tests/24-06-11_eat
 

E.A.T. E-Glo 2

11.06.2024 // Hifistatement

Vor rund einem Jahrzehnt ist mir E.A.T.s E-Glo bei den Wiener Klangbildern mit ihrem speziellen Design, das mit den beiden kreisrunden Gebilden zum Schutz der Röhren an Tonbandmaschinen erinnert, erstmals positiv aufgefallen. Jetzt werden die ersten Exemplare des Nachfolgemodells, der E-Glo 2, ausgeliefert. Eines davon steht nun in meinem Hörraum.

Ein Prototyp der Numero zwo war auch schon Ende letzten Jahres auf der Finest Audio Show in Wien – und in der Folge in unserem Messebericht – zu sehen. Ich ging damals wohl aufgrund eines Missverständnisses davon aus, dass es eine vollsymmetrische Variante der Phonostufe geben sollte. Wie ein Blick auf die jetzige Serienversion zeigt, bietet die E-Glo 2 zwar einen symmetrischen MC-Eingang an, jedoch nur einen Cinch-Ausgang. Lediglich die Eingangsstufe für Moving-Coil-Tonabnehmer verarbeitet ein symmetrisches Signal und zwar mit Hilfe eines Lundahl-Übertragers vom Typ LL1932, ein Typ, der auf der Website des schwedischen Herstellers nicht aufgeführt wird. Der Übertrager mit amorphem Kern soll laut E.A.T. für eine Anhebung des Signals um 24 Dezibel sorgen. Über Mäuseklaviere auf der Rückseite des E-Glo 2 lässt sich auch eine Verstärkung um weitere sechs Dezibel einstellen. Die völlig diskret aufgebaute Röhrenschaltung mit einer ECC88 und zwei ECC83 pro Kanal – gängige Typen, bei denen die Verfügbarkeit über Jahrzehnte garantiert sein dürfte – liefert eine Verstärkung von 45 Dezibel für MM-Tonabnehmer und die Signale aus dem Step-Up-Transformator. Die RIAA-Entzerrung wird rein passiv bewerkstelligt und liegt daher in keiner Rückkopplungsscheife. Statt wie beim ersten E-Glo MKP-Kondensatoren verwendet E.A.T. Im neuen Propylen-Film-Typen. Die Buchsen stammen von Mundorf und besitzen eine Teflon-Isolierung.

Die Phonostufe ist mit ihrem separaten Netzteil über ein neunadriges Kabel verbunden
Die Phonostufe ist mit ihrem separaten Netzteil über ein neunadriges Kabel verbunden

Die wohl augenfälligste Verbesserung betrifft das serienmäßige externe Netzteil, das jetzt in einem Aluminiumgehäuse mit denselben Abmessungen wie denen des signalverarbeitenden Teils der Phonostufe geliefert wird. Es bezieht seine Energie aus einem nach Spezifikationen von E.A.T. gefertigten Ringkerntransformator, der über eine doppelte Abschirmung zwischen den Primär- und Sekundärwicklungen verfügt. Diese soll das Eindringen hochfrequenter Störungen verhindern und gleichzeitig als effektives Netzfilter wirken. In der Gleichrichterschaltung kommen spezielle Dioden mit Widerständen zur Rauschunterdrückung zum Einsatz. Hinter den hochwertigen Elektrolytkondensatoren liegen ein Spannungsregler und ein Kapazitätsmultiplizierer mit FET-Transistor. Auch wenn sich ein harter Netzschalter neben der IEC-Buche am Netzteil befindet, gibt es einen weiteren „Power“-Schalter am eigentlichen Entzerrer. Oben rechts auf dessen Gehäuse befinden sich ein „Mute“-Schalter, einer für ein Subsonic-Filter und ein dritter für die Wahl einer der drei Eingänge: MM und MC unsymmetrisch und MC symmetrisch. Das letzte Bedienungselement ist ein Taster, der es sowohl erlaubt, die Beleuchtung der sechs Glasringe, die die Röhren schützen, gar nicht oder in drei Intensitätsstufen zu beleuchten als auch die Farbe der Illumination zu wählen: Rot, grün, blau und weiß sind im Angebot. Der E-Glo 2 gewinnt durch dieses auf den ersten Blick verspielt wirkende Ausstattungsmerkmal optisch ungemein, gerade weil es im Gegensatz zum ansonsten so klaren und funktionalen Design steht. Schon noch ein paar Tagen wollte ich dieses „Lichtobjekt“ in meinem Hörraum nicht mehr missen.

Mit den beiden Drehschaltern lassen sich acht Lastimpedanzen und -kapazitäten auswählen
Mit den beiden Drehschaltern lassen sich acht Lastimpedanzen und -kapazitäten auswählen


  • Matrix Audio mini-i Pro 4

    “Die Matrix ist allgegenwärtig, sie umgibt uns. Selbst hier ist sie, in diesem Zimmer.” Lange habe ich darauf gewartet, einen Testbericht mit einem passenden Filmzitat zu eröffnen. Ähnlich lange habe ich mich auf den Test eines Produkts aus dem Hause Matrix Audio gefreut. Mit dem mini-i Pro 4 ist es endlich so weit. Der Name Matrix Audio beruft sich eigentlich auf das gleichnamige mathematische Konzept, aber bei der Namensverwandtschaft zu dem stilprägenden Film kam ich…
    21.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 SSE – das Interview

    Während meines letzten Besuchs der Audio Group Denmark in Aalborg hatte ich am Tag nach der Präsentation der Børresen M8 und der Aavik M-880 Gelegenheit, mit dem Entwickler der T5 SSE über sein Produkt zu sprechen. Wenn Sie im ersten Teil technische Details vermisst haben sollten: Hier finden Sie sie in Hülle und Fülle. Dirk Sommer: Nun zu etwas ganz anderem, den T5. Was ist anders im Vergleich zum 05? Ich muss zugeben, dass ich…
    17.07.2026
  • Børresen Acoustics T5 Silver Supreme Edition

    Einerseits war ich mit der Børresen 05 Silver Supreme Edition in meinem Hörraum wunschlos glücklich, andererseits begeisterte mich das Nachfolgemodell, die T5 SSE, schon bei ihrer Vorstellung damals noch in München allein durch ihr Erscheinungsbild: Die schwarze Hochglanzlackierung mit Karbonfaser-Applikationen wirkte einfach unheimlich elegant. Aber natürlich geht es mir bei Lautsprechern nicht vorrangig um die Optik. Dass die Børresen 05 SSE solange bei mir zu Gast war und ich mich schon auf die T5 SSE…
    14.07.2026
  • Qln – das Interview

    Roland Dietl: Welche Antriebstechnik verwendest Du bevorzugt bei Tief-Mitteltönern? Mats Andersen: Ich bevorzuge eine unterhängende Schwingspulenanordnung. Bei Standard-Treibern hat man eine Schwingspule, die etwa 20 bis 40 Millimeter lang ist, und dann einen Magnetspalt von etwa 5 bis 6 Millimetern. Wenn sich die Schwingspule bewegt, ändern sich die Induktivität und auch die Magnetkraft. Bei unserem Treiber beträgt der Magnetspalt dagegen 20 Millimeter und die Schwingspule ist 11 Millimeter lang. Die Schwingspule bleibt dadurch permanent vollständig…
    07.07.2026
  • SOtM sMS-2000 – ein weiterer Nachtrag

    Endlich ist es soweit: Der SOtM sMS-2000 spielt in der gewünschten Konfiguration: In der Eunhasu-App habe ich teils auf Roland Dietls Rat hin alle klangfördernden Einstellungen vorgenommen, Ethernet- und USB-Karte werden von externen Netzteilen gespeist, die 10-Megahertz-Clock gibt den Takt vor und die Daten kommen von einer kryo-behandelten SSD. Vor rund zweieinhalb Monaten berichtete ich darüber, dass der SOtM sMS-2000 der einzige von mir getestete Streamer ist, bei dem auf einer internen Festplatte gespeicherte Musik-Files…
    03.07.2026
  • Keces Euphony

    Die taiwanesische Marke Keces ist inzwischen nicht allein wegen ihres Portfolios exzellenter Analog-Netzteile bekannt und angesehen. Für die neue Phonostufe und den neuen Switch aus der Essential Serie bekam Keces unlängst ebenfalls viel Applaus. Jetzt steht der brandneue Streaming-DAC Essential Euphony zum Test bereit. Als Dirk Sommer unlängst die Keces Phono-Stufe Ephono+ und den Ewave Switch beschrieb, gefielen mir diese Geräte auch wegen ihrer sinnvollen und beim Ewave sogar sehr fortschrittlichen Ausstattung, nämlich den zu-…
    30.06.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.