tests/24-08-16_buchardt
 

Buchardt Audio P300

16.08.2024 // Dave Marras Grünwalds

Wie schon bei der S400 MKII wurde auf beste Verarbeitung Wert gelegt: Makeloses Finish, perfekt eingefasste Chassis und das rückseitige exquisite Single-Wiring-Terminal zeugen von einem hohen Fertigungsstandart
Wie schon bei der S400 MKII wurde auf beste Verarbeitung Wert gelegt: Makeloses Finish, perfekt eingefasste Chassis und das rückseitige exquisite Single-Wiring-Terminal zeugen von einem hohen Fertigungsstandart

Der klanglich wohl größte Unterschied ist auf die im inneren verborgene Frequenzweiche zurückzuführen. Die Trennfrequenz wurde von 1.800 Hertz auf 2.800 Hertz erhöht und bündelt das Abstrahlverhalten des Speakers. Durch diese Erhöhung können die Bauteile kleiner ausfallen, was neben der Qualität der verwendeten Teile und der Wiederverwendung des Designs den wohl geringeren Preis der P300 ermöglicht. Erst auf den zweiten Blick lässt das Anschlussterminal erkennen, dass hier nicht ganz das Niveau der S400 MKII erreicht wird. Dennoch ist alles solide verarbeitet und meine Lautsprecherkabel lassen sich einwandfrei anschließen.

Wenden wir uns wieder der Vorderseite zu. Schnell sind die magnetischen und kreisrunden Chassis-Abdeckungen entfernt. Das „Upside Down-Design“ sticht sofort ins Auge. Burchardt Audio erhofft sich durch diese Bauart ein homogeneres Abstrahlverhalten. Die 19 Millimeter kleine Gewebe-Hochtonkalotte kann aufgrund Ihrer geringen Masse sehr akkurat im Hochtonbereich agieren. Umgeben wird der Tweeter von einem Wave-Guide mit einem Durchmesser von15 Zentimetern, der die Schallausbreitung optimiert und mehr Energiereserven im Übernahmebereich ermöglicht. Der 15-Zentimeter-Papier-Tiefmitteltöner thront über seinem Hochtonpartner und ist um zwei Grad schräg nach hinten versetzt, um Laufzeitunterschiede auszugleichen.

Blick hinter die Kulissen: Das 15 Millimeter starke Gehäuse aus MDF-Platten verbirgt ausladende Luftkammern. Die damit ermöglichte Zirkulation der Schwingungen verbessert die Tiefenwiedergabe
Blick hinter die Kulissen: Das 15 Millimeter starke Gehäuse aus MDF-Platten verbirgt ausladende Luftkammern. Die damit ermöglichte Zirkulation der Schwingungen verbessert die Tiefenwiedergabe

Nach dem technischen Geplänkel sollte ich mich wegen der Einspielzeit von 50 bis 100 Stunden nun schnell an das eigentliche Vergnügen machen. Zur ersten Runde findet sich Gitarren-Großmeister Jimi Hendrix mit seinem 1968 erschienenen Klassikers Electric Ladyland in meinem Hörraum ein. Die ersten Klänge von Jimis Wah-Wah bei „Voodoo Child (Slight Return)“ bringen die Kalotten der P300 zum Tanzen. Was sofort meine Lauscher erfreut, ist eine wunderbare Synergie aus den mittenbetonten Gitarren-Grooves und den akzentuierten Drums. Da man meiner Meinung nach Jimi Hendrix nicht in moderater Lautstärke hören sollte und die beiden Däninnen mit 250 Watt doch etwas belastbarer sind, komplimentiere ich meine bessere Hälfte für einen längeren Spaziergang mit unserer Tochter nach draußen. Unter strafenden Blicken, aber ohne schlechtes Gewissen kann ich den Volume-Regler jetzt ein wenig mehr im Uhrzeigersinn bewegen. Als nächstes folgt der aus Bob Dylans Feder stammende Hit „All Along the Watchtower“. Und ja, die P300 mögen Pegel. Sofort öffnet sich eine gewaltige Bühne und ich tauche in die LSD- und Klang-Welten der 60er Jahre ein.


  • SOtM sMS-2000

    Roland Dietl benutzt in seiner verzweigten Digitalkette einige SOtM-Produkte – sowohl eigenständige Geräte als auch Platinen, die der Hersteller auf seiner Webseite unter Accessories auflistet – und ist von ihrer Qualität rundum überzeugt. Ich halte es mehr mit klassischen Komponenten. In einer solchen hat SOtM jetzt seine besten Lösungen gebündelt. Der sMS-2000 ist ein Streaming Transport mit der Möglichkeit, SSD-Disks zu integrieren. Der Hersteller beschreibt die Komponente so: „Das Herzstück des sMS-2000 bildet das hochgelobte…
    31.03.2026
  • dCS Varèse – weitere Erfahrungen

    Während einer Präsentation bei Audio Reference vor den Norddeutschen Hifi-Tagen konnte ich erstmals dasStatement in High Fidelity neue Topmodell von dCS, den fünfteiligen Streamer/DAC Varèse, hören. Er klang einfach unglaublich gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, meine Erfahrungen im Hörraum in Hamburg zu intensivieren. Bei der ersten Demonstration verglich Alasdair McDonald, der Export Sales Manager von dCS, den Varèse mit dem Vivaldi-Trio (https://www.hifistatement.net/tests/item/3591-dcs-vivaldi-master-clock-upsampler-und-apex-dac), das vor etwa drei Jahren…
    20.03.2026
  • Cayin Pearl 30d und Pearl 30c

    Auf der HighEnd 2024 präsentierte Cayin zum 30-jährigen Marken-Jubiläum die Pearl Modelle. Dazu gehören der D/A-Wandler Pearl 30d und der CD-Transport Pearl 30c. Beide imponieren nicht allein durch ihre prachtvolle Erscheinung. Auch technisch sind sie enorm aufwändig. Da stellt sich besonders die Frage nach der Relevanz eines solchen CD-Laufwerks. Die HighEnd liegt nun beinahe zwei Jahre zurück. Als Cayin Deutschland-Chef Thomas Deyerling im Januar meine Anfrage nach einem Test dieser Kombi positiv beantwortete, war ich…
    10.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System

    Der erste, recht lange Artikel über Wilson Beneschs Prime Meridian System beschäftigte sich nur mit der Laufwerkseinheit, bestehend aus OMEGA Drive, ALPHA Drive, dem FrACTal Dämpfungssystem, in dem Motor und Tonarm montiert sind, und dem R1 Rack. Nun geht es neben der Vorstellung des Tonarms und des Abtasters endlich um den Klang des Plattenspielers. Dass der Plattenteller des Prime Meridian Systems von einem Motor mit dem anderthalbfachen Durchmesser einer Langspielplatte und damit vom größten Antrieb,…
    04.03.2026
  • Wilson Benesch Prime Meridian System – eine Annäherung

    Den ersten Plattenspieler von Wilson Benesch beschrieb ich 1996, den zweiten zwei Jahre später. Da sollte es kein großes Ding sein, auch den dritten für einen Test zu bekommen. Dachte ich. War es dann aber doch – aus mehreren Gründen: Er ist ein wirklich großes Ding, wiegt über 350 Kilogramm, und das dazugehörige White Paper umfasst 138 Seiten. Dass das Prime Meridian System, wenn ich mich richtig erinnere, das bisher teuerste Testobjekt in der Geschichte…
    24.02.2026
  • Takumi TT level 2.1DC

    Der Niederländer Rik Stoet, bekannt durch Röhrenverstärker, die unter den Markennamen Heart und Stoet Kit vertrieben wurden, hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt: Die Entwicklung und Herstellung von Plattenspielern. Als mir der Takumi TT level 2.1DC Plattenspieler zum Test angeboten wurde war mein erster Gedanke: Endlich wieder Vinyl, endlich wieder analog. Nicht, dass mir das Testen von digitalen Audiokomponenten zu irgendeiner Zeit langweilig geworden wäre, aber das analoge Hören, der Umgang mit den Schallplatten,…
    17.02.2026

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.