von mehr Raum umgeben, wobei ich anmerken muss, dass mich jedwede Raumdarstellung bei Kopfhörern weit weniger überzeugt als die von guten Lautsprechern. Der Keces hat gegenüber dem Phonitor vor allem beim Flügel marginale Vorteile in Sachen Dynamik.

Vielleicht kann Mahlers Symphonie Nr. 5 mit den Duisburger Philharmonikern unter Jonathan Darlington ja mehr Unterschiede aufzeigen: Die Aufnahme aus der Living Concert Series vermittelt eine – für die Wiedergabe über Kopfhörer – erstaunlich glaubwürdige Raumanmutung. Tonalität, Lebendigkeit und Durchhörbarkeit lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Der Keces scheint sich auf die griffigere, etwas nähere Darstellung der Instrumentengruppen zu konzentrieren, während der SPL eine größere Bühne mit einer gewissen Tiefe suggeriert. Dennoch sind die Unterschiede überraschend gering, wenn man bedenkt, dass der Phonitor ein Kopfhörerverstärker mit rudimentären Vorverstärkerfähigkeiten ist, der Keces jedoch ein voll ausgestatteter Vorverstärker mit einem Kopfhörerausgang. Mir fehlt beim Musikgenuss über Kopfhörer beim S4 – ohne direkten Vergleich – nicht das mindeste.

Der Dan Clark Audio Stealth ist für mich nicht nur bei Aufnahmen das Mittel der Wahl: Ich kenne keinen tonal ausgewogeneren, aber auch schwerer zu treibenden offenen oder geschlossenen Kopfhörer
Der Dan Clark Audio Stealth ist für mich nicht nur bei Aufnahmen das Mittel der Wahl: Ich kenne keinen tonal ausgewogeneren, aber auch schwerer zu treibenden offenen oder geschlossenen Kopfhörer


  • iFi iDSD Phantom

    Der iDSD Phantom vereint Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in bester iFi-Manier zu einem Alleskönner. iFi erreicht damit die höchstmögliche Ausbaustufe von stationärem HiFi. Abgerundet wird das Paket von einem aufwendigen Gehäuse und sowohl einer Transistor- als auch einer Röhren-Ausgangsstufe. Gerade im mobilen Bereich hat iFi in der Vergangenheit viele Geräte entwickelt, die einen Vergleich mit dem berühmten Schweizer Allzwecktaschenmesser nicht im Geringsten scheuen müssen. Mit dem Phantom hält die – nahezu – unbegrenzte Vielfalt an…
    05.05.2026
  • Pro-Ject Flatten it

    Das Thema thermische Behandlung von Festplatten, Kabeln oder Schallplatten wurde in Hifistatement mehrfach ausführlich behandelt. Heute geht es um den Flatten it Schallplatten-Bügler von Pro-Ject, der dank seines attraktiven Preises ein Angebot für jedermann sein könnte. Dirk Sommer hat an dieser Stelle seit Jahren immer wieder über Kältebehandlungen zur Klangverbesserung explizit bei der Firma CoolTech berichtet. Das liest sich überzeugend, ist aber mit ein wenig Aufwand verbunden, der selbst manch eingefleischtem Audio-Freak zu lästig erscheint.…
    28.04.2026
  • Sumiko Oriole

    Sumikos Firmensitz befindet sich in Mineapolis, USA im Bundesstaat Minnesota. Von hier aus werden die Tonabnehmer weltweit vertrieben. Hergestellt werden sie allerdings in Japan bei Excel Sound in Yokohama. Dort werden die Systeme seit 1982 von ausgewählten Handwerkern handgefertigt. Das neu auf dem Markt befindliche Oriole aus der Reference-Serie von Sumiko liegt preislich und klanglich in der Mitte zwischen dem Starling und Songbird aus gleichem Hause. Oriole ist übrigens die englische Bezeichnung für den hierzulande…
    24.04.2026
  • WestminsterLab Omne

    Ich schätze WestminsterLab-Komponenten für ihre Musikalität und Authentizität, die den Zugang zur Musik ganz selbstverständlich öffnen. Diese Qualität verspricht nun WestminsterLab in Form des Omne, einem Vollverstärker, der das gesamte Westminster-Lab Erlebnis in einem All-in-One-Paket vereinen soll. Ein Versprechen, das neugierig macht. Als Angus Leung den Omne Vollverstärker Anfang Februar 2025 in Hamburg präsentierte, ging es ihm erkennbar nicht um die übliche Choreografie aus Neuheit und Superlativen. Im Zentrum stand für ihn vielmehr die Antwort…
    21.04.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein Nachtrag

    Klanglich, optisch und in Sachen Verarbeitung hat mich der SOtM sMS-2000 rundum begeistert. Im täglichen Betrieb erweist er sich als komfortabel und bisher völlig stabil. Die Einrichtung einer zusätzlichen internen Festplatte hätte allerdings Programmierkenntnisse in Linux erfordert. Ich habe deshalb die zum Lieferumgang gehörende SSD aktiviert. Beim kürzlich erschienenen Test agierte der sMS-2000 ja lediglich als Streaming Bridge. Die Musikdaten bezog er vom Melco N1Z H60/2 über Ethernet, denn die Kombination eines netzwerkgebunden Servers als…
    17.04.2026
  • Soulnote A-2 ver.2

    Ist man, wie ich, seit zwei Jahren zufriedener und stolzer Besitzer eines Soulnote A2 Vollverstärkers, kann man durchaus unruhig werden, wenn da eine Version 2 auf den Markt kommt. Klingt diese nun besser? Sollte ich meinen A2 verkaufen, um den neuen zu erwerben? Lohnt das, und macht der Vorteil auch den Preisunterschied wett? Mein Soulnote A2 stand damals mit rund 7.000 Euro in der Preisliste. Sein Nachfolger A2 ver.2 ist exakt 1500 Euro teurer, also…
    14.04.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.